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Geeignete Schlachtrasse gesucht - kein Kraftfutter
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Sarek
Fellnase


Anmeldungsdatum: 10.03.2013
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 11.03.2013 00:19    Titel: Geeignete Schlachtrasse gesucht - kein Kraftfutter Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

ich weiß, hier und in diversen Foren gibt es regelmäßig die Frage nach geeigneten Schlachtrassen.

Für mich stellt sich die Frage ebenfalls, allerdings mit folgenden Kriterien die ich bisher noch nicht gelesen habe.
Ich suche eine Fleischrasse, die möglichst nach 4-5 Monaten schlachtreif ist und ausschließlich (gut) mit Grünzeug und Heu ernährt werden kann.

Ist so eine kurze Wachstumsphase bei einer solchen Ernährung überhaupt möglich?
Klar, Kaninchen kann man immer schlachten...bei 4-5 Monaten kann ich mir aber vorstellen, dass bei der oben genannten Ernährung nicht viel dran ist.

Vielleicht gibt es ja schnellwüchsige Rassen?

Danke für Ideen und Grüße
Sarek
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davX
Team


Anmeldungsdatum: 08.06.2004
Beiträge: 8548
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 11.03.2013 13:58    Titel: Re: Geeignete Schlachtrasse gesucht - kein Kraftfutter Antworten mit Zitat

Hallo Sarek,

Schlachtrassen sind hier eher weniger ein Thema, schlicht und einfach weil wir nur wenig Leute haben, welche die Tiere als Nutztiere halten. Allerdings gibt es sicher unter den Lesern hier Leute, welche Kaninchen als Nutztiere halten. Vielleicht melden sich hier doch die einen oder anderen, der weniger aktiven User hier.

Was die Eignung der Schlachtrasse angeht, möchte ich jedoch zu Bedenken geben, dass ein schneller Wuchs alleine kein Kriterium sein sollte. Es kommt hier sicher auch auf die eigenen Bedürfnisse an, welche man an die Rasse stellt, aber es gibt eine Reihe von Kriterien, welche letztlich bei der Nutztierzucht wichtig sein können, da gehören Fragen wie Robustheit, Fellbeschaffenheit (ok, das wäre in deinem Falle kaum ein Kriterium), Beschaffenheit des Fleisches und ggf. Geschmack usw. ebenfalls eine Rolle.

Es wäre auf jeden Fall sinnvoll Informationen von verschiedenen Organisationen einzuholen, ich denke hier insbesondere auch solche, welche sich dem Erhalt von alten Nutztierrassen verschrieben haben. Wenn du nämlich naturnah füttern willst mit Grünzeug usw. (Heu ist übrigens eher ein Goodie, das erst bei Trockenfutter wichtig wird, da dieses oft zu wenig strukturierte Faser aufweist und man so versucht gröbste Fütterungsmängel zu kompensieren) dürften gerade ältere Rassen hier ihre Vorzüge ausspielen können, es sei denn, dir schwebt tatsächlich eine industrielle Hochleistungszucht vor. Dann denke ich aber, bist du in diesem Forum an der falschen Stelle Wink.

An Vereinen welche sich dem Erhalt alter Rassen verschrieben haben, gibt es unter anderem die GEH, welche sogar auf ihrer Homepage Kaninchenrassen listen:
http://www.g-e-h.de/geh/index.php/die-rote-liste/rote-liste
oder in der Schweiz wäre die Pro Specie Rara sicher die bekannteste Organisation, aber auf die Schnelle habe ich jetzt nichts gefunden, dass die sich auch mit Kaninchen beschäftigen würden.
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meuspath
Lästermaul


Anmeldungsdatum: 11.01.2011
Beiträge: 244

BeitragVerfasst am: 11.03.2013 14:53    Titel: Re: Geeignete Schlachtrasse gesucht - kein Kraftfutter Antworten mit Zitat

Hier halten sich Liebhaberhalter, darunter viele Vegetarierer/Veganer auf , alleine aus Respekt fände ich es angebracht sowas hier nicht zu besprechen.

