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Fütterungsartikel Kaninchen
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davX
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Anmeldungsdatum: 08.06.2004
Beiträge: 8530
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 28.08.2007 21:17    Titel: Fütterungsartikel Kaninchen Antworten mit Zitat

Huhu,

eben habe ich einen interessanten Ernährungsartikel entdeckt:
http://www.kaninchen-berlin-d51.de/Ratschlaege.htm

Was meint ihr dazu? Des geht doch irgendwie auch etwas in unsere Richtung, was wir hier für Erfahrungen gemacht haben und was wir empfehlen... weg von den hochgezüchteten Kulturpflanzen hin zu den als Unkräuter verschrieenen Wildpflanzen.
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Murx Pickwick
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Anmeldungsdatum: 23.07.2005
Beiträge: 4615
Wohnort: Runkel

BeitragVerfasst am: 28.08.2007 21:56    Titel: Re: Fütterungsartikel Kaninchen Antworten mit Zitat

In Ostberlin und Ostdeutschland wurde viel Grünzeug gefüttert - Fertigfutter war oft schwer zu bekommen. Dort hat sich das Verfüttern von Wildkräutern noch bis heute mehr oder weniger erhalten, weil es überall leicht erhältlich war. Kulturpflanzen auf dem Markt zu besorgen war immer wieder ein echtes Glücksspiel, wenn man da keinen eigenen Garten hatte, war man auf das angewiesen, was halt grad da war - und das war nicht abwechslungsreich genug für Kaninchen.
Hohenschönhausen gehört zu Berlin-Ost ... was du hier siehst, ist also nicht die wiederkommende neue Empfehlung, weg von den hochgezüchteten Kulturpflanzen hin zu den Wildkräutern, sondern vielmehr eine Rückbesinnung zu einer Zeit vor noch nicht einmal 20 Jahren!

Die beste Literatur zur Tierernährung, egal ob Katze, Hund, Kaninchen, Taube oder was auch immer, findet sich in der DDR-Literatur bis kurz vor der Wende. Dort wurden in der Regel Fertigfutter als einfaches Futterkonzept angesprochen, aber das Hauptaugenmerk lag stets bei anderen Futterstoffen, die leichter zu beschaffen waren. Die generelle Empfehlung, füttert Fertigfutter, gab es dort nie ...
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davX
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Anmeldungsdatum: 08.06.2004
Beiträge: 8530
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 28.08.2007 22:42    Titel: Re: Fütterungsartikel Kaninchen Antworten mit Zitat

Das ist ja interessant. Hast du vielleicht per Zufall eine Liste mit Literatur, die damals so publiziert wurde? Mich würde das nämlich interessieren.
Btw. würde dieses Buch auch dazu gehören? Es stammt vom Jahre 1954 und aus Leipzig (=Ostdeutschland)... könnte hinhauen oder?
Amazon.de - Heil- und Giftpflanzen für Kaninchen


Was mich wirklich erstaunt, dass ich nun damit erstmals im Internet einen Text zum Thema Kleinsäugerernährung (in dem Falle sind es Kaninchen) gefunden habe, der von der fachlichen Qualität tadellos ist und nicht schon wieder irgendwelche einseitigen und unreflektierten Ernährungslegenden wiedergibt. Sowas ist wirklich selten im Netz.
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Murx Pickwick
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Anmeldungsdatum: 23.07.2005
Beiträge: 4615
Wohnort: Runkel

BeitragVerfasst am: 29.08.2007 13:24    Titel: Re: Fütterungsartikel Kaninchen Antworten mit Zitat

Das mit dem Buch könnte hinhauen - wobei man bei 1954 auch immer mit berücksichtigen muß, daß durch die Nachkriegszeit die Futterbeschaffung langsam und sicher zu einer kaum mehr zu managenden Kunst wurde - insbesondere im Osten. Viele Tips und Einschätzungen sind nur aus dieser Zeit heraus zu erklären.
Leipzig ging es noch relativ gut - trotzdem haben die lange gebraucht, um sich zu erholen.

Tut mir leid, mit der Liste muß ich passen ... ich hatte kurz vor Grenzeröffnung jede Menge Ostmark verdient, womit ich in Westberlin nix anfangen konnte. Deshalb bin ich einfach zum Osten rüber und hab die Buchhandlungen nach Tierbüchern abgeklappert und aufgekauft, was ich ergattern konnte.
Ich hab erst Jahre später begriffen, was diese alten Kamellen für Schätze sind und ich könnt mich heute noch ärgern, daß ich diesen Fischzug nicht ein wenig geordneter angegangen bin. Zum Beispiel gab es in Ostberlin wohl eine auf Biologie und Landwirtschaft spezialisierte Buchhandlung ... wer weiß, was ich da für Schätze hätte finden können.
Najagut, ist vorbei, die Zeit kommt nicht wieder.

Übrigens war noch was auffällig - eines dieser Bücher war ein kleines Büchlein mit den Grundlagen zur Schafshaltung - ich habe einige Bücher vom Format GU-Ratgeber, die eindeutig später wie dieses Büchlein rauskamen, wo streckenweise derselbe Wortlaut drinsteht! Das gleiche, nur nicht ganz so auffällig, findet sich in der Hundeliteratur wieder.
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Aida
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Anmeldungsdatum: 23.08.2007
Beiträge: 118

BeitragVerfasst am: 31.08.2007 19:00    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

Bücher liesen sich in der DDR nur sehr schwer beschaffen. Man hat nie das bekommen, was man wollte.

In der DDR hatte fast jeder Kaninchen. Die Leute hatten alle Gärten und viele haben für den Schlachthof gemästet. Die Tiere wurden in der Regel mit Gras (im Winter Heu), Möhren, Äpfeln, Haferflocken und Vollkornbrot ernährt. Ich kenne niemanden, der mit Wildkräutern experimentiert hat. Grundnahrungsmittel waren in der DDR billig und Vollkornbrot besonders. Wir haben nur selten Brot gefüttert, weil die Tiere es nicht gut vertrugen und wir fanden, dass es dafür nicht bestimmt war.

Es wurden auch keine Erdbeerblätter oder Zweige von Obstbäumen verfüttert. Das galt allgemein als negativ für die Gesundheit und Entwicklung der Kaninchen.

Kaninchen sind viel anspruchsloser als z. B. Hasen. Sie kommen recht gut ohne Kräuter aus. Ob Kräuter ihrer Gesundheit tatsächlich förderlich sind, kann ich nicht beurteilen. Allerdings bergen sie Risiken in sich, vor allem, wenn sie ätherische Öle enthalten (solche Kräuter wurden in dem Artikel, zu dem Du den Link gesetzt hast) auch empfohlen.

LG
Kirstin
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Murx Pickwick
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Anmeldungsdatum: 23.07.2005
Beiträge: 4615
Wohnort: Runkel

BeitragVerfasst am: 31.08.2007 21:13    Titel: Re: Fütterungsartikel Kaninchen Antworten mit Zitat

Das sind sehr interessante Infos ... ich selbst hab ja die Kaninchenhaltung bestenfalls noch über meine Verwandschaft mitbekommen - und da hatte halt deren Tochter aufgrund eines Tips von einer aus Leipzig ihre Kaninchen mit frischem Gras und Kräutern gefüttert. Aber jetzt, wo du es schreibst - daran, daß sie mal Äste mit nach Hause brachte, kann ich mich nicht erinnern. Auch das, was ich so in den Büchlein aus der DDR gelesen hatte, verstärkte in mir den Glauben, daß tatsächlich auch viel gesammelt wurde.

Wie ist das nun - wurden von den Schlachthöfen die Kaninchen aufgekauft?
Oder wurden die Kaninchen nur zu den Schlachthöfen zur Eigenschlachtung getragen?
Wurde überhaupt selbst geschlachtet?
Weißt du, ob das Vollkornbrot in der DDR Sauerteigbrot war oder gab es auch dort Fertigbrotmischungen?
Wurden Deutsche Riesen und Riesenschecken auch mit nur Heu, Gras, Möhren, Äpfeln, Haferflocken und Vollkornbrot ernährt oder hatte man sich für diese Rassen Pellets besorgt?

Ich füttere im Sommer fast nur mit frischen Gräsern und frischen Kräutern - und hab seitdem keine Probleme mehr mit Darmerkrankungen. Schnupfenkaninchen sind mit einem Kräutermix aus frischen Kräutern oft über Monate, manchmal sogar ihr ganzes Leben schnupfenfrei. Der Unterschied vom Zustand von Schnupfenkaninchen mit einer Ernährung mit wenig Kräutern und viel Gemüse bzw anderem Futter zu einer Umstellung auf eine hauptsächlich aus frischen Kräutern bestehenden Ernährung ist so auffällig, daß ich mir darüber einen guten Ruf übers Internet als Kaninchenheiler erarbeiten konnte ... dabei ist unabhängig, was vorher gefüttert wurde! Schnupfenkaninchen bekommen mit hohem abwechslungsreichem Kräuteranteil ein besseres Fell und sind deutlich länger symptomfrei, wie vorher. Es gab bisher keine Ausnahme - nur den Fall Winter und Frühsommer, wo von den meisten kaum Kräuter mehr aufgetrieben werden können, werden Schnupfenkaninchen eben oft doch wieder rückfällig.

Auch auffällig ist, je mehr frische Kräuterarten am Tag aufgetrieben werden können, desto besser werden Infektionskrankheiten überstanden. Ich hatte Yersiniose in den Bestand eingeschleppt - bei Weidekaninchen eine absolute Katastrophe! Ausnahmslos alle Notfallkaninchen, die noch keine zwei Monate bei mir waren und ein Großteil der Jungtiere sind an der Yersiniose eingegangen. Meine Kräuterkaninchen dagegen sind zwar erkrankt, hatten aber diese Erkrankung ohne Probleme überstanden. Eine Häsin hat sogar trotz Erkrankung Jungen in die Welt gesetzt und immerhin vier von acht Jungen bis zum Abstillen aufgezogen - hätte ich da nicht reingepfuscht, hätten wahrscheinlich auch die Verstorbenen überlebt, nur dachte ich mir, es ist besser für die Häsin, wenn ich die Hälfte des Wurfes von Hand aufziehe.
Die Jungtiere sind ausnahmslos in der Umstellungsphase von Milch auf festes Futter eingegangen, wobei genau die Jungkaninchen überlebten, welche ich mit popligem Bionaturjoghurt an den ersten beiden Tagen nach Ausbruch der Erkrankung gefüttert hatte - Antibiotika brachten jedoch keinen Erfolg.

