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Naturnahe Hamsterernährung / Hybrid
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Miyavi
Lästermaul


Anmeldungsdatum: 14.04.2013
Beiträge: 139
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BeitragVerfasst am: 27.02.2015 21:38    Titel: Naturnahe Hamsterernährung / Hybrid Antworten mit Zitat

Moin ihr Lieben, hab einen neuen Mitbewohner Laughing

Und suche jetzt was zur Ernährung in bewährter Degupediaqualität,
da mir das "das nicht, das ist böse, bloss nicht das", doch etwas komisch erscheint Question

Selektieren kann er aber 1a Very Happy

Zur Zeit frisst er alles an Ährengedöns was ich ihm gebe, Blättriges Grünzeug und feine Saaten. Very Happy

Große Körner wie Mais, alles verarbeitete, und sowas wie Möhren und Paprika mag er nicht.

Obst noch nicht probiert, schneid für den keinen Apfel an XD

Danke euch schonmal <3
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lg Denise

& die Gurkenfresser Miyavi+Jasura, die Wackelnasen Angie+Snow und Hamsterchen Diamond
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davX
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Anmeldungsdatum: 08.06.2004
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BeitragVerfasst am: 02.03.2015 23:13    Titel: Re: Naturnahe Hamsterernährung / Hybrid Antworten mit Zitat

Also mit Hamstern kenne ich mich jetzt nicht so aus.

Die erste Adresse für granivore Kleinsäuger ist für mich eigentlich jeweils das Sistermann'sche Futterkonzept:
http://www.rodent-info.net/futterkonzept.htm

Ausserdem würde ich auch mal die Fütterungsempfehlungen von Karen Jung (Hazel) zu Gemüte führen:
http://www.mcmuffins.de/
http://www.repage6.de/member/hazel/nagerfutterrezepte.html

Soweit ich weiss haben glaubs Dagmar, Steffi(?) und Stefan(?) Erfahrungen mit (Zwerg)Hamstern und können eventuell noch Tipps geben.
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davX
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Anmeldungsdatum: 08.06.2004
Beiträge: 8511
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BeitragVerfasst am: 02.03.2015 23:23    Titel: Re: Naturnahe Hamsterernährung / Hybrid Antworten mit Zitat

Wegen Obst, ich wäre da eher vorsichtig:
http://www.degupedia.de/forum/viewtopic.php?t=3315

Zitat:

Obst noch nicht probiert, schneid für den keinen Apfel an XD

Laughing das kenne ich nur zu gut von den Degus her. Wobei bei mir bekamen sie das Kerngehäuse und im Winter diente Apfel als Ergänzung zum Winterfrischfutter, da die Auswahl da meist eher knapp war. Sonst gabs nur gelegentlich Wildobst - bei Degus heisst es ja auch, dass sie kein Obst bekommen sollen, wobei ich doch den Eindruck habe, dass es schon noch einen Unterschied gibt zwischen Hamstern, die zu Diabetes neigen können und Degus, die bei zu viel Kohlenhydrate und Zucker zu Stoffwechselentgleisungen neigen, die oft fälschlicherweise als Diabetes abgestempelt werden... ich wäre bei Hamstern sicher vorsichtiger mit Obst füttern, als ich das bei Degus war.
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Stefan
Süchtig


Anmeldungsdatum: 15.07.2012
Beiträge: 65

BeitragVerfasst am: 03.03.2015 17:20    Titel: Re: Naturnahe Hamsterernährung / Hybrid Antworten mit Zitat

Ich habe bis zuletzt diese Mischung benutzt:

2 kg Premium-Großsittichfutter (alternativ: Agapornidenfutter)
500 g 6-Kornmischung (verschiedene Getreidesorten)
300 g getrocknete Insekten
250 g Degufutter (bzw. getrocknete Kräuter)
250 g Grassamen

Dazu kam täglich Gemüse (Schwarzwurzel, Petersilienwurzel, Sellerie, Salatgurke, Zucchini, Sojasprossen und Fenchel) und/oder Grünfutter (Gänseblümchen, Löwenzahn, Petersilie, Basilikum, Katzengras, Golliwoog etc.)

