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Ad libitum, ein Irrweg?
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davX
Team


Anmeldungsdatum: 08.06.2004
Beiträge: 8391
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 15.12.2011 19:04    Titel: Ad libitum, ein Irrweg? Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

in einigen Foren und Tierhalterkreise kam in letzter Zeit eine Fütterungsweise in Mode, die sich als "ad libitum"-Fütterung bezeichnet.
Als ich mich in letzter Zeit mit der Ernährung von Wirbellosen und Reptilen beschäftigte, mir aber auch wieder einmal tiefere Gedanken zur Ernährung von Granivoren machte, stellte ich mir zwangsläufig die Frage, ob eine ad libitum Fütterung im Sinne der Sache sein kann und wenn nicht, wo sie denn ihre Grenzen hat.

Die Grundüberlegung ist, dass man versucht die Bedingungen, an welche sich die Tiere in der Natur anpassten auch bei der Haltung in Menschenobhut möglichst gut zu berücksichtigen. Dabei wird schnell klar, es gibt unterschiedlich gut verfügbare Nahrungsbestandteile und entsprechend unterschiedliche Formen der Ernährung:

Grundsätzlich selektieren Tiere auf nährstoffreiche Nahrung, welche ihnen hilft ihren Nährstoff- und Energiebedarf zu decken. Daraus haben sich Allesfresser, Insektenfresser, Frucht- und Samenfresser entwickelt, allessamt Nahrung, die oft limitiert ist und hart umkämpft. Einen Ausweg haben sich die gemeinhin als Pflanzenfresser (Herbivore) bezeichneten Gras- und Blattfresser gemacht, sie suchen sich aus den reichlich verfügbaren aber weniger nahrhaften Nahrungsquellen, den Pflanzen, die Pflanzenteile, welche immer noch relativ viel Energie erhalten, aber einen Kompromiss zwischen Verfügbarkeit und Energiedichte aufweisen. Den geringeren Energiegehalt kompensieren sie dabei einerseits durch das Fressen grösserer Mengen, effizientere Verdauung und spezielle Mechanismen, um nährstoffarme Partikel schnell wieder auszuscheiden.

Wenn wir das also genauer betrachten, dann fällt auf, dass die meisten Tierarten, welche eben keine Herbivoren im engeren Sinne sind, mit Nahrung zurechtkommen müssen, die limitiert und je nach dem auch nicht ganzjährlich in den selben Mengen zur Verfügung steht. Oftmals gibt es Peaks, so dass sie zu anderen Nahrungsquellen wechseln müssen, seien es beispielsweise weniger nährstoffreiche Wurzeln und Knollen oder Früchte anstatt Insekten. Eine ad libitum Ernährung kann da nur unter Vorbehalte entstehen: bei den grossen Peaks ist es möglich, dass die Tiere sich unter Umständen vollfressen können, aber ebenso schnell wie diese auftreten, verschwinden sie wieder und die mühsame Suche nach den nährstoffreichen Quellen beginnt wieder.

Betrachten wir nun die Herbivoren, dann fällt auf, dass diese ihre Nahrungsquellen meist fast das ganze Jahr in relativ grossen Mengen zur Verfügung haben. Der Gedanke an ad libitum Fütterung ist hier naheliegend, verleitet aber gerne zu einer romantischen Sichtweise: erstens sind Herbivore oft nicht auf eine enge, konstant verfügbare Futterquelle spezialisiert und zweitens gibt es gerade in den gemässigten Breitengraden, wo viele unserer Heimsäuger herkommen, starke saisonale Schwankungen in der Verfügbarkeit von Nahrung. Selbst hier muss man sich also die Frage stellen, inwiefern kann eine ad libitum Ernährung funktionieren. Was jedoch klar ist, das Fressen von Wiese, wie wir es hier schon lange diskutieren und praktizieren, das ist eine Form von ad libitum Fütterung, die aber hauptsächlich auf die Wachstumsphase von Frühling und Herbst beschränkt ist, ebenso wie die Wildtiere müssen auch unsere Heimtiere im Winter durch einen Nahrungsengpass, bedingt durch den Mangel an Vielfalt und Quantität von hochwertigem frischem Wiesengrün. Alternativen wie Gemüse, Obst, Zimmerpflanzen usw. sind da kein gleichwertiger Ersatz sondern mehr eine Notlösung.

Dann wären da noch die energiereichen Nahrungsbestandteile. Es wurde in letzter Zeit in vielen Kreisen richtig bemerkt, dass diese wichtiger sind, als lange gemeint wurden und die sogenannt karge Pflanzennahrung ist ein Mythos, der sich fest in den Köpfen vieler Tierhalter festsetzen konnte. Dennoch ist gerade hier eine ad libitum Fütterung mit Skepsis zu betrachten, da gerade energiereiche Nahrung wie Früchte und Samen nur beschränkt verfügbar ist, dort wo sie ganzjährig vorkommt gibt es meist kaum ein Massenauftreten das einen Überfluss erzeugen könnte oder aber dann ist dieser gekoppelt beispielsweise mit dem Beginn der Regenzeit. In den gemässigten Zonen führen die Jahreszeiten zu saisonalen Unterschiede, die Reife von Früchten und Samen fällt daher meist auf den Herbst und Sommer. Dazu kommt, dass gewisse Pflanzen einen mehrjährigen Rhythmus haben, so zu Beispiel die Eichen. Diese können an gewissen Jahren riesige Mengen an Samen produzieren und einen Überfluss erzeugen, der für kurze Zeit ad libitum ähnliche Zustände produzieren kann, während in anderen Jahren kaum Früchte gebildet werden. Bei den Nüssen wiederum haben wir insofern eine etwas besondere Situation, da die Nüsse sich durch eine harte Schale schützen, welche einerseits ihre Lagerfähigkeit verbessert und damit die Verfügbarkeit, andererseits der schnelle Zugang zur energiereichen Samenfrucht erschwert. Insofern ist dieser Initialaufwand zum Knacken der Nüsse in die Kosten-Nutzen-Rechnung einzubeziehen, welche sich Tiere täglich bei der Futtersuche stellen müssen.