Wende Dich doch an entsprechende Foren.
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Schlappohr
Freak


Anmeldungsdatum: 15.02.2013
Beiträge: 360

BeitragVerfasst am: 11.03.2013 15:01    Titel: Antworten mit Zitat

Ich glaube auch, dass du hier im falschen Forum bist.

Informationen über Schlachtrassen wirst du hier kaum bekommen.

Ich selber liebe meine Kaninchen sehr. Jedes hat einen anderen Charakter und sollte die Möglichkeit haben ein langes und glückliches Leben zu führen. Das gilt auch für jedes andere Lebewesen. Deswegen bin ich Vegetarierin. Somit habe ich mich noch nie mit dem Thema Schlachtrassen beschäftigt.


davX hat dir ja schon gute Tipps gegeben, wo du Antworten auf deine Frage bekommen kannst.
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Sarek
Fellnase


Anmeldungsdatum: 10.03.2013
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 11.03.2013 15:19    Titel: Antworten mit Zitat

Danke schonmal für die Hinweise.
Es geht in der Tag um eine möglichst naturnahe Ernährung. Ich möchte meine Kaninchen - als Nutztier - möglichst Artgerecht aufziehen.
Daher auch speziell in diesem Forum die Frage. In einschlägigen Nutztierforen wird ein Loblied auf Mast und Pelltes gesungen ohne die Thematik zu hinterfragen oder gar naturnahe Ernährungsansätze zu verfolgen. Insgesamt finde sich dort eher traditionelle Meinungen.
Hier hingegen habe ich den Eindruck, dass Experten bzgl. der Ernährung anwesend sind.

Es würde mich freuen, wenn ein gegenseitiger Austausch stattfinden würde und nicht gleich dem Thema der Rücken zugekehrt wird.

Grüße
Sarek
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meuspath
Lästermaul


Anmeldungsdatum: 11.01.2011
Beiträge: 244

BeitragVerfasst am: 11.03.2013 15:41    Titel: Antworten mit Zitat

Liebhaberhalter, veganer, vegetarier werden Dein Vorhaben aber weder verstehen noch unterstützen.
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Murx Pickwick
Quoten-Kobold


Anmeldungsdatum: 23.07.2005
Beiträge: 4646
Wohnort: Runkel

BeitragVerfasst am: 11.03.2013 16:36    Titel: Re: Geeignete Schlachtrasse gesucht - kein Kraftfutter Antworten mit Zitat

Es gibt kein Forum, welches diese Fragen wirklich beantworten kann ... Schlachtkaninchen werden mit Pellets gefüttert, basta!
Vielleicht bekommen sie noch ein wenig Grünzeug zu ... gibts auch. Sogar Wiesenfütterung gibts, aber nur zusammen mit Pellets.

Hier im Forum ist wenigstens eine Person, die sich mit der gleichen Frage herumgeschlagen hat ... und mehrere Personen mit Rassekenntnis und noch mehr Menschen mit Erfahrungen mit einer pelletfreien Ernährung von Kaninchen ... bzw sogar so etwas, was man tatsächlich unter artgerecht verstehen könnte, also einer Wiesen-Wegrandernährung.

Also, wo bitte, liebe Leute, soll Sarek ihre Fragen stellen und brauchbare Antworten bekommen, wenn nicht hier?
Wir haben hier im Forum immerhin ne Koryphäe, was Kaninchenernährung angeht, die hat nicht mal der Tierplanet, das zweite Forum, wo ne gewisse Chance besteht, solcherart Fragen beantwortet zu bekommen - ansonsten gibt es nur noch das Schweigen der Lämmer und rabendüsteren Totentanz!

