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Natriumchloridzufuhr / -bedarf von Hauskaninchen
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buki
Nager-Erforscher


Anmeldungsdatum: 18.03.2011
Beiträge: 44
Wohnort: Nahe Heidelberg

BeitragVerfasst am: 12.06.2011 18:59    Titel: Natriumchloridzufuhr / -bedarf von Hauskaninchen Antworten mit Zitat

Hi,

nach meinem jetzigen Wissensstand ist NaCl eines der wichtigsten Mineralstoffe bzw. Salze überhaupt, und spielt beispielsweise bei der Bildung der Magensäure eine tragende Rolle. In verschiedenen Quellen wird auch NaCl-Mangel als eine mögliche Ursache von vielen für einen Ileus angegeben. In "Wild Health" beispielsweise, beschreibt Cindy Engel, dass Pflanzenfresser generell einen Drang zu natürlichen Salzquellen haben, da dies in ihrer natürlichen Nahrung (bzw. in Pflanzen) nur unzureichend enthalten ist. Sie beschreibt, dass die Tiere sich in Küstennähe, in Sümpfen oder im Marschland auf die Suche nach besonders salzhaltigen Pflanzen begeben, oder ihren Bedarf auch über Geophagie decken.

Ausgehend davon frage ich mich nun, wie Hauskaninchen (die keinen Zugang zu Wurzeln/Erde haben) ihren NaCl-Bedarf decken. Eine Möglichkeit wären Salzlecksteine – doch jene sind gerade in der Tierschutzszene "verpönt", es wird bei jeglichen Salzlecksteinen vor Kochsalzvergiftungen gewarnt.

Dass bunt gefärbte Nagersteine aus billigem Kochsalz, Farbstoffen und allerlei Zusatzstoffen in "Eistütenform" nicht unbedingt empfehlenswert sind, leuchtet mir ein. Aber was ist mit natürlichem, unverarbeitetem Salz, wie z.B. Himalaya-Salzlecksteinen? M.E. könnten jene – insofern ausreichend Frischfutter & Wasser gereicht wird – eine sinnvolle Nahrungsergänzung sein. Möglicherweise sind sie unnötig, aber dass ein enstprechend ernährtes Tier sich darüber freiwillig eine Kochsalzvergiftung zuzieht, erscheint mir eher unlogisch.

Vor einiger Zeit habe ich an meinen drei Zwergkaninchen den Selbstversuch mit Himalaya-Salz gestartet. Das Interesse daran ist meinen bisherigen Beobachtungen zufolge aber verschwindend gering bis nicht vorhanden. Daher würde ich davon ausgehen, dass ihr NaCl-Bedarf über die mitgebrachten Zweige, Wurzeln und Erde bereits gedeckt ist. Dennoch überlege ich, ob natürliches Salz nicht trotzdem als "Sicherheit" eine empfehlenswerte Nahrungsergänzung sein kann – beispielsweise für ein typisches "Vitakraftfreies Heu-Gemüse-Kaninchen".

Hat hier jemand Erfahrungswerte zum Thema oder auch nähere Infos, wie hoch der Salzbedarf eines "Hauskaninchens" so ist und worüber er normalerweise gedeckt wird? (Ich habe leider bislang nur erhöhte Richtwerte für Masttiere oder trächtige Häsinnen gefunden).

Viele Grüße,
Simone
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Noraja
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Anmeldungsdatum: 25.04.2010
Beiträge: 665
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BeitragVerfasst am: 12.06.2011 19:48    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

im Buch "Nutrition of the Rabbit" (Herausgegeben von Carlos de Blas und Julian Wiseman ) steht im Kapitel "Pet Rabbit Feeding and Nutrition" von J.A. Lowe
eine Empfehlung an Futterhersteller von 5-10 g pro Kilogramm Fertigtrockenfutter

(war auch mal dran, etwas über Richtwerte zum Bedarf zu schreiben, aber habs dann das Projekt vorläufig gelassen, da es momentan dringenderes gibt), ich stell dir das unfertige Dokument mit Empfehlungen an die Hauskaninchen-Fertigfutterhersteller nun mal für dich online gestellt (ist nicht auf Tippfehler überprüft - und einen Einleitungstext, dass man das ganze nicht zu ernst nehmen sollte, steht auch noch nicht da):
http://www.kaninchen-info.de/ernaehrung/richtwerte_der_futterproduzenten.html


Eigene Erfahrungen mit dem Anbieten von Salz hab ich keine. Ich hab meinen Kaninchen nach der Lektüre des Wild Health Buchs aber auch etwas unklassisches angeboten Very Happy, nämlich Tonerde. http://www.degupedia.de/forum/viewtopic.php?t=2053
Mit ähnlichen Resultat wie dein Himalajasalzversuch.


Ich denke jedoch auch nicht, dass sich ein gut ernährtes Kaninchen eine Salzvergiftung zuziehen wird, wenn man ihm Salz anbietet, das passt einfach nicht zu Kaninchen.

Bei weniger gut ernährten und gehaltenen Kaninchen könnte ich es mir aber vorstellen, dass es Kaninchen gibt, die aus purer Langweile übermässig viel Salz aufnehmen.

Vielleicht teste ich das mit dem Salz auch mal, auch wenn es mit einem Fertigfutterfreien Heu/Gemüsekaninchen bestimmt interessanter wäre, als bei meinen Tieren.
Hast du deinen Kaninchen so einen Salzkristallblock reingelegt oder etwas pulversiertes?

Liebe Grüsse Smile
Lina
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Andreas
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Anmeldungsdatum: 27.02.2009
Beiträge: 1228

BeitragVerfasst am: 12.06.2011 21:36    Titel: Re: Natriumchloridzufuhr / -bedarf von Hauskaninchen Antworten mit Zitat

Hallo Simone,

buki hat Folgendes geschrieben:

nach meinem jetzigen Wissensstand ist NaCl eines der wichtigsten Mineralstoffe bzw. Salze überhaupt, und spielt beispielsweise bei der Bildung der Magensäure eine tragende Rolle.

Stimmt. Ein Salz- bzw. allgemein ein Mineralmangel wird durch den Flüssigkeitsverlust besonders akut bei Durchfällen.

buki hat Folgendes geschrieben:

In verschiedenen Quellen wird auch NaCl-Mangel als eine mögliche Ursache von vielen für einen Ileus angegeben.

Das ist mir neu. Hier würde mich der Mechanismus interessieren, der dafür verantwortlich gemacht wird. Hast Du eine Quelle für mich? Wink Darmverschluss hat sicher mehrere Ursachen - in der Kaninchenhaltung dürfte der Hauptgrund die trockene Nahrung sein (Heu, Heu und nochmals Heu...). Cheeke hat schon in den Achtzigern auf solche Probleme auch im Zusammenhang mit Mukoider Enteropathie hingewiesen. Das wird noch immer weitgehend ignoriert.