Fazit: Die Vorstellungen in der Tierernährung sind oft geprägt von schönmalerischen Bildern, die mit der Wirklichkeit wenig zu tun haben. Wichtig ist daher ein scharfer Blick auf die Situation in der Wildnis, was natürlich auch gute Daten zur Lebensweise und Ernährung in der Wildnis erfordert, die oft auch artübergreifend gesucht werden muss, da einzelne Tierarten teilweise nur schlecht erforscht sind. Das ad libitum Konzept ist bei der Ernährung in der Wildnis unter bestimmten Bedingungen anzutreffen und daher ein Modell, mit dem man arbeiten kann, solange man sich dessen Grenzen und Einschränkungen bewusst ist. Die Entwicklung in jüngster Zeit, dieses Modell uneingeschränkt anzuwenden und ohne genaueres Hintergrundwissen zur Lebensweise und Ernährung in der Wildnis ist jedoch gefährlich. Sowohl die Rationierung wie auch das Angebot von Futter nach Belieben haben ihre Einsatzberechtigung und ihre jeweiligen Einsatzfelder, in denen sie angezeigt sind. Ein verantwortungsvoller Tierhalter ist daher bemüht den goldenen Mittelweg zu finden, indem er sich auf Erfahrungswerte und Wissen über die Daten aus der Wildnis stützt.
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Andreas
Kaninchen würden Wiese kaufen


Anmeldungsdatum: 27.02.2009
Beiträge: 1228

BeitragVerfasst am: 16.12.2011 21:28    Titel: Antworten mit Zitat

Nein, eine Fütterung, bei der die natürliche, arttypische Nahrung ad libitum zur Verfügung steht, ist ganz sicher kein Irrweg - aber das, was manche daraus machen. Man ist halt der Meinung, mit Alternativen würde das genauso gut funktionieren.

In der Fütterung gibt es so ziemlich jede Variante und Möglichkeit. Ich selbst vertrete nur eine von zig Sichtweisen, wie man Kaninchen ernähren könnte. Diese Sichtweise ist nicht neu, im Gegenteil. Sie existiert schon seit Jahrhunderten und wird auch heute von vielen Züchtern und Haltern praktiziert, auch wenn man es nicht glauben mag. Sie basiert im Prinzip auf der Zusammensetzung der Nahrung von Wildkaninchen und es klappt ganz wunderbar ohne dicke Tiere, Erkrankungen oder Verluste von Jungtieren in der Aufzucht. Einen Namen braucht diese Fütterung nicht, weil sie auch ganz toll ohne funktioniert.

Andere Sichtweisen basieren auf Alternativen wie Heu und Gemüse und Kräutern aus dem Markt. Letzteres ist sicher nicht schlecht, kann aber ein Kaninchen nicht ernähren. Viele Kräuter sind recht speziell, was die Inhaltsstoffe angeht. Sie gelten nicht ohne Grund als „Gewürzkräuter“. Aber Heu und Gemüse ist Mist, egal in welchen Mengen. Mein Standpunkt dazu ist, glaube ich, mittlerweile bekannt.

Ein Nachteil wird immer ein Nachteil bleiben - auch wenn er ad libitum angeboten wird!

Der Hauptkritikpunkt an dem Buch „Kaninchen würden Wiese kaufen“ war und ist, dass ich zu wenig Alternativen anbieten würde. Das hat auch einen Grund: es gibt eigentlich keine – zumindest keine, die die Mehrzahl an Kaninchen auf lange Zeit gesund erhalten könnte. Nun fühlt sich offenbar mancher bemüßigt, diese Lücke zu füllen und Alternativen bieten zu müssen. Ein neuer Mythos ist geboren, und wir durften diese (Miss-)Geburt live mit verfolgen.

Ich werde mittlerweile oft mit irgendwelchen Darstellungen in Verbindung gebracht, mit denen ich absolut nichts zu tun habe und auch nichts zu tun haben möchte. Das ist extrem ärgerlich. Ich empfehle natürlich eine ad-libitum-Fütterung, aber nicht von Gemüse. Das ist auch schon in dem Buch nachzulesen.

davx hat Folgendes geschrieben:
Das ad libitum Konzept ist bei der Ernährung in der Wildnis unter bestimmten Bedingungen anzutreffen und daher ein Modell, mit dem man arbeiten kann, solange man sich dessen Grenzen und Einschränkungen bewusst ist.


Wildkaninchen steht ihr Futter rund um die Uhr zur Verfügung, das heißt, sie können fressen, wann sie wollen „ad libitum“. Sie können eigentlich nur durch 3 Faktoren am Fressen gehindert werden:
1. es ist kein Futter vorhanden
2. es sind Feinde in der Nähe
3. das Wetter (Starkregen, Schnee etc.) hindert sie am Fressen.

Was steht Wildkaninchen in der Natur ad libitum zur Verfügung?
Vorrangig sind das Gräser, die selbst bei Schnee noch gefressen werden. In der Vegetationsperiode kommen noch Kräuter dazu. Weiterhin ist es Laub von Bäumen und Sträuchern, Triebe, Schößlinge bzw. Setzlinge, Rinde, Kulturpflanzen, Samen, Pilze, Moose und Flechten. Mit dieser Nahrung kommt es bestens zurecht, Hauptkrankheiten sind Myxo und RHD sowie noch Kokzidiose für junge Tiere und alte Tiere in sehr schlechten Zeiten.

Was steht Hobbykaninchen ad libitum zur Verfügung?
Heu.

Das war‘s. Alles andere wird rationiert. Hauptkrankheiten sind Zahn- und Kiefererkrankungen, jede Art von Magen-/Darmerkrankung, Abszesse, Encephalitozoonose, Kokzidiose … Ist das nicht unglaublich? Selbst manche Tierärzte sind aber der Überzeugung, dass der Unterschied in der Nahrung von Wild- und Hauskaninchen unbedeutend wäre.

Glaubt denn wirklich jemand allen Ernstes daran, dass dieses Abweichen von der Natur ohne Folgen bleibt?

Jetzt kommt man mit Gemüse, weil es bequem zu kaufen und lagern ist, und füttert es einfach in Riesenmengen rund um die Uhr. Wahrscheinlich denkt man, weil Gemüse auch Pflanzen sind, könnte man es einfach als Ersatz nehmen. Es gibt sogar Argumente, dass das Gemüse ja von irgendwelchen Urformen abstammen würde und deshalb ein guter Ersatz wäre. Ich lese manchmal fassungslos, welche Gemüse-Berge an Kaninchen verfüttert werden – und man sich über Durchfall wundert. Mich wundert’s nicht, weil sich die Zusammensetzung der Rohfaser nun einmal deutlich zu der von Gräsern und Kräutern unterscheidet. Wenig strukturiert und fast komplett verdaulich – da fehlt einfach der Ballast, den ein Kaninchen nun einmal braucht.

Wieso sollte „ad libitum“ ein Irrweg sein? Weil Halter nicht in der Lage sind, genügend arttypische Nahrung zu beschaffen? Deswegen ist doch aber eine Haltung und Fütterung von Heimtieren, die sich an dem Vorbild der Wildtiere orientiert, nicht schlecht, oder? Wink

davx hat Folgendes geschrieben:
Die Entwicklung in jüngster Zeit, dieses Modell uneingeschränkt anzuwenden und ohne genaueres Hintergrundwissen zur Lebensweise und Ernährung in der Wildnis ist jedoch gefährlich.