Zitat:
Für mich stellt sich die Frage ebenfalls, allerdings mit folgenden Kriterien die ich bisher noch nicht gelesen habe.
Ich suche eine Fleischrasse, die möglichst nach 4-5 Monaten schlachtreif ist und ausschließlich (gut) mit Grünzeug und Heu ernährt werden kann.

Welches Schlachtgewicht schwebt dir vor?
Was verstehst du unter Grünzeug?
Wie stellst du dir deine Haltung vor?

Oder mal andersherum, wenn du eine Rasse suchst, die mit 4 - 5 Monaten ein Gewicht von über 3kg erreicht, bist du bei den Zika-Kaninchen ... und genau die sind die Kaninchen, die sich für eine Weidehaltung definitiv noch am wenigsten eignen bzw die eine Gemüse-Heu-Mangelernährung nicht mal lange überstehen würden, andere Rassen erreichen mit sowas immerhin Geschlechtsreife und bringen Jungtiere mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Zahnproblemen hoch. Mit Wiese und Wegrand wirst du bei den Zika nach 4 - 5 Monaten nur noch ein Gewicht von 2kg - 2 1/2kg erreichen, ihr hohes Schlachtgewicht erreichen sie nur mit Pellets. Dafür kann man andere Kaninchenrassen mit Pellets nicht zu einem schnelleren und ungesundem Wachstum treiben.

Wenn du jedoch zufrieden bist mit Kaninchen, die nach 4 - 5 Monaten ein Gewicht von 1,5 - 2kg erreichen, weidegängig sind, schnellwüchsig, fruchtbar und mit hoher Wahrscheinlichkeit noch Satzröhren bauen (in Satzröhren geborene Kaninchen sind einfach robuster und wachsen schneller bei gleicher Fütterung der Muttertiere, aber man hat kaum Kontrolle über die Lütten), wäre die Mischung aus Rheinischen Schecken und deutscher Widder brauchbar.
Du kommst dann allerdings nicht drumrum, dir deine eigenen Weidekaninchen zu züchten.
Wenn du mit Kohl, Luzerne und Giersch (mit artenreicher Weide) zufütterst, erreichst du bei dieser Mischung immerhin bei einigen Schlachtkaninchen nach 5 Monaten ein Gewicht über 2kg ... mehr ist aber einfach nicht drin ohne treibendes Futter.

Solltest du vorhaben, deine Schlachthasen mit Alditheke und Heu abzuspeisen - vergiß es, da gibts keine geeignete Rasse!

Wenn du dann auch noch Kaninchen suchst, die ein definiertes Schlachtgewicht bei Weidegang nach 4 - 5 Monaten haben, hast du ein echtes Problem - die Konfektionsgrößenproduktion ist aufgrund der natürlichen Gegebenheiten, die auf einer solchen Weide nunmal bestehen, nicht möglich, da die Kaninchen sich das von der Weide holen, was sie brauchen und nicht das, was für ein optimales Fleischwachstum innerhalb einer definierten Zeit auf Wunschgröße nötig wäre ...
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Ich habe es endlich amtlich (Mitgliedsausweis der Piratenpartei):
"Der Besitzer dieses Dokumentes ist berechtigt, sich seines Verstandes zu bedienen, Informationen zu produzieren, replizieren und konsumieren, sich frei und ohne Kontrolle zu entfalten in Privatsphäre und Öffentlichkeit.

Behinderung dieser Rechte wird geahndet durch die Piratenpartei Deutschland"
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davX
Team


Anmeldungsdatum: 08.06.2004
Beiträge: 8548
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 11.03.2013 22:02    Titel: Re: Geeignete Schlachtrasse gesucht - kein Kraftfutter Antworten mit Zitat

Ich habe die Diskussion zum Thema darf man Kaninchen essen und Fragen zu Leben ohne Fleisch hier abgetrennt:
http://www.degupedia.de/forum/viewtopic.php?t=2941

