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UV Beleuchtung bei Exotischen Kleinsäugern
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davX
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Anmeldungsdatum: 08.06.2004
Beiträge: 8535
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 03.09.2011 07:45    Titel: Re: UV Beleuchtung bei Exotischen Kleinsäugern Antworten mit Zitat

Zitat:

Beide Lampen sind über dem Käfig der Tamiops swinhoei angebracht und brennen von morgens 6 bis 18 Uhr abends.

Du benutzt die Lampen also bei den Baumstreifenhörnchen. Da ich nun schon öfters gehört habe, dass Lampen bei Hörnchen eingesetzt werden, sind diese Tiere empfindlicher und brauchen UV Licht oder geht es da primär um einen erhöhten Wärmemesser, der eben mit solchen Lampen sinnvoll gedeckt werden kann?

Wir hatten übrigens kürzlich im Deguforum und auch hier eine Diskussion, da ging es um eine Ernährungsstudie an Degus, welche auch das Angebot von UV untersuchte. Der Einfluss war zwar nicht gewaltig, aber das UV Licht trug durchaus ein bisschen dazu bei, dass der Calciumaufbau verbessert wurde im Zusammenhang mit dem richtigen Ca:P Verhältnis im Futter. Da das Futter pelletiert war, sind die Ergebnisse natürlich etwas mit Vorsicht zu genießen, aber die Sache mit dem UV Licht fand ich da dann doch spannend.

Link zum Thread:
http://www.degupedia.de/forum/viewtopic.php?t=2412
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schweinsnase77
Freak


Anmeldungsdatum: 18.07.2010
Beiträge: 251

BeitragVerfasst am: 04.09.2011 05:44    Titel: Antworten mit Zitat

Zu den Lampen selber: Man muss genau darauf achten was man kauft. Es gibt nämlich Vollspektrumlampen ( die aber auch nur fast das volle UV-Spektrum bieten) und Lampen die von der Lichtqualität das Vollspektrum wiedergeben...aber nicht vom UV-Anteil.

Da muss man mal ganz genau lesen und notfalls mal denHersteller nerven, wenn es wirklich um die UV-Anteile geht.

Zum generellen Thema:Nichts genaues weiß man nicht. Aber auch m Tierplaneten diskutieren wir gerade darüber, ob es möglicherweise einen Zusammenhang zwischen der erhöhten Diabetisneigung bei Meerschweinchen und Heufütterung in Kombination mit Innenhaltung geht.

Krioserweise haben zwei Halter "Tageslichtlampen mit Vollspektrum" die sich im nachhinein aber nur als die zweite Gattung, nämlich da da nicht wirklich UV-Anteile drin sind.

Die Frage ist halt generell: ist es möglich das UVBSrahlung z.B. Einflüsse auf den Stoffwechsel der Tiere nehmen kann? Dazu wäre es aber nötig größere Feldstudien und Vergleichswerte mit Außenhaltungstieren zu haben.

Das im Regenwald kein UV-Lich auf dem Boden kommt stimmt so nicht...auch da gibt es niedrige Kräuter...die kommen zwar mt wenig UV-Strahlung aus, brauchen dieses aber auch zur Photosynthese.
Im Prinzip kommen also ale Bewohner des Regenwaldes die innerhalb der Strauchschicht leben, zwar mit sehr wenig UV-Anteil aus (1-2Augenrollen aber man kann halt nicht 100%ig davon ausgehen, dass sie je nach Innenhaltung keine Schäden davontragen, zumal ja noch nicht mal beim Menschen feststeht welche Einwirkungen Licht als solches auf den Körper hat und welches davon auf die verschiedenen UV-Spektren zurückfallen.
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Murx Pickwick
Quoten-Kobold


Anmeldungsdatum: 23.07.2005
Beiträge: 4645
Wohnort: Runkel

BeitragVerfasst am: 04.09.2011 10:39    Titel: Re: UV Beleuchtung bei Exotischen Kleinsäugern Antworten mit Zitat

Genau genommen kommt auch immer ein wenig UV-B durch Fensterglas durch, sogar durch Dreifachverglasung ... ist sogar mehr, wie das, was auf dem Urwaldboden in der Strauchschicht ankommt.

