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Naturnahe Fütterung M. Rennmaus
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Lilith-Louhi
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Anmeldungsdatum: 15.01.2014
Beiträge: 225

BeitragVerfasst am: 06.04.2014 10:23    Titel: Naturnahe Fütterung M. Rennmaus Antworten mit Zitat

Hallo, mich würde brennend interessieren ob es hier jemanden gibt der seine Renner frisch bzw. überwiegend frisch füttert.

Ich halte derzeit 4 Männerduos (4 von Farbmongolenzüchtern, 2 aus Kleinanzeigen - Unfallwürfen und 1 WFNZ-Mix). Ich habe mich vor 4 Jahren schonmal recht intensiv mit der Fütterung auseinander gesetzt aber mangels Erfahrungsberichte und auch aufgrund von Panikmache in Foren nicht mit der Fütterung von draußen angefangen.

Die Samenmischung stelle ich nach Sistermann selbst her, es gibt Lebendinsekten und hauptsächlich Wurzelgemüse und Keimfutter.

Nun möchte ich anfangen Wildkräuter und Gräser zuzufüttern und habe mich gefragt ob man nicht auch einen Teil der Grundfuttermischung durch frische Samenstände ersetzen könnte.
Hat das schonmal jemand versucht?
Welche Pflanzen wären daüfr am besten geeignet?

Ich freu mich über Anregungen!

lg

Steffi
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davX
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Anmeldungsdatum: 08.06.2004
Beiträge: 8535
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BeitragVerfasst am: 06.04.2014 13:02    Titel: Re: Naturnahe Fütterung M. Rennmaus Antworten mit Zitat

Ich hatte nie Renner, obwohl ich mich mal informierte. Es gibt hier Leute, die mal welche hatten, aber ich weiss nicht wie die ernährt wurden. Vielleicht gibt es schon Leute hier, vielleicht auch unter den sonst eher stillen Mitleser, die sich mal melden könnten Wink.

Ich würde es mal ausprobieren mit frischen Gräsern, etwas Löwenzahn, Vogelmiere, Klee, Wegerich, Braunelle, Ehrenpreis, weisser Gänsefuss...


Ansonsten hilft dir eventuell auch das noch ein bisschen weiter, was die Tiere in der Wildnis sonst so fressen:
Zitat:

Ågren et al. (1989) berichten, dass sich die von ihnen beobachteten Rennmäuse hauptsächlich von Blättern und Stängeln des einjährigen Krautes Artemisia sieversiana (Korbblütengewächs) ernährten. Ausserdem ernährten sich die Rennmäuse auch von Artemisia commutata (ebenfalls Korbblütengewächs), Salsola collina (Gänsefußgewächs), der grünen Borstenhirse (Setaria viridis; Süßgräser) und der Grasart Leymus chinensis (Süßgräser). Gelegentlich konnten Rennmäuse beobachtet werden, dass sie bei der Futtersuche gruben, vermutlich um Wurzeln zu fressen.

Quelle: http://www.degupedia.de/wiki/index.php/Mongolische_Rennmaus

Artemisia = Verwante von Wermut, Estragon, Beifuss usw.
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atropa belladonna
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Anmeldungsdatum: 02.12.2008
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BeitragVerfasst am: 06.04.2014 18:11    Titel: Antworten mit Zitat

Meine Mongolen haben damals zur Grünfuttersaison das gleiche bekommen wie die Degus: Wiese unsortiert. Ich hab mir da nie so viele Gedanken drüber gemacht, was da jetzt "reindarf" bzw. soll oder nicht - sondern lediglich darauf geachtet, dass die Sämereien nicht zu kurz kommen. Die Wiese wurde stets dankbar angenommen.

Zudem alle 2-3 Tage ein bis zwei Teelöffel Samenmischung à la Belladonna in die Einstreu. Für die Mischung brauchte ich auch keinen Herrn Sistermann & Co., das hab ich frei Schnauze gemacht.

Wurzelgemüse fand nicht so viel Anklang, dafür aber Äste und Zweige von den üblichen Verdächtigen. Mehlwürmer fanden sie auch klasse, aber ich hatte immer nur so wenig Mongolen, dass sich eine Mehlwurmzucht nicht gelohnt hat. So mußten die Degus dann eine Weile mit herhalten, aber ich hatte irgendwann Schiss, dass sie mir aus dem Käfig wachsen ob des vielen Eiweißes und hab dann damit irgendwann aufgehört.

