Hutewald

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-Als Hutewälder werden Wälder bezeichnet, die zur Weide von Nutztieren (häufig Schweine, z.B. für die Eichelmast) genutzt werden. Durch die Nutzung des Unterholzes für die Tierweide sind die [[Wald|Wälder]] ausgedünnt und viel Licht dringt auf den Boden, wodurch das Wachstum eines nährstoffreichen und für die Weide wichtiges Unterholz gefördert wird. In trockenen Gebieten (z.B. [[Spanien]], [[Mittelmeer]]) helfen die Bäume die Böden vor dem Austrocknen zu bewahren und über das ganze Jahr ein ausgeglicheneres, kühles und feuchtes Klima zu bewahren.+Als Hutewälder oder Waldweide (frz. pâturages boisés; engl. wood pasture, silvopasture<sup>[https://en.wikipedia.org/wiki/Silvopasture]</sup>) werden Wälder bezeichnet, die zur Weide von Nutztieren (häufig Schweine, z.B. für die Eichelmast) genutzt werden. Durch die Nutzung des Unterholzes für die Tierweide sind die [[Wald|Wälder]] ausgedünnt und viel Licht dringt auf den Boden, wodurch das Wachstum eines nährstoffreichen und für die Weide wichtiges Unterholz gefördert wird. In trockenen Gebieten (z.B. [[Spanien]], [[Mittelmeer]]) helfen die Bäume die Böden vor dem Austrocknen zu bewahren und über das ganze Jahr ein ausgeglicheneres, kühles und feuchtes Klima zu bewahren.
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 +In der Schweiz sind Hutewälder im Kanton Jura und im Berner Jura unter dem Begriff Wytweide oder "pâturages boisés" verbreitet.<sup>[https://www.haupt.ch/Verlag/Buecher/Natur/Umwelt-Oekologie/Exploitation-durable-des-paturages-boises-Nachhaltige-Bewirtschaftung-von-Wytweiden.html]</sup> Es handelt sich dabei ebenfalls um Weiden, die sowohl forstwirtschaftlich als auch für die Beweidung genutzt werden. Abgegrenzt wird die Wytweide von der [[Gebüschwiese|Studmatte]], welche vom Begriff Matte, Wiese (frz. pré) abgeleitet ist und im Sinne einer Mähwiese verwendet wird. Die Studmatte (Staudenmatte) ist also eine [[Gebüschwiese]], die bemäht, aber nicht beweidet wird (vgl. Burger 1927).
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 +Der Begriff war im 14. bis 16. Jahrhundert weit verbreitet für die Regionen Aargau, das Berner Seen- und Mittelland, das untere Emmental und Ausläufer des Berner Oberlandes. In Basel Stadt und Baselland taucht der Begriff im 18. Jahrhundert auf und es werden als "Weitwaiden" oder "Weitwayden" insbesondere [[Eichen|Eichen-]], [[Fichten|Fichten-]] und [[Rottanne|Tannenwälder]] bezeichnet (Spieler 1907).
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==Literatur== ==Literatur==
* https://de.wikipedia.org/wiki/Hutewald * https://de.wikipedia.org/wiki/Hutewald
 +* [https://provieh.de/node/10997 Waldweide – alte Tradition unter neuen Vorzeichen] (26.08.2011)
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 +Wytweide
 +* Burger, Hans (1927): Wytweiden und Studmatten. Schweizerische Zeitschrift für Forstwesen 78: 366-370. ([https://www.e-periodica.ch/digbib/view?pid=szf-003:1927:78::640 Vorschau])
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 +* Barbey, A. (1907): Alpverbesserungen und Wytweiden im Jura. Schweizerische Zeitschrift für Forstwesen 58: 17-21. ([https://www.e-periodica.ch/digbib/view?pid=szf-003:1907:58::413#30 Vorschau])
 +* Spieler, J. (1907): Der Begriff "Wytweide". Schweizerische Zeitschrift für Forstwesen 58: 359-363. ([https://www.e-periodica.ch/digbib/view?pid=szf-003:1907:58::594#384 Vorschau])
 +
 +* [https://www.jura.ch/paturages-boises Politique cantonale des pâturages boisés: consultation publique]
 +* [https://www.raonline.ch/pages/edu/eco/eco_agro11.html Wytweiden in den Freibergen]
 +* [https://www.sigmaplan.ch/referenzen/detail/news/bestockungsgrad-von-wytweiden/ Bestockungsgrad von Wytweiden]
 +* [https://www.regionatur.ch/Orte/Historische-Orte/Hardwald Hardwald, Basel] (ehemalige Wytweide / Eichenmast)
 +
 +
 +''Foren''
 +* [http://www.degupedia.de/forum/viewtopic.php?t=3643 Basdorfer Hutewald, Vöhl-Basdorf, Nordhessen]
 +* [http://www.degupedia.de/forum/viewtopic.php?t=3640 Hutewald im Reiherbachtal, Nienover NDS]
 +* [http://www.degupedia.de/forum/viewtopic.php?t=2666 Agroforst und Waldgärten]
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[[Kategorie:Lexikon]] [[Kategorie:Lexikon]]
[[Kategorie:Permakultur]] [[Kategorie:Permakultur]]
[[Kategorie:Wald|!]] [[Kategorie:Wald|!]]

