davX Team

Anmeldungsdatum: 08.06.2004 Beiträge: 4729 Wohnort: Schweiz
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Verfasst am: 21.02.2010 20:19 Titel: Re: Präriehunde-Infos |
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Ja das ist ein wichtiges Argument, was die Haltung in Gefangenschaft angeht. Natürlich ist es eine Illusion zu glauben man könnte die Tiere durch Zucht in Gefangenschaft langfristig vor dem Aussterben bewahren (ganz abgesehen davon, dass die Wichtigkeit der Präriehunde nicht in ihrer Art selber besteht, sondern in ihrer Funktion auf die Landschaft und auf all die zahlreichen Lebewesen, welche nur dank den Präriehunden einen Lebensraum und Nahrung haben). Dennoch ist es eine Tatsache, dass wir erst begreifen müssen, was wir verlieren, erst wenn die Natur, die wir zerstören, ausrotten, kennenlernen, können wir auch überzeugt für sie eintreten. Doch mit unserer "zivilisierten" Lebensweise tun wir genau das Gegenteil. Wir lernen an Schulen rechnen, lesen, Betriebswirtschaft, Kunst, Informatik, usw. aber wissen wir danach, was wir in der Natur haben? Kennen wir die Zusammenhänge der Ökosysteme und was passiert, wenn wir eingreifen? Es dominieren Themen wie Mode, Kochen, Autos, Computer, Finanzen, Extremsportarten, Gesundheit usw. unsere Interessen und überall in der Berufswelt ist ökonomisches Denken wichtig, wie können wir aus dem letzten Rest Resource noch ordendlich Geld machen. Die ganze Finanzwelt ist so gesehen eine riesige Luftblase, die von der Illusion lebt, dass Geld unabdingbar wäre. Die Natur wird dabei gerne zu einem abstrakten Begriff, dabei ginge es da um unsere Gesundheit, um unser Lebensraum, in dem wir leben. Dieser ist langfristig viel bedeutender als alle zivilisierten Interessensgebieten zusammen, denen wir in unserem Beruf und unserer Freizeit nachgehen. Nur zu gerne wird dann hier der Appell an den Schutz der natürlichen Grundlagen instrumentalisiert. Es heisst dann Energie sparen, weniger Schadstoffe produzieren, keine Produkte konsumieren, für die Regenwald abgeholzt wird. Auf der anderen Seite wird uns perverserweise all das mit billigen Produkten untergejubelt, natürlich nicht deklariert oder falsch deklariert oder dort eingesetzt, wo wir es nie erwarten würden... nicht dort wird angesetzt, wo es etwas bringen würde: nämlich die Dinge gut zu machen, Produkte herstellen, die nicht schädlich sind, Produkte die wieder wirklich lange halten, sich einfach reparieren lassen, anstatt kurzlebiger Wegwerfmentalität usw. Und das setzt sich bei der Natur und den Ökosystemen fort. Auch heute noch wird lieber versucht mit Gentechnologie Nutzpflanzen zu "verbessern", Schädlinge werden mit eingeschleppten Räubern versucht zu bekämpfen (ist ja eine "biologische", "ungefährliche" Methode) und kein Gedanke wird daran verschwendet, was passiert, wenn es den Räubern zu gut gefallen könnte oder sie sich nicht am gedachten Futter vergreifen... Oder bei den Elektromobilen, das wird ja zur Zeit gerne als grüne Zukunft bejubelt... Blödsinn! Schon mal überlegt wie umweltfreundlich all diese Akkus sind? Ist zwar ein kleines Detail, aber ein sehr wichtiges. Hier werden auch wieder zahlreiche Dogmen gepflegt, die weit verbreitete Klischées in der Bevölkerung ansprechen und abdecken. Und wo nötig, wird kaschiert, zum Beispiel beim Atomstrom. Ausgeklammert werden zwei Probleme: erstens die Endlagerung, welche langfristig zu einer extremen Kostenfalle wird, zweitens dass auch das Uran stark begrenzt ist und bei steigender Nachfrage bald ebenso ansteigen dürfte wie das ausgehende Erdöl. Der einzige Vorteil, verstrahlte Erdteile können von der Natur sehr wahrscheinlich sehr viel eher zurückerobert werden, als vom Menschen. Es könnten Sperrgebiete entstehen, in denen sich die Natur wieder erholen könnte. Aber machen wir uns auch da keine falschen Hoffnungen, anpassen können sich auch nur eine beschränkte Anzahl Lebewesen, wahrscheinlich viele "niedrige" Lebensformen, die dank weniger komplexem Aufbau flexibler und robuster sind.
