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Mein Balkongarten, Erfahrungsbericht!

 
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davX
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Anmeldungsdatum: 08.06.2004
Beiträge: 8544
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 28.08.2013 01:33    Titel: Mein Balkongarten, Erfahrungsbericht! Antworten mit Zitat

Huhu,

das ist wohl die treffende Frage, die das Thema recht passend zusammenfasst, das mir durch den Kopf geht, wenn ich meine vergangenen Monate mit meinem Balkongarten durch den Kopf gehen lasse.

1. Balkonkompost
Die Idee der Konstruktion war genial einfach, Behälter und Untersetzer zweckentfremdet und aus der IKEA, mit einer Bohrmaschine in den Boden Löcher gemacht. Die Einrichtung ging sehr schnell.
Vom funktionalen Wert ist der Kompost im Haushalt eine grosse Bereicherung, auch füllte er sich wesentlich langsamer, als ich anfänglich dachte. Etwas schwierig erwies sich jedoch das Klima im Kompost. Ist dieser geschlossen, wird es offenbar zu feucht, der Kompost zog einiges an Wasser und er schimmelte teilweise auch, was nicht unbedingt gut ist.
Jetzt habe ich ihn offen und ich schaue auch bei der Durchmischung, dass auch genügend Blättriges reinkommt, nicht nur Küchenabfälle von Früche, Gemüse und Co. Zudem ist es nicht ganz einfach, das sehr nährstoffreiche Kompostwasser sinnvoll widerzuverwenden, mein Balkon und die Pflanzenmenge scheint mir fast zu klein zu sein. Alles in allem ist der Balkonkompost zum jetztigen Zeitpunkt noch nicht optimal.

2. Pflanzenwahl
Der beschränkte Platz auf dem Balkon erfordert eine gewisse Auswahl bei den Pflanzen. Nicht alles geht, die Töpfe brauchen nicht nur Platz, man muss auch irgendwie die Erde herbeischaffen. Mein Sortiment umfasst das Nötigste und vor allem Nutzpflanzen (neben den Futterpflanzen und den Chilenen): Tomaten, Erdbeeren, Paprika, etwas Salat und Küchenkräuter. Himbeeren und weiteres Beerenobst wollte ich mir eigentlich anschaffen, aber soweit bin ich bisher nicht gekommen. Das Ganze scheiterte an Aufwand und Platz (den man erst mühsam schaffen muss mit dem Vorbereiten geeigneter Töpfe). Auch auf Echinacea hab ich vorerst verzichtet. Selbstgewachsene Gurken habe ich mittlerweile noch, die hoffentlich bald mal in einen grösseren Topf umziehen können. Eine Enttäuschung ist zudem die veredelte Physalis, die ich mangels Auswahl/Alternativen mir dieses Jahr anschaffte... eigentlich wollte ich ein robustes Exemplar vom ProSpecieRara Setzlingmarkt anschaffen, so wie letztes Jahr glaubs mit der Ananaskirsche (eine etwas kleinerfrüchtigere Physalisart, die jedoch sehr ertragreich war). Was gut wächst, sind die Erdbeeren und der Basilikum in den Geranienkisten am Balkongeländer.

3. Licht und Wärme
Auch das limitiert die Auswahl an Pflanzen: ganz vorne am Geländer ist die Situation am besten, weiter hinten nimmt das Licht schnell ab und sonnenhungerige Pflanzen/Gemüse wachsen deutlich weniger gut, auch die Früchte werden weniger süss. Dieses Jahr war jedoch ein tolles Jahr vom Sommerwetter her, das gerade den Paprikas sehr gut bekam und auch die Tomaten haben sicher davon profitiert. Der Nachteil ist jedoch, dass man sehr viel giessen muss, je wasserhungeriger die Pflanze, desto stärker der Effekt. Auch ein direkter Sonnenstandort verschärfte das Problem, während etwas Schatten sich eher positiv aus die Bewässerung auswirkte.

4. Krankheiten
Da hatte ich mit einigen zu kämpfen. Hauptprobleme waren wohl offensichtlich Platzmangel und Trockenstress. Ein grösserer Topf und eine bessere Bewässerung verbesserten die Situation meistens. Auch half es, die kranken Blätter abzunehmen und bei Bedarf die Pflanze etwas zu putzen.