Obwohl ich aus ihrer Ernährung keine wissenschaftliche Abhandlung gemacht habe, sind meine Rennsocken dennoch relativ alt geworden (durchschnittlich 4 Jahre).
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Lilith-Louhi
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Anmeldungsdatum: 15.01.2014
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BeitragVerfasst am: 06.04.2014 19:20    Titel: Re: Naturnahe Fütterung M. Rennmaus Antworten mit Zitat

Nunja, mein erstes Pärchen ( zu Kinderzeiten) bekam zeitlebens Kaninchen-KuntiBunti wurde auch mal sträflich vernachlässigt und hat nie irgendeine Form von Frischfutter gesehen, die wurden beide 5 Jahre alt und waren nie krank.

Von da an wollt ich mich vor nun drei Jahren schon ein wenig verbessern was die Fütterung angeht....nun da ich seit zwei jahren (von der Katze angefangen) alle Mitbewohner auf biologisch-ökologisch-artgerecht umgestellt habe, sind nur noch die Mongolen übrig.

Gut also Wiese unsortiert, Wurzeln und Samenstände.

Ich werd mal berichten wies ankommt.

EDIT: Einen hab ich da gleich noch, dürfen die nun Buchweizenpflanzen oder nicht, ist bei mir irgendwie als giftig eingebrannt...aber die Samen dürfen sie ja...
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davX
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BeitragVerfasst am: 06.04.2014 19:43    Titel: Re: Naturnahe Fütterung M. Rennmaus Antworten mit Zitat

Zitat:

Zudem alle 2-3 Tage ein bis zwei Teelöffel Samenmischung à la Belladonna in die Einstreu. Für die Mischung brauchte ich auch keinen Herrn Sistermann & Co., das hab ich frei Schnauze gemacht.

(...)

Obwohl ich aus ihrer Ernährung keine wissenschaftliche Abhandlung gemacht habe, sind meine Rennsocken dennoch relativ alt geworden (durchschnittlich 4 Jahre).

Das nenn ich eine klare Ansage, so würd ich es glaubs auch machen, wenn ich denn welche halten würde Zustimmen

Was das Wurzelgemüse angeht, war ja auch mal so ein Trend, dass davon abgeraten wurde wegen reich an Stärke.
Ich denke es ist schon sinnvoll, wenn man sich mal informiert, was die Tiere in der Wildnis so fressen, damit man sich das besser vorstellen kann. Und eine Futtermischung à la Sistermann ist sicher auch für viele Neulinge beruhigend. Mit meinem Wissen, das ich heute habe, würde ich die Sache aber sicher auch entspannter angehen als wenn ich jetzt ein absoluter Neuling wäre. Die Praxis ist ja letztlich dann doch wieder anders wie die schöne Theorie und da probiert man halt aus, beobachtet die Tiere, sammelt Erfahrungen... und so entwickelt sich das dann Wink.

Aber grundsätzlich finde ich es wirklich toll, dass wir auch beim Thema Rennmäuse erfahrene Leute haben (ich habe insgeheim gehofft, dass du eventuell da was beisteuern könntest Smile ).

Zitat:

EDIT: Einen hab ich da gleich noch, dürfen die nun Buchweizenpflanzen oder nicht, ist bei mir irgendwie als giftig eingebrannt...aber die Samen dürfen sie ja...

Giftig ist der Buchweizen nicht. Bist du unsicher, fangst du erst mal mit anderen Pflanzen an und führst ihn später ein, sonst probiere es einfach mal aus.
Buchweizen sind übrigens Knöteriche.
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Lilith-Louhi
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Beiträge: 225

BeitragVerfasst am: 07.04.2014 09:18    Titel: Re: Naturnahe Fütterung M. Rennmaus Antworten mit Zitat

Naja, wie gsagt ich habe mich länger nicht mehr intensiv damit beschäftigt...hatte mir die Fütterung nach Sistermann ausgeguckt und praktiziere das seit drei-vier Jahren mit (fast) den selben Tieren, langsam schleicht sich der Generationenwechsel ein und dadurch das ich nun tgl. 2h auf der Wiese stehe bin ich irgendwie inspieriert da was zu ändern.

