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Plastik im Nagerheim
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   Degupedia-Forum » Tierhaltung artgerecht » Plastik im Nagerheim Alle Zeiten sind GMT + 2 Stunden
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Maravilla
Süchtig


Anmeldungsdatum: 01.08.2011
Beiträge: 91

BeitragVerfasst am: 25.09.2011 12:36    Titel: Plastik im Nagerheim Antworten mit Zitat

Hallo,

an anderer Stelle wird derzeit darüber diskutiert, ob und inwieweit Plastik im Nagerheim (damit meine ich jetzt alle hier vertretenen Tierarten, da ja auch Kaninchen arg nagen können) tatsächlich schädlich ist. Bisher wird ja meistens davon abgeraten (zumindest in den Foren, in denen ich mehr oder weniger aktiv bin oder zumindest mal mitlese). Nun stellt sich die Frage, ob es zu den immer wieder geschriebenen negativen Auswirkungen tatsächlich bekannte und belegbare Fälle gibt (eigene Erfahrungen, wiss. Studien etc.). Von David weiß ich, daß er v.a. die Weichmacher als Problem sieht, harte Kunststoffe aber eher als uninteressant einstuft.
Es geht mir nicht darum, jetzt Plastik in meinen Degukäfigen zu verwenden (mir ist das zu schrill, zu bunt, zu künstlich), sondern herauszufinden, ob es für diese Warnungen tatsächlich echte Hintergründe gibt oder ob es sich um einen Selbstläufer bzw. Mythos handelt (handeln könnte), der von Halter zu Halter weitergeben wird. Es geht also auch um den Aspekt, wie man zukünftig damit umgeht, ob man weiterhin warnen sollte (eben weil es schon echte Krankheits- oder Todesfälle gab) oder ob es mit einem Hinweis, daß es u.U. problematisch werden könnte getan ist. Die nächste Frage wäre dann, woran ein Otto-Normalhalter erkennen kann, ob das von ihm avisierte Plastikteil tatsächlich unproblematisch wäre.

Danke und viele Grüße
Marlén
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fred
Gast





BeitragVerfasst am: 25.09.2011 14:46    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

diese Diskussion auf dem Degu World Forum wird im wesentlichen zwischen Marlén und mir geführt Wink Die Frage ob Plastik im Degukäfig etwas verloren hat, wird dort und im DeguForum.de sehr unterschiedlich gesehen. Im Degu World Forum wird das einfach nicht als Problem wahrgenommen, während im DeguForum.de „kein Plastik“ sogar eine Forumsregel ist.

Von den was ich bisher im DeguForum.de gelesen habe, habe ich den Verdacht, daß es sich um einen Mythos und eine kollektive Überreaktion handeln könnte. Falls ich damit aber falsch liege, sollte auf dem Degu World Forum sehr nachdrücklich vor Plastik gewarnt werden.

Mit Plastik meine ich vor allem Laufräder und Laufteller, Tunnel/Röhren, Fliesen und Wärmekissen (snuggle pads). Daß Plastikwannen und sonstiges Plastikspielzeug ungeeignet sind, ist denke ich unumstritten.

Liebe Grüße

Fred
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Knusper
Süchtig


Anmeldungsdatum: 11.09.2010
Beiträge: 79

BeitragVerfasst am: 25.09.2011 16:44    Titel: Antworten mit Zitat

Hi!
Mich nervt's in Farbmauskreisen sehr, dass man als verantwortungsloser Tierquäler hingestellt wird, wenn man Plastik nur in Sichtweite von Mäusen hat. Aber selber raten sie zu Wodent Wheels und Plexiglas - beides ist ja natüüürlich kein Kunststoff. Mad
Weiss nicht woher das kommt.Question Guckt euch z.B. mal durchschnittliche Rattenheime an - die müssten laut Farbmaushaltern ja sterben wie die Fliegen. Razz

Hab meine Recherchen dazu mal hier zusammengefasst, ist aber nochnicht fertig und ich muss mir erst meine Quellen neu zusammensuchen...
http://schlaumaeuse.jimdo.com/kritik/plastik/
_________________
Ich vermöchte kaum zu sagen, wie viele Freuden ich den weißen Mäusen verdanke.
Th. Lessing
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fred
Gast





BeitragVerfasst am: 25.09.2011 17:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Knusper,

vielen Dank, das ist sehr interessant und Deine Diskussion der verschiedenen Plastikarten sehr informativ. Ich muß jetzt mal sehen, was das für Großbritannien bedeutet (hoffe, daß einige der Standards Europa-weit gelten).

Du legst Deinen Finger auf das was ich als Schwachpunkt der „jedwegliches Plastik ist gefährlich bis tödlich“ Hypothese ansehe. Wenn dies so wäre, würde ich im Bereich des Degu World Forum erwarten, zahlreiche Fälle zu finden, in denen Plastik der mögliche Auslöser für eine Erkrankung oder gar Tod war. Selbst im Bereich desDeguforum.de würde ich wenigstens einige dokumentierte Fälle erwarten, insbesondere wenn neue Mitglieder mit Problemen und Krankheiten ihrer Degus zum Forum stoßen.