Richtig. Interessanterweise wissen ja viele, wie Wildkaninchen leben und was sie fressen. Sie wollen es aber trotzdem lieber mit Alternativen versuchen – und das geht dann eben schief. Schade für die Tiere.
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Noraja
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Anmeldungsdatum: 25.04.2010
Beiträge: 665
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BeitragVerfasst am: 18.12.2011 01:00    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo

ich find das Thema sehr spannend und hoffe, ich kann dann ab Weihnachten mehr dazu schreiben. Erstmal nur ganz kurz, weil es mich halt doch in den Fingern juckt, etwas zu schreiben.

Zitat:
Wieso sollte „ad libitum“ ein Irrweg sein? Weil Halter nicht in der Lage sind, genügend arttypische Nahrung zu beschaffen? Deswegen ist doch aber eine Haltung und Fütterung von Heimtieren, die sich an dem Vorbild der Wildtiere orientiert, nicht schlecht, oder?

Orientierung an der Ernährung der Wildtiere finde ich wichtig. Und genau da kommt dann schon der Lebensraum und das Futter der jeweilgen Tierart ins Spiel. Wie David im Eingangspost erwähnt, haben verschiedene Tiere ganz unterschiedliche Ernährungsgewohnheiten.

Während ich z.B. meinen Kaninchen meistens frisches Grün zur Verfüfung stelle, weil sie es in der Natur auch nicht anders hätten, hab ich das bei den Wellensittichen anders gehandhabt. Denn mit einem ständigen ausgewogenen Nahrungsungsangebot hab ich bei den Wellensittichen nicht so gute Erfahrungen gemacht, denn dann sind die Vögel ständig in Brutlaune, eins meiner Weibchen hat sogar eine Zeitlang zweitäglich ein Ei gelegt, obwohl gar kein Brutkasten vorhanden war und war darob nach einer Zeit körperlich völlig ausgemergelt.

Nachdem ich begonnen habe, phasenweisen "Trockenzeiten" einzuführen erholte sie sich wieder und den anderen ging es anscheinend gleichgut, wie bei ständiger guter Fütterung.

Sehr lange hab ich allerdings nicht mit wechselhafter Fütterung experimentiert, weil ich mich studiumshalber dann von meinen Vögeln trennete.

Aber ständig Futter ad libitum halte ich bei Wellensittichen aus meiner Erfahrung heraus nicht für optimal, den in der ariden, zentralaustralischen Steppenlandschaft, wo sie herkommen, gibts auch nicht immer Futter im Überfluss, sondern die riesigen Vogelschwärme müssen bei Trockenheit weit wegziehen um an Orte zu kommen, wo es reife Samen gibt. Und sobald das Futterangebot mal gut ist, wird gebrütet.
Mit einem ständig gleichbleibenden Futterangebot verhindert man einen angemessenen Rhytmus zwischen Brut- und Ruhezeiten. Denn anders als andere Vögel reagieren Wellensittiche auch kaum/nicht auf die Tageslänge, man kann sie problemlos auch mitten im Winter in Brutstimmung bringen.
(meine Vögel hatten eine Voliere, die teils im Haus und teils im Garten lag - und bekamen daher Tageslängen und Wetter mit)

Liebe Grüsse
Lina
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Noraja
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Anmeldungsdatum: 25.04.2010
Beiträge: 665
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 18.12.2011 01:20    Titel: Antworten mit Zitat

(da mamas Laptop etwas gegen editieren hat - ich bekomme nach Klick auf "edit" ein leeres Fenster !? , mache ich den Nachtrag halt hier)

Falls von euch jemand schauen will, wie die nahrungsreichste Zeit der Wellensittiche aussieht (ganz zum Schluss gibts noch ein Symbolbild zur Trockenzeit):
die Doku finde ich noch recht gelungen: http://www.youtube.com/watch?v=lpud8NeilCw (fand sie nun leider nicht mit besserer Bildqualität)

da sieht man auch, dass sich Wellensittiche in Paarhaltung bestimmt sehr einsam vorkommen

Liebe Grüsse
Lina
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Andreas
Kaninchen würden Wiese kaufen


Anmeldungsdatum: 27.02.2009
Beiträge: 1228

BeitragVerfasst am: 18.12.2011 11:07    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Lina,

unseren Tiere die Möglichkeit zu verwehren, ständig Futter zur Verfügung zu haben, würde bedeuten, ich müsste den Garten komplett asphaltieren und die Bäume und Sträucher entfernen.

Wenn ich dann noch das Futter rationiere, wüsste ich genau, was passiert: ihr Verhalten würde sich komplett ändern. Normalerweise sind sie ja nur einen Teil des Tages auf Nahrungssuche und in dieser relativ kurzen Zeit müssen sie aus der Nahrung, die ihnen zur Verfügung steht, alles herausholen, was sie brauchen. Sie könnten nicht mehr einzelne Grashalme oder Kräuter prüfen und auswählen, sondern müssten recht zügig fressen, weil sie irgendwann wissen, dass das bereitgestellte Futter nur für eine kurze Zeit zur Verfügung steht und es außer Heu nichts anderes gibt. Das Risiko steigt, dass sie irgend etwas mitfressen, was sie sonst vielleicht liegenlassen würden, weil es ihnen schaden könnte. Was ist, wenn das Heu kontaminiert ist?

Das nenne ich „Stress“, und zwar negativen Stress. Negativer Stress über längere Zeit führt zu einer Schwächung des Immunsystems. Wenn man davon ausgeht, dass für die meisten Kaninchen das Futter sowieso qualitativ (Gemüse) mangelhaft ist, sind Erkrankungen also vorprogrammiert – man kann regelrecht darauf warten. Sicher wird nicht jedes Tier krank, dass hat es aber nur dem Umstand zu verdanken, dass es alle Aktivitäten herunter fährt, es keinen Feinddruck hat und nicht witterungsabhängig ist. Günstigenfalls passt noch die Gruppenzusammensetzung, so dass es nicht noch mit Auseinandersetzungen zusätzlich Stress hat.

Das heißt, die Lebensqualität für diese Tiere ist nicht besonders hoch, auch wenn sie alt werden.

Noraja hat Folgendes geschrieben:
Aber ständig Futter ad libitum halte ich bei Wellensittichen aus meiner Erfahrung heraus nicht für optimal, den in der ariden, zentralaustralischen Steppenlandschaft, wo sie herkommen, gibts auch nicht immer Futter im Überfluss, sondern die riesigen Vogelschwärme müssen bei Trockenheit weit wegziehen um an Orte zu kommen, wo es reife Samen gibt.