Bei den Präriehunden sehe ich insofern schwarz, da heute immer noch gezielt die Tiere vergiftet werden und die Lobby stark genug ist, dass eine Aufnahme der Schwarzschwanz-Präriehunde auf die rote Liste bislang erfolgreich verhindert wurde. Den anderen Präriehundearten geht es zwar noch schlechter, aber das macht die Sache auch nicht besser.
Ein interessanter Ansatz liefern übrigens Slobodchikoff und Kollegen in ihrem Präriehundebuch. Jener der "Ecoystem Services", das heisst, die Natur wird mit all ihren Dienstleistungen, die sie uns bietet erfasst und es wird geschaut, wie teuer käme es uns, die einzelnen Dienstleistungen zu ersetzen, wenn sie die Natur nicht mehr bietet, zum Beispiel der Einfluss von Lebensräumen, welche ein milderes Klima schaffen (fehlen diese, kommt es zu extremeren Wetter, Ernteschäden usw.), wenn Blütenbestäuber von Nutzpflanzen ausbleiben (z.B. Bienen), wie teuer ist es, diese Arbeit zu ersetzen? Wie gross die Ernteeinbusse? Oder der Einfluss von Tieren, welche Samen verbreiten, welche den Boden belüften und die Aufnahme von Feuchtigkeit verbessern (genau das tun die Präriehunde) und dadurch der Boden fruchtbarer wird, weniger schnell austrocknet und besser gegen Bodenerosion geschützt ist usw.
Ich denke, das wäre ein sehr einfaches Modell, das wahrscheinlich auch all unsere Banker und Wirtschaftsbosse schnell begreifen würden, denn es geht um Geld, verdammt viel Geld. Wenn nur schon die Präriehunde aussterben, wird das riesige ökonomische Folgen haben... am ehesten betroffen werden Versicherungen sein, denn sie müssen genau mit solchen Risiken sich beschäftigen und zahlen, wenn Naturkatastrophen sich häufen und Schäden anrichten.
Was heute nach wie vor fehlt, sind umfassende Daten und Zahlen und das breite Bewusstsein, dort wo es wichtig wäre: im beruflichen Alltag, im Bewusstsein der Menschen.
@atropa
So hab ich das nicht gemeint. Klar sind Degus Persönlichkeiten, jeder einzelne für sich, da gibt es nichts zu zweifeln daran.
Vielleicht liegt es aber daran, Degus die von klein auf, relativ gut sozialisiert von einer Zoohandlung oder von Privat kommen, bereiten meist eher wenig Probleme, wärend Tiere, die schon eine unklare Vergangenheit haben, dadurch stark geprägt sind. Ich will nicht verallgemeinern, klar, es gibt überall Ausnahmen, aber ich denke die "Problemtiere", die vom Tierhalter abgegeben wurden, weil er mit den Degus nicht zurecht kam, sie nicht gut behandelte usw. diesen Tieren merkt man es einfach an. Diese Tiere sind meistens eher schwieriger im Umgang, aber auf der anderen Seite sind es genau diese Tiere, die man besonders ins Herz schliesst und die durch ihre Eigenheiten sich eben ganz besondere kleine Persönlichkeiten entwickeln. Und hier glaube ich eben, dass viele Deguhalter "durchschnittliche" Degus haben, die ebenso relativ problemlos sind, werden sie anständig gehalten und behandelt. _________________ Degu-Fütterungstagebuch |
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