Ich kann nur bestätigen: Diabetes ist ein echtes Thema bei Campbell-Zwerghamstern und Nachkommen aus Hybridverpaarungen. Die strenge Diät hat neben der Zuchtauslese langfristig Effekte in meinem Bestand gezeigt.

Mehr Info:
http://ratfrett.jimdo.com/tiere/campbell-zwerghamster/ern%C3%A4hrung/
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Miyavi
Lästermaul


Anmeldungsdatum: 14.04.2013
Beiträge: 139
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BeitragVerfasst am: 03.03.2015 18:04    Titel: Antworten mit Zitat

Danke euch Very Happy

Werds mir dann mal anschauen nachdem ich die Klassenarbeiten in VWL & Deutsch geschrieben hab und mein neues Terra aufgebaut hat.

Wird ein Kampf bei 150cmx80cmx80cm XD
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Miyavi
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Anmeldungsdatum: 14.04.2013
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BeitragVerfasst am: 05.03.2015 21:25    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn ich es richtig gelesen hab, ist es gar nicht so schlimm wie es immer heißt wenn ich ihm zwischendurch mal etwas mit Getreide gebe oder?
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Stefan
Süchtig


Anmeldungsdatum: 15.07.2012
Beiträge: 65

BeitragVerfasst am: 06.03.2015 12:56    Titel: Re: Naturnahe Hamsterernährung / Hybrid Antworten mit Zitat

Ich vermute ich verstehe die Frage nicht richtig. Hamster insgesamt sind granivor, Getreide/Samenkörner machen einen Großteil der täglichen Nahrung aus.
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Miyavi
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Anmeldungsdatum: 14.04.2013
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BeitragVerfasst am: 06.03.2015 15:06    Titel: Antworten mit Zitat

Mir wurd mal gesagt bzw. regelrecht überall verbreitet: Getreide-->Stärke-->Zucker-->keinesfalls füttern

Das ist quatsch oder?

Very Happy
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davX
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Anmeldungsdatum: 08.06.2004
Beiträge: 8511
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BeitragVerfasst am: 07.03.2015 03:53    Titel: Re: Naturnahe Hamsterernährung / Hybrid Antworten mit Zitat

Stefan hat Folgendes geschrieben:
Ich vermute ich verstehe die Frage nicht richtig. Hamster insgesamt sind granivor, Getreide/Samenkörner machen einen Großteil der täglichen Nahrung aus.

Exakt. Ich glaube viele Leute tun sich schwer damit, weil sie Themen vermischen, die man nicht vermischen sollte:

Bei uns Menschen gibt es verschiedene Leute, die der Ansicht sind, dass (zuviel) Getreide für uns nicht gut ist. Wenn man genauer hinschaut und unterscheidet, gibt es unterschiedliche Argumentationslinien und Motive:
- Getreide, insbesondere Weizen, Roggen, Gerste und Co. enthalten Gluten und darauf sind einige Leute allergisch bzw. vertragen es schlecht. Andere wiederum sind der Ansicht, dass es allgemein schädlicher wäre, als viele denken und sich das halt nur bei einigen besonders negativ auswirkt, aber grundsätzlich die Meinung vertreten, dass es gesünder wäre, wenn alle Leute (wegen den Gluten) auf Getreide verzichten.
- Stärke, macht fett: eine andere Argumentation greift bei der Stärke an. Es ist bekannt, dass zuviel Stärke beim Menschen dazu führt, dass diese dann vom Körper gerne als Fett eingelagert wird. Weniger Stärke (und somit mehr Fett, mehr Protein und mehr verdauliche Faser) bedeutet somit eine gesündere Ernährung, oder anders rum, der Mensch hat allenfalls eine Saison, in der er wohl schon immer mehr Kohlenhydrate konsumiert hat und in der dies natürlich wäre, der Herbst, wenn Nüsse, Samen und Co. reifen. Viele enthalten zwar auch viel Fett, aber viele sind eben auch reich an Kohlenhydrate und mit dem Winter kommen dann ja noch die Wurzel(gemüse) mit ihren reichen Speicherkohlenhydrate in ihren Wurzelorganen.
-> auch wenn man daraus, wenn man die Themen genau aufdröselt, zumindest ein Stück weit gewisse Themen auch auf die Tiere übertragen kann oder zumindest Parallelen ziehen kann, so ist dieses Wissen bei vielen Tierhaltern auch nur rudimentär vorhanden und damit steigt die Wahrscheinlichkeit stark an, dass die falschen Schlüsse gezogen und auf Tiere übertragen werden, weil unzulässig verallgemeinert wird. Daher ist dieses Vorgehen im Allgemeinen unzulässig, da die meisten nicht die nötige Sorgfalt dazu aufbringen.