Das geht es den Kaninchen in Australien nicht anders. Bei großer Trockenheit klettern sie sogar in Bäume und Sträucher, um an Grünes heranzukommen. Da Sie keine Zugtiere sind (also bei Nahrungsknappheit weiterwandern), sterben in Zeiten anhaltender Trockenheit und wenn die Nahrung weg ist, ganze Populationen aus. Unabhängig von Deinem Beispiel mit Wellensittichen - Ich mag die Vergleiche mit Australien nicht, die immer unweigerlich kommen, wenn es in Diskussionen um die „richtige“ Ernährung geht, genauso wenig wie solche mit den Kerguelen oder Porto Santo. Die Tiere wurden dorthin gebracht und müssen jetzt sehen, wie sie zurechtkommen. Was immer vergessen wird – sie zahlen für das Zurechtkommen einen sehr hohen Preis.

Zurück zu unseren Kaninchen: ich würde nie für eine Fütterung plädieren, von der ich wüsste, dass sie Nachteile für das Tier birgt. Deshalb plädiere ich auch dafür, den Tieren ihre arttypische Nahrung ad libitum zur Verfügung zu stellen. Wenn andere meinen, daraus Alternativen ableiten zu müssen, hat das nichts mit der ursprünglichen Empfehlung zu tun. Diese Alternativen funktionieren nicht oder nur bedingt – trotzdem ist die Art und Weise, wie sich Wildkaninchen und auch unsere Tiere ernähren, nicht falsch bzw. ein Irrweg. Ein Irrweg wird es erst, wenn man davon abbiegt.
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Noraja
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Anmeldungsdatum: 25.04.2010
Beiträge: 665
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BeitragVerfasst am: 18.12.2011 17:31    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

Zitat:
unseren Tiere die Möglichkeit zu verwehren, ständig Futter zur Verfügung zu haben, würde bedeuten, ich müsste den Garten komplett asphaltieren und die Bäume und Sträucher entfernen.

Wie kommst du jetzt da drauf? Laughing
Für mich steht völlig ausser Frage, dass ein ständiges Angebot an grünen Wildpflanzen für Kaninchen naheliegend und sinnvoll ist. Ich füttere ja auch so.

Ich finde nur nicht, dass man von Kaninchen auf jede Art Haustiere schliessen kann. Verschiedene Tierarten sind unterschliedlich und haben unterschiedliche Bedürfnisse, eine ständige ad libitum Ernährung macht aus meiner Sicht einfach nicht bei allen Tierarten Sinn.

Bei unspezialisierten Grünpflanzenfressern wie dem Kaninchen, das in der Natur meistens gute Nahrungsbedingungen vorfindet z.B. schon,
bei einem Lauerjäger, wie z.B. einer Boa, die in der Natur auch lange warten muss, bis sie ein Beuteier erwischt, z.B. nicht.
Kommt halt wirklich drauf an, wie die Tierart in der Natur lebt.

Bloss weil eine Fütterungspraxis für Meerschweinchen gut ist, ist sie für eine Vogelspinne nicht automatisch brauchbar.


Liebe Grüsse
Lina
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davX
Team


Anmeldungsdatum: 08.06.2004
Beiträge: 8391
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 18.12.2011 19:29    Titel: Re: Ad libitum, ein Irrweg? Antworten mit Zitat

Hallo Andreas,

nun ist mir Lina dazwischengekommen (selber schuld Laughing), aber ich schreibs jetzt trotzdem. Erst mal möchte ich mich bedanken für deinen Beitrag zum Thema Kaninchen. Ich finde das sehr wertvoll, auch wenn ich das Thema natürlich etwas allgemeiner mir durch den Kopf gehen liess Wink.
Aber wir brauchen natürlich beides der Blick in die Details wie auch der breitere, artübergreifende Vergleich... Wink

In grossen Teilen stimme ich mit deiner Meinung überein, aber auf folgende Aussage will ich doch etwas genauer eingehen:

Zitat:

Wildkaninchen steht ihr Futter rund um die Uhr zur Verfügung, das heißt, sie können fressen, wann sie wollen „ad libitum“. Sie können eigentlich nur durch 3 Faktoren am Fressen gehindert werden:
1. es ist kein Futter vorhanden
2. es sind Feinde in der Nähe
3. das Wetter (Starkregen, Schnee etc.) hindert sie am Fressen.

Das stimmt aber auch nur bedingt, zumindest wenn ich an die Situation in Chile denke und an den Umstand, dass diese durchaus mit südlichen Teilen Spaniens (La Doñana Nationalpark, cf. Jaksić & Soriguer 1981). In Chile haben Kaninchen genauso wie die dort heimischen Degus mit dem Umstand zu kämpfen, dass während der Trockenzeit nährstoffreiche Kräuterfluren austrocknen und sie auf weniger nährstoffreiche Blätterkost ausweichen müssen. Dazu kommt, dass durch die Beweidung und der fortschreitende Niedergang (und Austrocknung) der Kräuterfluren die Wege zu den ertragreichen Futterplätze (food paches) immer weiter werden und das Risiko durch Prädatoren erwischt zu werden steigt ebenfalls. Viele Degus sterben in dieser Zeit, weil sie der Prädation zum Opfer fallen oder durch die schlechte Verfügbarkeit von guter Nahrung geschwächt werden.
Den Kaninchen ging es in Chile lange Zeit anders, während sie in Spanien eine ähnliche Situation wie die Degus in Chile hatten. Der Vorteil der chilenischen Kaninchen war, dass sie kaum Feinde fürchten mussten und weitab von schützender Vegetation Nahrung suchen konnten und sich so eine konkurrenzlose Nahrungsquelle erschliessen konnten. Doch das hat sich in den letzten Jahrzehnte zumindest teilweise geändert: sowohl Greifvögel als auch Füchse haben gelernt vermehrt Kaninchen in ihr Nahrungsspektrum aufzunehmen.

Nebenbei bemerkt: Sowohl Kaninchen als auch die Degus haben einen starken Einfluss auf die Steppenvegetation in Chile und vermutlich sieht es ähnlich aus in Spanien. Die Dynamiken zwischen Pflanzengesellschaften und diesen Tieren ist höchst interessant und gerade in Chile gut erforscht. In Chile bilden sich durch diese Herbivoren regelrechte Pflanzeninseln, Pflanzen ausserhalb dieser Inseln haben wenig Überlebenschancen, da die jungen Keimlinge schnell von Degus und Kaninchen gekillt werden. Auch nehmen beide Arten Einfluss auf die Zusammensetzung der Pflanzenarten, durch gezieltes Fressen gewisser Arten und Pflanzenteile... aber das ist dann wieder ein anderes Thema Wink.