Ich bin mir auch sicher, daß ich beim Umzug ca ein Jahr nach Yersinioseeinschleppung die Yersiniose nur deshalb mit Antibiotika hatte endgültig besiegen können, liegt einzig daran, daß die Bakterien sich an das starke Imunsystem meiner Kaninchen anpassen mußten - irgendwelche Mutanten, wie antibiotikaresistente Bakterien, haben da keine Chancen, sie sterben aus. Übrig bleiben nur die Bakterien, die empfindlich auf Antibiotika reagieren - Chloramphenicol machte den Rest. Zwei getötete Jungtiere brachten den Nachweis, daß mein Bestand tatsächlich wieder yersiniosefrei ist.

Also aus eigener Erfahrung und auch über meine Beratungstätigkeit kann ich inzwischen sagen, Kräuter wirken sich förderlich auf Entwicklung und Gesundheit von Kaninchen aus.

Die meisten Kräuter haben übrigens einen hohen Anteil ätherischer Öle ... sie stellen KEIN Risiko dar, sondern führen erst zu dem gestärkten Imunsystem - wie übrigens bei allen Pflanzenfressern und Allesfressern. Es gibt nur sehr wenige Pflanzen, die durch ihre ätherische Öle entweder nur in kleinen Mengen verträglich sind oder sogar giftig sind (Man denke hier nur mal an viele Eukalyptusarten, die erst durch den hohen Gehalt bestimmter reizender ätherischer Öle giftig wirken). Die meisten anderen Pflanzengifte rekrutieren sich aus ganz anderen Stoffmischungen.

Ach ja ... ein Zuviel an wöchentlichen Sorten gibts auch bei Kaninchen - mehr wie ca. 200 Pflanzenarten scheinen sie nicht lernen zu können, das führte irgendwann bei mir dazu, daß meine Kaninchen kein Hirtentäschelkraut mehr angenommen hatten. Erst, nachdem die Kräutervielfalt langsam gegen Herbst wieder abnahm, wurde auch wieder Hirtentäschel bzw andere neue Pflanzen probiert. Meine Sammelwut hatte sie offenbar überfordert ...
Inzwischen achte ich darauf, daß die Sortenvielfalt nicht 100 überschreitet - und fahre besser damit. Am Günstigsten scheint eine Pflanzenartenvielfalt von 50 - 100 Pflanzenarten zu sein - das ist jedoch bisher eher mein Gefühl ... *g*
Nach meiner Erfahrung werden auch als leicht giftig bekannte Pflanzenarten ohne Schaden in größeren Mengen gefressen, so zum Beispiel Efeu, Schöllkraut, roter Klatschmohn, Nachtschattengewächse und viele mehr ...
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Aida
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Anmeldungsdatum: 23.08.2007
Beiträge: 118

BeitragVerfasst am: 02.09.2007 18:10    Titel: Antworten mit Zitat

Nur ganz kurz (morgen schreibe ich mehr).

Die Rasen in der DDR waren in der Regel Wiesen, denn es gab so gut wie keine Rasenmäher. Es wurde mit der Sense gearbeitet und in Folge dessen viel seltener gemäht. Daher haben die Kaninchen vermutlich schon eine ganze Reihe Kräuter bekommen.

Ich vermisse diese Wiesen. Ihr könnt Euch nicht vorstellen, was ich als Kind an Schmetterlingen gesehen habe. Man ging in eine Wiese und überall flog es bunt umher. An jeder Ecke, an jedem Weg wuchsen Wildpflanzen, auch die wunderschöne blaue Wegwarte, die sich so schwer pflücken lässt und meine Lieblingsblume ist. Heute ist alles aufgeräumt und gesäubert. Ich finde das sehr schade.

Morgen schreibe ich mehr.

LG
Kirstin
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Anmeldungsdatum: 23.07.2005
Beiträge: 4615
Wohnort: Runkel

BeitragVerfasst am: 02.09.2007 20:15    Titel: Re: Fütterungsartikel Kaninchen Antworten mit Zitat

Die Schmetterlinge kommen wieder, wenn man die Wiesen auf Artenreichtum trimmt - ich hab alleine in meinem bischen Wiese kurz vorm Umzug sechs Bläulinge, Landkärtchen, mehrere Weißlingsarten, Zitronenfalter, Admiräle und viele andere Schmetterlinge gesehen, die ich entweder nur aus meiner frühesten Kindheit kenne oder das erste Mal in meinem Leben gesehen habe. Als wir einzogen, hat man nur die Allerweltsarten wie Tagpfauenauge, kleiner Fuchs und Kohlweißling gesehen ...
Aber es fehlen in unserer aufgeräumten Landschaft nicht nur Blümchen und Schmetterlinge - es fehlen auch jede Menge Käfer, Spinnen, Eintagsfliegen, Libellen, Reptilien usw usf ... fällt mir auch erst auf, nachdem ich mitten in ein abgelegenes Tal mitten im Naturschutzgebiet gezogen bin. Jede zweite Libelle hier seh ich das erste Mal in meinem Leben. Ich hab hier auch das erste Mal in meinem Leben ne Höllennatter in der Hand gehabt. Ich dachte erst, das sei ne Ringelnatter, aber die typischen Gelben Flecken hinterm Kopf fehlten, die Schlange hatte sich in meiner Hand irgendwie anders benommen und im Sonnenlicht sah man auch undeutlich ein dunkelgraues Zickzackmuster auf dunkelgrauem Grund ... muß also kurz vor der Häutung gestanden haben.
Sowas kommt halt nur vor, wo nicht eine Monokultur an die andere grenzt und die Wiesen viermal im Jahr gemäht werden, sondern wo artenreiche, nur einmal im Jahr gemähte oder gesenste Wiesen abwechseln mit Feuchtbiotopen, Wald etc ...
Einziger Nachteil dieses Artenreichtums im Naturschutzgebiet ist - auch die Blutsauger kommen sehr artenreich vor! Nur Vampire hab ich noch nicht nachweisen können - aber das liegt sicherlich nur daran, daß wir im Westerwald und nicht in den Karpaten oder in Transsilvanien leben ... *g*

Ich bin gespannt auf das, was du morgen schreibst Very Happy
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Aida
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Anmeldungsdatum: 23.08.2007
Beiträge: 118

BeitragVerfasst am: 03.09.2007 14:33    Titel: Antworten mit Zitat

Viele Leute haben in der DDR Kaninchen gehalten. Vor allem zwei Gruppen von Leuten haben ihre Tiere zum Schlachthof gebracht:
- Züchter, die ihre überzähligen Tiere "entsorgen" wollten und
- Leute, die sich ein Taschengeld durch das Mästen von Kaninchen hinzuverdienen wollten.

Die allermeisten Kaninchen fristeten ihr Leben in klassischen kleinen Kaninchenbuchten. In den Gärten wurden bevorzugt mittelgroße bis große Kaninchenrassen gehalten.

Die Tiere wurden von den Privatleuten an den Schlachthof verkauft. Wieviel Geld man bekam, orientierte sich am Gewicht der Tiere. Es wurden so viele Kaninchen privat zur Mast gehalten und dort hin gebracht, dass selbst kleinere Städte über eigene Kaninchenschlachthöfe verfügten.

Es wurde auch selbst geschlachtet (das Tier mit den Hinterfüßen und Kopf nach unten in die Luft gehalten, mit der Eisenstange ins Genick geschlagen und dann die Kehle aufgeschnitten). Etliche, die ihre Tiere selber essen wollten, sind zu solchen "Schlachtern" (die in der Regel Züchter waren) gegangen und haben dort ihre Tiere töten und enthäuten lassen.

Das Brot in der DDR wurde in der Regel auch in Großbäckereien handwerklich hergestellt (Sauerteig - keine Fertigmischung). Viele haben sogenanntes Schwarzbrot an ihre Kaninchen gefüttert (manche haben dieses Brot säckeweise aus dem Einzelhandel weggeschleppt), weil es so billig war. Die Tiere haben es aber nicht wirklich gut vertragen, vor allem, wenn es frisch war.

Es gab kein Fertigfutter oder Pellets zu kaufen. Die Leute sind in der Regel mit der Sense irgendwo hin und haben dort Gras geschnitten. Das reichte dann immer für ein paar Tage. Viele, die mit der Sense nicht umgehen konnten, haben Gras mit der Hand gepflückt. Das Heu für den Winter wurde häufig aus der LPG oder GPG geholt. Viele GPGen hatten Pferde und deshalb auch Heu. Manche haben ihren Tieren zeitweise auch Stroh gegeben. Davon konnten sich die Tiere zumindest kurzzeitig über Wasser halten, wenn der Besitzer keine Lust oder Zeit hatte, seinen Tieren Gras zu besorgen.

Haferflocken gab es billig im Geschäft zu kaufen und Möhren wurden ganzjährig gefüttert. Sie ließen sich in den Gewächshäusern, die viele hatten, sehr gut überwintern (eingebuddelt in Erde).

Die wenigsten werden mitbekommen haben, wenn es ihren Tieren nicht gut ging, sie z. B. Kokzidien oder andere krankmachende Erreger in sich trugen. Sofern die Tiere an ihren Infektionen nicht starben, war für die meisten alles in Ordnung. Es wurde auch nicht gegen die Myxomatose geimpft. Wenn es einem Tier gesundheitlich schlecht ging, wurde in der Regel kein Tierarzt aufgesucht. Häufig wurden solche Tiere erschlagen oder ausgesetzt.

Ich denke, es gibt große Unterschiede zwischen den Kräutern. Es gibt harmlose und problematische Kräuter. Ätherische Öle sind keine Alkaloide, aber sie können dennoch sehr problematisch für die Tiere sein.