Bei den herbivoren Nagern sind Getreide bei den Haltern häufig verpönt:
- Besonders extremes Beispiel sind die Kaninchenhalter, welche jahrelang runterbeteten, dass Getreide für Kaninchen ach so schrecklich sei, viele glaubten es unreflektiert, viele verbreiteten es, auch wenn es ihnen eigentlich nur darum ging, Kuntibuntifutter aus dem Verkehr ziehen und sie mit vermeindlich besserer Heunahrung (was aber ebenso Blödsinn ist) und Gemüse zu ernähren... die Folgen davon waren oft gravierender, aber Ernährung ist oftmals auch Ideologiesache. Kaninchen fressen übrigens Sämereien und es spricht auch nichts gegen kleinere Mengen an Getreide. Von Natur aus ist der Saatenanteil in ihrer Ernährung jedoch eher gering und unter 10%.
- Bei den Meerschweinchen gibt es schon lange einen Teil Halter, die erfolgreich ohne Sämereien und ohne Getreide füttert. Der Samenanteil spielt in ihrer Ernährung auch eher eine marginale Rolle, wobei einige Züchter gerne auf Getreide und auf Pellets aus Getreide und Getreidenebenerzeugnisse zurückgreifen.
- Bei den Chinchillas gilt Getreide ohnehin als Böse und man ignoriert geflissentlich, dass die so oft empfohlenen Pellets alle hauptsächlich aus Getreide- und Getreidenebenprodukte bestehen. Da man aber nicht einzelne Getreidekörner sieht, ist das guut. Und diejenigen, die etwas weiter denken und sich auch mal die Zusammensetzung der Dinger genauer durchlesen, neigen wohl dazu, dass sie sich einreden, dass die Pellets viel aus "wertvollen" Getreidekleien und Getreideschrot bestehen, was ja letztlich nichts anderes als sehr gesunde und wichtige Rohfaser sei, von der sich die Wildchinchillas der Legende nach in der Wildnis die Bäuche füllen. Dass aber die Rohfaser, welche die Wildchinchillas nicht aus so wertvollen Pflanzenteile wie Spelzen, Samenhülsen und dergleichen besteht, sondern aus frischem und getrocknetem Pflanzenmaterial von Blättern, Trieben, Stängeln, Rinde usw. wo meist mehr Nährgehalt drin ist, darüber machen sich die wenigsten Gedanken.

All diesen Herbivoren gemein ist, dass ihr konsumierter Saatanteil in der Wildnis recht klein bis verschwindend klein (beim Meerschweinchen) ist. Von hier jetzt auf Granivore zu schliessen ist dann doch sehr gewagt.