Pflanzen brauchen zudem zum Wachstum kein UV-B, Urwaldpflanzen aus der Strauchschicht wachsen auch im Betonbunker bei Glühlampenlicht wunderbar, da wäre UV-B 100%ig ausgeschlossen. Ansonsten hätten wir nicht so viele Urwaldpflanzen als Heimpflanzen im Angebot ...
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davX
Team


Anmeldungsdatum: 08.06.2004
Beiträge: 8535
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 04.09.2011 16:26    Titel: Re: UV Beleuchtung bei Exotischen Kleinsäugern Antworten mit Zitat

Zitat:

Genau genommen kommt auch immer ein wenig UV-B durch Fensterglas durch, sogar durch Dreifachverglasung ... ist sogar mehr, wie das, was auf dem Urwaldboden in der Strauchschicht ankommt.

Laughing gutes Argument Murx, genau das ging mir auch durch den Kopf als ich das las mit kein UV Licht im Urwald und dass das nicht stimme Wink.

Was die Vollspektrumlampen angeht habe ich gemeint, dass das keine Bedeutung für den UV-Anteil habe, denn Vollspektrum heisst, so habe ich das aufgefasst, dass die Intensitäten der einzelnen Farbbereichen der Lampe und dem natürlichen Licht in etwa übereinstimmen, wobei damit nur der für uns Menschen sichtbare Lichtbereich gemeint ist. Ob das nun auf den UV-Bereich noch ausgedehnt wird, ist dann letztlich Goodwill des Herstellers.
Wer UV-Licht will, der greift zumindest in der Terraristikszene logischerweise zu speziellen UV-Lampen, die es zum Beispiel von Lucky Reptile, ZooMed und wie sie alle heissen, zu kaufen gibt. Und auch da gibt es wieder unterschiedlichste Modelle und Varianten. Für die Beleuchtung selber kommt nicht selten noch eine normale Röhrenlampe dazu oder wenn es mehr Wärme braucht ein spezieller Heizstrahler.

Apropos Röhrenlampen (und somit auch Energiesparlampen) hatten wir vor einiger Zeit mal eine interessante Diskussion, da brachte Atropa das Argument ins Spiel, dass diese schädlich sein könnten. Wieso genau weiss ich jetzt nicht mehr, aber es hing entweder mit dem Flackern zusammen oder irgendwie mit der Lichterzeugung, dass mit hoher Frequenz und hohen Spannungen das Licht erzeugt wird und dabei auch magnetische Strahlung entsteht... irgendwie sowas wars.
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schweinsnase77
Freak


Anmeldungsdatum: 18.07.2010
Beiträge: 251

BeitragVerfasst am: 05.09.2011 16:37    Titel: Antworten mit Zitat

@Murx: Irrtum. normales Glas ( also Natron-Kalk -Glas) ist undurchlässig für Strahlung unterhalb von 320 nm.

Außerdem hab ich ja nicht von UVB-Strahlung, sondenr von UV Strahlung allgemein gesprochen.
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Andreas
Kaninchen würden Wiese kaufen


Anmeldungsdatum: 27.02.2009
Beiträge: 1235

BeitragVerfasst am: 05.09.2011 21:06    Titel: Antworten mit Zitat

schweinsnase77 hat Folgendes geschrieben:
@Murx: Irrtum. normales Glas ( also Natron-Kalk -Glas) ist undurchlässig für Strahlung unterhalb von 320 nm.

Korrekt. Es gibt zwar Spezialglas, welches auch die UVB-Strahlen durchlässt, aber ob sich das ein Tierhalter leisten kann/will...? UVA-Strahlen gehen dagegen ungehindert durch Glas. UV allgemein geht auch auf den Urwaldboden - ich meine, für bestimmte Wellenlängen muss noch nicht einmal die Sonne scheinen - Tageslicht reicht.