Natürlich kann man das mit den sich verschlechternden Jahreszeiten in Chile und Spanien jetzt als Haarspalterei anschauen, aber ich denke, es zeigt auch, dass solch einfache Konzepte wie "Lebensweise in der Wildnis kopieren" etc. unter Umständen zu kurz greifen. Das was wir in Menschenobhut anstreben ist zwar stark orientiert an der Lebensweise in der Wildnis, jedoch optimiert auf die gehaltenen Tiere. Da können zwar Hungerperioden bei gewissen Tierarten von Vorteil sein, da sie zum Beispiel bei Reptilien die Brunft im kommenden Frühling anregen und die Vitalität der Tiere steigern, andererseits leiden gerade viele Säugetiere unter solchen Notzeiten, welche für die Haltung in Menschenobhut offenbar keine nennenswerte Vorteile haben, sehr wohl aber Nachteile bergen.
Insofern denke ich auch, dass dein Ernährungs- und Haltungskonzept einem Optimum für die Haltung in Menschenobhut (was aus unserer Sicht erstrebenswert wäre) sehr nahe kommt, da wohl eine ganzjährige ad libitum Situation beim Grünfutter in Form von Wiese, Gräser, Kräuter, Rinde/Laub das Optimum sein dürfte.

Andreas hat Folgendes geschrieben:

Richtig. Interessanterweise wissen ja viele, wie Wildkaninchen leben und was sie fressen. Sie wollen es aber trotzdem lieber mit Alternativen versuchen – und das geht dann eben schief. Schade für die Tiere.

Ja sie meinen, dass sie es wüssten, nur wenn man sich durchliest, was sie tatsächlich wissen, dann ist das oft erschreckend wenig und verallgemeinerend.

Noraja hat Folgendes geschrieben:

Während ich z.B. meinen Kaninchen meistens frisches Grün zur Verfüfung stelle, weil sie es in der Natur auch nicht anders hätten, hab ich das bei den Wellensittichen anders gehandhabt. Denn mit einem ständigen ausgewogenen Nahrungsungsangebot hab ich bei den Wellensittichen nicht so gute Erfahrungen gemacht, denn dann sind die Vögel ständig in Brutlaune, eins meiner Weibchen hat sogar eine Zeitlang zweitäglich ein Ei gelegt, obwohl gar kein Brutkasten vorhanden war und war darob nach einer Zeit körperlich völlig ausgemergelt.

Danke Lina für dieses gute Beispiel.

Zitat:

Bloss weil eine Fütterungspraxis für Meerschweinchen gut ist, ist sie für eine Vogelspinne nicht automatisch brauchbar.

Richtig, genau das war meine Motivation, das Thema hier aufzugreifen und zu vertiefen.
Ich habe es nämlich immer wieder festgestellt, dass es zwei häufige Extremreaktionen in Tierhalterkreisen gibt:
1. Unzulässige Verallgemeinerungen wie du sie beschreibst, wobei ich sagen muss, dass ich selber teilweise Schwierigkeiten damit habe und es manchmal schwierig ist zwischen Mythos und Realität zu unterscheiden.
2. In die entgegengesetzte Extremrichtung geht die Ansicht, dass zwei (eng verwante) Arten total unterschiedliche Ernährungsansprüche hätten, so zum Beispiel Degu und Chinchilla. Es war nämlich lange Zeit die Meinung, dass der Degu keine Pellets dürfe, während diese für Chinchillas geradezu lebensnotwendig seien und während der Degu durchaus etwas Grünfutter darf, sei dieses für Chinchillas höchst gefährlich.

Um bei diesem Thema einen besseren Durchblick zu bekommen ist aus meiner Sicht es wichtig, dass unterschiedliche Arten miteinander verglichen werden können, je mehr gute Beispiele wir heranziehen können, desto besser können wir auch abschätzen, wie es sich mit Verallgemeinerungen hält, in welchen Fällen sie sinnvoll sein könnten und unter welchen Bedingungen die Wahrscheinlichkeit gross ist, dass sie ins Leere führen.

Literatur:

Jaksić, F.M. Soriguer, R.C. 1981. Predation upon the European rabbit (Oryctolagus cuniculus) in mediterranean habitats of Chile and Spain: a comparative analysis. Journal of Animal Ecology 50: 269-281.
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Andreas
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Anmeldungsdatum: 27.02.2009
Beiträge: 1228

BeitragVerfasst am: 18.12.2011 22:29    Titel: Antworten mit Zitat

Noraja hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
unseren Tiere die Möglichkeit zu verwehren, ständig Futter zur Verfügung zu haben, würde bedeuten, ich müsste den Garten komplett asphaltieren und die Bäume und Sträucher entfernen.

Wie kommst du jetzt da drauf? Laughing

Das wäre für mich die einzige Möglichkeit, unsere Kaninchen nicht ad libitum zu ernähren. Wink

Noraja hat Folgendes geschrieben:
Ich finde nur nicht, dass man von Kaninchen auf jede Art Haustiere schliessen kann. Verschiedene Tierarten sind unterschliedlich und haben unterschiedliche Bedürfnisse, eine ständige ad libitum Ernährung macht aus meiner Sicht einfach nicht bei allen Tierarten Sinn.

Da bin ich anderer Meinung, aber das würde zu weit führen. Man muss dann sicher auch unterscheiden, wie genau und eng jetzt "ad libitum" definiert ist und ob man dann das Beispiel Deiner Boa darauf anwenden könnte.

Das Hauptproblem sind, neben falscher Nahrung, außerdem die Haltungsbedingungen und Eingriffe am Tier wie z. B. die Kastration.

@David
Kaninchen kommen in sehr vielen Lebensräumen recht gut zurecht. Wenn man sich an den grundlegenden Gegebenheiten wie Physiologie, Nahruingsspektrum und -aufnahme orientiert, lässt sich nicht mehr viel falsch machen - es sei denn, man ändert durch suboptimale Haltungsbedingungen oder Fütterung die Voraussetzungen. Dann kommen die Probleme. Genauso wie in der Natur und völlig egal, wo. Wink
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meuspath
Lästermaul


Anmeldungsdatum: 11.01.2011
Beiträge: 244

BeitragVerfasst am: 19.12.2011 11:50    Titel: Antworten mit Zitat

Code:
Deshalb plädiere ich auch dafür, den Tieren ihre arttypische Nahrung ad libitum zur Verfügung zu stellen.

