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Ernährungsgrundlagen

1. Einleitung

Die Ernährung ist eine der zentralen Aufgaben von Lebewesen, denn die aus der Nahrung gewonnene Energie ist essentiell für die Aufrechterhaltung der Körperfunktionen. Daher bilden Fressstrategien einen wichtigen Teil der Überlebensstrategien von Lebewesen.

2. Nährstoffe und essentielle Wirkstoffe

Energiegehalt, Nähr- und Wirkstoffzusammensetzung sind je nach Nahrung, Pflanzenart oder auch Pflanzenteil sehr unterschiedlich. Die Wahl der passenden Nahrung (Futterselektion) spielt daher eine wichtige Rolle. So enthalten beispielsweise stärke- oder ölhaltige Samen grosse Mengen an leicht verdaubarer Energie, während zellulosereiche Pflanzenteile wie Äste oder Pflanzenstängel weniger ergiebig sind und die Energie ausserdem mit mehr Aufwand gewonnen werden muss. Unter diesem Aspekt ist es sinnvoll die Zusammensetzung von Futtermitteln und Nahrung genauer zu betrachten.

2.1 Die Weender-Analyse

In der Futtermittelindustrie hat die Weender-Analyse für die Futteranalyse eine grosse Bedeutung erlangt. Die Weender Analyse ist eine einfach durchführbare Unteruschungsmethode zur ungefähren Bestimmung der Zusammensetzung von Nahrungsmittel und Futter. Sie wurde im neunzehnten Jahrhundert von Henneberg und Strohmann in Göttingen-Weende (daher der Name) entwickelt.

Weender Analyse

Abb. 1: Weender Analyse (rot: errechnete Werte)

Da der Wassergehalt in Futtermitteln schwanken kann, bezieht sich die Weender Analyse auf die Trockensubstanz. Diese erhält man durch mehrstündige Trocknung des Futters bei Temperaturen zwischen 80-130° C, je nach Futtermittel. Das durch die Trocknung entzogene Wasser lässt sich aus der Differenz zwischen Frischgewicht und Trockensubstanz errechnen und wird als Rohwasser bezeichnet. Durch Einäscherung einer Trockensubstanzprobe bei 550° C wird die Rohasche ermittelt. Diese besteht aus Oxiden, Salzen, essentiellen und nicht essentiellen Mineralstoffen, Silikaten und anderen erdigen Verunreinigungen. Aus der Differenz zwischen Trockensubstanz und Rohasche wird wiederum die organische Substanz errechnet, welche weiter aufgeteilt werden kann. Für die weitere Nährstoffbestimmung wird die organische Substanz in Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und Stickstofffreie Extraktstoffe (NfE) aufgeteilt. Zur Rohproteinbestimmung wird der Stickstoffgehalt im Futter mit der der Kjeldahl-Methode (Aufschluss mit Schwefelsäure) ermittelt. Alternativ wird auch die effizientere und besser reproduzierbare Dumas-Methode (Stickstoffbestimmung mittels Verbrennungsanalyse) verwendet, wessen Resultate sich allerdings mit der Kjeldahl-Methode nicht vergleichen lassen. Da Proteine durchschnittlich etwa 16 % Stickstoff enthalten, wird der Stickstoffgehalt mit dem Faktor 6,25 multipliziert um letztlich den Rohproteingehalt zu erhalten. Bei dieser Rohproteinbestimmung werden neben dem Reinprotein auch Nicht-Protein-Stickstoffverbindungen (NPN) wie freie Aminosäuren, Säureamide, Harnstoff, Stickstoffhaltige Glykoside oder Ammoniumverbindungen erfasst. Der Rohfettgehalt wird durch Extraktion mit Petrolether (oft wird aber auch Diethylether verwendet) in der Soxhlet-Apparatur ermittelt. Er umfasst neben dem eigentlichen Fett auch Harze, Wachse und Farbstoffe. Der Rohfasergehalt wird durch die Behandlung einer Futtermittelprobe mit heissen Säuren und Laugen unter definierten Bedingungen ermittelt. Die dabei zurückbleibenden Rückstände bestehen aus pflanzlichen Gerüstsubstanzen, die Rohfaser. Diese besteht aus Cellulose, Hemicellulose, Pentosanen, Cutin und Lignin. Für den ursprünglichen Zweck, die Bestimmung des unverdaulichen Anteils im Futter, ist der Rohfasergehalt allerdings zu wenig aussagekräftig, denn gerade mal das Lignin gilt als unverdaulich, weshalb die Rohfaser nicht selten noch genauer bestimtmt wird. Dazu hat sich ein Analyseverfahren von Van Soest bewährt, nach welchem die Rohfaser und Teile der stickstofffreien Extraktstoffe durch drei verschiedene Fraktionen genauer bestimmt wird. Die Neutral Detergent Fiber (NDF), welche aus Hemicellulosen, Cellulose, Lignin und Asche besteht, die Acid Detergent Fiber (ADF), bestehend aus Cellulose, Lignin und Asche und das Acid Detergent Lignin (ADL), welches nur noch aus Lignin und Asche besteht. Die stickstofffreien Extraktstoffe (NfE) werden aus der Differenz von der organischen Substanz und des Rohproteins, dem Rohfett und der Rohfaser ermittelt. Da durch die Verfahren zur Bestimmung der Rohnährstoffe teilweise Inhaltsstoffe doppelt erfasst werden (z.B. bei stickstoffhaltigen Phosphatide in Rohfett und Rohprotein) und auch Fehler bei der Bestimmung der Rohnährstoffe vorkommen können, verfälscht sich entsprechend der Anteil an stickstofffreien Extraktstoffe, dass diese zu hoch oder zu niedrig angegeben werden. Die stickstofffreien Extraktstoffe erfassen vor allem Polysaccharide (Stärke, Inulin, Glykogen, Pektin, Fructosane, sowie Teile von Cellulosen und Hemicellulosen), Oligosaccharide (Saccharose) und Monosaccharide (Fructose oder Glucose) aber auch Teile des chemisch unverwandten Lignins.