Der Einfluss der Haltung von Kaninchen unter Ausschluss von natürlichem UV-Licht im Vergleich zu Freilandhaltung wurde u. a. von Harcourt-Brown dokumentiert:
Harcourt-Brown & Baker hat Folgendes geschrieben:

During a two-year period between 1995 and 1997, over 80 blood samples were collected from pet rabbits in order to investigate an apparent osteodystrophy affecting the skulls of rabbits with acquired dental disease. A series of haematological and biochemical analyses relating to calcium metabolism were performed and samples were taken for parathyroid hormone (PTH) assay. The rabbits were categorized according to the condition of their teeth and the manner in which the pets were kept. PTH concentrations were higher and calcium concentrations lower in hutch-kept rabbits with advanced dental disease in comparison with the kept in free-range conditions. No dental problems were detected in the free-range rabbits on radiological or clinical examination. During the course of the study, differences in haematological pictures and albumin values emerged among rabbits kept under the different husbandry regimes. Complete blood counts from free-range rabbits were comparable with laboratory reference ranges, whereas there were significantly lower red cell and lymphocyte counts in rabbits exhibiting advanced dental disease. Serum albumin values were significantly higher in rabbits kept in free-range conditions than in those with advanced dental disease or those unaffected by dental disease but kept in hutches. Rabbits kept in hutches showed trends towards anaemia and lymphopenia. Results indicated that acquired dental disease of pet rabbits is related to husbandry and is associated with alterations in calcium metabolism.

Quelle: Harcourt-Brown, F. M. & Baker, S. J. (2001): Parathyroid hormone, haematological and biochemical parameters in relation to dental disease and husbandry in rabbits. J Small Anim Pract, Vol 42, 3. Pages 130-136.

Es gibt noch weitere Untersuchungen von ihr, die ein allgemein vernachlässigtes Problem (Freiland/Wohnung) beleuchten - mit erwartungsgemäßen Ergebnissen. Der Einfluss von frischer Luft und natürlichem Licht auf das Immunsystem ist allgemein bekannt - wozu also "Feldstudien"? Wink

In der Tierhaltung will es merkwürdigerweise keiner so richtig wahr haben...

freundliche Grüße,
Andreas
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Noraja
Freak


Anmeldungsdatum: 25.04.2010
Beiträge: 665
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 06.09.2011 02:58    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

Zitat:
Krioserweise haben zwei Halter "Tageslichtlampen mit Vollspektrum" die sich im nachhinein aber nur als die zweite Gattung, nämlich da da nicht wirklich UV-Anteile drin sind.

das finde ich jetzt nicht so kurios. Das sind nämlich die normalen Tageslichtlampen, die optisch das Tageslicht annähern. Und da sie für Menschen gedacht sind und von Menschen gekauft werden, ist es nur verständlich, dass da keine UV Anteile drin sind. Die sind auch mehr gedacht um in Innenräumen tageslichtähnlich zu beleuchten und z.B. bei Fotografen als Dauerlicht beliebt und nachgefragt. UV-Anteile wären da eher unerwünscht (sieht man sowieso nicht, schadet aber z.B. Bildern an den Wänden, ... ).

Ich kann mir drum nicht vorstellen, dass es üblich ist, Tageslichtlampen herzustellen, die gleich auch im UV-Bereich strahlen (zumal das eine spezielle, teure und wenig haltbare Beschichtung braucht)

Wenn eine Lampe nenneswerte UV-Anteile haben soll, muss man die extra so kaufen. und die heissten dann UV-Strahler, UV-Lampe, ....
(und entsprechend tief in die Tasche greifen - vor ein paar Jahren waren solche Lampen nur für > 30 € zu haben).
Die hier z.B. http://www.reptilica.de/product_info.php/product/ZooMed-Powersun-UV
edit 3: auch ganz interessant (für technische Details): http://www.osram.de/osram_de/Professionals/Allgemeinbeleuchtung/Hochdruck-Entladungslampen/pdf_HID-Literatur/106T020DE.pdf