Es ist nun auch nicht so das ich jedes Gramm der Mischung abwiege....nicht mehr Laughing aber grob entspricht sie eben den Empfehlungen von Sistermann.

Aus der Verteufelung von Wurzelgemüse aufgrund der Stärke habe ich mir nie viel Gemacht, einfach weil für mich klar war das sie unter der Erde leben und Wurzeln somit schon recht natürlich sind...
Viel interessanter fand ich die Sache mit den Nagerkanzerogenen die Wurzeln bilden sollen um ihre Fressfeinde auf lange Sicht auszurotten (frei aus meiner Erinnerung wiedergegeben)....man mich ärgert das...ich wusste das alles mal...ich muss mal die Artikel suchen die sind irgendwo auf meinem alten Rechner.
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atropa belladonna
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BeitragVerfasst am: 08.04.2014 09:05    Titel: Antworten mit Zitat

Ja stimmt. Das Argument mit dem Alter bringts nicht wirklich *g Ich denke, jeder kennt einen (oder ists sogar selbst), der ein Tier hatte, das trotz vergleichsweise schlechter Ernährung/Haltung recht alt geworden ist. Vermutlich liegt das daran, dass einige Tierarten damals noch grundsätzlich etwas robuster und nicht so überzüchtet waren (und das meine ich jetzt auch ganz speziell im Hinblick auf Mongolen & Co).

Bzgl. Wurzelgemüse und Stärkeproblematik... war das nicht oder hauptsächlich bei getrocknetem der Fall? Eine frische Möhre oder Rote Bete wäre da sicherlich nicht das Problem gewesen, andererseits wurde das aber - wie gesagt - verschmäht.

Buchweizen hab ich im Garten als Gründünger und Bienenweide (eine supertolle unkomplizierte und hilfreiche Pflanze übrigens, sehr empfehlenswert!). Ich hab ein, zwei Jahre lang Stroh draus gemacht - also die komplette Pflanze getrocknet mit Samenständen. Die Mäuse und Degus, aber auch die Vögel, hatten ihren Spass dran.
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Lilith-Louhi
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Anmeldungsdatum: 15.01.2014
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BeitragVerfasst am: 13.04.2014 14:05    Titel: Antworten mit Zitat

Soooo, wir sind nun ein paar Tage dabei und meine Tiere sind durchweg begeistert von dem was ich von Draußen so mitbringe.

Der Renner ist Hirtentäschel, dicht gefolgt von allem was scharf ist...sie sind verrückt nach Kresse, Schaumkraut, Hornveilchen. Das war mir schon vor geraumer Zeit mal aufgefallen das sie eine Vorliebe für Kresse haben aber nach Beratung im Rennmausforum wo es hiess "nein, das dürfen die nicht das ist zu scharf" bekamen sie auch keine mehr.

Sie bekommen nun tgl. Löwenzahn, Gänseblümchen, Wald- und Gartenschaumkraut, abwechselnd Küchenkräuter (Petersilie, Gartenkresse, Thymian, Oregano, Melisse usw.), Hornveilchen, Hirtentäschel, Wegeriche, diverse Gräser (bevorzugt mit Samenständen)....

Bis auf die deutliche Vorliebe für Senföle und das der WFNZ-Mix regelrecht zum Tier mutiert und die Dinger mit seinem Leben verteidigt ist mir noch nichts besonderes aufgefallen.

Hier ein paar Impressionen:

Gruppe 1








Gruppe 2






Gruppe 3







Der Agoutischecke auf den Nahaufnahmen ist der WFNZ-Mix, die Bilder sind leider nicht so gut weil er mit seinem Futter sofort in die Gänge verschwindet und ich durchs Glas ins Dunkel fotografieren musste.


Gruppe 4





Auch mein Handicap-Renner war sofort begeistert und das obwohl er nun schon drei wird und noch nie Wiesenfutter gesehen hat.


Was sich noch ein wenig schwierig gestaltet ist die Fütterungsmenge, ich würde ihnen gern ad lib anbieten aber sie schleppen es eben überall hin...und die Gänge ständig nach schimmligem Futter durchwühlen ist ja auch nicht praktikabel. Das Gemüse gab es immer nur vom Spieß, da hatte ich keine Probleme aber ich kann ja die Wiese nicht anbinden Question [/u]
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Beiträge: 8535
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BeitragVerfasst am: 14.04.2014 11:18    Titel: Re: Naturnahe Fütterung M. Rennmaus Antworten mit Zitat

Wow, Kompliment! Smile
Echt tolle Fotos, gute Umsetzung. Solche Bilder haben uns bislang noch gefehlt... sehr schön.