Der Mensch pflanzt sich gerne Zitronenmelisse oder ähnliches in den Garten, weil es so schön duftet. Man darf aber nicht vergessen, dass diese Pflanzen in der Natur sehr viel seltener als in unseren Gärten vorkommen. Ihr häufiges Vorkommen in unseren Gärten sollte nicht dazu verleiten, Kaninchen zu Duftkräuterfressern zu machen.

Du hast geschrieben, dass Du auch Efeu fütterst. Nicht jede Vergiftung ist für den Tierhalter ohne weiteres erkennbar. Die Leber als Entgiftungsorgan z. B. kann sehr lange verbergen, dass es ihr nicht gut geht. Erst wenn ein Großteil des Funktionsgewebes in Bindegewebe umgewandelt ist, würde man etwas merken, wenn man selbst betroffen ist. Bei unseren Haustieren bemerken wir Probleme noch später, auch weil die Tiere bis zum bitteren Ende versuchen, ihre gesundheitlichen Probleme zu verbergen.

Die Fütterung bestimmter Kräuter ist für Kaninchen sicher gesund. Viele Kräuter bergen allerdings auch erhebliche Risiken in sich.

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Anmeldungsdatum: 23.07.2005
Beiträge: 4615
Wohnort: Runkel

BeitragVerfasst am: 03.09.2007 18:17    Titel: Re: Fütterungsartikel Kaninchen Antworten mit Zitat

Da ich fast jeden Todesfall obduzieren ließ, egal ob "natürlicher" Tod oder Krankheit, ist der Zustand der Organe sehr gut überwacht - speziell Leber läßt sich bei meinen Kaninchen, egal welchen Alters verstorben, keine Schäden nachweisen - nicht mal die typische Vernarbung, die bei Leberkokzidiose entsteht - etwas, was ich früher häufiger bei meinen Schlachttieren hatte - und die hab ich mit unter einem Jahr getötet! Die ersten Kaninchen, die ich hatte, wurden noch mit Pellets, Heu und Gemüse gefüttert - mir starben die Jungtiere wie die Fliegen, zudem ich die Tiere in Holzbuchten hatte, wo sich Kokzidien eingenistet hatten und nicht mehr wegzubekommen waren. Die ersten Erfolge hatte ich damals mit Weglassen der Pellets und dem Verfüttern von viel Oregano, Petersilie, Zitronenmelisse und Wildkräuter aller Art. (Wohlgemerkt, es hatte sich NICHTS am Hygienestatus geändert, auf die Weidehaltung bin ich erst nach und nach gekommen ... ) Ich hab in der ersten Zeit nicht mal drauf geachtet, ob was bei den Kräutern giftig sein könnte oder nicht ... hauptsache mehr, wie die Kaninchen fressen können und eine möglichst hohe Auswahl an Pflanzen. Die Kaninchen hatten selbst gewählt, was sie brauchen. Sie können das genau wie andere Tiere auch sehr, sehr gut!
Die Organe der Schlachtkaninchen waren um längen gesünder wie noch bei der Pelletfütterung! So schlimm kann also die Verfütterung von viel Zitronenmelisse gar nicht sein ... Wink

Der nächste Schritt war ein geregelter Auslauf für einige der Kaninchen im Hof vor den Buchten und später auf den Wiesen rund um Bauernhof. Nachdem ich umgezogen war und die Kaninchen nachholte, waren sie schließlich nur noch auf der Weide, auch nachts über. Gleichzeitig reduzierte ich das Getreide bis schließlich auf Null und Nichtig - die Folge: bei Schlachtkaninchen ist der Darm voll und sind keine Luftblasen drin - trotz zeitweiser sehr duftreicher Kräuterauswahl wie Lavendel, Salbei und Zitronenmelisse. Also ist die Zitronenmelisse immer noch gesünder in großen Mengen wie Hafer und Gerste!
Nach dem Weglassen des Getreides hatte ich das erste Mal alle Jungen durch die empfindliche Absetzphase gebracht. Ich konnte mich vor Kaninchen faktisch nicht mehr retten und hatte geschlachtete Kaninchen abgegeben ...
In dieser Zeit hatte ich was von RHD gelesen und wie wichtig die Impfung ist - ich hab im Bekanntenkreis bei Mensch und Hund das Thema Impfschäden und alles, was damit zusammenhängt, life miterlebt und hab mich deshalb erstmal gründlich informiert, was RHD denn eigentlich ist und wie das Impfrisiko im Verhältnis zum Erkrankungsrisiko steht - hätte ich bleiben lassen sollen und gleich impfen lassen sollen, denn ausgerechnet in diesem Jahr ging RHD in meinem Heimatort um - gegen RHD hilft auch keine Weide- und Kräuterernährung, fast alle meine Kaninchen starben innerhalb von zwei Tagen! Ich war am Ende ...

Yersiniose hatte hauptsächlich die Nieren angegriffen - hier war es jedoch eindeutig, was die Ursache war. Auch hier halt der Unterschied der Notfallkaninchen, zum Teil zwar mit Gemüse gefüttert, aber keine Kräuter, meine dagegen zu einem großen Teil mit Zitronenmelisse, Oregano, Sareptasenf, Ampferarten etc gefüttert. Sie selbst fraßen große Mengen Schöllkraut, Efeu, Wiesenlabkraut, haben mir den gesamten Waldmeister in Grund und Boden gefressen, meine Tomatenpflanzen, Kartoffelpflanzen etc aufgefuttert und sich große Mengen Pfefferminze geholt ... wenn meine durch die Kräuter angegriffene Organe hätten, warum haben sie dann überlebt und nicht die Notfallkaninchen?
Auch ein großes Blutbild bei Goldfleck (damals 5 Jahre) ergab nicht mal den kleinsten Hinweis, daß irgendwas mit ihr war - dabei war sie krank. Erst eine genauere Untersuchung der unteren Nagezähne ergab, daß sie sich nen kleinen Stachel ins Zahnfleisch gerammt hatte, der angefangen hatte zu eitern ... die TÄ wollte nicht glauben, daß was mit dem Kaninchen war, weil Goldfleck absolut "perfekt" vom Gesundheitszustand aussah - im Gegensatz zu dem, was sie sonst an Kaninchen in der Praxis hatten.
Es konnte mir noch niemand einen Beweis erbringen, daß Zitronenmelisse, Oregano oder ein anderes durch viel ätherische Öle bekanntes Kraut irgendwie nachteilig auf Kaninchen wirkt. Was nachteilig wirkt, ist jegliches einseitige Füttern - egal ob nur Möhren, nur Zitronenmelisse oder nur Pellets ... allerdings ist es unmöglich, Kaninchen durch die einseitige Fütterung von Zitronenmelisse krank zu bekommen - die Mengen, die hierfür notwendig wären, wäre ein Kleingarten voll dem Kraut! Meine Zitronenmelissesträucher hatten die lieben Langohren innerhalb von nur zwei Tagen abgefressen!
Normalerweise haben die Leute gerade mal so viel von solchen Kräutern im Garten, daß sie in der Woche zwei Händevoll davon verfüttern können - bei weitem nicht ausreichend, um ein Kaninchen krank werden zu lassen! Im krassen Gegensatz dazu führt schon eine kleine Handvoll Weizen pro Woche zu am lebenden Tier nachweisbaren Gluckern im Bauch, also Fehlgärungen. Auch das Wohlbefinden leidet darunter merklich - man merkt es am Fell, an der Munterkeit der Kaninchen etc.

Mit dem Verstecken gesundheitlicher Probleme halte ich inzwischen für ein Ammenmärchen, Tiere verstecken ihre Wehwehchen genausowenig wie wir Menschen. Nur werden sie auch nicht betont jammrig durch die Gegend rennen, sondern immer noch, solange sie können, weiterfressen, durch die Gegend hüpfen und ihren Angelegenheiten nachgehen, genau wie wir ja auch. Du siehst hier im Forum schließlich auch nicht, ob jemand an der Tastatur die Tasten kaum mehr trifft, weil er Rheuma hat oder ob er gerade mit geschwollenen Augen und verstopfter Nase wegen schwerer Allergie kaum mehr Luft bekommt. Verstecken also Forennutzer ihre Krankheiten?

Tiere haben eine ganz andere Sprache wie wir Menschen. Kaninchen haben zum Beispiel keine Mimik, sie ziehen kein schmerzerfülltes Gesicht, wenn sie unter Blähungen leiden. Sie hüpfen jedoch anders, setzen sich zusammengekrümmter hin und riechen deutlich anders. Die Symptome sind für den Menschen nicht unbedingt leicht zu erlernen, uns wird schon als Kleinkind abgewöhnt, auf den Geruch zu achten, er ist für uns nicht mehr wichtig - die anderen Kaninchen in der Gruppe aber wissen sehr genau, wie es jedem einzelnen Tier geht!
Ich habe es gelernt, auf das Verhalten der Kaninchen untereinander zu achten, kleinste Änderungen in der Durchsetzung des Rangordnungsplatzes, das Einhalten oder auch nicht Einhalten von Abständen zueinander, wer wen leckt, wer mit wem wie zusammensitzt und letztlich auch, was die einzelnen Kaninchen für Pflanzen fressen, geben Aufschluß darüber, wie es dem einzelnen Tier wirklich geht.
Wenn ich mit meinen Langohren beim TA bin, kann ich inzwischen sehr genau sagen, wo es den Tieren weh tut und auf was untersucht werden muß - für die TÄ, die nicht das Verhalten auf der Weide hat, sondern nur das andressierte Verhalten auf dem Untersuchungstisch, sehen meine Kaninchen immer gesund aus ... wenn ich allerdings mit meinen Tieren beim TA auftauche, ist immer was im Argen (Ausnahme: alle Tiere, mit denen ich keine Erfahrung hab - ich weiß nicht, wie oft ich mit meinem Kater wegen Nichtigkeiten beim TA war, bevor ich gelernt hab, auch ihn halbwegs zu verstehen)!
Verstecken dagegen ist eine sehr aktive Aktion, und genau das machen Kaninchen nicht - ganz im Gegenteil, wenn es ihnen nicht gut geht, dann schreien sie es auf Kaninchensprache förmlich aus sich heraus! Wir als Menschen haben nur nicht die Nase, diese Schreie zu riechen ...