Selbst wenn eine normale (Tageslicht/Röhen/...)lampe, ein bisschen UV mitstrahlt, bringt das nämlich nicht so viel. Normale Halogenlampen machen das teils auch.
Für die Vitamin D3 Synthese benötigt man soweit ich weiss aber Licht im Bereich von 295 und 305 nm. Und da ist es ziemlich unwahrscheinlich, dass der Bereich zufälligerweise getroffen wird. Das ist nämlich schon recht kurzwelligs UV-B-Licht.
Schon die meisten UV-Lampen strahlen da kaum noch:
http://eshop.farmapython.cz/osvetleni/arcadia-bird-lamp-pro-ptaky (rechts hats ein Spektrum-Bildchen)

edit: hier hats noch ein schöneres Spektrum-Bild einiger Lampen im Vergleich zum Sonnenspektrum (schwarz gestrichelt)
http://www.birdsnways.com/wisdom/imgs/ptcompar.gif

Zitat:
In der Tierhaltung will es merkwürdigerweise keiner so richtig wahr haben...

da muss man aber unterscheiden, um welche Tierarten es sich handelt. Bei Kleinsäugern ist es wirklich so.
Ich hab wenig mit Terrastik zu tun, aber dort scheint das Bestrahlen der Tiere mit UV-strahlung das gang und gäbe zu sein.
Und in der Vogelhalterwelt kam das Anbieten von UV-Lampen vor schätzungsweise 6 Jahren auch in grossem Stile auf. Da gibt es Tausende von Haltern mit solchen Lampen für ihre Vögel, wobei es da auch den zusätzlichen Aspekt/Anreiz des Farbsehens für die Tiere gibt, der zu einem für den Halter schnell merklichem Erfolg der Lampen-Montage-Aktion führt.
Für Vögel ist ein Teil des UV-Spektrum sichtbar und die Farben fehlen ihnen dann in UV-freien Innenräumen... .


Zitat:
Apropos Röhrenlampen (und somit auch Energiesparlampen) hatten wir vor einiger Zeit mal eine interessante Diskussion, da brachte Atropa das Argument ins Spiel, dass diese schädlich sein könnten.

Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit hat da sogar mal Messnugne und versuche dazu gemacht und ein pdf herausgegeben, nur finde ich die Studie grad nicht mehr. hier ist sie jedoch in Kurzform erwähnt und zitiert:

http://www.bag.admin.ch/themen/strahlung/00053/00673/02326/index.html?lang=de
Zitat:
Die elektrischen Ströme, die in der Lampe fliessen, erzeugen nieder- und mittelfrequente elektrische und magnetische Felder.

Nieder- und mittelfrequente magnetische und elektrische Felder

Nieder- und mittelfrequente magnetische und elektrische Felder können im menschlichen Körper elektrische Ströme erzeugen, die ab einer gewissen Stärke zu Nerven- und Muskelreizungen führen. Damit solche Reizungen in Personen nicht auftreten, dürfen die Ströme die Grenzwerte nicht überschreiten.
Eine Schweizer Studie hat die magnetischen und elektrischen Felder von elf Energiesparlampen gemessen sowie die Ströme berechnet, welche diese Felder in Personen hervorrufen.
Die Studie zeigt, dass vor allem die mittelfrequenten elektrischen Felder für diese Ströme verantwortlich sind. Direkt an der Lampe erreichen die Ströme je nach Lampentyp zwischen 10% und 55% des Grenzwertes. Mit zunehmendem Abstand zu den Lampen nehmen sie schnell ab und betragen in 20 cm Abstand noch 2% bis 10% des Grenzwertes.
Die nieder- und mittelfrequenten magnetischen Felder sind hingegen klein und tragen nicht wesentlich zur Strombelastung im Körper bei.


edit 2: doch noch ein Dokument gefunden: http://www.news.admin.ch/NSBSubscriber/message/attachments/478.pdf

Liebe Grüsse
Lina
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schweinsnase77
Freak


Anmeldungsdatum: 18.07.2010
Beiträge: 251

BeitragVerfasst am: 06.09.2011 07:49    Titel: Antworten mit Zitat

@Noraja: Da waren die Kommunikationsteufel am Werk. Die beiden Halter haben sich nämlich die Tageslichtlampen gekauft um innen die selben Verhältnisse wie draussen ( in Bezug auf Sonnenlicht) herzustelen und sind eben davon ausgegangen das Vollspektrumlampen wie oben angegeben auch das volle UV-Spektrum abgeben.
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Andreas
Kaninchen würden Wiese kaufen


Anmeldungsdatum: 27.02.2009
Beiträge: 1235

BeitragVerfasst am: 06.09.2011 14:43    Titel: Antworten mit Zitat

Noraja hat Folgendes geschrieben:
Für die Vitamin D3 Synthese benötigt man soweit ich weiss aber Licht im Bereich von 295 und 305 nm.