Da kritische Fragen aber auch dazu gehören, habe ich die ersten Antworten in diese Richtung noch hier im Thread belassen.
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davX
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Anmeldungsdatum: 08.06.2004
Beiträge: 8548
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 11.03.2013 22:09    Titel: Re: Geeignete Schlachtrasse gesucht - kein Kraftfutter Antworten mit Zitat

Ein paar Nachträge von der abgetrennten Diskussion, da es Überschneidungen gab:

Schlappohr hat Folgendes geschrieben:

Zum eigendlichen Thema:

Meine Oma hatte früher Kaninchen zum Schlachten. Das waren normale Stallhasen. Die haben in Ställen gelebt und die wurden nur mit Wiese gefüttert. Pellets, Kraftfutter usw. gab es damals noch nicht. Irgendwann wurden sie dann geschlachtet. Mit welchem Alter das war, weiß ich nicht. Es war früher also üblich Kaninchen nur mit Grünzeug zu ernähren. Somit ist es also möglich.


Andreas hat Folgendes geschrieben:

Hallo Sarek,

das Wesentliche hat Murx ja schon geschrieben. Als Ergänzung vielleicht noch nur zu Info: eigentlich haben große Rassen, bezogen auf ihr Körpergewicht, einen niedrigeren Energie- und Nährstoffbedarf als Zwergrassen. Das ergibt sich aus dem Gesetz von Kleiber über die metabolische Körpermasse. In letzter Zeit gelangt man auch hier noch zu weiteren Erkenntnissen: http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2006/1114/004_herz.jsp

Letztlich ist es aber in der Tat so, dass Tier mit Konzentratfuttern, also Pellets, schneller wachsen und auch ein höheres Endgewicht im vorgesehenen Schlachtalter erreichen. Der Grund ist die hohe Nährstoffdichte in diesen Futtermitteln. Außerdem nutzen kleinere Rassen anatomisch bedingt das Futter besser, weil sie nur verhältnismäßig kleine Bisse abschlucken können und somit intensiver kauen müssen, während größere Rassen halt nicht so intensiv kauen müssen. Trotzdem spricht nichts dagegen, auch mittlere und große Rassen arttypisch zu ernähren. Wichtig ist dabei, möglichst die nährstoffreichen Blätter anzubieten, die Stängel werden normalerweise gemieden bzw. nur dann mitgefressen, wenn die Menge oder die Auswahl im Futter zu gering ist. Damit verringert sich natürlich die Nährstoffmenge, weil Stängel mehr Rohfaser enthalten, die das Kaninchen kaum verwerten kann.

Die Kaninchenmast gab es schon bei den alten Römern und aus dem Mittelalter wurde von Kaninchen berichtet, die viermal schwerer als Wildkaninchen waren. Früher wurde auch immer Kraftfutter zusätzlich gegeben, also z. B. Getreide, vorzugsweise Hafer bzw. Haferkleie. Für die Fleischqualität empfiehlt sich auch der Einsatz diverser Kräuter wie zum Beispiel Thymian und Bewegung für die Tiere ist natürlich immer das Beste. Trotz aller Darstellungen sollte ein gutes Heu natürlich immer zur Verfügung stehen. Wink

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davX
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Anmeldungsdatum: 08.06.2004
Beiträge: 8548
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 12.03.2013 03:15    Titel: Re: Geeignete Schlachtrasse gesucht - kein Kraftfutter Antworten mit Zitat

@Schlappohr
Da kann ich dir recht geben. Die Eltern meiner Mutter als auch der Vater meines Vaters hatten früher beide Kaninchen gehalten und sie selbst geschlachtet. Ernährt wurden diese ohne Pellets, gerade in den ländlicheren Gegenden waren diese nicht geläufig. Es gab zwar so gepresstes Futterzeug, das wurde aber als zu teuer angesehen und vielleicht, wenn überhaupt dann als eine Art Leckerbissen angeboten. "Geleck" nannte sich das dann sinnigerweise. Ich bin mir allerdings nicht sicher inwiefern man sowas auch an Kaninchen fütterte. Was man aber Kaninchen fütterte als eine Art Leckerbissen war in Milch aufgeweichtes hartes Brot. Ich habe verschiedene andere Leute gefragt, die früher Kaninchen hielten und das wurde mir immer wieder erzählt. Ansonsten wurde überwiegend Grünzeug, Gras und teilweise auch Getreide gefüttert.
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Noraja
Freak