Salz müsste also eine Wirkung auf die Peristaltik haben, was sicher indirekt auch der Fall ist. Aber ob und wie sich das Fehlen von Salz auf die Darmbewegungen auswirkt, muss ich erst selbst recherchieren. Interessante Frage.

buki hat Folgendes geschrieben:
In "Wild Health" beispielsweise, beschreibt Cindy Engel, dass Pflanzenfresser generell einen Drang zu natürlichen Salzquellen haben, da dies in ihrer natürlichen Nahrung (bzw. in Pflanzen) nur unzureichend enthalten ist. Sie beschreibt, dass die Tiere sich in Küstennähe, in Sümpfen oder im Marschland auf die Suche nach besonders salzhaltigen Pflanzen begeben, oder ihren Bedarf auch über Geophagie decken.

Wildtieren werden als Hegemaßnahme (zumindest nach meinem Kenntnisstand bis vor einigen Jahren) Salzquellen angeboten, auch in Deutrschland. Eben weil das Salzbedürfnis bekannt ist.

buki hat Folgendes geschrieben:
Eine Möglichkeit wären Salzlecksteine – doch jene sind gerade in der Tierschutzszene "verpönt", es wird bei jeglichen Salzlecksteinen vor Kochsalzvergiftungen gewarnt.

Der Tierschutz zeigt hier ein konsequentes Unverständnis: eigentlich wird vor zusätzlichen Mineralquellen wie Kalksteinen gewarnt. Zu Recht. Salz hat damit aber rein gar nix zu tun. Nun weiß aber nicht jeder tierschützender Gutmensch, dass es bei Ablehnung und Gutheißung auf die jeweilige Situation ankommt. Für manches Kaninchen in der Haustierhaltung wäre etwas zusätzliches Calcium gar nicht so schlecht. Das würde aber voraussetzen, das man neben den ganzen, selbst erstellten, Formeln und Richtlinien grundsätzliche Kenntnisse über die Bedürfnisse der Kaninchen hätte. Dann würden sich die Formeln erübrigen und man müsste nicht mehr über Calcium und Salz diskutieren.
Ein Salzstein ist an sich überhaupt kein Problem, ein Kalkstein könnte eines werden. Da müssen aber viele Faktoren zusammenkommen und ich persönlich bezweifle, dass er jemals einem Kaninchen geschadet hat. Der Einfluss der trockenen Nahrung (Heu, Heu und nochmals Heu...) und damit verbunden das fehlende Wasser haben einen wesentlich höheren Einfluss. Ich habe ein Diagramm auf meinen Seiten, das auch die Harnkonzentration und den Kalziumgehalt bei Fütterung mit Kalkstein wiedergibt: http://www.kaninchen-wuerden-wiese-kaufen.de/kalzium.htm

buki hat Folgendes geschrieben:
Aber was ist mit natürlichem, unverarbeitetem Salz, wie z.B. Himalaya-Salzlecksteinen? M.E. könnten jene – insofern ausreichend Frischfutter & Wasser gereicht wird – eine sinnvolle Nahrungsergänzung sein.

Richtig.

buki hat Folgendes geschrieben:
Möglicherweise sind sie unnötig, aber dass ein enstprechend ernährtes Tier sich darüber freiwillig eine Kochsalzvergiftung zuzieht, erscheint mir eher unlogisch.

Richtig. ich kenne auch keinen dokumentierten Fall einer Kochsalzvergiftung unter normalen Haltungsbedingungen.

buki hat Folgendes geschrieben:
Vor einiger Zeit habe ich an meinen drei Zwergkaninchen den Selbstversuch mit Himalaya-Salz gestartet. Das Interesse daran ist meinen bisherigen Beobachtungen zufolge aber verschwindend gering bis nicht vorhanden. Daher würde ich davon ausgehen, dass ihr NaCl-Bedarf über die mitgebrachten Zweige, Wurzeln und Erde bereits gedeckt ist.

Du fütterst frische Pflanzen aus der Natur und bietest, soweit ich weiß, auch Kräutertöpfe an. Es ist durchaus möglich, dass sie dort gelegentlich über Lecken (es muss nicht zwingend "Fressen" von Erde sein) ein Salzbedürfnis befriedigen.

buki hat Folgendes geschrieben:
Dennoch überlege ich, ob natürliches Salz nicht trotzdem als "Sicherheit" eine empfehlenswerte Nahrungsergänzung sein kann – beispielsweise für ein typisches "Vitakraftfreies Heu-Gemüse-Kaninchen".

Wie gesagt: es ist mir kein dokumentierter Fall von Kochsalzvergiftung in der Haltung von Kaninchen bekannt. Aus meiner Sicht besteht hier absolut keine Gefahr, dass Kaninchen zuviel Salz aufnehmen. Hast Du schon einmal selbst an einem solchen Stein geleckt? Warum sollte ein Tier davon zuviel aufnehmen? Wink

buki hat Folgendes geschrieben:
Hat hier jemand Erfahrungswerte zum Thema oder auch nähere Infos, wie hoch der Salzbedarf eines "Hauskaninchens" so ist und worüber er normalerweise gedeckt wird? (Ich habe leider bislang nur erhöhte Richtwerte für Masttiere oder trächtige Häsinnen gefunden).

Wir haben mal eine solchen Stein hingelegt, was bei uns aber eigentlich völliger Quatsch ist - unsere Tiere haben Zugang zu allen, natürlichen Ressourcen. Soweit wir beurteilen konnten, wurde er zwar registriert, aber nicht genutzt. Und wenn, dann nur in sehr geringem Maß.

@Noraja
Das Buch von de Blas und Wiseman gibt es bereits als 2nd Edition (2010). Die angegeben Werte bezügl. "Sodium chloride" sind dort aber die gleichen. Ich habe es aus dem Internet, finde aber leider die Ressource nicht mehr, nicht einmal bei CAB. Wenn Bedarf, dann per per e-mail.

freundliche Grüße,
Andreas

PS: Wenn jemand eine Vergiftung durch einen Salzleckstein vor den Latz geknallt kriegt, sollte er immer das Obduktionsergebnis fordern. Ohne dieses gibt es auch keine solche Vergiftung - egal, wie steif und fest es behauptet wird. Wink
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Noraja
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BeitragVerfasst am: 12.06.2011 22:10    Titel: Antworten mit Zitat

Huhu,

Zitat:
Das Buch von de Blas und Wiseman gibt es bereits als 2nd Edition (2010). Die angegeben Werte bezügl. "Sodium chloride" sind dort aber die gleichen.
Ich hab die 1st Edition als Hartcover aus der Bibliothek und schon x mal verlängert. Nur leider liegt das Buch momentan an meinem Studienort und ist daher nicht hier.

Zitat:
Ich habe es aus dem Internet, finde aber leider die Ressource nicht mehr, nicht einmal bei CAB. Wenn Bedarf, dann per per e-mail.