Nach Pietrzik et al. (2008) ist für die Vitamin-D-Synthese eine Wellenlänge von 280-310nm nötig, das Wirkungsmaximum liegt bei 295nm. Normales Fensterglas lässt elektromagnetische Strahlung mit einer Wellenlänge < 350nm nicht durch. (Wellenlänge UV-A: 380−315nm, UV-B: 315−280nm, UV-C: 280-100nm). Das heißt, es gelangt nur ein Teil der gesamten UV-Strahlung durch normales Fensterglas. UV-B-Strahlung wird herausgefiltert.
Quelle: Pietrzik, K.; Golly, I.; Loew, D. (2008): Handbuch Vitamine: für Prophylaxe, Beratung und Therapie. München: Elsevier, Urban & Fischer. ISBN 978-3-437-55361-5

In der Terrarienwelt ist es tatsächlich so, dass der Einfluss der UV-Strahlung seit längerem bekannt ist und genutzt wird. Ich korrigiere mich und nehme diese Tierhalter aus meiner Kritik heraus. Eigentlich wollte ich damit folgendes sagen: Es ist allgemein bekannt, dass sich frische Luft und natürliches Licht positiv auf das Immunsystem auswirkt. Das gilt nicht nur für Tiere, sondern auch für Menschen. Insofern ist es eigentlich absolut müßig, über die Vorteile einer Freilandhaltung im Vergleich zur Wohnungshaltung nachzudenken. Vielleicht lässt sich der Nachteil über irgendwelche Speziallampen abmildern, aber mal ganz ehrlich: wie sicher ist denn die Gewährleistung der angebenen Wellenlängen der Strahlung und die Intensität? Harcourt-Brown hat nicht nur nachgewiesen, dass es messbare Unterschiede verschiedener Haltungsformen gibt, sondern auch deutlich gemacht, dass eigentlich das gesamte Immunsystem betroffen ist (Lymphozyten).

Der Beitrag von Brigitta bestätigt im Prinzip Untersuchungen von Harcourt-Brwon, in denen festgestellt wurde, dass nach ca. 5 Monaten ohne Zugang zu natürlichem Licht kein Vitamin D mehr im Blut von Kaninchen nachweisbar war, woraus Zanhkrankheiten abgeleitet werden konnten. Es ist also ein schleichender Mangel, der deshalb wahrscheinlich oft viel zu spät bemerkt wird. Stallhasen bei Züchtern haben diese Probleme selten, weil in kommerziellen Fertigfuttern Vitamin D3 zugemischt wird (zum Teil in extrem hohen Mengen). Da Vitamin D in Pflanzen so gut wie nicht vorkommt, ist es in der Wohnungshaltung also keine wirkliche Überraschung, wenn es Probleme mit den Zähnen gibt und es zu Abszessbildungen kommt. Mit der üblichen Fütterung von Heu und Gemüse und dem Ausschluss von frischer Luft und natürlichem Licht sind die Weichen in die falsche Richtung gestellt. Unsere Tiere rennen zwar das ganze Jahr auf der Wiese herum, trotzdem trockne ich immer einen Teil des Heus an der Sonne. Das sieht dann zwar nicht mehr schön aus, aber der Vitamin-D-Gehalt wird höher.