Obwohl die Weender Analyse schon seit so langer Zeit eingesetzt wird und bis heute sich keine Alternativen durchsetzen konnten, welche die Weender Futtermittelanalyse ersetzen hätten können, so weist sie doch einige Mängel auf. Einerseits ist die Weender Analyse ein summarisches Verfahren, welche die Inhaltsstoffe in Stoffgruppen zusammenfasst. Diese sind heterogen und sind sowohl von der chemischen Zusammensetzung als auch aus physiologischer Sicht für das Tier nicht einheitlich, was aber schon durch die Bezeichnung Rohnährstoffe angedeutet wird. Der gösste Schwachpunkt ist allerdings die Aufteilung der Kohlenhydrate in Rohfaser und stickstofffreie Extraktstoffe. Die eigentlich damit bezweckte Aufteilung in gut und schlecht verdaubare Kohlenhydrate funktioniert in der Praxis oft nicht zuverlässig, so dass diese inzwischen oft mit den Analysemethoden von Van Soest genauer bestimmt werden, wodurch auch eine zuverlässigere Unterteilung in Gerüstsubstanzen wie Cellulose, Hemicellulose und Lignin (bzw. ADL) und Zellinhaltsstoffe (Stärke, Zucker) möglich wird. Gerade für die Ernährung von Pflanzenfresser ist zudem von Bedeutung, dass bei der Bestimmung der Rohfaser keinerlei Aussagen über dessen strukturelle Qualität gemacht werden. Gerade pflanzen fressende Kleinsäuger (Herbivore) brauchen in ihrer Diät einen guten Teil an hochwertigen, strukturierten Rohfasern, welche für die Pflege der Zähne und die Gesundhaltung des Darms wichtig sind. Werden Rohfasern aber klein zermahlen, wie das beispielsweise bei Pellets üblich ist, verlieren dessen Rohfasern ihre wertvollen strukturellen Eigenschaften. Diese Qualtitätseinbusse kann aber mit der Weender Analyse nicht erfasst werden, da diese in erster Linie zur Beurteilung des Nährwertes und Zusammensetzung von Nährstoffen gedacht ist. Daher genügt bei diesen Tieren ein oft empfohlener hoher Rohfasergehalt alleine nicht. Es ist ferner auch wichtig, dass die Fasern grob genug sind, dass sie ihre Wirkung auch voll entfalten können. Allerdings kann man in der Regel von blossem Auge erkennen, ob die Fasern grob genug sind, dass es dazu keine weitere Analysemethode braucht.

2.2 Wasser

Wasser ist ein anorganischer Stoff und übernimmt im Tierkörper wichtige Aufgaben. Als Lösungs- und Transportmittel spielt es eine wichtige Rolle beim Abtransport von resorbierten Nährstoffen über das Blut und die Lymphe. Der Speichel wiederum macht die aufgenommene Nahrung schlüpfrig und verbessert so ihre Transportfähigkeit, damit sie überhaupt die Verdauungsorgane passieren kann. Ausserdem spielt das Wasser wegen seiner Wärmeleitfähigkeit eine zentrale Rolle in der Regulierung des Wärmehaushalts. Es ermöglicht die Verteilung der Wärme auf den ganzen Tierkörper um so lokale Überhitzungen von empfindlichen Körperorgane zu vermeiden. Andererseits dient es dem Abtransport von Wärme über das Blut, in dem es beispielsweise über gut durchblutete, grossflächige Körperpartien, wie z. B. die Ohren abgekühlt und die Wärme an die Umgebung abgibt. Das Wasser selber kann dem Körper entweder durch Aufnahme von Wasser oder wasserhaltigem Futter zugeführt werden oder aber auch durch den Abbau von Körperfettreserven, bei welchem Stoffwechselwasser entsteht. Eine optimale Wasserversorgung des Tierkörpers ist für dessen Leistungsfähigkeit wichtig, da nur schon bei kurzzeitigem Wasserentzug sich diese erheblich vermindert.