(Google-Suchbegriff: "Nutrition of the Rabbit" pdf download) Cool


Recht viele Seiten kann man da einsehen, was legaler sein dürfte:
http://books.google.ch/books?id=YdSfvj79DPoC&printsec=frontcover&dq=Nutrition+of+the+Rabbit&hl=de&ei=Khn1TcO3F8uZOuiklKAH&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=1&ved=0CC0Q6AEwAA#v=onepage&q&f=false


@Andreas, ich glaube ja auch nichts, was nicht glaubwürdig bezeugt ist, sondern einfach behauptet wird...
aber die Chance an einen Halter zu kommen, der sein Kaninchen so schlecht hält, dass es sich an einem Salzleckstein eine Salzvergiftung holt (da muss ein Kaninchen meiner Meinung nach sehr ausgehungert sein und darüber hinaus schwere essen- und Verhaltenstörungen erworben haben) und der Halter nachher Geld ausgibt, um eine Obduktion zu machen, tendiert halt auch gegen Null

Ganz ausschliessen würd ich es aber trotzdem nicht, immerhin gibt es bei Menschen bezeugte Fälle einer Salzvergiftung, es scheint daher nicht ganz unmöglich zu sein, sich an Kochsalz zu vergiften. Und hungrige, verzweifelte Kaninchen in schlechter Haltung machen manchmal wirklich seltsame Sachen. (mir hat ja auch mal ein Kaninchen aus Fertigfutter/Boxenhaltung einen ganzen Thuja gekillt und sich dadurch ziemlich Bauchweh verschafft, obwohl meine Kaninchen den Thuja nur in Kleinstmengen beknabberten und der Thuja drum seit Jahren im Gehege Schatten spendete)

Liebe Grüsse Smile
Lina
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buki
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Anmeldungsdatum: 18.03.2011
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BeitragVerfasst am: 12.06.2011 22:32    Titel: Antworten mit Zitat

Hi,

vielen Dank für eure Antworten und die Infos!

Tonerde hatte ich zuerst auch ausgetestet, allerdings in "zahnpastaähnlicher" Konsistenz. Angerührt wurde sie nicht – nach der verlinkten Erfahrung von Murx war sie dann wohl auch etwas zu trocken.

Noraja hat Folgendes geschrieben:
Hast du deinen Kaninchen so einen Salzkristallblock reingelegt oder etwas pulversiertes?


Ich habe einen etwas überdimensionierten (Embarassed) Kristallblock aus dem Pferdehandel ausprobiert (wobei es dasselbe Salz von der Firma mit den zwei Buchstaben auch in kleinerer Ausführung im Zoohandel gibt). Zumindest als Stütze fand er großen Anklang:



Andreas hat Folgendes geschrieben:

Stimmt. Ein Salz- bzw. allgemein ein Mineralmangel wird durch den Flüssigkeitsverlust besonders akut bei Durchfällen.


Stimmt. Eigentlich wäre es interessant zu sehen, wie/ob gerade Tiere mit Durchfallerkrankungen das Salz annehmen.

Andreas hat Folgendes geschrieben:

Das ist mir neu. Hier würde mich der Mechanismus interessieren, der dafür verantwortlich gemacht wird. Hast Du eine Quelle für mich? Wink Darmverschluss hat sicher mehrere Ursachen - in der Kaninchenhaltung dürfte der Hauptgrund die trockene Nahrung sein (Heu, Heu und nochmals Heu...). Cheeke hat schon in den Achtzigern auf solche Probleme auch im Zusammenhang mit Mukoider Enteropathie hingewiesen. Das wird noch immer weitgehend ignoriert.


Ich hatte es so verstanden (bzw. für mich so interpretiert), dass ein NaCl-Mangel Einfluss auf die Bildung der Magensäure (bzw. Salzsäure) und somit auf den ph-Wert im Magen und die Verdaulichkeit der Nahrung haben kann. Ein Mangel an Salz würde zu einer Schwächung der Magensäure führen, was zu Blähungen und Durchfall führen könnte. Eine weitere Überlegung wäre, dass NaCl auch für "Entgiftungsprozesse" zwingend gebraucht wird. Hier sind verschiedene Ursachen gelistet: http://www.medirabbit.com/GE/GI_diseases/Differentials/generalities_ileus_ge.htm . Irgendwo gab es auf der Webseite m.W. nähere Infos dazu...nur wo Embarassed (ich mache mich Mal auf die Suche und reiche den Link dann nach).

Andreas hat Folgendes geschrieben:
Wildtieren werden als Hegemaßnahme (zumindest nach meinem Kenntnisstand bis vor einigen Jahren) Salzquellen angeboten, auch in Deutschland. Eben weil das Salzbedürfnis bekannt ist.


M.W. nach verhält sich das immer noch so, ich werde mich Mal bei den Förstern in der Familie erkundigen. Wenn ich das recht in Erinnerung habe, gibt es empfohlene Einschränkungen – das Salz wird m.W. des Öfteren nur in der Vegetationszeit angeboten, wenn genügend Wasser und Grünfutter vorhanden ist.

Andreas hat Folgendes geschrieben:

Du fütterst frische Pflanzen aus der Natur und bietest, soweit ich weiß, auch Kräutertöpfe an. Es ist durchaus möglich, dass sie dort gelegentlich über Lecken (es muss nicht zwingend "Fressen" von Erde sein) ein Salzbedürfnis befriedigen.


Dass die Erde der Kräutertöpfe angerührt wurde, konnte ich bisher noch nicht beobachten. Allerdings sind auch fast täglich Wurzeln mit "einer Portion" Erde im Angebot (Löwenzahnwurzeln o.ä.) – hier konnte ich ab und an beobachten, dass Kleinstmengen gezielt mit aufgenommen werden.

Andreas hat Folgendes geschrieben:

Aus meiner Sicht besteht hier absolut keine Gefahr, dass Kaninchen zuviel Salz aufnehmen. Hast Du schon einmal selbst an einem solchen Stein geleckt? Warum sollte ein Tier davon zuviel aufnehmen? Wink


Den Selbsversuch hatte ich tatsächlich zuerst gestartet Very Happy. Nein, ich kann es mir auch wirklich nicht vorstellen.

Viele Grüße,
Simone
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buki
Nager-Erforscher


Anmeldungsdatum: 18.03.2011
Beiträge: 44
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BeitragVerfasst am: 13.06.2011 00:08    Titel: Antworten mit Zitat

Mhm. Wie es scheint, wurden die weiterführenden Links zum Thema leider herausgenommen, oder ich finde sie nur nicht mehr. Ich habe die Betreiberin der Webseite nun angeschrieben, ob sie die Quellenangaben noch parat hat.

