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Gemeinschaftshaltung von Meerschweinchen und Voegeln

 
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atropa belladonna
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Anmeldungsdatum: 02.12.2008
Beiträge: 1248

BeitragVerfasst am: 25.05.2019 08:50    Titel: Gemeinschaftshaltung von Meerschweinchen und Voegeln Antworten mit Zitat

In einem kürzlich besuchten Tierpark/Fasanerie scheint eine gemeinschaftliche Haltung von Vögeln (v.a. Nymphensittiche, die ja nun schon recht laut sind) mit Meerschweinchen bzw. Kaninchen üblich zu sein. Die Tiere sind aneinander gewöhnt und es gibt augenscheinlich keinerlei Probleme. Aber so ganz allgemein weiß ich nicht so recht, was ich davon halten soll, zumal die Stallungen auch räumlich recht begrenzt sind.

Keine Ahnung, welche Intention dahintersteckt: Unwissenheit (in Anlehnung an das Meerschweinchenfutter könnte man das denken), Innovation, Pragmatismus oder Ignoranz.

Sie haben übrigens auch immer mal wieder Meerschweinchen abzugeben. Also, wer noch auf der Suche nach so einem rar gesäten Haustier ist..... /ironie
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Murx Pickwick
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Anmeldungsdatum: 23.07.2005
Beiträge: 4631
Wohnort: Runkel

BeitragVerfasst am: 25.05.2019 11:31    Titel: Re: Gemeinschaftshaltung von Meerschweinchen und Voegeln Antworten mit Zitat

Meist ist es ein Mehrgewinn für beide Tierarten (vorrausgesetzt die Grundbedürfnisse beider Tierarten sind erfüllt), da sowohl die Meerschweinchen, als auch die Nymphensittiche mehr Beschäftigung und Input haben. Durch die ständige Reizung mit artfremden Krankheitserregern wird zudem das Immunsystem beider Tierarten gestärkt - bei gleichen hygienischen Verhältnissen und gleichen Fütterungsbedingungen erkranken sowohl Meerschweinchen, als auch Nymphensittiche weniger häufig an erregerbasierten Krankheiten, als wenn sie getrennt gehalten werden.
Werden Wildformen der Meerschweinchen mit anderen Tierarten, auch Vögeln, zusammengehalten, erschrecken sie deutlich seltener und zeigen deutlich weniger Panikverhalten, als wenn sie unter sich gehalten werden. Das deutet sehr stark auf einen beruhigenden Effekt einer weiteren Tierart in der Unterkunft hin.
Auch in privaten Haltungen, wo Meerschweinchen mit Nymphensittichen oder Wellensittichen zusammen gehalten werden, wird von positiven Effekten auf alle Arten berichtet, beispielsweise sind Meerschweinchen in solchen Vergesellschaftungen deutlich mehr unterwegs, sind mutiger und erkunden deutlich mehr. Sie erscheinen insgesamt deutlich vitaler. Den gleichen Effekt kann man bei den Nymphen beobachten.

Ein Problem kann allerdings die Frischfütterung bei Wellensittichen darstellen - sie kommen durch Frischfutter in Brutstimmung, was dazu führen kann, daß sie aus der Brutstimmung nicht mehr rauskommen und ständig Eier legen, was regelrecht über ihre Kräfte geht - da müßte dann der Frischfutterbereich so konstruiert werden, daß nur die Meerschweinchen ans Frischfutter kommen und die Wellensittiche nur ausnahmsweise (beispielsweise in einem abgetrennten Bereich, der nur durch Katzenklappen zugänglich ist - Wellensittiche kommen gewöhnlicherweise mit Katzenklappen nicht klar, Meerschweinchen dagegen schon).

Das Futter ist bei Nymphensittichen kein Problem, die Nymphensittiche werden in aller Regel aus hygienischen und logistischen Gründen aus Näpfen gefüttert, die einen Meter oder mehr über den Boden angebracht sind. Da kommen Meerschweinchen nicht ran. Die paar Körner, die dann doch mal aus den Näpfen fallen, sind so wenige, davon wird noch kein Meerschweinchen krank.
Ideales Meerschweinchenfutter wäre Wiese - und das wiederum wäre eine sehr gesunde Ergänzung für die Nymphensittiche.
Es gibt also kein Futterproblem bzw die Futterprobleme bei Meerschweinchen in Zoohaltungen resultieren daraus, daß Meerschweinchen meist eben nicht mit Wiese gefüttert werden, sondern mit Pellets abgespeist werden - das ist aber unabhängig von den Nymphensittichen.