2.3 Minerale

Bei den Mineralstoffen wird unterschieden zwischen Mengen- und Spurenelementen. Mengen- und Spurenelemente werden nur in kleinen Mengen, bzw. Kleinstmengen benötigt. Zu den Mengenelementen gehören Calcium, Magnesium, Natrium, Kalium, Phosphor, Chlor und Schwefel. Zu den Spurenelementen gehören unter anderem Eisen, Mangan, Zink, Kupfer, Cobalt, Iod, Fluor, Selen, Molybdän und Chrom. In der Nahrung ist das Vorkommen dieser Mineralien abhängig von der Pflanzenart, deren Alter, dem Pflanzenteil, Standort und Bodensubstrat und der Verarbeitung der Nahrung.

2.4 Proteine (Eiweisse)

Die Proteine (von proteios = das Erste) sind sowohl in funktioneller als auch struktureller Hinsicht wohl die wichtigsten Bestandteile des Organismus. Sie bestehen aus 51-55 % Kohlenstoff, 6-7 % Wasserstoff, 21-23 % Sauerstoff und etwa 16 % Stickstoff. Sie sind wichtig für den Zellaufbau und dienen als Bestandteil von Enzymen, Hormonen und Immunkörpern. Proteine bestehen aus einer Vielzahl kleiner Bausteine, den Aminosäuren. Kommen diese in Ketten von hundert oder noch mehr Aminosäuren vor, so nennt man diese Gebilde Proteine. In natürlichen Proteinen kommen insgesamt etwas zwanzig verschiedene Aminosäuren vor. Einige davon können vom tierischen Körper nicht selber synthetisiert werden, die essentiellen Aminosäuren. Zu den essentiellen Aminosäuren gehören Histidin, Isoleucin, Leucin, Lysin, Methionin, Phenylalanin, Threonin, Tryptophan, Valin.

2.5 Lipide (Fette)

Lipide sind nicht wasserlöslich, haben aber eine gute Löslichkeit in einigen organischen Lösungsmitteln. Mithilfe von Emulgatoren ist es möglich, Fett auch in Wasser zu lösen. Die Lipide werden unterteilt in Fette (Glycerine) und Lipoide (fettähnliche Stoffe). Zu den Lipoiden gehören unter anderem Wachse, Steroide, Carotinoide und ätherische Öle. Die Fette sind mengenmässig am bedeutesten unter den Lipiden. Die Fettsäuren wiederum sind sehr bedeutsam, da sie etwa 90 % der Fette ausmachen. Fettsäureketten, die mehrere Doppelbindungen enthalten, werden als ungesättigte Fettsäuren bezeichnet und können vom tierischen Körper nicht selber syntehtisiert werden. Zu den essentiellen Fettsäuren gehören die Öl-, Linol-, Linolen- und Arachidonsäure. Fette werden im Tierkörper einerseits als Energiereserven in Form von Fettdepots angelagert, andererseits sind essentielle Fettsäuren für den Tierkörper wichtig, da sie nicht selber synthetisiert werden können. Ausserdem sind Fette wichtig als Trägerstoff für lipophile Wirkstoffe. Sie kommen vor allem in Samen und Körnern von Getreide vor.

2.6 Rohfaser (Ballaststoffe)

Als Rohfaser werden die Polysaccharide Cellulose, Hemicellulose und Pectine, sowie das Polyphenol Lignin bezeichnet. Sie kommen als Gerüstsubstanz in Pflanzen, vorwiegend in deren Zellwänden vor und sind für Tiere nicht besonders gut verdaulich, Lignin ist sogar für Tiere weitgehend unverdaulich. Gerade Pflanzenfresser können aber mithilfe von Mikroorganismen die Cellulose aufspalten und aus ihr Energie gewinnen und sind für sie in grossen Mengen konsumiert wichtig. Aufgrund ihrer beständigen Form und schlechten Verdaubarkeit weisen Rohfasern eine verdauungsfördernde Funktion aus, indem sie die Darmwand stimulieren und so die Verdauungstätigkeit anregen. Alle Rohfaserbestandteile werden im Abschnitt Kohlenhydraten unter Polysaccaride genauer vorgestellt, da abgesehen von dem Lignin sie chemisch betrachtet zu den Kohlenhydraten gehören.

2.7 Kohlenhydrate (Zucker)

Die Kohlenhydraten, auch als Saccharide (Zucker) bezeichnet, spielen mengenmässig in der Tierernährung die grösste Rolle. Sie dienen primär der Deckung des Energiebedarfs. Funktionell sind sie aber auch sehr wichtig als Baumaterial im Körper, wenn auch sie dazu nur in geringen Mengen benötigt werden. Kohlenhydrate sind organische Verbindungen und bestehen aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff. Sie lassen sich nach ihren Zuckerbausteinen einteilen in Monosaccharide (Einfachzucker), Oligosaccharide (Mehrfachzucker) und Polysaccharide (Vielfachzucker).

Die Monosaccharide stellen die Grundbausteine der komplexeren Oligo- und Polysaccharide dar. Bei der Struktur der Monosacchariden unterscheidet man zwischen den aus 6 Kohlenstoff-Atomen bestehenden Hexosen und den aus 5 Kohlenstoff-Atomen bestehenden Pentosen. Wichtige Hexosen sind unter anderem Glucose, Galactose, Fructose und Mannose. Zu den Pentosen zählen dagegen die Xylose, Arabinose und Ribose.