Das sehe ich auch so, aber leider gibt es ja ein paar Monate im jahr wo keine Wiese verfügbar ist , für diese Zeit greife ich neben Ästen die ich noch in der Natur besorgen kann, auf kaufbares Grünzeug zurück und fahre damit ganz gut.
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Andreas
Kaninchen würden Wiese kaufen


Anmeldungsdatum: 27.02.2009
Beiträge: 1228

BeitragVerfasst am: 22.12.2011 19:46    Titel: Antworten mit Zitat

meuspath hat Folgendes geschrieben:
Code:
Deshalb plädiere ich auch dafür, den Tieren ihre arttypische Nahrung ad libitum zur Verfügung zu stellen.

Das sehe ich auch so, aber leider gibt es ja ein paar Monate im jahr wo keine Wiese verfügbar ist...

Zumindest in den Gegenden, die ich kenne und in denen Wildkaninchen leben, trifft das nicht zu. Hier gibt es genügend Nahrung. Schlimm war es nur voriges Jahr, als viel Schnee lag - aber das waren zwei Wochen, und nicht Monate.

Für unsere Tiere habe ich in der Zeit nachgeholfen, indem ich Schnee auf der Wiese geschoben und geschaufelt habe. Wäre mal interessant zu wissen, was die Nachbarn gedacht haben...

Ansonsten haben sie immer Futter von der Wiese, Gemüse gibt es so gut wie gar nicht, aber halt Trockenfutter. Das enthält im Wesentlichen das, was sie auch in der Natur finden könnten.

meuspath hat Folgendes geschrieben:
[code]...für diese Zeit greife ich neben Ästen die ich noch in der Natur besorgen kann, auf kaufbares Grünzeug zurück und fahre damit ganz gut.

Das klingt fast so, als wolltest Du das rechtfertigen - musst Du aber nicht, jedenfalls nicht vor mir. Wink

Wenn Tiere ganzjährig entsprechend ihren Bedürfnissen ernährt werden, dürfte der Winter kein allzu großes Problem sein. Die Depots sind gefüllt und ein Mangel macht sich oft erst nach längerer Zeit bemerkbar. Wenn man z. B. Kaninchen in der Wohnung hält und kein Vitamin D über das Futter zuführt, ist es nach ca. 5 Monaten im Blut nicht mehr nachweisbar. Wer seine Tiere natürlich hält und ernährt, hätte also selbst nach einem Winter noch kein Problem mit diesem Hormon.

freundliche Grüße,
Andreas
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Andreas
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Anmeldungsdatum: 27.02.2009
Beiträge: 1228

BeitragVerfasst am: 22.12.2011 22:46    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

da ich häufig mit einer Fütterung in Verbindung gebracht werde, die neuerdings als "Ad-Libitum"-Fütterung im Umlauf ist, möchte ich noch einiges zu diesem Thema loswerden.

Die meisten Darstellungen haben nichts damit zu tun, was ich im Sinn habe, wenn es um eine gute Ernährung von Kaninchen geht. Das, was ich gut finde und was ich auch empfehlen würde, ist eine Fütterung nach dem Vorbild von Wildkaninchen - und zwar denen, die in Europa leben und nicht in Timbuktu. Bereits vor der letzten Eiszeit lebten Kaninchen in ganz Europa, erst die Eiszeit hat sie nach Spanien und Portugal zurückgedrängt, wo die zwei ursprünglichen Formen (Oryctolagus cuniculus cuniculus und Oryctolagus cuniculus algirus) heute noch leben. Nach Nordafrika kam es mit „Hilfe“ des Menschen.

Das Verdauungssystem von Wild- und Hauskaninchen ist identisch. Das heißt, es ist nicht „ungefähr“ oder „fast“ das Gleiche, sondern es ist exakt das Gleiche. Es gibt zwar Abweichungen in Körperfunktionen und einigen Organen zwischen Wild- und Hauskaninchen, diese sind aber auf die faule und sorgenfreie Lebensweise ohne Feinde zurückzuführen. Trotzdem ist deren Funktionsweise natürlich die Gleiche. Auch, wenn das Herz des Hauskaninchens kleiner ist, pumpt es trotzdem Blut und auch wenn das Augenvolumen geringer ist, sieht das Kaninchen trotzdem damit.

Das Verdauungssystem ist Bestandteil der Evolution, das Hasenartige seit ca. 55 Mio Jahren in Gebieten überleben lässt, in denen sie die Nahrung finden, die sie brauchen. Die Art Oryctolagus cuniculus sp. ernährt sich weltweit weitgehend von der gleichen Nahrung. Es mag Gebiete geben, wo die Zusammensetzung der Nahrung etwas vom Durchschnitt abweicht, aber in der Regel sind das in der Reihenfolge ihrer Bevorzugung und Menge Gräser, Kräuter, Blätter von Bäumen und Sträuchern, junge Triebe, Knospen, Rinde, Wurzeln, Moose, Flechten, Pilze und Samen. In kultivierten Flächen fressen sie die oberirdischen Bestandteile von Kulturpflanzen. In Zeiten von Trockenheit werden Knollen benagt – aber nicht, um davon einen Nährstoffbedarf zu decken, sondern einen Wasserbedarf.

In dem folgenden Diagramm ist eine Aufstellung der Nahrung von Kaninchen dargestellt, die in Tschechien lebt. Ich bringe das es an dieser Stelle deshalb noch einmal, weil Homolka recht detailliert die Komponenten aufführt.



In diesem Diagramm ist etwas allgemeiner der durchschnittliche, prozentuale Jahresanteil von Komponenten in der Hauptnahrung von Kaninchen in Europa aufgeführt, die in Holland, Tschechien, Großbritannien, Frankreich und Spanien leben.



Eigene Beobachtungen und zahlreiche Quellen lassen den Schluss zu, dass Gemüse in keiner Form in irgendeiner erwähnenswerten Menge zur Nahrung von Wildkaninchen gehören würde. Selbst Hauskaninchen verschmähen Gemüse, wenn in ausreichender Menge, Qualität und Zusammensetzung arttypische Nahrung zur Verfügung steht.

Wenn in der heutigen Kaninchenfütterung Heu, Gemüse und Trockenfutterpresslinge , egal in welcher Menge, im Einsatz sind, hat das nichts, aber auch gar nichts mit der arttypischen Nahrung von Kaninchen zu tun – es sind Alternativen. Es ist völlig normal, dass Alternativen, die so weit weg von der eigentlichen Nahrung sind, Krankheiten hervorrufen. Dabei beißt sich immer die Katze in den Schwanz, wenn ich mal dieses Sprichwort bemühen darf.

Wenn in der Heimtierhaltung Heu und Gemüse „ad libitum“ angeboten wird, hat das Kaninchen die Wahl zwischen einem nährstoffarmen, schlecht verdaulichen und einem nährstoffarmen, gut verdaulichem Futtermittel. Es muss also immer das kleinere Übel wählen, um sich zu ernähren. Für viele Kaninchen wird das wohl Gemüse sein. Das Problem dabei ist, dass es damit zu wenig strukturierte, schlecht verdauliche Rohfaser aufnimmt. Damit sind z. B. die oft erwähnten Durchfälle bei einer exzessiven Gemüsefütterung erklärbar.