Aber generell finde ich die Theorie auch ganz ohne kaninchenspezifische Quellen naheliegend. Laut Wikipedia wird bei Wirbeltieren die Magensäure bzw. die Salzsäure des Magensaftes mit Hilfe von NaCl in den Belegzellen des Magens gebildet. Wird zu wenig Magensäure gebildet, hat dies wiederum Auswirkungen auf die Eiweißverdauung im Magen (-> Ausflockung/Denaturierung von Eiweiß, weniger "Angreifbarkeit" durch eiweißspaltende Enzyme).

Bei einer eiweißreichen Ernährung (die Kaninchen bevorzugen?) würde ich nun daraus ableiten, dass die Nahrung bei einem Salzmangel ungenügend verdaut wird. Die Folge könnten z.B. Fehlgärungen sein, die Ausbreitung von Krankheitserregern o.ä., was wiederum zu Vergiftungen oder einem Darmverschluss führen könnte. Im Falle von Vergiftungserscheinungen kommt es dann zu Durchfall – und Mineralien werden erst recht benötigt. Eigentlich klingt das dann so gesehen (falls ich jetzt nicht einen Denkfehler drin habe) im Falle des Falles nach ein "Teufelskreis", oder? *grübel*
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Andreas
Kaninchen würden Wiese kaufen


Anmeldungsdatum: 27.02.2009
Beiträge: 1228

BeitragVerfasst am: 13.06.2011 22:24    Titel: Antworten mit Zitat

Noraja hat Folgendes geschrieben:
@Andreas, ich glaube ja auch nichts, was nicht glaubwürdig bezeugt ist, sondern einfach behauptet wird...
aber die Chance an einen Halter zu kommen, der sein Kaninchen so schlecht hält, dass es sich an einem Salzleckstein eine Salzvergiftung holt (da muss ein Kaninchen meiner Meinung nach sehr ausgehungert sein und darüber hinaus schwere essen- und Verhaltenstörungen erworben haben) und der Halter nachher Geld ausgibt, um eine Obduktion zu machen, tendiert halt auch gegen Null

Ganz ausschliessen würd ich es aber trotzdem nicht, immerhin gibt es bei Menschen bezeugte Fälle einer Salzvergiftung, es scheint daher nicht ganz unmöglich zu sein, sich an Kochsalz zu vergiften. Und hungrige, verzweifelte Kaninchen in schlechter Haltung machen manchmal wirklich seltsame Sachen. (mir hat ja auch mal ein Kaninchen aus Fertigfutter/Boxenhaltung einen ganzen Thuja gekillt und sich dadurch ziemlich Bauchweh verschafft, obwohl meine Kaninchen den Thuja nur in Kleinstmengen beknabberten und der Thuja drum seit Jahren im Gehege Schatten spendete)

Für eine „Salzvergiftung“ müsste ein Mensch 10 Esslöffel Salz zu sich nehmen. Das akzeptiert aber der Körper nicht. Die Zahl ist theoretisch. Ich bin immer gern bereit, über bestimmte Wahrscheinlichkeiten zu diskutieren, aber irgendwo ziehe ich eine Grenze. Der Tod durch Salz ist so eine Grenze. Gib mir einen Fall zu lesen (vor allem über die Begleitumstände) und ich bin gern bereit, darüber mit zu spekulieren. Intravenöse Versuche sollten aber nicht dazu gehören.

Du kennst sicher die Gauß’sche Verteilung – ich lehne es mittlerweile ab, immer die 0,und Prozent neben dieser Kurve als allgemeingültig zu diskutieren. Nur weil in Timbuktu ein Kaninchen umgefallen ist, dass aus irgendwelchen, mysteriösen Gründen an irgendeiner mysteriösen, exotischen Pflanze geschnuppert hat, muss deswegen Otto Normal nicht immer gleich das Schlimmste annehmen, wenn sein Tier mal Durchfall hat. Die wirklichen Gründe erfährt man nur selten und wenn, stellt sich heraus, dass das Tier gar keine andere Wahl hatte, als eine mysteriöse, exotische Pflanze zu sich zu nehmen.

buki hat Folgendes geschrieben:
Ich hatte es so verstanden (bzw. für mich so interpretiert), dass ein NaCl-Mangel Einfluss auf die Bildung der Magensäure (bzw. Salzsäure) und somit auf den ph-Wert im Magen und die Verdaulichkeit der Nahrung haben kann. Ein Mangel an Salz würde zu einer Schwächung der Magensäure führen, was zu Blähungen und Durchfall führen könnte.

Ok, jetzt habe ich den Zusammenhang verstanden.

NaCl hat Einfluss auf die Eiweißverdauung. Ist die Bildung von Magensäure gestört, ist auch die Verwertung (Zerlegung) der Aminosäuren gestört. Dadurch können unverdaute Eiweiße in den Blinddarm gelangen. Das kann wiederum zu Blähungen oder einer übermäßigen Vermehrung von Bakterien führen (mal ganz simpel formuliert). Der Darmverschluss könnte dann also durch Toxine solcher Bakterien verursacht werden (Clostridien -> Toxine = Darmlähmung).

Das Problem hierbei ist aber wohl die Frage (die Dich interessierte), ab welcher Menge „Zuwenig Salz“ das passiert. Die, mit der Nahrung zugeführte, Menge ist eigentlich sehr gering. Vielleicht wirkt diese geringe Menge aber zusätzlich als eine Art Katalysator für die Belegzellen, Magensäure zu bilden. Das ist schon sehr speziell und ich gestehe, dass ich hierzu erst einmal Informationen sammeln muss.

Ileus bzw. Darmverschluss ist meist ein „mechanisches“ Problem, also durch Fellhaare oder zuviel unverdauliche Faser (Cellulose) und fehlendes Nahrungsvolumen verursacht. Ich habe bisher noch keinen Hinweis auf einen chemischen Zusammenhang gefunden. Es ist aber interessant und ich melde mich, wenn ich etwas dazu finde.

Abschließend: einen Salzleckstein anzubieten, halte ich persönlich für völlig ungefährlich. Punkt. Wink
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Noraja
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Anmeldungsdatum: 25.04.2010
Beiträge: 665
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BeitragVerfasst am: 14.06.2011 00:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo

du willst eine dokumentierte Salzvergiftung? Bitte sehr - ich hab sogar genau den Fall wiedergefunden, den ich beim Schreiben im Kopf hatte:
http://www.krone.at/Nachrichten/Bewaehrungsstrafe_Kind_mit_Pudding_vergiftet-Toedliche_Wirkung-Story-44268

oder falls du es detaillierter und juristischer möchtest:
http://www.ra-felsmann.de/aktuelles/strafrecht/BGH_Kochsalz.html



Zitat:
Du kennst sicher die Gauß’sche Verteilung – ich lehne es mittlerweile ab, immer die 0,und Prozent neben dieser Kurve als allgemeingültig zu diskutieren

Natürlich. Mit "nicht ganz ausschliessbar" meine ich auch wirklich Bereiche weit links und rechts und sicher nichts allgemeingültiges.
Wirklich nicht, es steht auch mir ausser Frage, dass ein normaler Mensch oder ein normales Kaninchen sich nicht an Salz vergiftet, das hab ich oben sogar so geschrieben.