Aktuelle Version

Als Hutewälder oder Waldweide (frz. pâturages boisés; engl. wood pasture, silvopasture[1] (https://en.wikipedia.org/wiki/Silvopasture)) werden Wälder bezeichnet, die zur Weide von Nutztieren (häufig Schweine, z.B. für die Eichelmast) genutzt werden. Durch die Nutzung des Unterholzes für die Tierweide sind die Wälder ausgedünnt und viel Licht dringt auf den Boden, wodurch das Wachstum eines nährstoffreichen und für die Weide wichtiges Unterholz gefördert wird. In trockenen Gebieten (z.B. Spanien, Mittelmeer) helfen die Bäume die Böden vor dem Austrocknen zu bewahren und über das ganze Jahr ein ausgeglicheneres, kühles und feuchtes Klima zu bewahren.

In der Schweiz sind Hutewälder im Kanton Jura und im Berner Jura unter dem Begriff Wytweide oder "pâturages boisés" verbreitet.[2] (https://www.haupt.ch/Verlag/Buecher/Natur/Umwelt-Oekologie/Exploitation-durable-des-paturages-boises-Nachhaltige-Bewirtschaftung-von-Wytweiden.html) Es handelt sich dabei ebenfalls um Weiden, die sowohl forstwirtschaftlich als auch für die Beweidung genutzt werden. Abgegrenzt wird die Wytweide von der Studmatte, welche vom Begriff Matte, Wiese (frz. pré) abgeleitet ist und im Sinne einer Mähwiese verwendet wird. Die Studmatte (Staudenmatte) ist also eine Gebüschwiese, die bemäht, aber nicht beweidet wird (vgl. Burger 1927).

Der Begriff war im 14. bis 16. Jahrhundert weit verbreitet für die Regionen Aargau, das Berner Seen- und Mittelland, das untere Emmental und Ausläufer des Berner Oberlandes. In Basel Stadt und Baselland taucht der Begriff im 18. Jahrhundert auf und es werden als "Weitwaiden" oder "Weitwayden" insbesondere Eichen-, Fichten- und Tannenwälder bezeichnet (Spieler 1907).

Siehe auch

Literatur

Wytweide

  • Burger, Hans (1927): Wytweiden und Studmatten. Schweizerische Zeitschrift für Forstwesen 78: 366-370. (Vorschau (https://www.e-periodica.ch/digbib/view?pid=szf-003:1927:78::640))
  • Barbey, A. (1907): Alpverbesserungen und Wytweiden im Jura. Schweizerische Zeitschrift für Forstwesen 58: 17-21. (Vorschau (https://www.e-periodica.ch/digbib/view?pid=szf-003:1907:58::413#30))
  • Spieler, J. (1907): Der Begriff "Wytweide". Schweizerische Zeitschrift für Forstwesen 58: 359-363. (Vorschau (https://www.e-periodica.ch/digbib/view?pid=szf-003:1907:58::594#384))


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