Leider ist die Buchtenhaltung nach wie vor DIE deutsche Haltungsform - die Kaninchen sind gefrustet, haben zuwenig Bewegung und sind deshalb steif und werden zudem meist auch noch nicht abwechslungsreich oder gar falsch ernährt. Die Folge: Man kann nun tatsächlich kaum mehr abschätzen, wie es dem einzelnen Tier geht, es fehlt ja das gesamte Verhalten untereinander, mit steifen Muskeln sitzt Kaninchen genauso, als wenn es Blähungen hätte usw usf ...
Selbst kleine Ausläufe scheinen nicht auszureichen, daß Kaninchen sich richtig locker machen können ... ich hab jetzt viele Kaninchen gesehen, die in Wohnungen freilaufend oder in Volieren gehalten werden. Man sollte meinen, daß genügend Platz da ist, nur, die Kaninchen wirken im Gegensatz zu meinen Kaninchen steif - mal ausnahmsweise nicht (immer nur) ein Ernährungsproblem, es gibt ja inzwischen mehr, die so verrückt wie ich sind und viele unterschiedliche Kräuter verfüttern (auch da gibt es genügend, die viel die Kräuter im Garten verfüttern, deren Tiere aus anderen Gründen ständig unter tierärztlicher Aufsicht stehen und wo trotzdem keine Organschäden nachweisbar sind oder wo sogar nachweisbar ist, daß Nieren- und Leberwerte besser werden - liegt also nicht an meiner "Zucht". Leider ist es so furchtbar schwierig, einem Kaninchen Blut abzunehmen, sonst wären die Ergebnisse noch deutlicher, weil Blut wie bei Hunden und Katzen häufiger untersucht werden würde. Schäden an den Ausscheidungsorganen sind nunmal am Besten im Blut nachzuweisen.)

So ... ich hoffe nur, meine ganz alten Beiträge, wo ich noch die Buchtenhaltung verteidigt hatte und der Meinung war, Kaninchen kann man nicht in Gruppen zusammenhalten, werden nun nie gefunden ... *g* Inzwischen laufen meine Kaninchen ganz frei und werden schwachsinnigerweise nur noch über Nacht eingesperrt (d. h. wenn sie nach Hause kommen, zwingen kann ich sie hier nicht ... )
Ich hab mich in vielem in der Tierhaltung mit der Zeit um 180° gedreht, je mehr ich erfahren hatte - dieser Prozeß began zu einer Zeit, als ich noch der Meinung war, Royal Canin ist das einzig Wahre für den Hund ... inzwischen lehne ich alles ab, was Tierfutter heißt und laß die Kaninchen frei rumlaufen und ihr Futter selbst suchen *g*

Jetzt zu den problematischen Kräutern:
Im ätherischen Öl enthaltene Substanzen:
Salbei/Wermut/Beifuß/Wiesensalbei/Rainfarn/vermutlich auch Rosmarin reduzieren die Milchleistung säugender Häsinnen und sind schlecht für die Fruchtentwicklung. Verantwortlich hierfür ist Thujon.
Bei meinen Kaninchen hab ich es noch nicht erlebt, daß sie freiwillig diese Kräuter fraßen, wenn sie Jungen hatten - dafür werden diese Kräuter (außer Roßmarin und Rainfarn, der von meinen fast nie gefuttert wird) bei Viruserkrankungen, wie z. B. Herpes, sehr viel gefressen. Wermut ist klasse bei jeglichen Magen- und Darmerkrankungen, er ist für Kaninchen fast schon ein Wunderkraut.
Pfefferminze: Zumindest beim Menschen führt der regelmäßige Genuß von Pfefferminze mit vollem Wirkstoffgehalt im ätherischen Öl zu chronischen Bauchschmerzen. Bei den in Lebensmittelmärkten erhältliche Pfefferminzen ist der Wirkstoffgehalt meist zu gering, um diese Wirkung zu erzielen. Pfefferminze verliert ihre wohltuende Wirkung auf den Magen bei Dauergebrauch.
Bei Kaninchen konnte ich bisher nur das Nachlassen der Heilwirkung auf den Magen beobachten und selbst das kann ein Beobachtungsfehler sein.
Eukalyptusarten: enthalten viele Reizstoffe innerhalb ihres ätherischen Öls, welche sie giftig machen - Eukalyptus wird von Kaninchen so gut wie gar nicht gefressen.
Welche Pflanzen in dieser Gruppe gibts noch? Very Happy

Aus anderen Gründen problematische Pflanzen:
Klee: Der Eiweißgehalt ist ungewöhnlich hoch, das Eiweiß ist für Mikroorganismen zwar sehr leicht zu verdauen, nicht jedoch für Säuger. Die Folge - wird Klee nicht sehr vorsichtig und langsam angefüttert, führen diese Pflanzen zu einer wilden Vermehrung von Darmbakterien, die Gase beim Verdauen der Klee-Eiweiße entwickeln. Also bekommt das Tier starke Blähungen.
Kohl: Zusätzlich zum hohen Eiweißgehalt kommen Senfölglycoside, die ihrerseits eine blähende Wirkung zeigen.
Ampferarten/Rhabarber: Sie enthalten einen ungewöhnlich hohen Gehalt an Oxalsäure. Es ist nicht auszuschließen, daß diese bei speziell veranlagten Tieren zu Blasen- oder Nierensteinen führt. Rhabarber ist für Kaninchen aufgrund des hohen Gehaltes an Oxalsäure ungenießbar.
Mohnarten: Im Milchsaft befinden sich verschiedene Alkaloide, insbesondere Papaverin, Thebain, Morphin, Codein und Narcotin (je nach Art und Sorte, im Klatschmohn ist zum Beispiel kein Morphin und Codein enthalten). Diese haben auf Weidetiere, auch Kaninchen, eine berauschende Wirkung, die bei Überdosierung zu Krämpfen, Schaum vorm Mund und Gleichgewichtsverlust sowie folgende Muskelerschlaffung und Atemlähmung führen können. Mohnarten müssen deshalb als leicht giftig bis giftig angesehen werden.
Frauenmantel/Soja: Beide Pflanzen enthalten Pflanzenhormone, die denjenigen von weiblichen Säugetieren in ihrer Grundstruktur gleichen. Es ist nicht auszuschließen, daß diese den Hormonhaushalt durcheinanderbringen können.
Rote Beete: Das Carotinoid, welches die rote Farbe der roten Beete erzeugt, ist so ungewöhnlich, daß viele Kaninchen diesen Farbstoff nicht abbauen können. Er belastet die Niere.
Obst/Möhren/Futterrüben/Zuckerrüben: Sie enthalten verschiedene Zucker, die bei Überdosierung im Darm zur Vermehrung von falschen Bakterien führen können und damit zu Blähungen über deren gasförmigen Stoffwechselreste.
Getreide/Kartoffeln: Sie bestehen zu großen Teilen aus Stärke, welche die Bakterien im Darm explosionsartig vermehren lassen kann - die Folgen sind dann Blähungen.
Weizen: Durch den hohen Glutengehalt von Weizen ist das im Weizen enthaltene Eiweiß minderwertig, es enthält zuviel Glutaminsäure, welche wiederum über die Nieren ausgeschieden werden muß und damit die Nieren stark belastet.
usw usf ... die problematischen Pflanzen lassen sich beliebig verlängern, nur eine Handvoll von diesen vielen problematischen bis tödlich giftigen Pflanzen sind durch Stoffe innerhalb ihrer ätherischen Öle problematisch oder giftig ...
Pilze aller Arten: Das Eiweiß ist dem tierischen Eiweiß zwar ähnlich, aber sehr ungewöhnlich. Kaninchen können dieses nur unvollständig verdauen und bekommen selbst von Champignons Bauchgrimmen.

Es gibt Gefahren bei der Verfütterung von Kräutern - aber die Hauptprobleme sind nicht die ätherischen Öle, sondern vielmehr
1. das Mißverständnis, nur weil ich jetzt jeden Tag vom Fruchthof alle Petersilienreste zusammensuche und meine Kaninchen nur noch damit ernähre, werden sie bestimmt nicht gesünder - dies wäre eine einseitige Ernährung, die vermutlich sehr bald zu Mangelerscheinungen und Tod führen würde! Im Kaninchenrasseforum hat mal eine Userin die Regel aufgestellt: mind. fünf Pflanzenarten pro Tag ... besser mehr, so ist immer genügend Auswahl da.
2. Mangelnde Pflanzenkenntnis - wenn ich anfange, Eibe, Jakobs-Greiskraut, Schierlingsarten und Sumpfschachtelhalm zu verfüttern, kann ich so abwechslungsreich ernähren, wie ich will, ich werd meine Langohren garantiert binnen Tagen ins Grab bringen. Zumindest alles, was giftiger wie giftig ist, gehört nicht mal in einen Kaninchenauslauf! Eine Kräuterfütterung entbindet mich also nicht von der Pflicht, mich vorher zu erkundigen, was geht und was nicht ...
3. Beste Möglichkeit, Kaninchen umzubringen, ist es, ihnen viel Frisches in den Käfig zu schmeißen, nachdem sie ein Jahr lang oder länger von Trockenfutter gelebt haben ...
4. Futterumstellungen müssen auch bei Kräutern langsam angegangen werden, Kräuter, die nicht bekannt sind, sollten vorsichtshalber langsam angefüttert werden (machen zwar normalerweise die Kaninchen von alleine, aber die Ausnahmen, die zu gierig sind, sind dann genau die, die krank werden ... )
5. Um eine Überdosierung mit problematischen Kräutern oder Gemüsen zu verhindern, muß immer Heu und unproblematische Gemüse und Kräuter da sein
6. Hungersituationen, wie sie bei Wildkaninchen im Spätwinter und frühem Frühjahr normal sind, sind bei gehaltenen Kaninchen zu vermeiden ... Hunger ist die Hauptursache für Vergiftungen aller Art, da Kaninchen dann auch Pflanzen probieren oder in großen Mengen fressen, wo sie normalerweise nie dran kosten würden oder nur sehr wenig von fressen würden.