Die Oligosaccharide bestehen aus 2-10 Monosacchariden. Wichtige Oligosaccharide sind die Disaccharide (Zweifachzucker) und Trisaccharide (Dreifachzucker). Zu den Disaccharide zählen unter anderem die Saccharose, welche aus einem Glucose und einem Fructose Baustein besteht oder die aus einem Galactose und einem Fructose Baustein bestehende Lactose.

Die Polysaccharide oder Glycane sind komplexe Kohlenhydrate, bestehend aus einer grossen Vielzahl an Monosacchariden. In Pflanzen dienen sie als Gerüst- oder Reservestoff, während im tierischen Körper nur die als Reservestoff dienenden Polysaccharide von Bedeutung sind. Zu den Polysacchariden zählen unter anderem:

Nicht zu den Kohlenhydraten zählt das zu den Polyphenolen gehörende Lignin. Es kommt als Gerüststoff in Pflanzen, insbesondere in verholzten Pflanzenteilen vor. Es ist für Tiere weitgehend unverdaulich.

2.8 Vitamine

Vitamine sind Wirkstoffe, die chemisch zu sehr unterschiedlichen Stoffgruppen gehören. Sie werden von dem tierischen Körper nur in kleinsten Mengen benötigt, sind aber lebensnotwendig zur Aufrechterhaltung der Körperfunktionen und wirken wie ein Kathalysator. Allerdings können je nach Tierart einige dieser Stoffe vom tierischen Körper selber synthetisiert werden.

Vitamin A (Axerophthol, Retionol) Das Vitamin A findet man nur in tierischen Produkten und wird im tierischen Körper aus Provitamin A (Carotine) hergestellt. Diese Provitamine wiederum sind fettlöslich, werden mit der Nahrung aufgenommen und kommen unter anderem in grünen Pflanzen, Karotten, Paprika und Hagenbutten vor. Bei Mangel treten krankhafte Veränderungen bei Haut- und Schleimhautzellen, Störungen und Degenerationen an Organien, insbesondere von Geschlechts- und Sinnesorgane auf. Insbesondere betroffen sind auch die Augen, bei welchen als Frühsymptom Nachtblindheit (beim Menschen), später dann zur Austrocknung des Auges (Xerophthalmie) und zur Hornhauterweichung (Keratomalazie) führt. Bei jungen Tieren treten bei Vitamin-A-Mangel häufig Wachstumsstörungen auf.

Vitamin B Gruppe Die Vitamine dieser Gruppe sind wasserlöslich und enthalten Stickstoff. Sie spielen eine wichtige Rolle im Stoffwechsel und die meisten von ihnen sind Bestandteil von Coenzymen. Vitamine des B-Komplex werden vielfach von Bakterien im Darm hergestellt und werden entweder direkt oder über die Aufnahme von Caecotrophe (Blinddarmkot) vom Körper aufgenommen.

Thiamin (Vitamin B1) Dieses Vitamin kommt unter anderem in verschiedenen Getreidearten, Hefen, Kartoffeln, Eigelb und Fleischprodukten vor. Es ist für Reaktionen im Zusammenhang mit dem Abbau von Kohlenhydraten wichtig. Bei Mangel können Appetitlosigkeit, Störungen der Magen-Darm- und Herztätigkeit und Schäden am Muske- und Nervensystem in Form von Lähmungen und Krämpfen auftreten.

Riboflavin (Vitamin B2) Dieses Vitamin ist Bestandteil der Coenzyme FAD und FMN, welche an der Wasserstoffoxidation in der Atmungskette, dem Fettabbau und an der Dehydrogenisierung von Aminosäuren und organischen Säuren beteiligt ist. Es kommt in Milchprodukten, Hefen, Luzernegrünmehle und in geringeren Mengen in Getreideprodukten vor. Bei jungen Tieren führt ein Mangel zum Wachstumsstillstand. Oft treten Veränderungen an Schleimhäuten und auf der Haut (Dermitis) auf und die Fruchtbarkeit wird beeinträchtigt.

Nicotinsäureamid (Vitamin B3) Nicotinamid oder Nicotinsäureamid kann von den meisten Säugetieren in kleinen Mengen selber synthetisiert werden und kommt in Fleischprodukten, Hefen, Getreide, Kleien und Gemüse vor. Bei Mangel kommt es zu entzündlichen Hautveränderungen (Dermatits), welche beim Menschen als „Pellagra“ bekannt sind. Im Magen-Darm-Kanal bilden sich ausserdem geschwürige Entzündungen und häufig treten auch Durchfälle, Wachstumsdepressionen und Appetitlosigkeit auf.

Pantothensäure (Vitamin B5) Pantothensäure ist Bestandteil des Coenzyms A, welches an der Aktivierung von organischen Säuren beteiligt ist. Die Pantothensäure ist in Gemüsen, Kleien, Hefen und tierischen Produkten enthalten. Ein Mangel kann sich auf vielfältige Art auswirken. Bei Ratten kann es zu Wachstumsstörungen und Schädigung von Leber und Nebennieren kommen, bei Mäusen zu Haarausfall und Pigmentverlust im Fell.