Apropos Wildfangnachzucht. Merkt man da einen Unterschied zu den gewöhnlichen Rennsocken?

Zitat:

Was sich noch ein wenig schwierig gestaltet ist die Fütterungsmenge, ich würde ihnen gern ad lib anbieten aber sie schleppen es eben überall hin...und die Gänge ständig nach schimmligem Futter durchwühlen ist ja auch nicht praktikabel.

Schimmelt das Zeug denn auch?
Meine Erfahrung bei Degus ist, Gemüse ist heikel, dass es schimmelt, Wiese, Kräuter, Zweige und Co. dagegen kein Problem, das vertrocknet eher und auch wenn es verbuddelt wird...
Beobachte es mal. Interessant wäre ja auch, wenn es trocknet, dann gibt es Nistmaterial und Heusersatz.
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atropa belladonna
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Anmeldungsdatum: 02.12.2008
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BeitragVerfasst am: 15.04.2014 10:44    Titel: Antworten mit Zitat

Schön. Dann hat sichs ja gelohnt.

Bzgl. Schimmelns: einige meiner Degus verwenden frisches Gras als Nistmaterial ("unterirdisches" Nest). So schnell kann ich gar nicht schauen,wie es verschleppt wird. Bisher gab es auch damit keine Probleme.
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Tiger
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Anmeldungsdatum: 09.12.2008
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BeitragVerfasst am: 15.04.2014 12:27    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Meine Erfahrung bei Degus ist, Gemüse ist heikel, dass es schimmelt, Wiese, Kräuter, Zweige und Co. dagegen kein Problem, das vertrocknet eher und auch wenn es verbuddelt wird...

Die Erfahrung habe ich auch gemacht. Die Vielzitzen- und Farbmäusen bekamen/bekommen auch reichlich frische (unsortierte) Wiese und ein Großteil davon wird verbaut. Probleme gab es dabei auch hier bisher nicht.
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Gruß
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„Sonderbar: Je mehr man herausfand, desto weniger wusste man.“
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Lilith-Louhi
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Anmeldungsdatum: 15.01.2014
Beiträge: 225

BeitragVerfasst am: 15.04.2014 20:12    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Apropos Wildfangnachzucht. Merkt man da einen Unterschied zu den gewöhnlichen Rennsocken?


Das ist jetz echt ne schwierige Frage.
Fakt ist, ich hab nur den einen Laughing

Ich finde aber schon das er ein wenig besonders ist. Die Vergesellschaftung war super easy, sowas kannte ich bisher von den Farbmongolen nicht. Er zeigt eine viel deutlichere Körpersprache und ein etwas andere Interaktion mit seinem Partnertier...dieser war schwer traumatisiert (wurde mit 8 Wochen von dem adulten bock mit dem er vergesellschaftet werden sollte vollkommen zerbissen - ein Hoch auf die "Kleinraummethode"), ich hab ihn übernommen aber es klappte keine VG mit einem meiner Tiere. So kam ich zu dem Halbwilden, er war 8 Monate alt und bis dahin im Familienverband.

Der kleine ist sehr impulsiv und explodiert manchmal grundlos das man denkt jetzt zerfleischen sie sich, der Halbwilde schnappt ihn und hält ihn unten bis er sich beruhigt hat. Unter Farbmongolen sind solche Situationen immer eskaliert.

Außerdem baut er stabilere, größere Nester und stabilere Gangsysteme, legt Futtervorräte an und verteidigt seine Ressourcen sehr kernig. Das Wiesenfutter scheint ihm heilig zu sein, was mir auch wieder zeigt was ich solange falsch gemacht habe. Er ist eigentlich recht zahm und umgäniglich aber ich bin sicher das es mir nicht möglich ist im Wiesenfutter zu wühlen oder es ihm wegzunehmen ohne Schaden zu nehmen. Meinen anderen Tieren ist das Wurscht, die finden das zwar blöd aber ich habe da nichts zu befürchten, selbst wenn ich ins Nest greifen würde.