An Ponys und Schafen wurde die saisonale Abhängigkeit des Vitamin-D-Spiegels im Blut nachgewiesen, das heißt, im Frühjahr war er am niedrigsten und im Herbst am höchsten. Kaninchen oder andere Kleinsäuger in der Wohnung leben aber quasi immer unter "winterlichen" Bedingungen (lichttechnisch gesehen).

freundliche Grüße,
Andreas
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Brigitta
Nager-Erforscher


Anmeldungsdatum: 28.01.2010
Beiträge: 21

BeitragVerfasst am: 09.09.2011 11:07    Titel: Antworten mit Zitat

Seit drei Jahren verwende ich UVB Lampen bei meinen Baumstreifenhörnchen. Diese Neuerung habe ich eingeführt, nachdem 2006 meine ersten Baumstreifenhörnchen erkrankten und ich zu spät für diese Tiere erkannt habe, das die Lähmungen, Bewegungsstörungen, Fell,- und Zahnprobleme meiner Tiere eine Rachitis darstellten. Durch die Gabe von Lebertran besserte sich innerhalb einer Woche die schlimmsten Symptome. Hier wurde mir also erst richtig bewusst das Lichtmangel den empfindlichen Stoffwechsel meiner tropischen Hörnchen völlig durcheinander gebracht hat. Es gibt schon einen gravierenden Unterschied zwischen dem 20 und 50 Breitengrad bezüglich des natürlichen Lichts. Selbst im Bochumer Tierpark haben die dort gehaltenen Schönhörnchen ( Prevost) keine Zähne mehr. Ich habe mich durch einige Lektüre der Beleuchtung bei Terrarientieren gelesen. Untersuchungen für Beleuchtungen für Kleinsäuger ist jedoch Mangelware. So blieb nur der Selbstversuch an meinen Hörnchen. Wobei ich nun etliche Lampen von verschiedenen Herstellern durchpobiert habe. Gleichwohl ist es ein Blindflug, denn stimmt es immer so was die Hersteller versprechen ? Die angegeben Haltbarkeit der Wirkung bei diesen Lampen wird auf ein Jahr gesetzt. Ich wechsele sie alle halbe Jahre. Die einzig genauer untersuchte Lampe ist die Osram Vitalux. Aber 300 W als Tagesbeleuchtung ist zuviel, den den Wärmeeintrag mögen die Hörnchen nicht so gerne. Ich habe auch das Nahrungsangebot bei meinen Baumies erweitert und hoffe das sie selbst aus der Vielzahl von angebotenem Futter das richtige für sich heraussuchen.
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fred
Gast





BeitragVerfasst am: 20.11.2012 14:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ich möchte aus gegebenem Anlass dieses Thema nochmals ansprechen, insbesondere die Beteutung von Vitamin D und UVB für Degus.

Kurz zum Hintergrund. Im englischsprachigen Raum werden Degus meistens in Gitterkäfigen gehalten und mit Fertigfutter ernährt. Selbstbau-Käfige, teilweise mit Glastüren setzen sich nur langsam durch. Naturnahe Ernährung war bis zum August letzten Jahres völlig unbekannt, und wurde erst dann von einigen deutschen/schweizer Deguhaltern vorgestellt. Wir haben dies zu einem Schwerpunkt unseres neuen Forums (http://www.degus-international.org/forums/) gemacht. Es wird von unseren Mitgliedern erfreulicherweise sehr gut angenommen, aber für den gesamten englischsprachigen Raum (oder besser den nicht deutschsprachigen Raum) ist dies vorerst nur ein Tropfen auf den heissen Stein.

Trotz der in unseren Augen im allgemeinen schlechteren Haltung, scheinen Zahnprobleme dort aber wesentlich seltener zu sein. Ich habe natürlich keine Zahlen hierzu, aber wenn ich auf DeguForum von einem Fall gravierender Zahnprobleme nach dem anderen lese, erscheint mir der Unterschied sehr deutlich. Nachdem ich mich in die Materie eingearbeitet habe, ist dies für mich absolut nicht überraschend. Viele naturnah ernährte Degus leiden unter einem Vitamin D Mangel und einem schlechtem Calcium:Phosphor Verhältnis ihrer Nahrung. Da diese beiden synergistisch wirken, sind die oft katastrophalen Folgen fast zwangsläufig.