Pyridoxin (Vitamin B6) Pyridoxin ist ein Pyridinderivat. Es bildet das Coenzym verschiedener Enzyme und spielt dadurch im Aminosäurestoffwechsel eine wichtige Rolle. Es ist ausserdem an dem Auf- und Umbau des Glycogens beteiligt und greift in den Fettstoffwechsel ein. Pyridoxin kommt in Getreideprodukten und Gemüsen vor. Bei Mangel kommt es primär zur Hemmung der beschriebenen Stoffwechselvorgängen. Bei fortgeschrittenem Mangel kann es zu Veränderungen am Nervengewebe kommen. Bei Ratten kommt es zu Haarausfall, Schuppen und Ekzembildung an den Extremitäten, Mund und Nase.

Cobalamin (Vitamin B12) Dieses Vitamin ist für den Stoffwechsel höherer Tiere von Bedeutung. Es ist wichtig für den Abbau von ungradzahligen Fettsäuren und wirkt bei der Zellatmung und Blutbildung mit. Es wird ausschliesslich von Mikroorganismen gebildet und fehlt in Pilzen und grünen Pflanzen weitgehend. Es kommt daher aussschliesslich in tierischen Produkten wie Milch, Leber oder Fischmehl vor. In der Tierfütterung sollen pflanzliche Proteine mit hoher Wertigkeit (wie z. B. Soja) mittels Gabe von Cobalamin tierische Proteine weitgehend ersetzen können (Schmidt 1985). Jungtiere reagieren auf einen Mangel mit vermindertem Wachstum, Entkräftung und Degeneration der Leber.

Biotin (Vitamin H, Vitamin B7) Dieses Vitamin kommt im Tierkörper als Bestandteil von Enzymen vor. Es wird bei der Fettsynthese, beim Abbau von Propionsäure und anderen Metaboliten benötigt. Biotin kommt in grösseren Mengen im Eigelb, in der Leber, in Hefen und in Getreideprodukten vor. Ein Mangel führt zu Wachstumsstillstand und Veränderungen an der Haut, der Leber und im Nervensystem.

Folsäure (Vitamin Bc) Die Folsäure ist wichtiger Bestandteil des Coenzym F (Tetrahydrofolsäure), welches eine Rolle bei der Synthese verschiedener stickstoffhaltiger Verbindungen spielt. Folsäure kommt reichlich in grünen Pflanzen vor. Bei Mangel kommt es zu Anämie, durch Störung der Resorption von Nährstoffen verbundenen Durchfälle und Wachstumsstörungen.

Vitamin C (Ascorbinsäure) Dieses Vitamin ist ein Kohlenhydrat-Derivat. Es ist wasserlöslich und kann von vielen Tieren selber aus Glucose synthetisiert werden (Penzlin 1996). Lebensnotwendig ist es für Lebewesen, welche es nicht selber herstellen können, wie beispielsweise Meerschweinchen, Primaten, Murmeltiere und Flughunde. Es kommt vor allem in frischem Blattgemüse, Hagenbutten, Sanddorn, Zitrusfrüchten, Paprika, schwarzen Johannisbeeren vor. Bei Mangel kommt es zu Blutungen am Zahnfleisch und zur Lockerung und Ausfall der Zähne (Skorbut).

Vitamin D (Calciferol) Zu diesem Vitamin werden eine Reihe von Stoffen gezählt. Sie entstehen aus Sterinen (Provitamine) durch die Bestrahlung mit UV-Licht. Calciferole fördern den Einbau von Calcium und Phosphor in die Knochen und stimmulieren die Calcium-Mobilisierung bei bereits verkalkten Knochen. Darüberhinaus beeinflussen sie die Absorption von Calcium im Darm und die Rückresorption von Phosphationen in der Niere positiv. Bei Mangel kommt es zur Entkalkung der Knochen (Osteomalacie), Störungen im Mineralhaushalt und Rachitis.

Vitamin E (Tocopherol) Als Vitamin E werden eine Reihe von chemisch nahe verwandten Stoffe bezeichnet und sind wichtig für die Zellatmung. Tocopherole kommen in den Chloropasten aller höheren Pflanzen und insbesondere auch in jungem Grünfutter vor. Mit zunehmendem Alter sinkt der Tocopherolgehalt in den Pflanzen stark ab. Die Vitamine sind lipohil und werden hauptsächlich im Körperfett abgespeichert. Für deren Resorption im Darm sind Gallensäuren nötig, da die Resorption ohne deren Hilfe schlecht ist. Tocopherole sind sehr oxitationsempfindlich und können durch Feuchtigkeit, Sauerstoffzutritt oder UV-Licht leicht zerstört werden. Bei Mangel kommt es zu vielgestaltigen Symptomen, unter anderem zur Störung der Geschlechtsfunktionen und Resorption von Föten bei Ratte, Kaninchen und Meerschweinchen, Herzversagen durch Herzmuskelabbau oder Muskeldystrophie.