Anmeldungsdatum: 25.04.2010
Beiträge: 665
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 12.03.2013 03:36    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

Zitat:

Liebhaberhalter, veganer, vegetarier werden Dein Vorhaben aber weder verstehen noch unterstützen.

Ich schon. Auch wenn ich Liebhaberkaninchenhalterin bin und ich sogut wie keine Milch und fast kein Fleisch verzehre.
Fleisch von eigenen, gut gehaltenen Tieren finde ich den besten Weg um Fleisch zu produzieren, ich hab Hochachtung vor jedem, der das macht. Ich finde es eine gute Sache.



Ich kenne mich auch nicht besonders aus mit Schlachtkaninchenrassen. In meiner Familie wurden vom Grossvater und auch von einigen Onkel Burgunderkaninchen zu Esszwecken gezüchtet.
Ich selber kam darüber auch schon zu einem Burgunder, das war ein ganz tolles, liebes Tier. Und ein Weibchen mit einem Burgundervater und einer Klein"rassigen" Mutter lebte sogar 9 Jahre bei uns.

Der Burgunder und der Burgundermix kamen beide ganz gut mit Wiesenernährung klar, einzig im Winter und im Alter gab es etwas mehr Kraftfutter in Form von Haferflocken, Sonnenblumenkernen und Co.

Burgunder könnte also durchaus eine Rasse sein, die für deine Zwecke ginge. Mit 4-5 Monate sind diese aber noch längst nicht ausgewachsen, das dürfte aber bei allen anderen mittelgrossen und Riesen-Rassen ähnlich sein.

(wie es mit den Masthybriden ist, weiss ich nicht, aber ich befürchte, dass sich diese schlecht für eine Mast ohne Kraftfutter eignen).


Was die Aufzucht von Jungtieren ohne Pellets und Co. angeht, kann ich dir auch von einem Versuch berichten.
Und zwar hat mein Vater mal ein trächtiges Weibchen ausgeliehen (die Weibchen waren Schweizer Schecken, den Bock bekam ich nie zu Gesicht), das bei uns ihre Jungen zur Welt brachte, während deren Schwester beim Besitzer bliebt. Der Nachwuchs entwickelte sich bei mir, wo es kein Kraftfutter gab anders als beim Besitzer. Anfang wuchsen seine deutlich schneller, später holten "meine" aber auf. Das schöne an meinen Wiesenkaninchen war jedoch, dass man die einfach füttern konnte und die nie Verdauungsbeschwerden entwickelten, während die Fertigfuttertiere richtige Verdauungssensibelchen wurden.


Liebe Grüsse
Lina
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Una
Lästermaul


Anmeldungsdatum: 24.10.2011
Beiträge: 119

BeitragVerfasst am: 12.03.2013 17:48    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe 2 (ursprüngliche) Schlachtkaninchen (Riesenschecken).
Die Geschwister meiner beiden werden die nächsten Wochen geschlachtet.

Sie sind jetzt 6,5 Monate alt und wiegen ca. 4kg.
Zusätzlich zu Heu, Wiesenkräutern, Gräsern, Ästen und Karotten füttere ich Kraftfutter in Form von Gerste + Haferflocken (+evtl. Sonnenblumenkerne).
Kurzzeitig habe ich die letzten Wochen mal Pellets gefüttert, bin aber wieder davon abgekommen.
_________________
LG Una
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Sarek
Fellnase


Anmeldungsdatum: 10.03.2013
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 13.03.2013 13:43    Titel: Re: Geeignete Schlachtrasse gesucht - kein Kraftfutter Antworten mit Zitat

Danke für die zahlreichen ausführlichen Antworten! Ich freue mich, dass nicht alle eine Schwarz-Weiß Sichtweise auf die Haltung von Nutztieren haben und kann mich dem gesagten und den Argumenten voll anschließen.