Bei den herbivoren und halb-granivoren Degus fand vor einiger Zeit ein Umdenken statt:
- Degus sind etwas ein Spezialfall, sie fressen bis zu 60% Samen und im Schnitt doch etwa 20-40%, das ist für einen herbivoren Nager doch recht viel.
- Schon vor langer Zeit hiess es, dass Getriede Teufelszeug sei, mit teils ähnlichen Argumentationen wie bei den Kaninchen. Besonders überzeugend waren die Argumentationsketten in diesem Thema damals nicht und das ist bis heute so geblieben.
- Differenziertere Betrachtung in den jüngeren Jahren verdächtigt nicht primär das Getreide sondern generell Mehlsaaten, dass zuviel davon nicht gut für den Stoffwechsel sei, ähnlich wie Zucker, vor dem schon seit Langem gewarnt wird (Stichwort: Degus dürfen kein Obst). Statt verbieten lautet bei den Kohlenhydraten die Devise Mass halten, in kleinen Mengen ist es okay, wichtiger sind aber die Ölaaten, die früher lange Zeit den Ruf hatten, dass sie Dickmacher seien, zu Unrecht, wie sich in der letzten Zeit mehr und mehr herausgestellt hatte.
- Eine weitere Argumentationslinie geht von der Konrgrösse aus. Kleine Sämereien benötigen mehr Energie zum Kauen, enthalten mehr Schale und Hüllenanteil denn Same selbst und können weniger gut nur als Mastnahrung genutzt werden. Zudem entspreche es mehr der Natur bzw. dem natürlichen Nahrungsvorkommen. Industriegetreide seien dagegen hochgezüchtet und im Prinzip alles andere als natürlich.

Auch hier, Degus sind keine Granivoren und man kann von Degus also nicht unbedingt auf die Ernährung von Hamster, Rennmäuse und Co. schliessen, selbst wenn sich Degus zu deutlich grösseren Teilen von Samen ernähren als Meerschwein, Chinchilla und Co.

Zitat:

Getreide-->Stärke-->Zucker-->keinesfalls füttern

Ja diese Argumentationskette hat tatsächlich ihre Schwächen und trifft so nicht ganz zu:
Getreide besteht zu grossen Teilen aus Stärke, das ist korrekt.
Aber Stärke ist nicht Zucker, sie ist ein Zuckerpolymer wenn man so will, ebenso wie auch Zellulose jedoch mit dem Unterschied, dass Stärke enzymatisch im Darm aufgespalten werden kann in ihre Einfachzucker während die Bindungen bei der Zellulose erst von Bakterien im Blinddarm aufgeschlüsselt werden können und vergärt werden unter anderem zu kurzkettigen bzw. flüchtigen Fettsäuren (SCFA/VFA). Während also ein Traubenzucker sofort vom Darm aufgenommen werden kann, da er nicht noch enzymatisch gespalten werden muss, ist die Stärkeverdauung davon abhängig, dass genügend Enzyme vorhanden sind im Darm, um es zu spalten. Es ist also nicht ganz falsch, aber eine unzulässige Vereinfachung.
Und dann wäre da noch der letzte Punkt Zucker = keinesfalls füttern, da gilt selbst bei Degus, die Menge macht das Gift. Zucker ist überall drin, selbst im frischen Gras oder eben im Heu... die Mengen sind vielleicht nur 1-2% und im einen oder anderen Gemüse auch mehr, z.B. Rote Beete oder Karotte können gut und gerne über 5% drin haben im Frischzustand, getrocknet ist es dann nochmals mehr...

Da wäre dann die Frage, wo zieht man die Grenze, denn es ist sehr wohl einen Unterschied ob man reinen Kristallzucker oder stark gezuckerte Produkte einerseits füttern will oder aber natürliche Produkte, zum Beispiel Pflanzen, die halt viele gesunde Inhaltsstoffe enthalten oder viel Energie enthalten und halt auch ein bisschen Zucker, da in kleineren Mengen durchaus von jedem Organismus gebraucht wird.
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Lilith-Louhi
Lästermaul


Anmeldungsdatum: 15.01.2014
Beiträge: 225

BeitragVerfasst am: 07.03.2015 08:54    Titel: Re: Naturnahe Hamsterernährung / Hybrid Antworten mit Zitat