Vitamin K (Phyllochinon) Diese Vitamine sind wichtig für die Blutgerinnung und sie beteiligen sich ausserdem an dem Stoffwechsel. Ein Mangel kann zu Wachstumsstörungen und zur Störung der Blutgerinnung führen. Vitamin K1 kommt in grünen Pflanzen vor, Vitamin K2 dagegen in Bakterien. Das Vitamin wird bei vielen Kleinsäugern im Darm von Bakterien synthetisiert und über Caecotrophie (Fressen von Blinddarmkot) dem Organismus zugeführt. Das Vitamin ist im Gegensatz zu den Carotinoiden und Tocopherolen gegenüber Sauerstoff ziemlich unempfindlich. Synthetisch hergestellte Vitamine wie das Vitamin K3 (Menadion), welche oftmals tierischer Nahrung zugesetzt werden, sind in Lebensmitteln nicht zugelassen, da deutliche Nebenwirkungen beim Menschen festgestellt werden konnten. Daher sollte auch bei der Tierernährung auf synthetische Phyllochinon verzichtet, bzw. Futtermittel, denen solche Stoffe zugesetzt wurden, gemieden werden.

3. Sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe

Die sekundären Pflanzeninhaltsstoffe sind eine sehr vielseitige und heterogene Gruppe von Verbindungen, welche in Pflanzen allgegenwärtig sind. Aufgabe und Zweck dieser Stoffe sind sehr vielfältig. Sie dienen als Boten- oder Lockstoffe, spielen eine Rolle in Bezug auf Stressreaktionen oder werden als Frasschutz in den Organen der Pflanze eingelagert (Bickel-Sandkötter 2003; Schulze et al. 2002). Für Pflanzen fressende Tiere und somit auch deren Ernährung sind vor allem die Frassschutzstoffe von Bedeutung. Der überwiegende Teil der Frasschutzstoffe versucht durch herabsetzen des Nährwert der Pflanze und Störung der Verdauung die Nährstoffaufnahme im Verdauungstrakt zu hemmen. Da die Pflanzenfresser aber auf Pflanzen als Nahrungsgrundlage und Energiequelle angewiesen sind, versuchen sie durch spezielle Entgiftungsmechanismen und Fressstrategien die negativen Auswirkungen der Frassschutzstoffe zu minimieren. Wichtige Strategien von Pflanzenfressern sind daher durch gezielte Nahrungsselektion unbekömmliche oder gar schädliche Pflanzen zu vermeiden oder aber mit Entgiftungsmechanismen (welche meist mittels Enzymen stattfindet) die Pflanzen geniessbar zu machen und mit abwechslungsreicher Ernährung, bestehend aus eine Vielzahl von Pflanzen, die in kleinen Mengen gefressen werden, die Giftstoffe der einzelnen Pflanzen zu verdünnen.

In der Fütterungspraxis ist zu beachten, dass stark giftige Pflanzen selbst in kleinen Mengen gefährlich sein können und daher unbedingt vermieden werden müssen. Weniger giftige Pflanzen dagegen werden bei einer ausgewogenen und vielseitigen Ernährung kaum Probleme machen, da die Tiere schnell merken durch unangenehmen Geschmack oder Unbekömmlichkeit, dass sie die Pflanzen besser nicht oder nur in kleinen Mengen fressen. So sind gerade ausgesprochene Pflanzenfresser (Herbivoren) wie Kaninchen oder Degus sehr robust, was die Verträglichkeit von Pflanzen angeht. Andere Tierarten sind teils empfindlicher, gerade Tierarten, die sich nicht primär von Pflanzenkost ernähren (z. B. Granivore oder Insektivore) vermögen oft weniger gut mit Frassschutzstoffen umzugehen. Daher ist es wichtig bei der Verfütterung von Pflanzen, gerade wenn man potentiell problematische Arten verfüttern will, dass man sich im Vorfeld gut informiert und dann die Pflanzen vorsichtig anfüttert und die Tiere dabei gut kontrolliert, wie sie auf die neue Pflanze reagieren.

4. Mischfutter oder natürliche Nahrung?

In den letzten Jahrzehnten haben industrielle Futtermittel andere Fütterungsmethoden weitgehend verdrängt und sie in Vergessenheit geraten lassen, so dass für viele Tierhalter eine Fütterung mit industriellen Futtermitteln als normal erscheint. Doch noch vor Hundert Jahren wurden die Haustiere hauptsächlich von Küchenabfällen oder Gras ernährt, so hat inzwischen die industrielle Nahrung nicht nur in der Nutztier- sondern auch in der Heimtierernährung Einzug gehalten. Die Vorteile dieser neuen Fütterungsart liegen auf der Hand. Die Fütterung wird bequemer, da man das Futter bereits fixfertig kaufen kann und so Arbeit für Beschaffung und Zubereitung wegfallen. Zudem werben die Hersteller mit ihren Produkten für eine optimale Ernährung der Tiere, ohne dass sich der Halter selber mit der Ernährung seiner Tiere beschäftigen muss. Doch diese industrielle Nahrung hat auch Nachteile.