Zähne, die regelmäßig abgeschliffen werden müssen, gehören heute fast schon zur normalen Realität für Heimkaninchen. Ein Grund von vielen für eine schlechte Calziumverwertung ist z. B. das Ca/P-Verhältnis in der Nahrung, welches idealerweise 2:1 - 2:1,5 betragen sollte. Wenn man sich Gemüse in dieser Hinsicht ansieht, muss man sich nicht wundern, dass bei einer dauerhaften, überwiegenden Fütterung ein Zahnproblem entsteht.

In dem Diagramm ist der grüne Bereich das ideale Ca/P-Verhältnis, was darunter (links) liegt, verschlechtert den Einbau von Calcium in Knochen und Zähne, was darüber liegt (rechts), kann zu Demineralisierung von Knochen und Zähnen führen.



Aminosäuren sind die Bausteine der Proteine (Eiweiße). Besonders wichtig sind die erstlimitierenden Aminosäuren, weil diese die Verwertung aller Aminosäuren beeinflussen (Liebig‘sches Fass bzw. Minimumgesetz). In dem folgenden Diagramm sind diese im Vergleich zum Bedarf dargestellt. Alles, was über Null liegt, ist ok, was darunter liegt, bedeutet einen Mangel.



Selbst wenn ich den Mangel von Gemüse „ad libitum“ anbiete, kann ich ihn nicht beseitigen - gemeinsam mit Heu wird er lediglich verstärkt.

Diese beiden Beispiele sind nur ein winzig kleiner Ausschnitt aus dem Gesamtpaket „Gemüse = Mangel“, auch wenn man es „ad libitum“ anbietet. Da hilft auch nicht das Beschwören von wilden Vorfahren der Gemüsesorten. Das heutige Gemüse hat damit überhaupt nichts mehr zu tun.

Das Füttern von Gemüse gab es schon immer, es war aber mehr eine Fütterung zur Vervollständigung der Grundnahrung, also eine zusätzliche Gabe. Daraus ein Hauptfutter zu machen, geht ebenso in die falsche Richtung, wie die frühere, exzessive Heufütterung in der Heimtierhaltung.

„Ad libitum“ gab es schon immer, die Bezeichnung wurde und wird für eine Form der Fütterung gewählt, die kurz und bündig erklärt, das etwas nicht rationiert angeboten wird bzw. zur Verfügung steht. Es ist ein lateinischer Ausdruck, für den es kein Copyright gibt oder den jemand für sich beanspruchen könnte.

Manche Darstellungen lassen für viele offen, dass sie auch aus dem ganzen, empfohlenen, Angebot, einfach etwas weglassen könnten und damit genauso gut ihre Tiere ernähren könnten. Das ist definitiv nicht der Fall.

Mehr durch Zufall fand ich in einem Forum den folgenden Beitrag, der mich auch einige Beiträge hier in Degupedia besser verstehen ließ. Dort wurde eine interessante Frage gestellt: „Wer hat Ad Libitum erfunden?“
Die Frage wurde eigentlich genau an der richtigen Stelle gestellt - die Eierei und Heftigkeit mancher „Antworter“ in diesem Thread hat mich deshalb etwas verwundert, weil sie mich in unguter Weise an andere Foren erinnert.
http://www.tierpla.net/ernahrung-kaninchen/wer-hat-libitum-erfunden-t13059.html

Auch in dieser Diskussion wird eigentlich deutlich, dass es letztlich um das Rechtfertigen bestimmter Fütterungsweisen geht. Das war nie und ist auch heute nicht meine Absicht. Was ich darstelle oder empfehle soll keine Vorgabe sein. Niemand muss sich für irgendetwas rechtfertigen oder genau das tun, was hier in Degupedia diskutiert wird, auf einer HP oder in einem Buch steht. Jeder ist für seine Tiere selbst verantwortlich und muss entscheiden, was er mit Informationen anfängt. Er kann sie lesen, nutzen oder es auch bleiben lassen.

Freundliche Grüße,
Andreas
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BeitragVerfasst am: 24.12.2011 02:27    Titel: Re: Ad libitum, ein Irrweg? Antworten mit Zitat

Andreas, hast du einen heimlichen Verehrer? Laughing
Die ganze Diskussion um Ad Libitum finde ich nimmt mittlerweile schon etwas lächerliche Züge an. Nicht das Wort selber finde ich problematisch, sondern die Art und Weise, wie es heute genutzt und hochstylisiert wird. Dazu kommt die Entfremdung des Begriffs, wie du ja schon schriebst. Früher hiess es in Publikationen "Pellets ad libitum" oder "Wasser ad libitum" und daraus wurde dann sowas gemacht... Aus meiner Sicht hat die Tierplanet-Community da sicher auch ein Stück dazu beigetragen...

Ich habe sonst eigentlich nicht viel zum Thema beizutragen, allerdings ein paar kleine Anmerkungen:

Zitat:

Das Verdauungssystem von Wild- und Hauskaninchen ist identisch. Das heißt, es ist nicht „ungefähr“ oder „fast“ das Gleiche, sondern es ist exakt das Gleiche.

Der Verdauungstrakt ist sehr konservativ, was die Evolution angeht. Er ist daher sehr resistent gegenüber Änderungen, wohl auch deshalb, weil er zu wichtig ist, als dass die Laune der Natur grossartige Experimente mit ihm anstellt. Das gilt für Kaninchen, aber auch zahlreiche andere Arten.

Zitat:

Die Art Oryctolagus cuniculus sp. ernährt sich weltweit weitgehend von der gleichen Nahrung. Es mag Gebiete geben, wo die Zusammensetzung der Nahrung etwas vom Durchschnitt abweicht, aber in der Regel sind das in der Reihenfolge ihrer Bevorzugung und Menge Gräser, Kräuter, Blätter von Bäumen und Sträuchern, junge Triebe, Knospen, Rinde, Wurzeln, Moose, Flechten, Pilze und Samen.

Das ist auch ein wichtiger Punkt, der auf verschiedene Weisen gerne missverstanden wird. Einerseits gibt es diejenigen, welche mit den einzelnen Pflanzen argumentieren... diese können je nach Lebensraum sehr unterschiedlich sein, andererseits gibt es jene, die meinen es reiche zu unterscheiden zwischen Pflanzenkost, tierischer Kost usw. Dass aber zählt was in der Nahrung an Nährstoffen enthalten ist und diese nun unabhängig davon ob es sich um ein spanisches Korbblütengewächs handelt, das bei uns nicht wächst oder um einen einheimischen Wiesenbocksbart oder gar um eine total unverwandte Pflanze, die aber von den Inhaltsstoffen dem spanischen Gewächs nahe kommt.
Die Eigenschaft von einem Extrem zum anderen zu schwanken scheint jedoch nicht nur in der Kaninchenhaltung so zu sein, sondern auch bei Tierarten kann man es bei den Leuten feststellen.