Das Calcium:Phosphor Verhältnis lässt sich recht einfach in den Griff bekommen. Das Hauptproblem sind zur Zeit die Mehlsaaten. Eine typische Mehlsaaten-Mischung hat ein Calcium:Phosphor Verhältnis von etwa 1:10, und je nach verfütterter Menge, kann dies das Calcium:Phosphor Verhältnis gefährlich herunter bringen. Dies lässt sich relativ leicht ändern. Mehlsaaten gehören m.E. wegen ihres hohen Stärkegehalts sowieso nicht in eine Deguernährung. Wir haben eine neue Mischung zusammengestellt, die ein akzeptables Calcium:Phosphor Verhältnis von 1.5:1 hat, kaum Stärke und nur etwa die halb so viel Fette wie typische Ölsaaten hat.

Die nötige Vitamin D Zufuhr stellt ein weitaus schwierigeres Problem dar. Entweder eine ausreichende Vitamin D Konzentration im Futter oder ausreichend UVB Licht scheint zwingend notwendig. Mit einer naturnahen Ernährung bekommen Degus praktisch kein Vitamin D zugeführt (während es den Fertigfuttern in meistens vernünftigen Konzentration zugesetzt wird) . Es scheint im Pflanzenreich nur in wenigen Ausnahmen vorzukommen und die diesbezüglichen wissenschaftlichen Studien sind widersprüchlich und bleiben weitgehend unklar. Die Beigabe eines Vitamin Präparats sehe ich als Dauerlösung als bedenklich an da eine Überdosierung von Vitamin D (und anderen Vitaminen) gefährlich ein kann. Man sollte dies aber vielleicht für akute Fälle erwägen (natürlich in Abspache mit einem Tiearzt).

Wenn wir unseren Degus also nicht einen erheblichen Anteil von Fertigfutter in ihrer Ernährung zumuten wollen (und das ist so ziemlich das Letzte was ich vorschlagen möchte), scheint ausreichend UVB Licht zwingend notwendig. Ich habe mir in den letzten Tagen viele Spektren angesehen und vermute, dass normales Fensterglass noch einen kleinen Teil UVB (2-3% ??) durchlässt und dass dies in manchen Räumen gerade mal ausreichend sein mag. Kommt eine zweite oder dritte Glasscheibe hinzu (Doppelverglasung und/oder Glastüren am Käfig), geht dies auf bestenfalls 0.1 % bzw 0.003% herunter und ist ganz klar nicht genug.

Ich glaube, wir sollten Lampen mit UVB Anteil für Degus (und andere herbivore Kleinsäuger?) mit naturnaher Ernährung so schnell wie möglich einführen.
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Murx Pickwick
Quoten-Kobold


Anmeldungsdatum: 23.07.2005
Beiträge: 4645
Wohnort: Runkel

BeitragVerfasst am: 21.11.2012 19:51    Titel: Re: UV Beleuchtung bei Exotischen Kleinsäugern Antworten mit Zitat

An den Zahnproblemen ist allerdings auch eine zu artenarme und zu trockene Ernährung beteiligt ... wer hier viel Wiese und Wegrand füttert, hat auch bei Degus so gut wie keine Zahnerkrankungen.
Und nun schau dich um, wie Degus gewöhnlicherweise gefüttert werden, wenn "naturnah" gefüttert wird ...

Aber mit der Einführung von UV-B-Lampen für die Wohnungshaltung geb ich dir Recht ... das wurde schon bei Vögeln vor 30 Jahren diskutiert und mit Erfolg umgesetzt, warum sollte das bei Nagern nicht funktionieren?
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fred
Gast





BeitragVerfasst am: 22.11.2012 02:08    Titel: Re: UV Beleuchtung bei Exotischen Kleinsäugern Antworten mit Zitat

Murx Pickwick hat Folgendes geschrieben:
An den Zahnproblemen ist allerdings auch eine zu artenarme und zu trockene Ernährung beteiligt ... wer hier viel Wiese und Wegrand füttert, hat auch bei Degus so gut wie keine Zahnerkrankungen.