Das ist das was ich im Vergleich zu den anderen als anders empfinde....ich würde das nun aber nicht in die Welt streuen, denn ich habe ja wie gsagt nur ihn.
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davX
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Anmeldungsdatum: 08.06.2004
Beiträge: 8535
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BeitragVerfasst am: 15.04.2014 21:20    Titel: Re: Naturnahe Fütterung M. Rennmaus Antworten mit Zitat

Oh danke das sind doch recht umfangreiche und interessante Beobachtungen Smile. Wo ich mir aber ehrlich gesagt nicht ganz sicher bin, das Verhalten, kommt das von der Genetik (WFNZ = weniger verzüchtet, weniger soziale Krüppel) oder von der Sozialisierung? Im Rennmausforum.de war immer die Meinung, dass es die Genetik sei, bei Rodent-Info.net dagegen (da gab es eine gewisse Rivalität zwischen den beiden Plattformen) waren erfahrene Halter/Züchter der Ansicht, dass es an der Sozialisierung liege, sprich die WFNZ wurden mehrheitlich von ehrfahrenen Halter gehalten, die sie entsprechend in Familienverbänden hielten und die Jungtiere gut sozialisiert wurden. Die normalen Rennmauszüchter dagegen neigten dazu den Nachwuchs schnell auseinanderzureissen und von der Familie zu trennen, auch Zuchttiere wurden gerne rumgeschoben... man nahm eigentlich viel zu wenig Rücksicht auf die Persönlichkeit des Tieres und dass das, was man mit ihnen Anstellt sich auch wiederum direkt auf ihr Verhalten etc. auswirken kann, insbesondere dann, wenn die Tiere noch jung sind und in der Prägephase sind. Was auch für diese Vermutung spricht, das sind die Erkenntnisse bei der Meerschweinchenforschung... ich hatte mal ein Filmchen hier eingestellt vom Meerschweinchenbock Emil, der Norbert Sachser und seinem Team als Versuchstier hilft bei der Erforschung des Sozialverhaltens der Meerschweinchen... ein sehr interessanter Film.

Zitat:

Das Wiesenfutter scheint ihm heilig zu sein, was mir auch wieder zeigt was ich solange falsch gemacht habe.

Genau das sind solche Augenöffner, von denen man lernen kann. Ich hatte auch einiges falsch gemacht zu meinen Anfangszeiten. Aber das waren Erfahrungen, die mir später zugute kamen, denn in so mancher hitzigen Diskussion, z.B. beim Thema Pellets und Fertigfutter konnte ich mit ruhigem Gewissen sagen, ich habe das ausprobiert und es hat mich nicht überzeugt - ich lehne da also nichts kategorisch und engstirnig ab, weil es nicht in mein Weltbild passt, sondern ich hab das ausprobiert und weiss was es ist und gerade auch deshalb und weil ich gesehen habe, dass es Besseres gibt, lehne ich es ab. Bei anderen Themen wie z.B. den Transportbox VGs reicht es mir wiederum nur die Schilderungen zu hören, wie diese funktionieren, um mich dagegen zu entscheiden... man muss nicht alles ausprobieren. Wobei auch da konnte ich feststellen, dass es unterschiedliche Varianten gibt und bei gewissen Tierarten kann sie wohl dosiert und ohne zusätzliche Horrormassnahmen, wie Ritt auf der Waschmaschine, laute Musik oder mehrere Tage darin eingesperrt usw. durchaus eine Möglichkeit sein. Es ist aber keine harmlose Variante und ich denke viele Halter richten damit mehr Schaden an, als dass es ihnen nützen würde, da sie auf ihre Tiere nicht Rücksicht nehmen und sie leichtfertig traumatisieren.

Zitat:

Er ist eigentlich recht zahm und umgäniglich aber ich bin sicher das es mir nicht möglich ist im Wiesenfutter zu wühlen oder es ihm wegzunehmen ohne Schaden zu nehmen.

Ohohoho... das kenne ich in der Variante Harmlos von den Degus: Wenn sie Nüsse bekommen und man diese wieder wegnehmen will, wehe! Je nach Tier kann man da für nichts garantieren. Wobei als erfahrener Halter schafft man es schon an die Nuss zu kommen mit viel Beharrlichkeit. Daher Variante harmlos, denn im Normalfall hat man nicht viel zu befürchten, ausser wenn man ungeschickt ist, dass sie im Eifer des Gefechts bzw. im Eifer um den Kampf um die heiligen Nüsse auch mal den Finger treffen können.