Liebe Grüße

Fred
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atropa belladonna
Freak


Anmeldungsdatum: 02.12.2008
Beiträge: 1251

BeitragVerfasst am: 25.09.2011 20:49    Titel: Antworten mit Zitat

fred hat Folgendes geschrieben:
Selbst im Bereich desDeguforum.de würde ich wenigstens einige dokumentierte Fälle erwarten, insbesondere wenn neue Mitglieder mit Problemen und Krankheiten ihrer Degus zum Forum stoßen.



Da (nicht nur dort) plastikfreie Käfigeinrichtung schon seit mindestens 7-8 Jahren propagiert wird und sich die allermeisten Leute daran halten (tendenziell eher als an gescheite Käfigmaße) dürfte diese Deine Erwartungshaltung ein wenig schwierig werden, fred. Der Rest derjenigen, die Plastik als Einrichtung verwenden, haben vielleicht Nager, die ihrem Namen keine Ehre machen (soll vorkommen). Und der Prozentsatz der Personen, die nagefreudige Heimtiere in Plastikhäusern halten, wird vermutlich nicht auf die Idee kommen, dass dies ggfs. der Grund für Erkrankungen oder Tod ihrer Tiere ist. Auch hier ist es für Laien schwer, einen Zusammenhang festzustellen und auch Tierärzte tun sich mit (teilweise naheliegenden) Diagnosen recht schwer.

Vor langer Zeit habe ich mal von einem Tierheimfall gelesen, in dem Plastik an Darmerkrankungen einiger Degus schuld gewesen sein soll. Einige sind wohl gestorben, andere wurden wieder gesund. Wie gesagt, mehr weiß ich aber nicht, es ist auch schon lange her. Das ist der einzige mir bekannte Fall, in denen Plastik (angeblich) als Krankheitsverursacher benannt wurde.

Grundsätzlich bin ich ja dafür, Mythen und Dogmen zu entmystifizieren. Aber beim Plastik sehe ich das offengestanden nicht so eng *g*
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"Manche führen,
manche folgen
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(Rammstein)
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Noraja
Freak


Anmeldungsdatum: 25.04.2010
Beiträge: 666
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 25.09.2011 20:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

Ich kann mir ehrlich gesagt gut vorstellen, dass es Kunststoffe gibt, die problematisch sind. Gerade manche Zusatzstoffe sind nicht umsonst reglementiert.
Aber ich finde es übertrieben, deswegen die ganze Werkstoffklasse inkl. geeigneten Kunststoffe abzulehnen. Gerade weil die Kunststoffe an sich (also ausgenommen ihre Weichmacher, Farb- und weiteren Zusatzstoffe) unverdaulich sind und deshalb vom Darm aus nicht in das Innere eines Organismus gelangen.

Der Artikel von Knusper finde ich super! Das ist genau das, was ich auch denke. Alle Kunststoffe gleich behandeln, wird der sehr vielseitigen Werkstoffgruppe einfach nicht gerecht. Man muss da unbedingt differenzieren. Und zwar nicht nur beim Kunststoff, sondern auch beim Verwendungszweck und -Ort. Es macht einen deutlichen Unterschied, ob der Kunststoff angeknabbert werden kann, wie die Belüftung am Einsatzort ist, ob das Tier den Kunststoff in ruhe lässt oder Stückchen davon verschluckt, ob es sich darin verheddern kann ("Hamsterwatte", Schnüre, ...), ... .
Wenn der Kunststoff regelmässig geschluckt wird, würd ich es wohl sein lassen, da ich mir nicht vorstellen kann, dass Kunststoff ein so guteer Ballaststoff ist und ich eher denke, dass bei gewissen Strukturen des Kunststoffs, die Darmwände gereizt werden könnten.

Kunststoffe sind im Heimtierbereich jedoch weit verbreitet, auch solche, die nicht ganz unproblematisch sind.

Spanplatten(klebstoffe) dünsten z.B. Formalehyd aus. Für einem geschlossenen Stall oder Terrarium würd ich den vom Gefühl her nicht bei meinen Tieren haben wollen. Viele andere Halter bauen jedoch ganze Ställe aus Spanplatten und die anderen Möbel im Zimmer sind auch aus dem Material.
Aber wenn die Belüftung stimmt und die Platte so angebracht ist, dass die Tiere keine Kanten zum Annagen haben, spricht meiner Meinung nach auch wenig gegen eine solche Platte.

Was ich persönlich als Bodenbelag für meine Tiere nicht haben möchte ist Weich-PVC, da der Weichmachergehalt doch sehr hoch ist und der Boden die Weichmacher ausdünstet aber gerade der Kunststoff ist bei Kaninchenhaltern als Bodenbelag weit verbreitet. Und auch Kaninchen, die ihr leben lang auf Weich-PVC leben, scheint da keine Probleme zu bekommen.