Übrigens das mit dem Mangel und dem Gemüse finde ich hast du da sehr schön zusammengestellt.
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BeitragVerfasst am: 24.12.2011 03:05    Titel: Re: Ad libitum, ein Irrweg? Antworten mit Zitat

Mir ist gerade noch etwas aufgefallen, als ich jetzt nochmals über den Beitrag hier las.

Mit "Ad libitum" meinte ich ursprünglich, als ich diesen Beitrag eröffnete, nicht diese neue Fütterungsform, sondern allgemein das Konzept "ad libitum" füttern, wie es Erfahrungen in verschiedenen Bereichen und bei verschiedenen Tierarten gibt, nicht nur bei Kaninchen und Nager, sondern selbst auch bei anderen Wirbeltieren.

Die Überlegung war einfach:

Bei Pflanzenfressern empfehlen wir ad libitum bezüglich frischem Grünzeug, sprich dem Unkraut, das auf Wiesen, Äcker und in der Wildnis wächst.

Bei den Nüssen gibt es Erfahrungen, dass die Tiere sich nicht überfressen und Vorräte anlegen (konkret Degus, bei Chinchillas wurde auch beobachtet, wie eine Sättigung sich einstellte).

Bei verschiedenen Exoten musste ich schon öfters hören, dass diese in der Ernährung anders seien als unsere Pflanzenfresser und man gewisse Nahrung rationieren müsse.

In der Terraristik gibt es massive Probleme mit Rachitis und einer ungenügenden Calciumversorgung durch ein ungünstiges Ca:P Verhältnis (und eben nicht durch Calciummangel!).

Und kürzlich las ich dann einen Artikel zur Ernährung von Wirbellosen (Lautensack & Hübers 2011a, b). Von Bedeutung ist dort, und das fand ich erstaunlich, dass es klare Unterschiede gibt zwischen der Aufzucht von Futtertieren für die Fütterung an Wirbeltiere (vorwiegend Reptilien) und die Fütterung an Wirbellose (Mantiden, Spinnen etc.), nur schon was das Ca:P Verhältnis angeht. Auch einen Unterschied macht, dass bei Wirbellosen empfohlen wird Cholesterol zu supplementieren als Sterolquelle (da diese die im Gegensatz zu Wirbeltieren nicht synthetisieren können), wovon bei der Wirbeltierfütterung (Reptilienfütterung) wiederum deutlich abgeraten wird (Lautensack & Hübers 2011a).

Und genau dieser Ernährungsartikel über die Wirbellosen regte mich letztlich an, das Thema hier dann aufzugreifen.
Erschienen war der Text in den letzten beiden Reptilias (Natur- und Tierverlag, Münster, www.reptilia.de ).

Aufgefallen ist mir zudem, dass ich vor einiger Zeit mal ein paar Zeilen zu ad libitum verfasste:
http://www.degupedia.de/wiki/index.php/Ad_libitum
Ich habe jetzt noch etwas an der allgemeinen Definition gefeilt, der Rest des Beitrags ist mehr oder weniger unverändert, abgesehen von den Verlinkungen, die neu dazu gekommen sind.

Literatur:

Lautensack, R. Hübers, R. (2011a): Hochwertige Ernährung wirbelloser Futtertiere und Terrarienbewohner - Teil 1. Reptilia 91: 64-69.

Lautensack, R. Hübers, R. (2011b): Hochwertige Ernährung wirbelloser Futtertiere und Terrarienbewohner - Teil 2. Reptilia 92: 73-80
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Zuletzt bearbeitet von davX am 24.12.2011 13:45, insgesamt 2-mal bearbeitet
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alexandra36
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BeitragVerfasst am: 24.12.2011 12:20    Titel: Re: Ad libitum, ein Irrweg? Antworten mit Zitat

davX hat Folgendes geschrieben:
Andreas, hast du einen heimlichen Verehrer? Laughing
Die ganze Diskussion um Ad Libitum finde ich nimmt mittlerweile schon etwas lächerliche Züge an. Nicht das Wort selber finde ich problematisch, sondern die Art und Weise, wie es heute genutzt und hochstylisiert wird.


Da stimme ich dir voll und ganz zu!

Ich lese viel in allen möglichen Foren und was da überall mit dem Begriff Ad Libitum "angestellt" wird, ist nicht mehr normal. Vor Allem mit der Winterfütterung, viele machen da eine Wissenschaft draus wo ich mir denke, das kann ja keinen Spass mehr machen!
Haben die Leute keine anderen Sorgen... Confused

Dabei denke ich, es ist so einfach! Ich zB. füttere solange es irgendwie geht Wiese in grossen Mengen und Vielfalt und was ich sonst noch so in der Natur finde und die paar Wochen im Winter bringen wir auch irgendwie rüber.
Über Gemüse und deren Nutzen oder Fütterung muss ich mir keine Gedanken machen weil meine Kaninchen so gut wie nichts davon fressen! Das Einzige, was sie so halbwegs mögen, ist Kohl und Kräuter, alles Andere wollen sie nicht.
Deshalb kaufe ich auch keine Salate oder sonstiges Gemüse mehr, ich schmeiss ja nicht das Geld in die Mülltonne.

Trockenkräuter (selbst getrocknet) werden sehr gerne gefressen und daher bekommen sie die auch in grossen Mengen, dazu etwas Kohl, Karotten und Kräuter, fertig. Tagsüber fressen sie im Garten, das ist ihnen sowieso lieber.

Meine Kaninchen sind gesund, wohlgenährt und haben keinerlei Verdauungsprobleme. Wenn ich sehe, wie sie sich auf die gesammelte Wiese stürzen und im Vergleich jetzt das Gemüse "missachten", sagt mir das, das es sich nur um einen minderwertigen Ersatz handeln kann...die wissen schon was sie tun! Wink
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BeitragVerfasst am: 24.12.2011 13:37    Titel: Re: Ad libitum, ein Irrweg? Antworten mit Zitat

Ja das musste ich mir auch denken und dachte mir "recht hast du", als ich deine Beiträge in jener Diskussion las Wink.
Ab irgend einem Punkt muss man dann auch seinen Tieren vertrauen... sicher gute Grundlagenkenntnisse sind sinnvoll, aber am Schluss selektieren die Tiere. Sie brauchen nur die geeignete Basis dazu.
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