So wie du schreibst habe ich schon das Gefühl, dass die Wilden mehr Temperament haben, aber auch besser kommunizieren können, wobei letzteres, da bin ich mir nicht sicher, ob das nicht auch noch mit der "Erziehung" und Prägung zu tun haben könnte. Und was die Aussagekraft angeht, ist klar, bei einem Tier kann man da noch nicht so gut sagen, ob das jetzt individuell bedingt ist oder nicht und inwiefern das auch für andere WFNZ relevant wäre. Aber ich finde es ist ein Anfang für Vermutungen, die man dann mit den Erfahrungen von anderen WFNZ Halter überprüfen könnte.
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BeitragVerfasst am: 15.04.2014 22:07    Titel: Re: Naturnahe Fütterung M. Rennmaus Antworten mit Zitat

Ob das bessere Sozialverhalten genetisch oder geprägt ist habe ich mich auch schon des Öfteren gefragt. Allerdings bin ich (Zusammen mit einer Züchterin die erst Farbmongolen hatte und nun neu auf WFNZ aufbaut) zu der Erkenntnis gekommen das es eine Kombination aus beidem ist.

Das Problem der Farbmongolen beginnt ja schon dort wo ein erfahrener Halter/ Züchter versucht daraus einen Familienverband wachsen zu lassen. Das klappt mit denen in keinem zufriedenstellenden Ausmaß.
Das beginnt damit das ein Wurf auf den anderen folgt, die Vermehrungshemmung ist nicht gegeben (selbst dann nicht wenn das Weibchen deutlich dominater ist) und so werden die Jungtiere auch teilweise zu früh vertrieben. Das Unterdrücken der Geschlechtsreife durch das Alphapärchen ist nicht oder kaum gegeben und somit kommt es viel zu früh zu ernsten Rivalitäten und ein Durcheinander in der Rangfolge (denn nur das Alphapärchen sollte sich forpflanzen) usw.

Das hat seine Ursache sicher in der zu frühen Trennung der Jungtiere und dem Zusammenwürfeln der Gruppen nach Farbe und nicht nach Charakter. Aber findet man denn noch Farbmongolen die eine geeignete Basis für eine wachsende Großgruppe wären? Zumindest bekommt man beim Otto-Normal Züchter keine.

Die wilden legen Wurfpausen ein, bei Kaltstallhaltung pausieren sie den ganzen Winter. Es pflanzt sich nur das Alphapärchen fort und setzt man sie in engere Gehege dann pausieren sie völlig. Teilweise ein Problem denn teilweise empfinden die WFNZ auch noch so große Gehege als zu klein. Die Jungtiere die in der Gruppe bis zu 8 Monate verbleiben werden (vermutlich) in der Geschlechtsreife unterdrückt. Die Hoden sind deutlich kleiner und die Duftdrüse kaum ausgeprägt, setzt man so ein Tier dann um holt es diese Entwicklung schnell nach.

Das sind zumindest die Beobachtungen die die befreundete Züchterin gemacht hat also sie ihre Zucht umgestellt hat. Von ihr stammt auch mein Halbwilder.

Ich denke also schon das es hauptsächlich auf die Sozialisation ankommt aber auch das diese bei den gewöhnlichen Zuchttieren kaum mehr möglich ist und somit Farbmongolen eben schlechter abschneiden. Natürlich muss man auch schauen wie der jeweilige Züchter mit den WFNZ arbeitet....geht er mit ihnen um wie mit den "normalen" dann ist das alles nach wenigen Generationen wieder futsch.

Wie gesagt, ist alles Hören-Sagen und Fremdbeobachtungen, aber mir erschien das immer recht logisch.
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BeitragVerfasst am: 16.04.2014 08:38    Titel: Re: Naturnahe Fütterung M. Rennmaus Antworten mit Zitat

Hier hat sich übrigens auch noch jemand gemeldet zum Thema Frischfutter für Renner:
http://degus-online.de/phpbb/viewtopic.php?f=6&t=41726&p=386367#p386367

Die Erfahrungen sind recht ähnlich übrigens Wink.
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