Industrielles Mischfutter (gemäss Definition gelten alle Futtermittel als Mischfutter, die aus mehreren verschiedenen Rohstoffkomponenten bestehen) wie Pellets, Futtermischungen bestehend aus Pellets und Extrudate, Extrudatfutter wird oft aus billigen Rohstoffen hergestellt, die nicht selten wenig mit den natürlichen Ernährungsgewohnheiten einer Tierart zu tun haben. Dies führt wiederum zu vielfältigen Problemen. So fördern solche Futtermittel nicht selten Krankheiten wie Fettleibigkeit, Diabetes, Knochen- oder Zahnprobleme. Ein weiteres Problem stellt zudem die Haltbarkeit dieser Futtermittel dar. Die Hersteller versuchen diese Futtermittel möglichst lange haltbar zu machen, damit sie die weiten Transportwege und langen Lagerung auch möglichst ohne Qualitätsverluste überstehen. Dies aber führt dazu, dass die Hersteller empfindliche Wirkstoffe, die meist zudem leicht verderblich sind und das Futter schnell verderben lassen würden, weglassen oder aber, dass sie versuchen diese Stoffe mit künstlichen, aber oft fragwürdigen Zusatzstoffen wie zum Beispiel Etoxyquin zu schützen und so die Futtermittel länger haltbar machen, als eigentlich gut für sie wäre. Ein weiterer Aspekt, der gerne übersehen wird, ist, dass Futter für die Tiere nicht nur zur Deckung des eigenen Energiebedarfs dient, sondern oftmals auch eine wichtige Beschäftigung darstellt. Aber gerade bei Mischfutter ist der Beschäftigungswert sehr gering. Das Futter ist meist relativ eintönig und da meist sehr energiereich, ist es auch schnell verschlungen. Dazu kommt, dass Extrudatfuttermittel und Pellets mit ihren uniformen Futterpartikel Nahrungsselektionsverhalten, welches bei vielen Tierarten zum natürlichen Verhaltensrepetoire gehört, unterdrückt wird. Bei Futtermischungen wird dieses ebenfalls oft mit Aromen und anderen Zusatzstoffen unterwandert, welche die Geschmackssinne der Tiere manipulieren und es ihnen verunmöglichen, dass sie ihr Futter ausgewogen und nach ihren aktuellen Bedürfnissen selektieren können. So kommt es zu einseitiger Ernährung, welche ohne Zusatzstoffe bei einer ausgewogenen Ernährung nicht eintreten würde.

Trotz all diesen Nachteilen ist Mischfutter nicht grundsätzlich schlecht, man sollte aber doch ein paar Dinge beachten. Erstens sollte man industrielle Futtermittel stets nur ergänzend und niemals als Alleinfutter verfüttern. Man sollte diese Futtermittel ergänzen mit hochwertigem Heu, Kräutern, Trockengemüse, Frischfutter und Äste mit Laub bei Herbivoren, hochwertigen Wildsamen bei Granivoren und bei Tieren, die zusätzlich oder fast ausschliesslich tierische Proteine benötigen, darf natürlich Lebendfutter nicht fehlen, das möglichst frisch gereicht werden sollte. Zweitens sollte man hochwertige Futtermittel kaufen. Diese haben allerdings auch ihren Preis. Hochwertige Futtermittel sollten keine Nebenprodukte enthalten und in ihren Inhaltsstoffen auch möglichst den natürlichen Ernährungsgewohnheiten der Tiere entsprechen. Hochwertige Futtermittel sind beispielsweise Kräuterpellets oder Wiesencobs aus Gras mit einer Vielzahl an Pflanzen und Kräutern. Auf jeden Fall die Finger lassen sollte man dagegen von Premium-Produkten. Dies sind meist überteuerte billige Mischfutter, die ebenso aus Nebenerzeugnisse bestehen, welche aber dann mit vielklingenden Zusatzstoffen wie Aloe-Extrakte, ergänzt werden, deren tatsächlicher Nutzen allerdings höchst fraglich ist und vermutlich primär für den Verkauf fördernd wirken dürfte.