Es ist natürlich wie David schon erklärt hat nicht total zu verteufeln Getreide zu füttern. Ich habe das glutenhaltige Zuchtgetreide aber dennoch aus der Fütterung verbannt (Ausnahme gekeimter Weizen und Getreidegras im Winter). Mir ist der angezüchtete Stärkeanteil einfach zu hoch und ich kann mir durchaus vorstellen das übermäßige Fütterung negative Einflüsse haben kann da der Zwerghamster in der Natur nur seltenst hochgezüchteten Weizen finden wird.

Meine Zwerghamster habe ich immer mit Feinsämereien im Mischverhältnis nach Sistermann gefüttert. Also schon mit recht vielen auch vom Menschen genutzten Mehl- und Ölsaaten.

Zum Beispiel:
Kanariensaat
Buchweizen
Dari Milo
Amaranth
Japanhirse
Mannahirse
Platahirse
Bluthirse
Senegalhirse
Silberhirse
Quinoa
Paddyreis
Grassamen
Mohn
Kardi
Negersaat
Sesam
Leinsaat
Mariendistelsamen
Salatsamen
Kleesamen
Fenchelsamen
Luzernesamen
Anis
Sesam
Spinatsamen
Hanf
Kürbiskerne
Sonnenblumenkerne

Heute würde ich wahrscheinlich ungezwungener mischen. Als Basis eine Wildsamen-/Unkrautsamenmischung und dann je nach Angebot aufpeppen. So mache ich es mit den Rennmäusen zur Zeit auch. Im Sommer gibt es zu 80% Blüten und Samenstände von draußen, also frische Sämerein.
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Murx Pickwick
Quoten-Kobold


Anmeldungsdatum: 23.07.2005
Beiträge: 4602
Wohnort: Runkel

BeitragVerfasst am: 07.03.2015 12:02    Titel: Re: Naturnahe Hamsterernährung / Hybrid Antworten mit Zitat

Die Stärkeverdauung beginnt mit dem Kauen im Maul ... und kommt als Zweifachzucker + den unverdaulichen Teilen der Stärke im Magen an. Im Zwölffingerdarm werden die Zweifachzucker wiederum in Glucose und Fructose gespalten - und erst hier werden sie über die Dünndarmwand aufgenommen! Das heißt, ob ich nun Stärke verfütter, oder Einfachzucker, bleibt sich gleich ... im Darm kommen Einfachzucker an.

Daß einige Säugerarten keine stärkespaltenden Enzyme in der Spucke haben, ist eine Sonderbildung an eine vorwiegend tierische Kost.

Übrigens sind ausnahmslos alle Grassamen glutenhaltig - allerdings gibts hier eine recht ungenaue Benutzung des Wortes Gluten.
Es gibt eine Reihe von Glutenen, welche beim Menschen Symptome von Zöliakie auslösen, dazu gehören das Weizengluten, Roggengluten, teilweise Gerstengluten und Teffgluten. Man spricht in diversen Ernährungsphilosophien für den Menschen regelrecht von glutenfreien Getreidesorten, da solche Getreide, wie Hafer, Mais, Reis und viele Hirsearten eben diese Symptome nicht auslösen. Dies ist jedoch eigentlich falsch ... Maisgluten wird sogar regelrecht gewonnen und in der Futtermittelbranche weiterverarbeitet.