In meinem Alltag berücksichtige ich solche kleinen Wahrscheinlichkeiten ja auch nicht und ich seh jetzt bei einem Salzstein auch überhaupt kein Problem,

aber ich finde halt trotzdem, dass man da wirklich unterscheiden muss zwischen Kaninchen in vernünftigen Haltungen und hungrigen, gelangweilten oder sogar verzweifelten Tieren, die sich in ihrer Not manchmal tatsächlich etwas anders verhalten als normale Kaninchen es tun und bei solchen Kaninchen KÖNNTE die Wahrscheinlichkeit für eine Salzvergiftung in einem Bereich liegen, in dem man sie vielleicht doch berücksichtigen sollte.

Liebe Grüsse
Lina
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schweinsnase77
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Anmeldungsdatum: 18.07.2010
Beiträge: 251

BeitragVerfasst am: 14.06.2011 08:12    Titel: Antworten mit Zitat

Ich denke auch man muss differenzieren.

Mit Sicherheit schadet es bei gesunden Tieren die viel Abwechslung im Futter und generelle Beschäftigung haben nicht einen Salzleckstein reinzustellen. Ich hab selber einen der witzigerweise von den Meerschweinen teilweise sehr viel genutzt wird.

Bei gesunden Frischfuttertieren kommt noch nen anderer Aspekt dazu, der einer NACl-Vergiftung entgegenwirkt: Die hohe Wasseraufnahme durch das Frischfutter.

Bei Kunterbunt-Käfigtieren hat man aber mehrere Faktoren die man in so einer Diskussion berücksichtigen sollte. 1. Das Lecken aus Langeweile, möglicherweise auch einfach als sensorische Erfahrung, 2. Die verminderte Kalium und Wasseraufnahme. 3. Den Salzgehalt des Trockenfutters.

Aber auch bei Frischfuttertieren sollte man nen Blick drauf habe, Nierenkranke können eine höhere Salzaufnahme zeigen, als gesunde Tiere.

Wenn man man von der Herstellung der Himalayasalze absieht spricht also nchts dagegen, nem Gehegekaninchen einen Salzbrocken anzubieten, zumindest ist er dekorativ Mr. Green
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Andreas
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Anmeldungsdatum: 27.02.2009
Beiträge: 1228

BeitragVerfasst am: 14.06.2011 11:37    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Lina,

vielen Dank für das Beispiel – man könnte es geradezu klassisch für das nennen, was ich meine und wohl keiner versteht/verstehen will.

Also versuche ich es noch einmal: Es besteht ein himmelweiter Unterschied darin, ob man jemanden zwingt, etwas zu essen, was in bestimmten, schon geringen Mengen tödlich wirkt oder ob man jemandem die Wahl lässt. Dein Beispiel ist vor allem deshalb so besonders widerwärtig (auf die Mutter bezogen), weil das Kind sich ja aus gutem Grund geweigert hat, den versalzenen Pudding zu essen. Erst durch Zwang nahm es die Menge auf, die es tötete.

Nur noch am Rande bliebe festzustellen, dass mit der, in Deutschland üblichen, Milde dieses „Versehen“ der Mutter mit Bewährung verurteilt wurde. Sie hat ja noch ein Kind, an dem sie sich nun bewähren darf. Unglaublich. Zweiter Versuch…

Dieser Zwang findet sich auch in den Vergiftungsfällen von Weidetieren, bei denen ja angeblich kollektiv die Sinne versagen.

Zitat:
aber ich finde halt trotzdem, dass man da wirklich unterscheiden muss zwischen Kaninchen in vernünftigen Haltungen und hungrigen, gelangweilten oder sogar verzweifelten Tieren, die sich in ihrer Not manchmal tatsächlich etwas anders verhalten als normale Kaninchen es tun und bei solchen Kaninchen KÖNNTE die Wahrscheinlichkeit für eine Salzvergiftung in einem Bereich liegen, in dem man sie vielleicht doch berücksichtigen sollte.

Ja, natürlich. Man sollte alles berücksichtigen: herunter fallende Ziegelsteine, Meteoriten, Erdbeben, Sintfluten, Wohnungsbrände, Haushaltschemie, andere Haustiere, unsaubere Wiesen, vergiftetes Leitungswasser, verseuchte Sprossen, Kakerlaken – und natürlich Salz, welches ja in größeren, aber noch nicht toxischen Mengen Übelkeit und Durchfall auslösen kann. Deshalb hängen auch die Warnschilder im Wald an den Salzleckstellen: „Vorsicht! Übermäßiger Verzehr durch Zwang kann tödlich enden!“ Wink

Jeder Mensch schiebt angeekelt versalzenes Essen weg – Kaninchen sind aber nicht in der Lage, für sich schädliche Mengen zu erkennen… Der Mensch, das gelobte Über-Wunder-Tier… Wink

Man sollte immer vom schlimmsten Fall ausgehen - das ist das Beste. Für den Menschen.

Es gibt sehr viele Halter, die ja soooo gern frisches Grün für ihre Tiere sammeln würden. Aber leider, leider ist es viel zu gefährlich. Was man da alles berücksichtigen muss! Also geht man lieber in den Supermarkt. Das ist ungefährlich. Es macht einem zu einem guten, an alles denkenden Menschen und man ist nicht so leichtfertig wie zum Beispiel meine Person. Denkt man. Das bisschen Geld für den Tierarzt nimmt man doch gern in Kauf.

freundliche Grüße,
Andreas
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Noraja
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Anmeldungsdatum: 25.04.2010
Beiträge: 665
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 14.06.2011 14:12    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

irgendwie scheine ich es grad nicht zu schaffen, mich verständlich auszudrücken....oder aber du hast Lust darauf zynisch zu tun, denn eigentlich wüsstest du ja, wie ich meine Kaninchen halte...dass ich denen sogar lauter Pflanzen gebe, deren Namen ich nicht mal weiss, dass ich bevorzugt Sensenwiesenfütterung weiterempfehle, ...

Nun hoffentlich unmissverständlich:
Bei normalen Kaninchen und normalen Haltungen soll man meiner Meinung nach weder alle unwahrscheinlichsten Eventualitäten berücksichtigen, noch sich mit so was verrückt machen noch ist es nötig, den Kaninchen das Mitdenken abzunehmen.


Aber lassen wir das,
mich interessiert vielmehr, ob jemand weiss oder herausfinden kann, wie Wildkaninchen ihren Salzbedarf decken, wie viel Salz Wildkaninchen aufnehmen, wie viel Salz Kaninchen mindestens brauchen, ...