5. Tiere und Regenwürmer
Die dürfen natürlich auch nicht fehlen. Den Regenwürmern, welche mit guter Gartenerde mitkamen, ging es offenbar nicht sehr gut. Einige fand ich später vertrocknet auf dem Balkonboden. Der Kompost war zeitweilig eine ungehemmte Brutstädte für Fruchtfliegen, was jedoch einigen Spinnen eine gute Futterquelle ermöglichte, die nun in und zwischen den Pflanzen ihre Netze aufspannen. Auch meine Madia sativa (Ölmadie) scheint offenbar Mücken zu fangen mit ihren klebrigen Haaren.
Die Blattlausplage, die ich zeitweilen hatte, erwies sich wiederum nützlich für Marienkäferlarven, welche sich diese gute Futterquelle erschlossen. Dazu vermute ich noch eine gefrässige Bernsteinwaldschabe (Ectobius) zwischen meinen Pflanztöpfen, die mir vor allem meine jungen Keimlinge schändete und verzeihbare Schäden an einem jungen Surinamkirschenstrauch verursachte. Zudem habe ich seit neuestem noch Wanzen (mir kroch gerade eine mein Bein hoch... die wäre wohl draussen besser aufgehoben). Auch hier eine etwas durchzogene Bilanz, doch ich würde sagen, sie ist durchaus positiv.

6. Aufwand und Ernte
Steht eigentlich in keinem Verhältnis, wenn man es nur von diesem Aspekt betrachtet. Obwohl ich unheimlich stolz auf die ersten Paprikas war und mich auf die frühen Tomaten freute, war der Ertrag bisher nicht sehr ergiebig und dient bisher eher der Supplementierung und Bereicherung der Speisen. Dennoch darf man diesen Beitrag nicht unterschätzen und letztlich macht es auch viel Freude und gibt einen schönen Anblick mit dem vielen Grün. Es war aber erst mal viel Arbeit nötig, bis all die Töpfe eingerichtet, all die Pflanzen zusammengestellt waren usw. Ich fing beinahe bei Null an, fast alle (grösseren) Töpfe sind gekauft, alle Erde musste ich erst mal herschleppen, ein Teil ist Gartenerde, ein grösserer Teil jedoch gekaufte Erde.

7. Qualität der Erde
Ich merke ganz klar, dass die Qualität der gekauften Erde nicht so gut ist, wie jene der Gartenerde und dass man ohne Möglichkeit irgendwo Gartenerde zu beziehen man sicher mehr Probleme hat. Ich verdächtige die häufig beigemischten Kokosfasern als ein grosses Problem. Sie lassen die Erde schnell austrocknen und dabei neigt sie auch dazu, sich an den Rändern der Töpfe loszulösen und einzugehen. Ein weiterer Nachteil, ist sie ausgetrocknet, staut sich das Wasser und will erst mal nicht abfliessen. Man neigt dazu, zu viel zu giessen oder die Menge nicht richtig abschätzen zu können. Sandige Naturböden weisen diese Nachteile nicht auf, tonige Böden wiederum können Feuchtigkeit besser speichern.

Fazit
Ein Balkongarten einzurichten ist nicht schwierig, aber recht zeitaufwändig. So ein Garten bedarf regelmässiger Pflege und ist gerade bei trockenem Wetter ziemlich pflegeintensiv. Der Ertrag ist eher bescheiden, kann aber durchaus hilfreich sein, um kurzfristig eine Speise aufzuwerten z.B. mit frischen Tomaten, Basilikum oder Paprikas. So ein Garten ist aber gute Beschäftigungstherapie und Ausgleich. Der Nutzen des Kompostes muss sich noch zeigen, aber auch wenn einiges noch nicht optimal ist, der hohe praktische Nutzen darf nicht unterschätzt werden, den man beim Entsorgen von Grünabfällen hat. Ein Problem zumindest bei mir ist das entstehende Kompostwasser, das sehr nährstoffreich ist und bei einem kleinen Balkon sich nur schwer auf alle Pflanzen verteilen lässt ohne sie zu überdüngen. Vom Gefühl her, kann der Balkongarten mit einem echten Garten mithalten. Ich erlebe und entdecke immer wieder Neues und Spannendes in meinem Garten... der Garten ist also die Mühen und den Aufwand wert.
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Zuletzt bearbeitet von davX am 08.03.2014 11:08, insgesamt einmal bearbeitet
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davX
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Anmeldungsdatum: 08.06.2004
Beiträge: 8544
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BeitragVerfasst am: 25.01.2014 20:49    Titel: Re: Lohnt sich ein Balkongarten? Antworten mit Zitat