Ansonsten bergen Kräuter sehr viel weniger Gefahren, auch Zitronenmelisse, wie andere Futtermittel ... einige im Handel befindliche Futtermittel machen Kaninchen selbst in geringen Mengen krank oder zeigen furchtbare Nebenwirkungen bei Dauergebrauch. Es gibt weitaus weniger Kräuter, die dieses vermögen, wie käufliche Futtermittel. Es geht hier also um die Verhältnismäßigkeit!
Also - warum vor ätherischen Ölen warnen?
Die sollen doch gar nicht pur verfüttert werden, sondern im natürlichen Verbund mit der frischen Pflanze! (Pur wären allerdings alle ätherischen Öle tödlich)
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Aida
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Anmeldungsdatum: 23.08.2007
Beiträge: 118

BeitragVerfasst am: 10.09.2007 15:03    Titel: Antworten mit Zitat

Lässt Du alle Deine Tiere vollständig tiermedizinisch obduzieren? So etwas ist nicht billig.

Du hast geschrieben, dass mit dem Weglassen der Pellets und dem Füttern von Kräutern, die Tiere widerstandsfähiger gegen Kokzidien wurden. Kann das nicht auch daran liegen, dass der Pelletfütterung eine abwechslungsreichere Ernährung mit Frischfutter folgte? Diesen Erfolg hätte auch eine Grasfütterung mit sich gebracht. Pellets sind für Kaninchen sehr problematisch. Der Effekt könnte durch das Weglassen der Pellets und durch das Füttern von nährstoffreichem Frischfutter entstanden sein, nicht durch Oregano, Petersilie und Zitronenmelisse im Speziellen.

Unsere Hauskaninchen stammen vom Europäischen Wildkaninchen ab. Sie sind deshalb eher in der Lage, unter verschiedenen Kräutern das Richtige auszusuchen als Haustiere, die nicht von einheimische Wildtieren abstammen. Diese Fähigkeit darf aber nicht überschätzt werden. Kaninchen ziehen meiner Kenntnis nach Gras den Kräutern vor.

Kaninchen und z. B. auch Meerschweinchen sollten kein Getreide bekommen, da ihr Verdauungssystem damit nicht klar kommt. Ich kann mir gut vorstellen, dass Deine Tiere nach Reduzierung der Getreidezufuhr weniger blähten. Auf Zitronenmelisse, Salbei und Lavendel würde ich das nicht zurückführen.

Du schreibst, Kaninchen, die frische Kräuter bekamen, waren immunstärker bezüglich der Yersiniose als Tiere, die zum Teil Gemüse bekamen. Haben diese Tiere auch noch Pellets bekommen? Evtl. waren die Kräuter-gefütterten besser mit wasserlöslichen Vitaminen versorgt und damit immunstärker, als die Tiere, die überwiegend Trockenes bekamen.

Dass Deine Tiere Tomatenpflanzen, Kartoffelpflanzen und Efeu gefuttert haben, würde bedeuten, dass sie doch nicht in der Lage sind, Giftiges aufzuspüren. Zumindest Efeu ist eine heimische Pflanze. Da hätte es funktionieren müssen. Verlassen kann man sich aber nicht darauf, wie Dein Beispiel zeigt. Du kannst froh sein, dass Deine Tiere das überstanden haben.

Junge Tiere kommen mit problematischen Stoffen scheinbar noch gut klar. Manche Schäden zeigen sich erst im Alter. Wie alt sind die untersuchten Kaninchen geworden, die häufig Oregano und andere Kräuter mit ätherischen Ölen bekamen?

Die Menge macht das Gift. Einseitige Ernährung kann problematisch sein. Wenn nur geringe Mengen eines an sich problematischen Krautes gegeben werden, ist es möglich, dass die Leber die entsprechenden Schadstoffe abbauen kann, ohne Schaden zu nehmen. Ob sie damit auf Dauer klar kommt, ist fraglich.

Ich bin schon der Meinung, dass die Tiere kleinere Beschwerden zu verstecken suchen. Offensichtlich kranke Tiere machen Beutegreifer auf sich aufmerksam. Dass sie nicht jammerleidig sind, ist genau diese Anpassung. Sehr gut sieht man das an Ratten mit Tumoren, die mit Sicherheit Beschwerden haben, es aber erst zeigen, wenn die Tumore Funktionen von Organen außer Kraft setzen.

Hinzu kommt, dass wir als Außenstehende einfach nicht in der Lage sind, Beschwerden unserer Tiere in einem frühen Stadium wahrzunehmen. Wir bemerken bei uns jedes Zipperlein. Bei den Tieren etwas zu merken, ist aber sehr viel schwieriger. In der Regel wird etwas nur bemerkt, wenn es deutlich zu Tage tritt.

Buchtenhaltung finde ich bei Kaninchen untragbar. Kaninchenschutzvereine verlangen 3 m² pro Tier also mind. 6 m² bei 2 Tieren. Ich finde es zwar fragwürdig, ob man bei jedem Tier gleich 3 m² dazu rechnen muss, da jedes Tier auch die Fläche des anderen nutzt, aber ansonsten finde ich die Forderung verständlich. Kaninchen sind große, bewegungsfreudige Tiere, die nun mal viel Platz brauchen.

Wermut-haltige Pflanzen zu füttern, halte ich nicht für tragbar. Thujon gilt als starkes Nervengift. Die Verfütterung von Möhren halte ich für unproblematisch. Ansonsten bin ich hinsichtlich Deiner Kräuteraufzählung weitgehend Deiner Auffassung.

Auch die Aufzählung der sechs Regeln finde ich OK, frage mich aber, wer in der Lage sein soll, seinem Kaninchen jeden Tag fünf verschiedene Kräuter zu geben. Soll das bedeuten, dass man alle zwei Tage dasselbe füttern darf oder wie groß soll der Abstand sein? Die meisten kennen nicht viele Kräuter. Viele Kräuter, die nicht zu den Allerweltskräutern gehören, lassen sich nur schwer finden. Es würde sogar mir schwer fallen, so eine Regel zu beachten.

Ätherische Öle sind häufig Fraßabwehrstoffe der Pflanzen. Ich halte es nicht für sinnvoll, die Tiere damit zu füttern. Manche Tiere fressen alles, was man ihnen vorsetzt, warum nicht auch die Zitronenmelisse. Ätherische Öle können isoliert eine gesundheitschädigende Wirkung entfalten. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass sie, im Verbund mit der Pflanze aufgenommen, unschädlich sind.

Ich bin ebenfalls der Meinung, dass das, was man als Kaninchenfutter im Handel kaufen kann, Schrott ist und den Tieren nur schadet. Das macht die Probleme bei der Kräuterfütterung aber nicht kleiner.

Viele Grüße
Kirstin
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Murx Pickwick
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BeitragVerfasst am: 10.09.2007 19:53    Titel: Antworten mit Zitat

Aida hat Folgendes geschrieben:
Lässt Du alle Deine Tiere vollständig tiermedizinisch obduzieren? So etwas ist nicht billig.

Nein, nicht alle - geschlachtete Kaninchen begutachte ich selbst, da hol ich nicht extra den Amtstierarzt. Auch wenn Tiere ausgerechnet von Heiligabend zum 1. Weihnachtstag sterben, werd ich sie nicht obduzieren lassen - ich wüßte nicht, wie ich sie lagern soll, bis endlich in Gießen wieder jemand da ist zum Obduzieren. Weiterhin spare ich mir die Obduktion von Mäusen und Ratten, die über zwei Jahre alt wurden ...
Ansonsten wird jedes verstorbene Tier nach Gießen gebracht - ich hab inzwischen viel zuviel Schiß vor Seuchen, als daß ich hier leichtfertig werde.

Ich kann zudem inzwischen auf genügend Leute zurückgreifen, die auf mein Drängen hin ihre Kaninchen haben obduzieren lassen ... auch, wenn ich immer noch nicht offiziell praktiziere, ich bin Tierheilpraktikerin.

Im Vergleich zu dem, was kommt, wenn man eine ansteckende Krankheit, Erbfehler oder durch Haltungsfehler verursachte Verletzungen oder Vergiftungen im weitesten Sinne nicht bemerkt, ist eine Obduktion richtig billig! Sie kostet nämlich nur 25 Euro, wenn die Tiere in die Bakteriologie weitergeschickt werden, kostet es nochmals 20 Euro. Das Ergebnis ist dann ausschlaggebend, ob etwas an der Haltung geändert werden muß oder nicht.
Ohne diese Praxis hätte ich nie von der Yersiniose erfahren. Ich hätte meine Tiere auf der verseuchten Weide gelassen und mich gewundert, weshalb mir ein Tier nach dem andern weggestorben wär ... bis ich keine Kanickel mehr hätte. Tja, dann wären also neue Kaninchen angeschafft worden, die auch wieder wie die Fliegen gestorben wären - toll!
Wir hätten die Kaninchen auch weiterhin gegessen - weißt du, wie teuer eine Yersiniosebehandlung beim Menschen werden kann?
Oder was auch nur die Arztbesuche gekostet hätten, bis wir jemanden gefunden hätten, der hier richtig diagnostiziert?

Zitat:

Du hast geschrieben, dass mit dem Weglassen der Pellets und dem Füttern von Kräutern, die Tiere widerstandsfähiger gegen Kokzidien wurden. Kann das nicht auch daran liegen, dass der Pelletfütterung eine abwechslungsreichere Ernährung mit Frischfutter folgte?

Nope. Die Kaninchen wurden nie ausschließlich mit Pellets gefüttert, ich hatte von Anfang an auch Gemüse und Obst und Gras verfüttert. Die erste Veränderung Richtung Kräuter hatte ich gewagt, als ich in der Geflügelbörse von Oregano als Mittel gegen Kokzidiose lag - ich bin losgelaufen und hab kiloweise Oregano herangeschafft, was dann auch die erste unübersehbare Verbesserung brachte.
Erst der nächste Schritt von mir war der Schritt weg von den Pellets und der dritte Schritt hin zu Kräutern.

Zitat:

Pellets sind für Kaninchen sehr problematisch.

DAS kann ich nun aus eigener leidvoller Erfahrung nur unterschreiben!