Liebe Grüsse
Lina
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Andreas
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Anmeldungsdatum: 27.02.2009
Beiträge: 1228

BeitragVerfasst am: 14.06.2011 19:53    Titel: Antworten mit Zitat

Ruhig Blut, Lina – ich drösele das jetzt mal auf: Wink

Es wird ja vor allem Möglichen Dingen in der Ernährung von Kaninchen gewarnt. Wenn ich mal alles zusammentragen und berücksichtigen würde, müssten unsere Tiere jämmerlich verhungern, weil sie eigentlich gar nichts mehr kriegen dürften – je nach Ansicht, Ideologie oder Orga-Zugehörigkeit. Deswegen sind Laien zum Teil auch heillos überfordert, obwohl die Haltung und Fütterung von Kaninchen eigentlich gar nicht so schwer ist. Sie wird nur unnötig erschwert, unter anderem durch die vielen Warnungen, die oft gar nicht nötig wären. Zum Teil ist es nichts weiter als Wichtigtuerei und soll „Sachkenntnis“ suggerieren.

Der Bedarf an Salz ist Dir bekannt, Du hast ja selbst eine Quelle dafür verlinkt. Wildkaninchen decken ihren Salzbedarf, so wie jeden anderen Nährstoffbedarf, über ihre Nahrung. Der Bedarf für die Nährstoffe für Zucht-, Mast- und Heimkaninchen wird daraus abgeleitet oder durch Fütterungsversuche ermittelt. Ganz einfach. Kein Hokuspokus.

Wer weder die arttypische Nahrung, noch die fertigen Futtermittel der Industrie verfüttern möchte, hat automatisch mehrere Probleme. Das Hauptproblem dabei ist, dass er die Spezies „Oryctolagus Cuniculus“ und deren Bedürfnisse nicht kennt. Selbst wenn er weiß, dass Kaninchen 0,5 – 1% Salz benötigen – was soll er mit dieser Information anfangen? Das Salz auf einem Teelöffel anbieten? Sie werden es ganz sicher nicht fressen – es sei denn, man zwingt sie. Salz reguliert ja u. a. auch die Flüssigkeitsaufnahme, es spielt nicht nur für die Verdauung eine Rolle. Industrielle Futtermittel enthalten oft Salz (zugemischt), Ovator-Zuchtfutter (Solikanin Basis) enthält z. B. NaCl, aber es wird keine Menge angegeben. Die werden schon wissen, warum sie Salz zumischen Wink

Kaninchen verfügen über natürliche Instinkte wie jedes Säugetier, einschließlich dem Menschen. Dazu gehört, dass sie durch Geruch, Geschmack und Aussehen dazu verleitet werden, etwas zu fressen oder stehen zu lassen. Egal, was eine Orga behauptet: diese Fähigkeit ist jedem gegeben, sonst wäre ein Überleben schlicht nicht möglich. Du wirst Versalzenes genauso stehen lassen wie Verschimmeltes oder anderweitig schlecht gewordenes, weil Deine Sinne Dir sagen, dass etwas damit nicht stimmt. Erst bei genveränderten Pflanzen versagen die Instinkte, weil Kaninchen natürlich keine Gensequenzen selektieren können.

Bei Kaninchen kommen noch einige Besonderheiten hinzu: sie haben eine hohe Toleranz gegenüber Stoffen, die als äußerst giftig gelten, so z. B. Taxin und Atropin. Mit anderen Worten – in gewisser Hinsicht kann man sie nicht mit anderen Säugern vergleichen. Sie fressen Gefleckten Schierling, der für andere Säuger extrem giftig sein soll und der ja Sokrates ins Jenseits befördert hat.

Noraja hat Folgendes geschrieben:
aber die Chance an einen Halter zu kommen, der sein Kaninchen so schlecht hält, dass es sich an einem Salzleckstein eine Salzvergiftung holt (da muss ein Kaninchen meiner Meinung nach sehr ausgehungert sein und darüber hinaus schwere essen- und Verhaltensstörungen erworben haben) und der Halter nachher Geld ausgibt, um eine Obduktion zu machen, tendiert halt auch gegen Null … Ganz ausschliessen würd ich es aber trotzdem nicht, immerhin gibt es bei Menschen bezeugte Fälle einer Salzvergiftung, es scheint daher nicht ganz unmöglich zu sein, sich an Kochsalz zu vergiften. Und hungrige, verzweifelte Kaninchen in schlechter Haltung machen manchmal wirklich seltsame Sachen..


In dieser Aussage vermengst Du sehr viele Dinge miteinander, was mich, zugegebenermaßen, etwas zynisch werden ließ.

1. Schlechte Haltung, ausgehungertes Tier: hier spielt der „Zwang“ eine Rolle. Durch Hungern kann ein Tier gezwungen werden, etwas zu fressen, was es normalerweise nicht fressen würde. Das erklärt die Fälle von Weidetieren, denen ja kollektiv jeder Sinn verloren zu gehen scheint, wenn sie giftige Pflanzen fressen. Die Meldungen finden sich oft in Tageszeitungen, geschrieben von Reportern, die nur bedingt Ahnung von dem haben, über das sie schreiben. So sehen sie oft einen wichtigen Begleitumstand nicht, der für den kollektiven Wahnsinn verantwortlich ist: Hunger. Die Tiere stehen auf leergefressenen Weiden und fallen über alles her, was ihnen über den Zaun angeboten wird oder fressen dann eben noch das letzte, auch giftige, Hälmchen von der Weide. Wenn ich bei uns manchmal die Koppeln sehe, wundere ich mich, dass da nicht öfters was passiert. Da stehen nur noch die Schwiepen des Hahnefußes und des Greiskrauts herum, alles andere ist weg. Aber wahrscheinlich werden die Tiere im Stall gut zugefüttert.

2. Obduktion: wenn jemand kein Untersuchungsergebnis hat, woher will er dann wissen, woran sein Tier gestorben ist? Sind jetzt neben den Foren-Tierärzten auch noch Foren-Pathologen mit hellseherischen Fähigkeiten unterwegs? (Zynismus) Nicht einmal Tierärzte können immer zweifelsfrei klären, woran ein Tier gestorben ist, obwohl sie es vor der Nase haben. Ich erinnere an den Fall der Diagnose einer Tierärztin, die irrtümlich Kirschbaumäste für eine Vergiftung eines Chinchillas verantwortlich machte. Dieser Mist über die Cyanide in den Ästen von Kernobst geistert bis heute im Internet herum.

3. Kochsalzvergiftung: gerade mit diesem Salz kann man ja selbst Versuche durchführen: wieviel würde man freiwillig essen und wie ist die Reaktion? Der Fall des vierjährigen Kindes zeigt ja, dass die Instinkte wunderbar funktioniert haben, denn es hat das Essen verweigert. Einem Kaninchen traust Du das offenbar nicht zu. Das Kind starb, weil es gezwungen wurde, das Zeug zu essen. Das ist barbarisch.