Darf ich Fragen wie du zu dieser Aussage kommst? Sie scheint mir wenig mit der Realität wenig zu tun zu haben.

Der Effekt eines schlechten Kalzium : Phosphor-Verhältnisses auf die Zahngesundheit von Degus ist nachgewiesen:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21571111
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21672952
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22238202
Ich kann mir absolut keinen biologischen Mechanismus vorstellen mit dem eine frische und artenreiche Ernährung dem (und Vitamin D Mangel) entgegen wirken könnte.
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Murx Pickwick
Quoten-Kobold


Anmeldungsdatum: 23.07.2005
Beiträge: 4645
Wohnort: Runkel

BeitragVerfasst am: 22.11.2012 02:31    Titel: Re: UV Beleuchtung bei Exotischen Kleinsäugern Antworten mit Zitat

Nun, ich hatte meine Degus damals mit schlechten Zähnen übernommen, binnen von nur wenigen Monaten wuchsen die Zähne einwandfrei und stabil nach.
Gefüttert hatte ich Wiese und Wegrand, Gemüse, Mehlsaaten und Ölsaaten ... und das, soviel die Degus wollten.
Von den Vorbesitzern wurden die Degus unter anderem mit einem üblichen Fertigfutter ernährt, welches mit Sicherheit ein optimales Calcium : Phosphor-Verhältnis hatte und Vitamin D3 enthielt. Sicher, sie bekamen da auch Rosinen, allerdings bekamen sie die von mir in der Anfangszeit auch und in dieser hatten sich die Zähne verbessert.
Diese Biester hatten mir sogar ne Aluminiumplatte gelocht - aus reinem Jux und Dollerei!

Wie ist das möglich, wenn sowohl Vitamin D3 als auch ein ideales Calcium : Phosphor Verhältnis so notwendig ist für die Zahngesundheit?
In der gesamten Zeit, wo ich die Degus hatte, gab es kein Problem mit den Zähnen ...

Gleiches beobachte ich so ziemlich mit jeder Tierart ... brüchige Zähne mit Fertigfutter, erstklassige, harte Zähne ohne Fertigfutter.
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Andreas
Kaninchen würden Wiese kaufen


Anmeldungsdatum: 27.02.2009
Beiträge: 1235

BeitragVerfasst am: 22.11.2012 20:41    Titel: Antworten mit Zitat

fred hat Folgendes geschrieben:
Viele naturnah ernährte Degus leiden unter einem Vitamin D Mangel und einem schlechtem Calcium:Phosphor Verhältnis ihrer Nahrung.

Es kommt darauf an, was man unter "naturnah" versteht und ob das der Ernährungsweise der jeweiligen Art entspricht. Naturnah klingt zwar gut, kann aber trotzdem völlig daneben liegen.

Im Kaninchenbereich ist es so, das mit der zunehmenden Heimtierhaltung durchaus naturnah gefüttert wird - nämlich Heu und Gemüse. Das hat aber nix mit dem Bedarf der Kaninchen zu tun. Der Calcium-Gehalt im Gemüse ist sehr niedrig, was zwar durch das Heu wieder etwas hoch geholt wird, aber zur "arttypischen" Nahrung nicht ausgeglichen werden kann. Vor allem, dann, wenn Gemüse und Salat ad libitum über lange Zeit gefüttert wird. Dadurch verstärkt sich die Wirkung eines Vitamin-D-Mangels, weil mit sinkendem Calcium-Gehalt Vitamin D umso wichtiger wird.

Mit Grünpflanzen wird kein Calcitriol aufgenommen, sondern die Vorstufe Ergosterol (D2). Für die Umwandlung in der Haut braucht es dann das UV-Licht.

Zu viel Getreide ist mit Sicherheit nicht gut, nicht nur wegen des schlechten Ca/P-Verhältnisses sondern auch wegen der Phytinsäure.

Das Problem ist halt: wenn man Alternativen zur arttypischen Nahrung ins Spiel bringt, kann auf lange Sicht einiges aus dem Lot geraten. Das wird für Degus und Kaninchen gleichermaßen gelten.

freundliche Grüße,
Andreas
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