Nun müßte man sich also die Haltung direkt vor Ort anschauen, denn eine Gemeinschaftshaltung mehrerer Arten funktioniert nur dann, wenn die Bedürfnisse aller eingesetzten Arten erfüllt sind ... Meerschweinchen brauchen beispielsweise Rückzugsgebiete vor den Nymphen, dabei reichen Häuschen oder künstliche Höhlen absolut aus, da die Nymphen so freundlich sind, diese nur selten zu inspizieren. Der Raum muß hoch genug sein, daß die Nymphen sich vor den Meerschweinchen in Sicherheit bringen können - auch das ist bei Meerschweinchen recht leicht zu erfüllen, die klettern nicht.
Der Platzbedarf beider Arten sollte erfüllt sein ... idealerweise sollten die Meerschweinchen 20qm strukturierte Bodenfläche zum Laufen haben. Das haben sie jedoch meist nichtmal in privaten Haltungen, wenn keine Nymphen mit ihnen vergesellschaftet sind. In Zoos und Tierparks dagegen haben sie oft mehr Platz wie nur 20qm, auch wenn es weniger aussieht.
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Behinderung dieser Rechte wird geahndet durch die Piratenpartei Deutschland"
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atropa belladonna
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Anmeldungsdatum: 02.12.2008
Beiträge: 1248

BeitragVerfasst am: 26.05.2019 10:22    Titel: Antworten mit Zitat

Sie hatten dort mehrere Gehege, sowohl in der Kombi Meerschwein und Nymphe als auch Karnickel und Nymphe. Die Gehege erschienen mir allesamt recht klein, wobei ich aber tatsächlich ohne Meter unterwegs war und das nicht verfizieren kann Wink

Die Meerschweine und Kaninchen hatten ausschließlich Gemüse als Futter herumliegen. Vielleicht nur eine Momentaufnahme (so nach dem Motto: Donnerstag kommt der Gemüsemann mit seiner Ausschußware...), vielleicht aber auch gang und gäbe, ich weiß es nicht. Ich sah auch keine Spuren von Wiesen-, Baum- oder Strauchfütterung vergagener Tage, obwohl dort alles direkt in Hülle und Fülle vorhanden ist. Deshalb meine Vermutung, dass da vielleicht ein wenig Informationsstau vorhanden sein könnte.

Ich würde Vögel und Heimtiere nicht zusammen halten. Nicht mal in einem Raum. Ich habe hier die Situation, dass ich ein paar Meter von meinem Haus entfernt eine sehr große Kanarien-Voliere stehen habe, deren Besatz - rund 30-40 Vögel - von morgens bis abends fröhliche Liedchen schmettern. Was mir gut gefällt, ist bzw. war für die Degus, deren Zimmerfenster genau in diese Richtung geht, anfangs höchst befremdlich, was auch zum ein oder anderen Protest geführt hat. Mittlerweile haben sie sich dran gewöhnt, zumal ich den Geräuschpegel durch Fensteröffnen und -schließen ja schon beeinflussen kann - und glotzen auch mal neugierig aus dem Fenster. Aber ich glaube, sie fänden es immer noch ungeil, wenn ihnen so ein Miniadler über die Köpfe flattern würde. Ist ja irgendwie auch verständlich: als Beutetier weißt du: wenns über dir flattert, schnell weg!
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Murx Pickwick
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Anmeldungsdatum: 23.07.2005
Beiträge: 4631
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BeitragVerfasst am: 26.05.2019 15:37    Titel: Re: Gemeinschaftshaltung von Meerschweinchen und Voegeln Antworten mit Zitat

Eigentlich weiß man als Beutetier - wenn es sich bewegt, wenn etwas anders aussieht wie sonst, wenn etwas stillsteht und lauert, wirst du gejagt ... kurzum, erlernt werden müssen die ungefährlichen Situationen.
Kaninchen, die das erste Mal ihren Bau verlassen, fliehen oft sogar panisch, wenn ein anderes Kaninchen auf der Weide sich bewegt, teilweise sinds die eigenen Geschwister, die zu Panikreaktionen führen - einfach weil die sich bewegen ... erst am zweiten Tag beruhigt sich das Ganze, die Jungkaninchen lernen recht schnell, das andere Kaninchen harmlos sind und keine Gefahr darstellen. Dafür sinds dann Blätter, Amseln, Schatten oder Meerschweinchen, welche panische Fluchten auslösen - bis auch hier wieder gelernt wird ... alles ungefährlich, kein Problem.

Ebenso ist das mit ausgewachsenen Beutetieren ... auch hier wird von den Beutetieren erstmal mit Angst und Panik reagiert vor allem, was sich bewegt, sich potentiell gefährlich anhört etc, bis gelernt wird - absolut harmlos.

Bei mir hatte auf der Weide weder Piepmatz, noch Meerschwein oder Kanin drauf reagiert, wenn ein Kolkrabenpärchen auf der Weide nach Freßbarem gesucht hatten - die kamen fast täglich vorbei und wurden von der Weidegemeinschaft als harmlos eingestuft. Die Meerschweinchen hatten sich in Anwesenheit der Kolkraben sogar besonders mutig auf freigegraste Flächen getraut, ohne ständig ihre Unterschlüpfe im Auge zu haben. Sie wußten, die Kolkraben hatten noch mehr Angst, wie sie selbst, sie konnten sich auf die Raben verlassen.
Ganz anders war die Situation, wenn die Bussarde über der Weide kreisten - erst waren es meist die Meerschweinchen, die Flugalarm quietschten, die Kaninchen übernahmen die Warnung und klopften ihrerseits sehr aufgeregt und fast gleichzeitig hörte man die schrillen Alarmrufe der Amseln ... tauchte Katze auf, waren es meist die Piepmätze, die zuerst Alarm gaben, danach klopften die Kaninchen und die Meerschweinchen fingen an zu rufen. Dabei war es keineswegs egal, welche Katz auf der Bühne erschien - es gab Katzen, die als besonders gefährlich eingestuft wurden und Katzen, die kaum beachtet wurden.