Bleibt die Frage, warum ein ausgehungertes Tier übermäßig viel Salz fressen sollte. Es sättigt kaum und verursacht bereits in nicht toxischen, aber hohen Mengen Übelkeit. Wahrscheinlich würde es eher den Holzstall und das Stroh auffressen, als so hohe Mengen Salz aufzunehmen, dass es daran stirbt. Das ist dann für mich der Grund, zynisch zu werden, weil man es mit dem „Vorsicht!“ auch übertreiben kann.

Prinzipiell kann ich durch direkten oder indirekten Zwang jede Vergiftung erreichen, ob nun durch Salz, Zucker, Lauch oder was weiß ich. Darüber zu diskutieren, ist müßig. Eine Häsin von uns frisst z. B. gern Schnittlauch. Eigentlich müsste die schon lange tot sein, wenn ich den „Ratgebern“ folge. Ist sie aber nicht. Aus irgendeinem Grund mag sie das Zeug, andere gehen da kaum dran. Wenn ich alles „berücksichtigen“ würde, hätte sie eine Fresspflanze weniger.

Ich weiß, wie Du Deine Tiere fütterst, deswegen verstehe ich auch die komischen Warnungen bzw. Einschränkungen nicht. Davon gibt es schon von den Heu- und Gemüsefütterern genug. Für mich geht es eher darum, Ängste zu nehmen, anstatt sie zu schüren. Ein Salzleckstein stellt für mich keine Gefahr da. Eher im Gegenteil: neben einem Mangel, der ausgeglichen werden könnte, werden manche, sehr trocken ernährte Tiere eventuell animiert, mehr zu trinken.

Freundliche, und ganz unzynische Grüße,
Andreas
Wink
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buki
Nager-Erforscher


Anmeldungsdatum: 18.03.2011
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BeitragVerfasst am: 14.06.2011 23:51    Titel: Antworten mit Zitat

Andreas hat Folgendes geschrieben:
Das Problem hierbei ist aber wohl die Frage (die Dich interessierte), ab welcher Menge „Zuwenig Salz“ das passiert. Die, mit der Nahrung zugeführte, Menge ist eigentlich sehr gering. Vielleicht wirkt diese geringe Menge aber zusätzlich als eine Art Katalysator für die Belegzellen, Magensäure zu bilden. Das ist schon sehr speziell und ich gestehe, dass ich hierzu erst einmal Informationen sammeln muss.


Ja, genau. Ich wundere mich über die eher geringen Salzmengen in der pflanzlichen Nahrung, und mache mir Gedanken, wie gravierend sich das z.B. bei einer "Heu-Gemüse"-Fütterung auf die Verdauung auswirkt. Bzw. ob das ggf. bei Verdauungsproblemen nicht sogar (neben der Trockensubstanz usw. ...) einen relevanten Faktor darstellen könnte.

Andreas hat Folgendes geschrieben:

Ileus bzw. Darmverschluss ist meist ein „mechanisches“ Problem, also durch Fellhaare oder zuviel unverdauliche Faser (Cellulose) und fehlendes Nahrungsvolumen verursacht. Ich habe bisher noch keinen Hinweis auf einen chemischen Zusammenhang gefunden. Es ist aber interessant und ich melde mich, wenn ich etwas dazu finde.


Danke!

Andreas hat Folgendes geschrieben:
Ja, natürlich. Man sollte alles berücksichtigen: herunter fallende Ziegelsteine, Meteoriten, Erdbeben, Sintfluten, Wohnungsbrände, Haushaltschemie, andere Haustiere, unsaubere Wiesen, vergiftetes Leitungswasser, verseuchte Sprossen, Kakerlaken – und natürlich Salz, welches ja in größeren, aber noch nicht toxischen Mengen Übelkeit und Durchfall auslösen kann. Deshalb hängen auch die Warnschilder im Wald an den Salzleckstellen: „Vorsicht! Übermäßiger Verzehr durch Zwang kann tödlich enden!“ Wink


Hey, du warst in zu vielen Foren unterwegs Wink
Ich verstehe, was du meinst – wenn man alle vorgegebenen / empfohlenen Ausschlussprinzipien berücksichtigt, bleibt für das Kaninchen vielleicht nur ein Stück Möhre am Tag übrig. Und das enthält dann entweder zuviel Zucker, oder steht unter EHEC-Verdacht.

Linas Argumentation kann ich auch nachvollziehen – letztes Jahr zog hier eine halbverhungerte, dehydrierte Häsin ein, die es monatelang irgendwie geschafft hat, sich von dreckigem Stroh, ihren Exkrementen, der Holzwand der Box und etwas Hafer zu ernähren. Dieses Tier war in den ersten Tagen dermaßen "verhaltensgestört", dass sie wirklich alles blind in sich hineingestopft hat. Beim Baden hat sie uns das Salzwasser förmlich weggesoffen und zuvor das Wasser näpfeweise (!) binnen weniger Minuten weggekippt. Mullkompressen, Handtücher...nichts war vor ihr sicher. Hätte ich es nicht mit eigenen Augen gesehen, hätte ich es nicht geglaubt. Ich weiß jetzt nicht, wie weit sie nun bei Salz gegangen wäre, aber sie war definitiv wie "von Sinnen". Allerdings selektiert diese Häsin nach etwas Eingewöhnung heute ihr Futter genau wie die anderen und teilt es sich gut ein. Wenn sie damals – jetzt rein theoretisch – einen Salzleckstein zur Verfügung gehabt und den tatsächlich (jetzt auch Mal theoretisch) stückweise verputzt hätte, wäre für mich nicht das Salz, sondern ihre vorherige Haltung ursächlich gewesen. Das Salz wäre für mich in dieser Argumentationskette nur ein austauschbarer Faktor.
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Noraja
Freak


Anmeldungsdatum: 25.04.2010
Beiträge: 665
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BeitragVerfasst am: 15.06.2011 00:46    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Andreas,


Zitat:
Der Fall des vierjährigen Kindes zeigt ja, dass die Instinkte wunderbar funktioniert haben, denn es hat das Essen verweigert. Einem Kaninchen traust Du das offenbar nicht zu.

*seuftz*, ich schaffe es sogar ganz offensichtlich nicht, mich verständlich auszudrücken.

Natürlich traue ich das einem Kaninchen zu. Ich versuche ja die ganze Zeit nichts anderes zu schreiben. Aber offensichtlich bin ich grad echt unfähig.