Mittlerweile zweifel ich stark daran, dass nach 4 - 5 Monaten ein ausreichendes Schlachtgewicht erreicht ist. Ich denke bei einer naturnahen Ernährung muss gleichzeitig auch einer längeren Wachstumsphase Zeit eingeräumt werden.
Mit etwas Planung dürfte man das aber so in den Griff kriegen, dass man relativ regelmäßig auf Fleisch zurückgreifen kann.

Zu den Fragen:

Welches Schlachtgewicht schwebt dir vor?
Schlachtkörpergewicht von mind. 2 kg wäre i.O.

Was verstehst du unter Grünzeug?
Ich habe hier Zugriff auf Grünland im Naturschutzgbiet, welches 1 bis maximal 2 mal jährlich geschnitten wird. Die Artenzusammenstellung weiß ich allerdings momentan noch nicht, da es bisher keine größere Bedeutung für mich hatte. Werde aber nach den Arten in diesem Jahr ausschau halten.

Wie stellst du dir deine Haltung vor?
Gemeinschaftshaltung (Geschlechtergetrennt) in größeren Gattern mit der Option im Sommer die Kaninchen auf eine abgezäunte Wiese zu lassen. Hier sind allerdings fasst ausschließlich Klee und gängige Grassorten zu finden.
Problem bei der Gemeinschaftshaltung sehe ich darin, dass zwar 4 - 5 Monate gleiche Geschlechter i.d.R. zusammen gehalten werden können, je älter die Tiere jedoch werden, desdo eher gibt es (richtig) Zoff.
D.h. bei einer naturnahen Ernährung von Nutztieren, die ggf. erst mit 8 - 9 Monaten schlachtreif sind, ist mit erheblichen Schwierigkeiten in der Gemeinschaftshaltung zu rechnen. Allerdings möchte ich auf keinen Fall die Kaninchen alleine halten.
Schwierige Sache..

Grüße
Sarek
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Miriam
Freak


Anmeldungsdatum: 06.09.2010
Beiträge: 370
Wohnort: Offenbach

BeitragVerfasst am: 13.03.2013 14:05    Titel: Antworten mit Zitat

Mir ist schlecht.

Gibt es kein anderes Betätigungsfeld, wo man sich ausleben kann? Warum "verwendet" man Tiere, behandelt sie wie eine Ware? Was macht den Menschen so einzigartig, dass er über das Leben und den Tod anderer Lebewesen bestimmen und es verplanen kann?
Tiere sind keine Ware, auch wenn der Mensch sie ständig dazu macht und sie wie seine Sklaven behandelt.

Das hat auch nichts mit "natürlicher Auslese" zu tun, falls das Argument gleich wieder kommt. Eine natürliche Auslese durch Fressfeinde findet spontan statt, in freier Natur zwischen Räuber und Gejagtem, ohne Schüsse und Speere, sondern mit bloßer Tatze und naturgegebenen Zähnen, die der Mensch offensichtlich nicht hat.