Zitat:

Unsere Hauskaninchen stammen vom Europäischen Wildkaninchen ab. Sie sind deshalb eher in der Lage, unter verschiedenen Kräutern das Richtige auszusuchen als Haustiere, die nicht von einheimische Wildtieren abstammen. Diese Fähigkeit darf aber nicht überschätzt werden. Kaninchen ziehen meiner Kenntnis nach Gras den Kräutern vor.

Nach meinen eigenen Beobachtungen ziehen Wildkaninchen genau wie Hauskaninchen Kräuter vor ... die Ernährung im Sommer besteht aus 60 - 80% Kräutern, bis zu 10% Sämereien, die gezielt abgesammelt werden und nur 10 - 30% sind die Blätter und Stiele der Gräser. Das deckt sich so in etwa auch mit anderen Kaninchenbeobachtungen. Im Winter werden zwar Gräser bevorzugt, jedoch nur, weil es keine Kräuter zu finden gibt und Äste und Zweige unserer Bäume und Büsche nicht sonderlich beliebt sind!
Im Frühjahr gibt es genügend Kaninchen, die sich trotz sprießenden frischen Grases ausgerechnet am Schierling vergiften - die Schierlingsarten sind unter den ersten Kräutern zu finden, die wachsen ... wo es genügend anderer früh keimender Kräuter gibt, findet man auch keine Vergiftungen von Kaninchen durch Schierlingsarten.
Im Sommer werden oft Kräuter mit hohem ätherischen Gehalt bevorzugt ... trotzdem Kaninchen sehr viele Kräuterarten fressen, kann Dhost, also Oregano, sowie Thymian immerhin bis zu 10% der aufgenommen Pflanzen betragen! Es wird also alleine von diesen beiden Pflanzen, wenn sie denn in genügender Menge im Kaninchenrevier vorkommen, so viel aufgenommen wie Gras! Zusätzlich werden jedoch auch unterschiedlichste Doldenblütler etc aufgenommen, Rammler fressen ganzjährig Wiesensalbei, Beifuß und Wermut, die Häsinnen fangen damit erst im Herbst am Ende ihrer Setzzeit an.
Das gleiche Verhalten hab ich bei meinen Hauskaninchen.

Zitat:

Kaninchen und z. B. auch Meerschweinchen sollten kein Getreide bekommen, da ihr Verdauungssystem damit nicht klar kommt.

Erzähl das mal Wildkaninchen - die ernten regelrecht Gerste und Hafer!
Sie beißen die Getreidestengel nur wenige Zentimeter über dem Boden ab und fressen dann die leckeren Körner. Diese beiden Getreidesorten sind übrigens so begehrt, daß man regelmäßig Revierkämpfe benachbarter Kaninchengruppen beobachten kann, wenn ein Haferfeld oder Gerstenfeld nur in einem Revier liegt.
Die Ernte dieser beiden Getreidesorten ist für Kaninchen effektiver wie das gezielte Abbeißen von Grassamen ...

Zitat:

Ich kann mir gut vorstellen, dass Deine Tiere nach Reduzierung der Getreidezufuhr weniger blähten. Auf Zitronenmelisse, Salbei und Lavendel würde ich das nicht zurückführen.

Meine Kaninchen haben wahrscheinlich die zeitweise viel zu hohen Weizenkörnergaben nur aufgrund von Zitronenmelisse, Lavendel und Pfefferminze überlebt ... bei einer Bekannten ohne Kräuterzufuhr, sondern nur Gemüsezufütterung hatte die gleiche Menge Weizen, wie ich sie in Ermangelung von brauchbarem Hafer verfüttert hatte, zu Todesfällen geführt. Bei mir ging dieses Experiment glimpflich ab ... ich hab erst nach und nach begriffen, daß Getreide nicht gleich Getreide ist.

Zitat:

Du schreibst, Kaninchen, die frische Kräuter bekamen, waren immunstärker bezüglich der Yersiniose als Tiere, die zum Teil Gemüse bekamen. Haben diese Tiere auch noch Pellets bekommen?

Zwei meiner Tiere hatten Langzeitschäden durch Pellets, die Pelletfütterung war ja erst vier Jahre zurück. Die Notfallkaninchen wurden von den Vorbesitzern mit Gemüse, Gras und Heu gefüttert, zwei der Tiere bekamen von den Vorbesitzern zusätzlich kleine Mengen Hafer (die jedoch meine Tiere zu der Zeit auch noch bekamen!)
Der große Unterschied in der Fütterung war also nur Kräuter statt Gemüse!

Zitat:

Evtl. waren die Kräuter-gefütterten besser mit wasserlöslichen Vitaminen versorgt und damit immunstärker, als die Tiere, die überwiegend Trockenes bekamen.

Gemüse hat den gleichen Wassergehalt wie Kräuter. Sie wurden also nicht trockener gefüttert.

Zitat:

Dass Deine Tiere Tomatenpflanzen, Kartoffelpflanzen und Efeu gefuttert haben, würde bedeuten, dass sie doch nicht in der Lage sind, Giftiges aufzuspüren. Zumindest Efeu ist eine heimische Pflanze. Da hätte es funktionieren müssen. Verlassen kann man sich aber nicht darauf, wie Dein Beispiel zeigt. Du kannst froh sein, dass Deine Tiere das überstanden haben.

Nun, bei Wildkaninchen klappt die Gifterkennung bei heimischen Pflanzen wie Efeu auch nicht - auch sie fressen den gleichen Anteil Efeu wie meine Kaninchen, wenn Efeu in ihrem Revier vorkommt.
Geh doch mal morgens zwischen 2:00 und 4:00 raus und beobachte Wildkaninchen an Waldrandrevieren!
Wildkaninchen gehen auch auf Biokartoffelfeldern in die Felder und fressen dort zum Teil die Kartoffelpflanzen an, trotzdem genügend Wildpflanzen am Kartoffelfeldrand wachsen und eine Weide innerhalb des Reviers war ... ob Wildkaninchen auch an Tomatenpflanzen gehen, kann ich nicht sagen, da ich hier keinen Biobauern kenne, der Tomaten anbaut. Es ist schon schwierig genug, überhaupt Wildkaninchengruppen in meiner Gegend zu finden, da RHD und massiver Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gepaart mit Feldzusammenlegungen dazu geführt haben, daß Wildkaninchen hier zu einer seltenen Spezies wurden.

Zitat:

Junge Tiere kommen mit problematischen Stoffen scheinbar noch gut klar.

Gerade Jungkaninchen kommen mit problematischen Stoffen gar nicht klar, bekommen Darmerkrankungen und sterben ... es kommt nicht von ungefähr, daß man bei Wildkaninchen die Absetzer unter 4 Monaten hauptsächlich Gras futtern sieht - erstens müssen sie erst langsam lernen, welche Kräuter freßbar sind und welche nicht, das ist nämlich nicht angeboren, zweitens birgt Gras keine Vergiftungsgefahren. (Wäre es angeboren, welche Pflanzen freßbar sind, hätten sich die im Mittelalter entkommenen Kaninchen gar nicht in Gesamteuropa, die mit den Engländern nach Australien verschleppten Kaninchen nicht über den gesamten australischen Kontinent ausbreiten können! Sie wären schlichtweg verhungert, weil sie keine bekannte Pflanze gefunden hätten!)
Der gesamte Organismus eines Kaninchens ist darauf eingestellt, erst mit 8 Wochen beginnt die Fähigkeit, Stärke zu verdauen, erst mit 16 Wochen sind Kaninchen darmstabil, besitzen die gesamte Ausstattung an Mikroorganismen, die sie zur Verdauung brauchen und fangen an, wirklich alles an Kräutern zu futtern, was auch ihre Eltern futtern.
Wenn man, wie ich früher, schon den Absetzern ermöglicht, an Pellets und Getreide zu kommen, ist es kein Wunder, wenn sie an Kokzidiose sterben - nun, wußte ich damals noch nicht. Inzwischen läßt sich das ja wenigstens im großen Buch vom Kaninchen nachlesen ...

Zitat:

Manche Schäden zeigen sich erst im Alter. Wie alt sind die untersuchten Kaninchen geworden, die häufig Oregano und andere Kräuter mit ätherischen Ölen bekamen?

8 Wochen - 15 Jahre, je nachdem, ob sie bei mir an Yersiniose gestorben waren oder Kaninchen von Kunden oder Bekannten waren.
Das 15jährige Kaninchen hatte wohl von Anfang an Freilauf im Garten gehabt und hatte schon immer die Kräuter dieser Familie und der Nachbarn abgefressen ... also 15 Jahre Kräuterernährung!
Da die Tochter viel bei meinen Kaninchen war, als bei mir die Yersiniose ausbrach und ihr Kaninchen nur wenige Tage später nach Ausbruch verstarb, hatte ich drauf gedrängt, daß dieses Kaninchen auf Yersiniose untersucht würde.
Organe top, keine Yersiniose! Die Todesursache konnte nicht festgestellt werden - ich denke, wir können uns hier auf Altersschwäche einigen Wink

Zitat:

Die Menge macht das Gift. Einseitige Ernährung kann problematisch sein. Wenn nur geringe Mengen eines an sich problematischen Krautes gegeben werden, ist es möglich, dass die Leber die entsprechenden Schadstoffe abbauen kann, ohne Schaden zu nehmen. Ob sie damit auf Dauer klar kommt, ist fraglich.

Nun ... meine Kaninchen kommen offenbar ihr Leben lang mit klar ... das erste von Anfang an als Kräuterkaninchen aufgewachsene Kaninchen bei mir ist ein Rammler mit immerhin jetzt fünf Jahren - er ist fit wie Turnschuh und rennt selbst Podencos noch davon! Das Fell ist dicht, nicht löchrig, die Haut fest und nicht ödematisch, der Muskeltonus ist in Ordnung.
Ich bezweifel, das ein Kaninchen mit geschädigten Organen ausdauernd und schnell rennen kann. Boche schafft es ohne Probleme, 800m zu sprinten und das in seinem Alter ... zeig mir ein Kaninchen, welches zu solch einer Leistung fähig ist - diese Strecke schaffen nicht mal viele Wildkaninchen!

