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Caminito del Rey (Malaga, Andalusien ES)

 
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davX
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Anmeldungsdatum: 08.06.2004
Beiträge: 8535
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 08.06.2015 02:17    Titel: Caminito del Rey (Malaga, Andalusien ES) Antworten mit Zitat

Der "Königspfad" oder eben Caminito del Rey hat einen berüchtigten Ruf und wurde wohl auch deshalb recht bekannt: er galt lange Zeit (in der Presse) als der gefährlichste Weg der Welt, Grund: er wurde nicht mehr gepflegt, verfiel und wurde letztlich im Jahre 2001 gesperrt, weil es zuvor immer wieder zu tödlichen Unfällen kam. Ein paar Abenteurlustige liessen sich da zwar immer noch nicht davon abhalten, aber erst im Frühjahr 2014 wurde der Weg endlich restauriert für umgerechnet 2,5 Mio Franken (ich weiss nicht nach welchem Umrechnungskurs das gerechnet wurde, zur Zeit ist es ja fast 1:1, ich vermute mal es war wohl so um die 2,2 Mio Euro - auf Wikipedia findet man übrigens wieder ganz andere Zahlen... das nur so nebenbei angemerkt). Seit Frühling 2015 ist der Weg wieder offen. Der neue Weg führt offenbar den Fotos nach zu urteilen oberhalb vom alten Weg und man hat eine gute Sicht auf die ehemalige Wegführung. Um dem Weg nicht ganz seinen Schrecken zu nehmen, haben einige Abschnitte Glasboden bekommen, wer nicht schwindelfrei ist, dürfte also auch beim neuen Weg wenig Freude haben.

Gebaut wurde der Weg zu Begin des 19. Jahrhunderts für Arbeiten an Wasserkraftwerken. Fortan wurde der Weg rege genutzt auch von der lokalen Bevölkerung: Arbeiter, Schulkinder, zum Einkaufen usw. und er wurde sogar in der Nacht beleuchtet.

Der Weg ist kostenpflichtig und es muss offenbar frühzeitig reserviert werden, denn der Weg ist sehr beliebt und die Kontingente pro Tag sind beschränkt.

Infos bei Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Caminito_del_Rey

Offizielle nfos:
http://www.caminitodelrey.info/en/

Was auffällt, wenn man die offiziellen Infos durchliest und sich auch die Bilder ansieht, es ist als ein Tourismus-Flaggschiff-Projekt ausgelegt. Sicher die Region sieht schön aus, die Schlucht... der Weg, nun er ist neu, gut gebaut, aber eigentlich nicht unbedingt das, was man sich von einem Wanderweg vorstellt... ein bisschen zu clean und charakterlos im Vergleich zu den Beispielen, die ich unter Alternativen zusammengesucht habe. Man hat auch den Eindruck, dass das Ganze für den Tourismus ausgeschlachtet wird. Die Gegend selbst soll aber allgemein ein schönes Wandergebiet sein und es gibt da vermutlich gute Alternativen, die touristisch weniger überlaufen sind. Die touristische Ausschlachtung wäre insofern da ein Vorteil, dass man gute Verkehrsverbindungen hat, aber klar der Nachteil ist halt auch, dass die Chance auch höher ist, dass man nicht alleine ist und dass der Tourismus sich abfärbt auf die Region.

Alternativen:
Man muss nicht nach Spanien reisen für spektakuläre Schluchten. Ich habe zwar keine Ahnung, was es in Deutschland an vergleichbaren Wanderwegen gibt, aber in der Schweiz gäbe es da mindestens zwei, die den Vergleich sicher nicht scheuen müssen:

1. Massa-Schlucht (Wallis)
http://de.wikipedia.org/wiki/Massaschlucht
http://www.myswitzerland.com/de-ch/massaweg-nepal-und-das-wallis.html
http://www.belalp.ch/sommer/wandern/massaweg.php
http://www.belalp.ch/haengebruecke.php