Ich versuche es mal auf Ingenieursart mit einem Zahlenbeispiel, vielelicht klappt die Kommunikation mit Zahlen ja besser als mit schwammigen Worten.
(die Zahlen sind nicht weiter recherchiert und Bilden die Realität nur in sehr grober Grössenordnung ab Wink , ich will nur Illustrieren, was ich eigentlich meinte und hab der Einfachheit halber mal einfach 1 % genommen)
- etwa 99% aller Hauskaninchen werden ausreichend gefüttert und gehalten, so dass sie nicht an Hunger leiden
- bei etwa 1 % der Kaninchen ist die Menge an Futter so klein, dass die Kaninchen hungern.
- Unter diesen hungernden Kaninchen frisst 1 % aus Verzweiflung, dass nichts anderes zugänglich ist, mehr Salz als ihm bekommt

Folgerung aus dem Zahlenbeispiel:
Unter den normal gehaltenen Kaninchen frisst keines Salz, da muss man sicher nicht warnen und auch nichts beachten.
Unter allen Kaninchen fressen nur 0.01 % Salz, das ist nicht nennenswert, da muss man ebenfalls sicher nichts beachten.

Aber unter den hungernden Kaninchen frisst ein 1 % Salz, das ist eine nennenswerte Menge, hat man so ein schlecht gehaltenes Kaninchen (und nur dann) kann man nicht mehr ausschliessen, dass so ein Fall halt doch eintritt.

Glaub mir, es gibt Kaninchen unter der Kategorie, die würden alles fressen, was man irgendwie kauen und Schlucken kann, Handtücher, Verbandmaterial, Jutensäcke, Seifenwasser, Einstreu, .... . Wenn ich es nicht selbst gesehen hätte, würd ich es ebenfalls nicht glauben.
Aber natürlich sind das schwerst traumatisierte Kaninchen und die müssen - ja sollen - in Empfehlungen an normale Halter sicher nicht mit berücksichtigt werden.

Zitat:
Es wird ja vor allem Möglichen Dingen in der Ernährung von Kaninchen gewarnt.

Ja, das bedaure ich ja auch und finde es schade, was dadurch vielen Kaninchen entgeht. Und ausserdem bin ich auch der Ansicht, dass man mit einer möglichst vielfältigen Mischung aus geeigneten Futterbestandteilen viel weniger falsch machen kann, als wenn man sich auf die Sachen beschränkt, die man für völlig harmlos hält.
Weil Vielfalt einfach ausgewogener ist, die Chance einer Schadstoff/Inhaltsstoffüberdosis kleiner ist und auch, weil zum einen die Wissenslücken und zum anderen auch Unsicherheiten aufgrund verscheidener Phänetxpen, Wuchsorten, ... im Bereich Pflanzeninhaltsstoffe immens sind.
Ich schriebt ja schon oben, das ich am liebsten jedem Kaninchenhalter nach gewisser Angewöhnung zum Wiese-Füttern mit der Sense raten würde....nur ist das nicht so realistisch, da man ja schlecht ungefragt auf fremden Wiesen einen Kahlschnitt verpassen darf Wink.

Und es ist auch völlig legitim und vollkommen verständlich, dass man als liebender und fürsorglicher Kaninchenhalter halt gerne bewusster und vorsichtiger an die Sache herangeht. Drum gibts dann eben auch Hinweise, welche Pflanzen wirklich unproblematisch und Vielfacht erprobt sind, damit das auch möglichst viele unbesorgt ausprobieren, auch wenn da das Aufwand-zu-Nutzen-Verhältnis beim pflänzchenweisen pflücken nicht ganz stimmt. Aber die Kaninchen freut es ja genauso Smile und für uns Menschen ist es ja auch entspannend und gesund. Ich geh trotz Wiese und Sense am schönen Wochenendetagen sehr gerne weiter herum Pflücken und bring den Kaninchen dann noch Sachen mit, die nicht auf unserer Wiese wachsen.

Zitat:
Deswegen sind Laien zum Teil auch heillos überfordert, obwohl die Haltung und Fütterung von Kaninchen eigentlich gar nicht so schwer ist. Sie wird nur unnötig erschwert, unter anderem durch die vielen Warnungen, die oft gar nicht nötig wären.

Dafür fehlt es wiederum oft an Faktenwissen, das man bei der "Kanincheneinführung für Anfänger" aus guten Gründen weg lässt um niemandem mit allzu vielen Informationen zu überfordern. Soweit, so gut, schade ist jedoch, dass einiges an wesentlichem Faktenwissen auch später nie den Weg zum Halter findet, oder wie viele Kaninchenhalter wissen schon, dass nicht der ganze Dünndarminhalt im Blinddarm landet (hat der CSM überhaupt einen deutschen Namen?) oder, das z.B. der RHD Impfstoff dadurch hergestellt wird, dass in Labors andere Kaninchen infiziert und die Viren aus deren Leber extrahiert werden.... . So was wird in Foren halt kaum je thematisiert, in Ratgebern auch nicht... .

Liebe Grüsse
Lina, die immer noch nicht weiss, wie Wildkaninchen ihren Salzbedarf decken
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buki
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Anmeldungsdatum: 18.03.2011
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BeitragVerfasst am: 15.06.2011 23:09    Titel: Antworten mit Zitat

Andreas hat Folgendes geschrieben:
Salz müsste also eine Wirkung auf die Peristaltik haben, was sicher indirekt auch der Fall ist. Aber ob und wie sich das Fehlen von Salz auf die Darmbewegungen auswirkt, muss ich erst selbst recherchieren.


Mal ein Versuch einer Herleitung, basierend auf:

Zitat:
The Megacolon-Syndrome is a hereditary disease of homozygous spotted rabbits (En En). Investigations have been performed on some special traits related to functional aspects of the gut in comparison to vital heterozygous spotted rabbits (En en). It was found that En En rabbits showed significantly reduced sodium absorption rates across the wall of the cecum. Consequently, the dry matter content of the ingesta was reduced at this location, whereas the content of the ashes was increased. These results indicate that a further important pathogenetic aspect of this hereditary disease is an undue liquification of ingesta in proximal parts of the large intestine. Severe clinical problems, however, resulted from obstipation. This is concluded to be a late complication due to and modified by different stressors of endogenic and exogenic origin. Thus, there are some indications that an early site of spot-gene related effects might be the small intestine. This segment of the bowel was shorter and had an increased dry matter proportion of its wall when compared with heterozygous spotted rabbits. But a decreased proportion of dry matter within the wall of the large intestine was found. The latter could be an effect of the hypothyreotic state of metabolism in En En rabbits.

Bödeker D., Türck O., Lovén E., Wieberneit D., Wegner W. (1995)
http://www.medirabbit.com/EN/GI_diseases/Mechanical_diseases/megacolon.pdf

Wenn ich das richtig verstehe, würde das übertragen auf gesunde Tiere bedeuten, dass ein Natriummangel dazu führt, dass über die Magenwand des Blinddarms zu wenig Natrium aufgenommen wird, und dann als Folge dessen weniger Trockenmasse und mehr Rohasche (?) in den Blinddarm geschleust wird, um dem Natriummangel entgegen zu wirken. Dies führt zuerst zu einer Verflüssigung der Nahrung im BD, dann im weiteren Verlauf zu Durchfall und einer Entwässerung des Körpers, theoretisch gefolgt von Organversagen, oder?
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