Zitat:

Ich bin schon der Meinung, dass die Tiere kleinere Beschwerden zu verstecken suchen. Offensichtlich kranke Tiere machen Beutegreifer auf sich aufmerksam. Dass sie nicht jammerleidig sind, ist genau diese Anpassung.

Mir sieht man nicht mal an, wenn ich starke Kopfschmerzen habe oder erkältet bin! Und ich bin mir sicher, ich verstecke diese Krankheiten nicht!
Erst wenn ich endgültig durch Migräne oder starke Regelschmerzen ausgeknockt bin, bekommen manchmal andere mit, daß was nicht mit mir stimmt ... oder geht das Verstecken von Krankheiten so unbewußt vor sich, daß sich bei mir durch einen merkwürdigen Atavismus dieses Verstecken erhalten hat und ich es nur nicht bemerkt hab?
Greifvögel achten auf alles, was sich zeigt - gesunde Kaninchen in günstiger Position werden vom Schwarzmilan genauso geschlagen wie kranke Kaninchen. Die meisten Greife bevorzugen jedoch kleinere Beute, so daß bestenfalls noch die Jungkaninchen gefährdet sind - die fliehen dann jedoch auch, wenn sie gesund sind, beim kleinsten Schattenwurf, egal ob das ein Blatt im Wind ist oder tatsächlich ein Beutegreifer ...
Bei Jungkaninchen merkt man gerade bei den wildlebenden Kaninchen sehr genau, welche krank sind - die bleiben nämlich sitzen! Oftmals sind sie dabei nur unpäßlich, fängt man solche Kaninchen ein, kann man in der Hälfte der Fälle keine Krankheiten diagnostizieren, weil Symptome fehlen. Sie erholen sich binnen Tagen und sind dann wieder genauso scheu, wie ihre Geschwister.
Wenn ich das mit meinen Hauskaninchen vergleiche, bei denen ich sehr viel genauer beobachten kann, was sie futtern, würd ich mal behaupten, da haben die Lütten dann doch das falsche Kraut probiert ...

Zitat:

Sehr gut sieht man das an Ratten mit Tumoren, die mit Sicherheit Beschwerden haben, es aber erst zeigen, wenn die Tumore Funktionen von Organen außer Kraft setzen.

Vielleicht liegts ja daran, daß ich nur wenige Tumorratten unter meinen Ratten hatte ... aber die Ratte, die einen Mammatumor entwickelte, zeigte ihr Unwohlsein schon, als noch gar nix zu sehen war und auch noch nichts diagnostiziert werden konnte, erst mehrere Wochen später war ein winziger Knubbel in der Leistengegend zu ertasten. Auch eine Ratte mit Hauttumor zeigte schon deutlich durch Kratzen, das was nicht stimmt, bevor die ersten Melanome zu sehen waren. Eine Ratte mit gutartigem Unterhautkrebs wurde mir abgegeben, weil sie sich anfing "merkwürdig zu verhalten, die beißt!" Hier war also die Verhaltensänderung sogar von einem ehemaligen Besitzer zu erkennen, der sich nie um seine Ratte richtig gekümmert hatte!
Einzig Lungentumor hab ich auch erst bemerken können, als die Ratte anfing zu husten - aber mal ganz ehrlich, auch Menschen merken erst, daß sie einen Lungentumor haben, wenn sie merkwürdige Hustenanfälle bekommen, die nicht mehr weggehen - Menschen spüren Lungentumore nicht, warum sollten Ratten sie spüren können?
Ich persönlich finde, es gibt außer dem Menschen keine Tierart, wo man so schnell als Mensch sieht, daß was nicht in Ordnung ist wie bei Ratten!

Zitat:

Hinzu kommt, dass wir als Außenstehende einfach nicht in der Lage sind, Beschwerden unserer Tiere in einem frühen Stadium wahrzunehmen. Wir bemerken bei uns jedes Zipperlein. Bei den Tieren etwas zu merken, ist aber sehr viel schwieriger. In der Regel wird etwas nur bemerkt, wenn es deutlich zu Tage tritt.

Aufgrund der Verhaltensänderungen der gesamten Kaninchengruppe bekomme ich schneller bei meinen Kaninchen mit, wenn eines krank ist, wie bei mir ... und das, obwohl bei mir die Kaninchen inzwischen nur noch Nachts den Stall kennen und sonst den gesamten Tag vollkommen frei laufen!

Zitat:

Buchtenhaltung finde ich bei Kaninchen untragbar. Kaninchenschutzvereine verlangen 3 m² pro Tier also mind. 6 m² bei 2 Tieren. Ich finde es zwar fragwürdig, ob man bei jedem Tier gleich 3 m² dazu rechnen muss, da jedes Tier auch die Fläche des anderen nutzt, aber ansonsten finde ich die Forderung verständlich. Kaninchen sind große, bewegungsfreudige Tiere, die nun mal viel Platz brauchen.

Danke für den Hint mit den 3qm pro Tier im Tierschutz! Very Happy
War immer noch bei den 2qm ...

Ich hab mit Buchtenhaltung angefangen, inzwischen weiß ich, daß selbst 100qm für eine Kaninchengruppe viel zu eng ist. Meine Kaninchen beanspruchen ca. 4 ha, das Kerngebiet ist immerhin noch ca. 1000qm groß ...

Zitat:

Wermut-haltige Pflanzen zu füttern, halte ich nicht für tragbar. Thujon gilt als starkes Nervengift.

Die Dosis machts ...
Viele Kaninchen, die ich behandelt hab, wurden von den TÄ schon abgeschrieben - ihnen wurden auf mein Anraten hin Päppelbrei mit Wermutteeblättern verfüttert ... ihre Blähungen verschwanden schon nach kurzer Zeit, unabhängig davon, was vorher gefüttert wurde ...
Keines der Kaninchen zeigte Symptome, die auf Nervenschädigungen hinweisen würden ... unabhängig davon wird Wermut auch von Wildkaninchen gefuttert.

Zitat:

Auch die Aufzählung der sechs Regeln finde ich OK, frage mich aber, wer in der Lage sein soll, seinem Kaninchen jeden Tag fünf verschiedene Kräuter zu geben.

Erstens ist auch das selbst in der Stadt möglich, denn Möhrenkraut, Dill, Löwenzahn, Basilikum und Thymian findet man in Lebensmittelgeschäften und Hinterhöfen ganzjährig frisch ohne Probleme, das sind ja schon fünf Kräuter, und zweitens sprach ich bewußt nicht von Kräutern, sondern von Pflanzen Wink
Fünf unterschiedliche Pflanzen am Tag kann man mit einigem Geschick sogar kostenlos zusammenbekommen, selbst in der Stadt:
Möhrenkraut, Kohlrabiblätter, Blumenkohlblätter als Abfälle aus diversen Lebensmittelgeschäften, man muß da nur seinen Schnabel aufmachen, Löwenzahn aus Hinterhöfen, Gänsedisteln von Ruderalzonen innerhalb der Stadt (Gänsedisteln lagern nur schwer Schadstoffe ein und sind deshalb meist unbelasteter wie das Heu, was man im Zooladen kaufen kann)

Zitat:

Soll das bedeuten, dass man alle zwei Tage dasselbe füttern darf oder wie groß soll der Abstand sein?

Wenn du jeden Tag was anderes fütterst, kommt es im Grunde genommen einer permanenten Futterumstellung gleich! Es ist unnatürlich, jeden Tag was anderes zu füttern - mit Abwechslung ist das gemeint, was innerhalb eines Tages verfüttert wird!
Ein Teil der Pflanzen, die verfüttert werden, sollten konstant täglich verfüttert werden, um eine gewisse Kontinuität hinzubekommen. Die Abwechslung kommt dadurch zustande, daß eben, wenn auftreibbar, möglichst unterschiedliche Pflanzen zugefüttert werden.

Beispiel:
Jemand nutzt also die Gemüsereste aus verschiedenen Lebensmittelläden, dann hat er täglich Möhrenkraut, Kohlrabiblätter, Blumenkohlblätter, Möhren, Salat, Chicoree etc, der nicht mehr gut genug zum Verkauf aussieht. Dazu kann er dann entweder teure Kräuter kaufen oder lernt, in seiner Gegend zu sammeln ... Gras, Löwenzahn, Vogelmiere, Gänsedistelarten, Ampferarten, Wegericharten, Äste und Zweige ungiftiger Bäume - was er findet. Dies darf nun abwechseln, denn die Grundversorgung ist stabil gegeben ...
Es gibt einige Pflanzen, die entweder nur in sehr kleinen Mengen gegeben werden können oder aber wo nach der vorsichtigen und langsamen Gewöhnung immer was von bei sein muß, wo aber dann auch große Mengen mit bei sein dürfen: Kohlarten, Klee, Sareptasenf ...
Selbst in der Stadt finden sich genügend Pflückstellen: Friedhöfe, Hinterhöfe, Dachgärten, Parkanlagen ... die Schadstoffbelastung ist dort oft geringer, wie an Feldern, die an Bundesstraßen angrenzen - und das Gemüse, was auf den Feldern neben Bundesstraßen wächst, wird ja auch verfüttert!

Zitat:

Die meisten kennen nicht viele Kräuter. Viele Kräuter, die nicht zu den Allerweltskräutern gehören, lassen sich nur schwer finden. Es würde sogar mir schwer fallen, so eine Regel zu beachten.

Den Sommer über wächst eigentlich überall Löwenzahn, Gänsedisteln, Breitwegerich, Spitzwegerich, Vogelmiere, Dhost ... sind sogar schon mehr wie fünf gut erkennbare und erlernbare Kräuter! Leute, denen ich Kräutersammeln beigebracht hatten, hatten diese Kräuter schon nach wenigen Stunden sicher bestimmen können ... man muß ja nicht gleich mit wilder Möhre und Kornblume anfangen - bei den beiden Pflanzen geb ich dir Recht, die eine ist sehr gut mit ähnlichen Doldenblütlern zu verwechseln, also schwer erlernbar, die andere findet man vermutlich nicht mal in Berlin ...

Zitat:

Ätherische Öle sind häufig Fraßabwehrstoffe der Pflanzen. Ich halte es nicht für sinnvoll, die Tiere damit zu füttern.