Was jedoch die Brotgetreide, wie Roggen und Weizen auszeichnet, ist ein im letzten Jahrhundert extrem auf Backfähigkeit gezüchtetes Gluten, was bei Zöliakie besonders starke Reaktionen hervorruft. Es steht im Verdacht, eine ganze Reihe weiterer Erkrankungen und Störungen des Menschen zu fördern.
Bei Ratten löst zumindest Weichweizen manchmal so eine Art Hyperaktivität, welche mit erhöhter Aggression gepaart ist, aus. Bei meinen Ratten konnte ich das fast durchgängig beobachten, mal sehr extrem, dann wieder bei einigen Ratten nur subtil.
Es ist wahrscheinlich, daß diese Brotgetreide bei diversen Säugerarten, einschließlich den Körnerfressern, Probleme im Darm bereiten - einzig Hausmäuse (Farbmäuse) kommen mit Brotgetreiden sagenhaft gut zurecht.
Auffällig ist in diesem Zusammenhang, daß einige Einkornsorten von zöliakiekranken Menschen vertragen werden - und scheinbar auch keine Probleme bei anderen Säugetieren machen.
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"Der Besitzer dieses Dokumentes ist berechtigt, sich seines Verstandes zu bedienen, Informationen zu produzieren, replizieren und konsumieren, sich frei und ohne Kontrolle zu entfalten in Privatsphäre und Öffentlichkeit.

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davX
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Anmeldungsdatum: 08.06.2004
Beiträge: 8511
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BeitragVerfasst am: 07.03.2015 12:17    Titel: Re: Naturnahe Hamsterernährung / Hybrid Antworten mit Zitat

Diese Hyperaktivität wurde auch bei Chinchillas beobachtet. Jetzt wo du es erwähnst, finde ich es interessant. Beim Menschen bzw. bei Kindern sagt man doch, dass Gluten zu nervösem Verhalten führe könne, sprich zu Konzentrationsschwäche und was gerne so in der Nähe des Krankheitsbilds ADH(S) angesiedelt wird... Wieviel Wahrheit dahinter steckt, weiss ich jetzt nicht. Ob es Studien gibt, die das mit Fakten unterfüttern können oder ob das eher diffuse Beobachtungen sind, die bislang schwer nachzuweisen sind. Was mich aber stutzig machte, dass man jetzt bei verschiedenen, ganz unterschiedlichen Arten sehr ähnliche Dinge hört. Gut, ganz so unverwandt sind wir ja nicht mit den Nagern. Sie gehören neben den Affen zu unseren nächsten Verwandten, aber trotzdem unterscheidet uns eine lange Geschichte getrennter Evolutionswege, auch wenn unsere Vorfahren vermutlich mal allesfressende, vierbeinige, nachtaktive nagerähnliche Tiere waren... Wink
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Anmeldungsdatum: 23.07.2005
Beiträge: 4602
Wohnort: Runkel

BeitragVerfasst am: 07.03.2015 12:59    Titel: Re: Naturnahe Hamsterernährung / Hybrid Antworten mit Zitat

Naja ... es ist nunmal schwer, sich an Dinge anzupassen, die es erst seit einigen Generationen gibt ...
Die dramatischsten Veränderungen in der Zusammensetzung von Klebereiweiß und Menge des Klebereiweiß bei Weizen und Roggen sind erst in den letzten 50 Jahren herausgezüchtet worden.
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Miyavi
Lästermaul


Anmeldungsdatum: 14.04.2013
Beiträge: 139
Wohnort: Nähe Oldenburg (NDS)

BeitragVerfasst am: 11.03.2015 16:20    Titel: Antworten mit Zitat

Da wart ihr ja mega ausführlich, danke Very Happy

Dann brauche ich ein Glück nicht die paar Haferkörnchen aussortieren die ihren Weg ins Hamsterfutter gefunden haben
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Stefan
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Anmeldungsdatum: 15.07.2012
Beiträge: 65

BeitragVerfasst am: 26.03.2015 13:51    Titel: Re: Naturnahe Hamsterernährung / Hybrid Antworten mit Zitat

Um noch mal auf die tierischen Proteine zu kommen: Sowohl bei wilden Ph. sungorus als auch bei Ph. campbelli ist nachgewiesen dass sie Grashüpfer bzw. Käfer zu sich nehmen.
Ich habe wie gesagt täglich getrockenete Insekten gegeben, seltener auch lebende.
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