Erschrecktes Auffliegen oder über die Köpfe drüber wegflattern von Piepmätzen oder den Kolkraben hatte weder Kanin, noch Meerschwein beeindruckt - aber aufgeschreckte warnende Amsel verursachte regelmäßig eine leere Weide, auch wenn die Amsel im Gebüscht außerhalb des Grundstücks aufflog. Was vier Beine und Fell hatte, suchte möglichst schnell Schutz unter den Häuschen, Büschen oder anderen Unterständen. Dann erst wurde geschaut, ob es sich um nen Amselstreit handelte (wobei die befellte Weidegemeinschaft recht schnell wieder die Weide bevölkerte) oder ob es sich um etwas Ernsteres handelte und eine zusätzliche Warnung vonnöten war.

Bei der Vergesellschaftung von Vögeln mit Meerschwein und Kanin lernt die befellte Gemeinschaft sehr schnell, daß von den Vögeln keine Gefahr ausgeht - wer schonmal Wellie oder Nymphe mit Kanin und/oder Degu, Meerschwein, Chinchilla und Co vergesellschaftet hat, kann bestätigen, die befellte Gemeinschaft läßt sich innerhalb von Tagen nicht mehr durch das Geflatter beeindrucken. Geht die gefiederte Gesellschaft der befellten Gesellschaft zu sehr auf den Senkel (beispielsweise weil die Nymphen mal wieder Fell sammeln - auch vom lebenden Tier), dann wird sich mal schnell umgedreht und auf artgemäße Art und Weise gedroht, verwarnt oder ein kurzer Angriff gestartet, ansonsten bleiben die Beteiligten recht entspannt zueinander.

Allerdings muß man solche Gemeinschaften auch gut beobachten - bei mir funktionierte beispielsweise die Vergesellschaftung von Degu und Kanin überhaupt nicht. Die Degus gingen den Kaninchen derartig auf den Sack, daß diese nur noch ziemlich verspannt durch die Gegend hoppelten. Dabei sah das auch noch supersüß aus, wenn mal wieder ein winziger Degu meinen Riesenhopplern das Futter aus dem Maul klaute oder sich nen schönen Aussichtsposten auf dem Rücken der Kanin einrichteten. Ich und die Kanin waren froh, sobald die Kanin wieder auf der Weide waren, wo sie hingehörten.
Ohne Degus wirkten die Kaninchen bei gleicher Unterbringung im Haus eher gelangweilt - aber nicht gestreßt.
Mit Meerschweinchen funktionierte die Vergesellschaftung deutlich besser, die hatten sich notfalls die freche Degubande mit Scheinangriffen auf Abstand gehalten. Allerdings waren auch die Meerschweinchen ein wenig irritiert, weil die Degus ihre Pfiffe nachahmten.

Andere Halter, die solche Vergesellschaftungen probierten, hatten da gänzlich andere Erfahrungen gemacht. Die Gemeinschaft war insgesamt sehr ausgeglichen - egal ob Kanin, Degu, Meerschwein, Wellie oder Nymphe und in welcher Kombi zueinander. Es paßt also nicht mal jede Gruppe mit jeder Gruppe - es paßt ja nicht mal bei der Vergesellschaftung Kaninchen - Meerschweinchen jedes Tier da rein, es gibt einfach Kaninchen, die systematisch auf Meerschweinjagd gehen oder die Meerschweinchen, welche Kaninchen beißen. Da muß rechtzeitig reagiert werden.
Ohne Beobachtung gehts nunmal nicht in der Tierhaltung.
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Fellnase


Anmeldungsdatum: 28.05.2019
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: 28.05.2019 23:49    Titel: Re: Gemeinschaftshaltung von Meerschweinchen und Voegeln Antworten mit Zitat

Super deine Beobachtungen zu den Verhaltensweisen von verschiedenen Nagern und Vögeln. Ich finde es immer wieder faszinierend wie Tiere sich in bestimmten Situationen verhalten. Heute beispielsweise war ich erstaunt als meine Wildnager (Mäuse vermutlich) zu den über ihren Köpfen fressenden Vögeln am Vogelfutterhaus sich verhielten. Sie waren keineswegs beeindruckt über das geschäftige Treiben keine 1,8 Meter über ihnen. Und fraßen seelenruhig die herunter gefallenen Körner. Als die große Maus keine 50 cm weg vom Futterhaus auf die Regentonne kletterte um Nüsse zu verzehren, lies sie sich auch nicht stören das Fink, Meise und Sperling über ihr fraßen. . Erst als die Amsel angeflogen kam und ihr Schimpfruf loslies verschwand die Maus blitzschnell. Ist immer wieder faszinierend so etwas zu beobachten.
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