Viele Carotinoide sind Fraßschutzstoffe, Saponine sind Fraßschutzstoffe, Senfölgycoside sind Fraßschutzstoffe, Oxalsäure ist ein Fraßschutzstoff, etliche Eiweiße sind Fraßschutzstoffe ... sry, was wolltest du füttern?
Einzig in Pellets sind keine Fraßschutzstoffe mehr drin!

Zitat:

Manche Tiere fressen alles, was man ihnen vorsetzt, warum nicht auch die Zitronenmelisse.

Nun, meine Kaninchen fressen nicht mal mehr freiwillig rote Beete und Weizen, trotzdem fressen sie liebend gerne Zitronenmelisse ... also man kann nu nicht gerade sagen, daß meine Kaninchen alles fressen, was sie vorgesetzt bekommen ...

Die Tiere, die alles fressen, was man ihnen vorsetzt, sind entweder fehlernährt oder krank oder sogar beides ... bei mir liefen genug solcher Kaninchen mit, die bei mir in der Anfangszeit wirklich alles in sich hineingeschaufelt hatten, was man ihnen in den Käfig legte - nach vorsichtiger Umstellung auf Kräuterernährung fingen alle diese Kaninchen an, regelrecht mäklig zu werden und fraßen nur noch das, was ihnen bekam - Grundvorraussetzung für die Weidehaltung, wo sich die Tiere ihr Futter zum großen Teil selbst suchen müssen.
Gleiches hab ich auch bei allen anderen Tierarten erleben dürfen ...

Zitat:

Ätherische Öle können isoliert eine gesundheitschädigende Wirkung entfalten. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass sie, im Verbund mit der Pflanze aufgenommen, unschädlich sind.

Natürlich gibt es einen Hinweis darauf:
Es gibt tatsächlich noch Pflanzenfresser!
Jede Pflanze enthält ätherische Öle, das gut bekömmliche Möhrenkraut sogar mehr wie die von dir so abgelehnte Zitronenmelisse. Oder ist für dich Möhrenkraut auch ein Tabukraut?
Selbst in der Möhre findest du diverse ätherische Öle! Und die Möhre findest du unproblematisch? Na, ich weiß ja nu nicht, bei der Giftigkeit von ätherischen Ölen ...

Mit isoliertem Vitamin C kannst du einen Menschen umbringen - ist es deshalb in den Pflanzen giftig?
Beta-Carotin verursacht isoliert Krebs - sollte man da nicht lieber alle roten Pflanzen ganz weglassen? Krebs ist tödlich!
Was ist mit den ätherischen Ölen in Fenchel? Die Knolle besitzt fast doppelt soviel von dem Zeug wie Pfefferminze ... also ist Fenchel giftig?
Warum essen wir das Zeug dann überhaupt, eigentlich spielt doch jeder, der Fenchelsalat oder Fenchelgemüse ißt, mit seinem Leben ...

Weiterhin gibt es genügend Hinweise in der Kaninchenzeitschrift - hier wird immer wieder von berichtet, wie positiv sich Kräuter, wie zum Beispiel Oregano, auf die Gesundheit der Kaninchen auswirken - es wird sogar zum Teil Oreganoöl an die Kanickel verfüttert, weil man sich Wunderheilungen verspricht! Das würde doch niemals gemacht werden, wenn die Kanickel danach erst richtig erkranken würden - mit der Pelletfütterung sind Kaninchen nämlich sehr viel empfindlicher, was Gifte angeht, wie ohne Pellets und die meisten organisierten Rassekaninchenzüchter füttern nunmal Pellets.

Zitat:

Ich bin ebenfalls der Meinung, dass das, was man als Kaninchenfutter im Handel kaufen kann, Schrott ist und den Tieren nur schadet.

Ich bin da nicht nur der Meinung, ich sehe es hier tagtäglich mit eigenen Augen! Kieferverformungen, ausfallende Zähne, Osteoporose, Arthritis, Rheuma, Diabetes, Nierenerkrankungen, Urolithiasis ... alles Krankheiten, die bei einer Kräuterfütterung schlichtweg unbekannt und selbst bei einer Pur-Pelletfütterung selten sind ...

Zitat:

Das macht die Probleme bei der Kräuterfütterung aber nicht kleiner.

Welche Probleme genau?
Wieviele Kaninchen kennst du, die durch zuviel Zitronenmelisse krank wurden?
Welche Symptome hatten sie?

Viele Grüße
Christina
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BeitragVerfasst am: 21.09.2007 16:36    Titel: Antworten mit Zitat

Kräuter, die der Mensch aufgrund ihrer ätherischen Öle in geringen Mengen zum Würzen von Speisen verwendet, gehören nicht auf den Speiseplan unserer Tiere.

In unserer aufgeräumten Welt ist es durchaus nicht leicht, ständig fünf verschiedene Kräuter zusammen zu bekommen, die man den Tieren ohne Bedenken geben kann. Es ist manchmal schon schwer, genügend Gras zusammen zu kriegen. Die meisten Kräuter wachsen noch am Straßenrand, aber dort sollte selbstverständlich nicht gepflückt werden.

LG
Kirstin
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Murx Pickwick
Quoten-Kobold


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BeitragVerfasst am: 21.09.2007 20:43    Titel: Re: Fütterungsartikel Kaninchen Antworten mit Zitat

Zitat:

Kräuter, die der Mensch aufgrund ihrer ätherischen Öle in geringen Mengen zum Würzen von Speisen verwendet, gehören nicht auf den Speiseplan unserer Tiere.

Woher hast du dieses Wissen?

Welche Schäden macht denn nun Zitronenmelisse, Thymian und Oregano an Tieren?

Wieviele erkrankte Tiere kennst du denn, die durch ätherische Öle krank geworden sind?

Ich kenne bisher nur pflanzenfressende Tiere, die durch das Fressen von Kräutern, die zum Würzen von Speisen verwendet werden, nachweislich tierärztlich bestätigt gesünder geworden sind ... oder willst du mir und den untersuchenden TÄ Quacksalverei vorwerfen?
Es sind doch einzig die Nahrungsspezialisten, wie zum Beispiel Katzen, bei denen man vorsichtig mit Kräutern sein muß!

Ich selbst finde sogar im aufgeräumten Berlin ohne Probleme über 40 Wildkräuter von unbelasteten Stellen, von den in Geschäften ganzjährig angebotenen 6 - 10 Kräutern mal ganz abgesehen. Also, wo genau liegt da das Problem? Alleine auf Friedhöfen an den Stellen, die nur gemäht werden, wachsen Breitwegerich, Spitzwegerich, verschiedene Flockenblumen, Pippauarten, Gänsedistelarten, Löwenzahn, Gänseblümchen, Schafgarbe, Wiesenbärenklau, also weitaus mehr wie nur fünf Kräuter ... ist das so schwer, mal auf nem Friedhof hinter der Kapelle sammeln zu gehen?
Da gibts übrigens auch unbelastetes Gras ...
Hier im Westerwalde bin ich zeitweise auf über 80 Pflanzenarten gekommen, die ich TÄGLICH verfüttert hatte und die von unbelasteten Stellen stammten.

Was willst du anstelle von Kräutern füttern? Gemüse, Obst und Heu aus dem Laden, welches direkt neben Flugplätzen, Autobahnen etc gewachsen ist und zudem noch stark gedüngt und gespritzt wurde? Ist das wirklich gesünder, wie frische Kräuter, die an einer Nebenstraße gesammelt worden sind?

Einzig der Winter ist eine Magerzeit, was Kräuter angeht ... da bekommt man wirklich nur die teuren Kräuter aus dem Geschäft und die kann man sich doch bestenfalls noch als Leckerei leisten. Aber da dieser nette Spruch mit den fünf Pflanzen nunmal fünf Pflanzenarten pro Tag und nicht fünf Kräuterarten an einem Tag heißt, sollte auch das kein Problem sein. Fünf Gemüsesorten (sind nämlich auch Pflanzen Wink) bekommt man doch ohne Probs zusammen, oder nicht?
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saloiv
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Anmeldungsdatum: 14.03.2009
Beiträge: 401

BeitragVerfasst am: 21.06.2009 16:03    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Die Dosis machts ...
Viele Kaninchen, die ich behandelt hab, wurden von den TÄ schon abgeschrieben - ihnen wurden auf mein Anraten hin Päppelbrei mit Wermutteeblättern verfüttert ... ihre Blähungen verschwanden schon nach kurzer Zeit, unabhängig davon, was vorher gefüttert wurde ...
Keines der Kaninchen zeigte Symptome, die auf Nervenschädigungen hinweisen würden ... unabhängig davon wird Wermut auch von Wildkaninchen gefuttert.

Ich weiß, das Thema ist schon alt. Ich hoffe, ich darf es trotzdem nocheinmal hochholen...

Und zwar habe ich momentan ein Kaninchen, dass seit 2 Jahren aufgebläht ist (die Blähung wurde nicht erkannt und für Übergwicht gehalten). Man sagt ja immer, dass Blähungen nach kurzer Zeit zum Tode führen, was bei akuten Blähungen auch zutrifft. Allerdings scheint es auch chronische Blähungen zu geben, die futterungsbedingt langsam entstehen.
Jetzt habe ich überlegt, was für Kräuter noch angebracht sind und bin zum einen auf Koriander und zum anderen auf Wermut gekommen.
Bei meinen eigenen Tieren würde ich das ohne Probleme geben (erwächst ja auch bei mir, sie können ihn also sowieso fressen), weil sie artgerecht ernährt werden.
Bei diesem Kaninchen bin ich mir allerdings etwas unsicher, da es eine völlig kaputte Verdauung hat (fast reine Trockenfutter-Fütterung), daher vermute ich, dass es nicht über solche ausgeprägten Selektionsmöglichkeiten wie andere Kaninchen verfügt, allein schon weil ihm Kräuter (und andere frische Sachen außer Salat) fremd sind. Daher habe ich bedenken, Wermut anzubieten. Welche Dosis ist denn bei Blähungen möglich, dosiert wäre es mir sympathischer, nicht dass es sich vergiftet... Wink
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