Wenn wir schon mal dabei sind, ich hatte vor einiger Zeit ein Inventar auf meinem Balkon durchgefüht, weil ich wissen wollte, was im Sommer dort so alles wuchs. Hier eine kleine Übersicht, ich staunte nicht schlecht, als ich die Liste niedergeschreiben hatte... Wink

Es sind etwa 48 Arten, die hier hauptsächlich auf meinem 8 qm grossen Balkon wuchsen, drei davon zudem in meinem Zimmer.

Gemüse- und Kräuterpflanzen (einjährig)
- Tomate (cherry gelb, rot und normale rot)
- Paprika gelb und rot
- Basilikum, Thai Basilikum
- Eichblatt-Salat
- Gurke (ging mir später kaputt ohne Früchte zu machen)
- Bohnenkraut
- neuseeländischer Spinat
- Ringelblume

Gemüse- und Kräuterpflanzen (mehrjährig)
- Kapstachelbeere (Physalis peruviana)
- Echter Thymian
- Dost
- Schnittlauch
- Erdbeere
- Hirschhornwegerich
- Zitronenmelisse
- gekrauste Petersilie

Bäume und Sträucher
- Espino (Acacia caven)
- Chilenischer Porlier (Porlieria chilensis)
- Surinam-Kirsche/Pitanga
- Avocado (wuchs bei den Tomaten)
- Cherimoya (wuchs ein bisschen überall)
- Kumquat

Stauden und Blumen
- Nachtkerze
- Gelbe Narzisse
- Cosmea
- Königskerze

Wiesen- und Unkräuter
- Löwenzahn
- Wiesenlabkraut
- Gänsedistel
- Hopfenklee
- Klee (Trifolium sp.)
- Weidenröschen
- Scabiosa/Witwenblume
- Brennnessel
- Ampfer
- Hornsauerklee
- Aufrechter Sauerklee (Oxalis stricta)
- Weisser Gänsefuss
- Portulak
- Vogelmiere

Zierfutterpflanzen
- Ölmadin (Madia sativa)
- Grünlilie
- Fluss-Tradeskantie
- Callisia gentlei var. elegans
- Schiffchentradeskantie (Callisia navicularis)
- eventuell wuchs irgendwo noch eine Callisia repens

Innenhaltung
In meinem Zimmer hatte ich ferner noch:
- Vanille
- Rotblatt
- Quilo (Muehlenbeckia hastulata)

Ein guter Teil davon überwintert zur Zeit. Einige Pflanzen überdauern auch als Samen irgendwo (Ringelblume, Portulak, Gänsefuss, aufrechter Sauerklee, usw.). Einen Neuzugang kann ich zudem vermelden, seit Kurzem habe ich nun noch eine Preiselbeere und in Innenhaltung keimen zur Zeit ein paar Llagunoa glandulosa (=chilenische Pflanze).
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Anmeldungsdatum: 08.06.2004
Beiträge: 8544
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BeitragVerfasst am: 08.03.2014 11:14    Titel: Re: Mein Balkongarten, Erfahrungsbericht! Antworten mit Zitat

Das Balkon-Gartenjahr geht bei mir in die zweite Runde. Vorteil dieses Jahr, ich kann den Frühfrühling nutzen um selbst Pflanzen auszusäen - das wird mein nächstes Projekt.

Es stehen erste Änderungen an, ich will den Balkon umgestalten, von vielen kleinen Töpfen sollen es nach und nach ein paar wenige grössere Töpfe und Kisten werden. Ob das klappt und ob es praktisch ist, das muss sich dann zeigen. Die erste grosse Kiste steht jedoch schon, in der ich meine winterharten Pflanzen überwintert habe.

Ein weiteres interessantes Thema wird sein, welche exotischen Pflanzen diesen Winter überlebt haben und wie es mit meinen Chilenen weitergeht. Ich habe ein Avocado, der draussen überwinterte und bei dem ich nicht sicher bin, ob er den Frost überlebte, im Haus habe ich mehrere exotische Pflanzen überwintert, darunter einige Cherimoyas dann wäre da die Llagunoa und ich habe knolligen Sauerklee (Oca).
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