Das "Halten" von Lebewesen, zum Zweck des Fettmachens und Tötens ist eine der unangenehmsten Eigenarten von Spezie Mensch. Vielleicht mal düber nachdenken und lieber Kartoffeln anbauen. Die schauen Einen wenigstens nicht mit ängstlichen Augen an, wenn sie begreifen, was gerade mit ihnen geschehen wird, wenn man nach Einem greift....aber man kann natürlich auch den Blick in die Augen des Tieres vermeiden, wenn man etwas nicht sehen möchte....
_________________
Liebe Grüße
Miriam
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Murx Pickwick
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Anmeldungsdatum: 23.07.2005
Beiträge: 4646
Wohnort: Runkel

BeitragVerfasst am: 13.03.2013 17:33    Titel: Re: Geeignete Schlachtrasse gesucht - kein Kraftfutter Antworten mit Zitat

Kommentar von davX: der folgende Beitrag gehört eigentlich zu der zweiten abgetrennten Diskussion, ist aber versehentlich hier geblieben. Ich habe ihn nun ungefähr am chronologisch richtigen Platz als Kommentar eingefügt im Beitrag von Mirjam, hier: http://www.degupedia.de/forum/viewtopic.php?p=21868#21868

Kommentar ENDE
* * * * *


Zitat:
Ameisen töten Blattläuse nicht, sie nehmen nur den süßen Saft auf, den die Blattläuse ausscheiden.

Ich habe mehrere blattlauskultivierende Ameisenarten beobachtet - schwache und kranke Blattläuse, welche nicht genügend Zuckersaft ausscheiden, werden definitiv getötet und aufgefressen.
Ebenso werden zu klein geborene Blattläuse aufgefressen, nur deshalb sind Blattläuse, die von Ameisen gehalten werden, nach einigen Blattlausgenerationen deutlich größer wie die gleichen Arten, wenn sie wild leben.
Das ist noch nicht alles, teilweise wurden nach meiner Beobachtung der geflügelten Generation sogar die Flügel kupiert, um sie auf der Weide zu halten ...
Es findet hier genau die gleiche Zucht auf Nutzwert statt, wie man sie auch in der Nutzviehhaltung beim Menschen seit Jahrtausenden beobachten kann.

Weiterhin ist es ein von der Romantik beeinflußter Irrglaube, daß es schon immer eine Tierhaltung gab, um Tieren zu helfen - die meisten menschlichen Kulturen hatten für sowas überhaupt nicht die Ressourcen über!
Im Gegenteil, Tierhaltung fing über den Nutzen der Tiere an, Meerschweinchen beispielsweise wurden ursprünglich eingefangen und für rituelle Zwecke zwischengehältert - da es dabei durchaus immer wieder Meerschweinchenjunge gab, hatte man sich (und den wildlebenden Meerschweinchen) den Streß der Jagd erspart und griff zunehmend auf die gefangene, sich selbst weitervermehrende Meerschweinchenpopulation zurück.

Wenn man sich ursprüngliche Hundehaltungen anschaut, findet sich auch hier keine gnädige Aufnahme verletzter Tiere - im Gegenteil, verletzte und alte Wildtiere werden getötet und verwertet, wie es jeder Beutegreifer tut.
Die Vorfahren unserer Hunde wurden vielmehr erst toleriert, da sie die Abfälle der Menschen beseitigten und so Seuchen vorbeugten. Irgendwann muß mal irgendeine Frau herausbekommen haben, daß das Anlegen von Hundewelpen Mastitis vorbeugt - dementsprechend wurden Welpen den Hündinnen weggenommen, um diesen Zweck zu erfüllen. In vielen Teilen der Welt sind diese beiden Nutzungen immer noch die Hauptnutzungsrichtungen von Hunden!
Dazu kam, daß Hunde zu Notzeiten gegessen wurden.

Eine Tierhaltung, um Tiere zu retten, ist nix anderes, wie die Weiterführung von Ablaßbriefen auf eine etwas andere Art ... man selbst fühlt sich gut dabei, daß aber unter Umständen den Tieren es lieber wäre, zu sterben und gefressen zu werden, wie unter Gefangenschaftsbedingungen kastriert weiterzuleben und damit ihres Lebenszweckes beraubt zu werden, wird dabei ausgeblendet. Man kann ja die Tiere auch schlecht fragen, was sie wirklich wollen ...
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