2. Bisse du Ro - Vom Lac de Tseuzier nach Crans Montana (Wallis)
http://www.myswitzerland.com/de-ch/bisse-du-ro-suone.html
http://www.christianengl.de/bisse_du_ro.html
Sehr eindrücklich auch wenn man es als Video sieht:
https://www.youtube.com/watch?v=hmoT0f9wQ8s
https://www.youtube.com/watch?v=VIU8jR1bFuI
Dieses Video ist auch sehr eindrücklich:
https://www.youtube.com/watch?v=o_yDd1W15Xo

Zudem kommt mir da noch die Bisse de Ricard in den Sinn. Wenn man beim Aufstieg statt der Wasserleitung (Suone) entlang in die entgegengesetzte Richtung geht, in das enge Tal dort hinein, dann geht es recht steil hinunter und teilweise sind die Wege mit Seil abgesichert (also nur dass man sich daran halten kann, kein Geländer). Was ich erst sah als ich den Weg verliess, dass vom Betreten gewarnt wurde, wegen Steinschlag. Im Vergleich zu den obigen beiden Beispielen dürfte der Weg relativ unspektakulär sein, aber es braucht dennoch etwas Mut und die Aussicht ist wunderbar.

Und noch ein ähnlicher, aber ebenfalls weniger extremer Weg ist zudem im Turtmanntal zu finden: Von Ergisch führt ein Weg ins Turtmanntal hinein, dort überquert man den Bach und auf der anderen Talseite geht es, weniger extrem und weniger spektakulär wieder zurück. Je nach Weg, den man wählt, landet man in Ober- oder Unterems. Der Abstieg von Unterems ist etwas tricky, da wenn man nicht den richtigen Weg findet, man einen ziemlichen Umweg geht (ich rede aus Erfahrung)... man sollte das einkalkulieren oder es gäbe noch eine Seilbahn, die man nehmen kann.

Ganz allgemein, das Wallis eignet sich wunderbar für Schluchten und Berg-Tal-Wanderungen entlang an steilen abhängen, denn wenn eines ihm nicht fehlt, dann sind es steile und enge Täler mit hohen Bergen (die höchsten Erhebungen findet man bei uns im Wallis).

Fazit:
Es muss nicht immer weit weg sein. Ich kann zwar jetzt nur von meiner Region, der Schweiz sprechen, ich denke aber, dass es auch in Deutschland und Österreich interessante Alternativen gibt. Meine Beispiele aus dem Wallis zeigen, dass es auch bei uns Ähnliches gibt, natürlich sind die Schluchten in Spanien vergleichsweise deutlich enger und es geht fast senkrecht hinunter und der Weg verläuft so über mehrere Kilometer. Das ist bei meinen vorgestellten Alternativen etwas anders: die Täler sind deutlich breiter, höher (es geht teilweise deutlich mehr als nur 100 m in die Tiefe), ein bisschen weniger steil, aber doch steil genug und halt auch abwechslungsreicher (zwischendurch gehts durch einen kleinen Wald, dann entlang kahler Geröllhänge und dann wieder duckend unter überhängendem Fels durch). Und es gibt noch einen Unterschied, die Wege im Wallis sind teilweise deutlich älter, da sie zum Bau von Wasserleitungen angelegt wurden, welche in dieser trockenen Region seit vielen Jahrhunderten lebenswichtig sind, um genug Wasser für Menschen, Tiere und Pflanzen/Felder aus den nahen Bergen zu holen und ans richtige Ort zu leiten. Es gibt zum Bau dieser Leitungen und zum Wasserrecht, wer wann wieviel bekommt und wie es verteilt wird, umfangreiche Regeln, die durchaus spannend sind und letztlich nötig waren, um den Umgang mit dieser knappen Ressource sinnvoll zu regeln.

Quelle:

Gregory Remez: "Würdest du dich drüberwagen?" Blick am Abend, vom Mittwoch 1. April 2015, S. 12.

PS: falls jemand auch noch Alternativen kennt, spektakuläre Schluchtwege, ich würde mich auf Hinweise freuen.
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