5. Grünfutter

Nicht selten wird sie kontrovers diskutiert. Die Verfütterung von Grünfutter. Oft sind es Argumente wie Giftstoffe, Umweltgifte oder Arzneistoffe, welche in Pflanzen enthalten sind, weshalb man die betreffenden Pflanzen nicht verfüttern soll oder auch öfters werden nur frische oder nur getrocknete Pflanzen empfohlen und nicht selten wird auch geraten, Frischfutter nur selten und in Kleinstmengen zu verfüttern. Als Gründe werden dann Argumente wie empfindliche Verdauung oder Durchfall angeführt. Doch wie steht es wirklich um die Verfütterung von Grünfutter? Eine heikle Sache, wie es den Tierhaltern oft weisgemacht werden will? Freilich gibt es schon ein paar Dinge, die beachtet werden müssen bei der Verfütterung von Grünfutter. Allerdings so problematisch, wie Grünfutter oftmals dargestellt wird, ist es bei weitem nicht. Im Gegenteil es ist eine natürliche Bereicherung und gute Vitaminquelle für die Kleinsäuger und es wäre daher schade, weil es aus Vorsicht einfach weggelassen würde. Wichtig bei der Verfütterung von Grünfutter ist eine langsame angewöhnung an das Grün, indem die Portionen erst in kleinen Mengen verfüttert werden, welche dann allmählich gesteigert werden. Abrupte Futterumstellungen müssen auf jeden Fall vermieden werden, da sie zu schweren Problemen, gar zum Tode führen können. Ausserdem sollte man bei der Wahl der Pflanzen aufpassen, dass man nicht in der Nähe von viel befahrenen Strassen pflückt, da dort die Pflanzen oft mit Schwermetallen und anderen Schadstoffen belastet sind, welche die Gesundheit der Tiere beeinträchtigen. Ebenso vermeiden sollte man Pflanzen, die in der Nähe von Weinbergen, Äcker oder Obstbäumen wachsen, welche gespritzt werden. Bei der Wahl der Pflanzen sollte man sich auf diejenigen beschränken, die man kennt und weiss, dass sie geeignet sind. Giftpflanzen müssen unbedingt gemieden werden. Bei gekauftem Obst und Gemüse sollte man entweder ungespritzte Sorten (beispielsweise Bio) kaufen oder aber dann das Obst, beziehungsweise das Gemüse vor dem Verfüttern gut waschen um sicher zu gehen, dass allfällige Pestizide abgespült werden.

6. Das eigene Futterkonzept

Um den eigenem Tieren eine möglichst optimale Ernährung zu bieten gibt es verschiedene Möglichkeiten, welche ausgenutzt werden sollten, sofern das möglich ist.

6.1 Recherche

Als Erstes sollte auf jeden Fall immer versucht werden, herauszufinden, wie sich die Tiere in der Wildnis ernähren und wie sie dort leben. Das gibt erste grobe, aber auch wichtige Informationen, welche für die grobe Stossrichtung zur Zusammenstellung des Futterplans wichtig sind.

In einem weiteren Schritt sollten verschiedene Quellen beigezogen werden, welche Informationen zur Ernährung der Tiere in Gefangenschaft bieten. Bei populären Tierarten bieten sich dazu idealerweise Foren, Tierratgeber und private Webseiten von Tierhaltern an, welche mit der betreffenden Tierart Erfahrungen gesammelt haben. Hier ist allerdings Vorsicht geboten vor einseitigen und unbegründeten Meinungen. Nicht selten haben sich hier Vorurteile etabliert, welche keineswegs einer artgerechten Tierernährung dienlich sind. Ein bekanntes Beispiel ist, dass von naturnaher Ernährung, beziehungsweise insbesondere von der Gabe von Grünfutter und Kräutern abgeraten und statt dessen eine oder verschiedene spezielle Futtermarken empfohlen werden. Das kann nicht im Sinne einer artgerechten Tierernährung sein, da eine naturnahe Ernährung und der Verzicht auf industrielle Produkte stets möglich ist. Daher ist es wichtig solche Informationsquellen mit der nötigen Skepsis zu analysieren und mit anderen Quellen zu vergleichen.

Wenn möglich sollte man selbst bei populären Tierarten auch Fachquellen beiziehen, bei exotischeren Tierarten dagegen führt meist kein Weg daran vorbei, da Erfahrungen mit diesen Tieren meist kaum über Fachkreise hinausreichen. Fachinformationen findet man in wissenschaftlichen Fachzeitschriften, vor allem in Zeitschriften für zoologische Institute (z. B. „Zoologischer Anzeiger“ oder „Der Zoologische Garten“), teilweise auch in Versuchstier-Literatur (Fachbücher oder Zeitschriften wie „Laboratory Animals“, „Lab Animal Care“ oder „Ilar Journal“), aber auch in Dissertationen kann man teilweise gute Informationen finden. Weitere Möglichkeiten, welche gerade bei spärlicher Informationslage in Betracht gezogen werden können, wäre die Kontaktaufnahme zu zoologischen Institute (Forschungsinstitute oder Zoologische Gärten) oder Wissenschaftler, welche sich mit der betreffenden Tierart beschäftigen.

6.2 Erfahrungen sammeln

Bei spärlicher Informationslage bleibt aber keine andere Möglichkeit, als empirisch nach der optimalen Ernährung zu suchen. Dies ist gewissermassen auch bei besserer Informationslage, ja eigentlich sogar immer, nötig, allerdings in einem ganz anderen Rahmen. Durch genaue Angaben zur Ernährung kann sich die Erfahrungssammlung auf die Feinabstimmung auf die Tiere beschränken, während bei schlechter Informationslage es wichtig ist, zuerst die genaueren Ernährungsbedürfnisse der Tierart im Groben zu ermitteln. Dies benötigt aber auch Erfahrung und Fachwissen von Seiten des Halters, weshalb gerade solche Exoten nur von erfahrenen Haltern gehalten werden sollten. Bei Notfällen sollten sich Neulinge unbedingt von erfahrenen Exoten-Halter Hilfe holen oder besser die Tiere gleich an solche Leute abzugeben, damit eine möglichst optimale Haltung gewährleistet werden kann.

Literatur

Autor: D. Küpfer, 13. August 2007


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