Mit Futternäpfen aus Kunststoff hab ich jedoch weniger gute Erfahrung. Unsere Katze hatte eine zeitlang auch Kunststoffnäpfe und die waren recht schwierig rein zu halten, da vermutlich jeweils einige Moleküle zwischen die Kunststoffmoleküle einzogen und dort vergamelten. Man konnte den Napf waschen, wie man wollte, so ganz brachte man den Geruch einfach nicht heraus. Mit den Chromstahlnäpfen geht das sauber Halten viel besser. (einen ähnlcihen Effekt bemerken wir auch im Haushalt, in Keramikschalen verdirbt Essen im Kühlschrank weniger schnell, als wenn es in Tupper-Dosen ist)

Und der Napf der Kaninchen war halt weicher als ihre Zähne, weshalb es jedes mal, wenn ein Kaninchen den Napf in den Mund nahm (z.B. um ihn herumzuwerfen) Zahnabdrücke blieben. Sieht halt hässlich aus und ist auch nicht gut zu reinigen.
Deshalb sind die für den Winter vorbehalten, denn mit gefrierendem Wasser kommen Kunststoffnäpfe besser klar als Keramiknäpfe.



Liebe Grüsse
Lina
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Zuletzt bearbeitet von Noraja am 25.09.2011 21:01, insgesamt einmal bearbeitet
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atropa belladonna
Freak


Anmeldungsdatum: 02.12.2008
Beiträge: 1251

BeitragVerfasst am: 25.09.2011 20:58    Titel: Antworten mit Zitat

*g* Das war mir klar, dass ich mit meiner Ansicht wieder mal alleine dastehe.
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Noraja
Freak


Anmeldungsdatum: 25.04.2010
Beiträge: 666
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 25.09.2011 21:25    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

Very Happy
Kunststoff als Nagematerial bin ich auch sehr kritisch gegenüber eingestellt. Der optimale Ballststoff für den Darm sind Kunststoffsplitter ganz gewiss nicht.

Ich find nur nicht, dass es Sinn mache von vorneherein eine so vielseitige und anpassungsfähige Werkstoffklasse komplett auszuschliessen.

Ich selber bin ja auch Naturmatierialien und besonders Massivholzfan, aber da meine aktuelle Tierchen das Massivholz nicht achten, musste ich es nun mit Lack (=Kunststoff) überziehen. Selber schuld...ich hätte auch lieber unbehandeltes Holz, ich mag nur nicht mehrmals jährlich neues zuschneiden und einpassen, weil das alte feucht ist, zum Himmel stinkt und schimmelt.... .

Aber die meisten Kaninchen sind da sowieso nett, die wissen wohl, dass sie keine Nager sind Wink und finden es völlig uninteressant Einrichtungsgegenstände zu beknabbern und begnügen sich mit den Zweigen, die sie bekommen. Selbst trocknes Massivholz wird hier völlig in Ruhe gelassen. So dass man sich das Verwenden von Kunststoff gut erlauben kann.
Viele Kaninchenhalter haben z.B. ein Katzenklo oder Standardkäfigunterteil im Gehege und ich hab noch nicht einmal gehört, dass irgend ein Kaninchen je daran geknabbert hätte ... .

Und abwischbare Stallwände aus Hart-PVC-Platten sind auch ganz nett. Der aktuelle Stall hat die leider nicht, aber es war beim letzen Stall schon richtig praktisch beim Reinigen. Einmal drüber wischen und es war gleich viel sauberer. Bei den aktuellen rauen Holzwänden bringe ich Urinspritzer kaum weg.

Liebe Grüsse
Lina
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Andreas
Kaninchen würden Wiese kaufen


Anmeldungsdatum: 27.02.2009
Beiträge: 1235

BeitragVerfasst am: 25.09.2011 21:35    Titel: Antworten mit Zitat

fred hat Folgendes geschrieben:
Daß Plastikwannen und sonstiges Plastikspielzeug ungeeignet sind, ist denke ich unumstritten.

"Die polymeren Bestandteile der Kunststoffe sind zum einen nicht wasserlöslich und zum anderen nicht in der Lage, die Zellmembranen von Mikroorganismen zu passieren; das heißt, eine Wechselwirkung mit lebenden Organismen ist außer bei den biologisch abbaubaren Kunststoffen weitgehend ausgeschlossen. Dies hat zwar den Vorteil, dass Polymere als gesundheitlich unbedenklich eingestuft werden können, aber eine Umwandlung in der belebten Natur ebenso ausgeschlossen werden kann."
Quelle: Wikipedia

Normalerweise sind Produkte aus Kunststoff gekennzeichnet (Kurzzeichen wie z. B. PE, PA). Die meisten Verarbeiter bieten Sicherheitsdatenblätter für Kunststoffe an, aus denen ihre "Gefährlichkeit" ersichtlich ist.

Zu den Kunststoffen wird auch "Gummi" gezählt. Der ist schon wesentlich kritischer, weil dort Substanzen einfacher ausdiffundieren. Das können dann auch die berühmt berüchtigten Weichmacher sein. In farbigen Produkten sind das aber in der Regel paraffinische (langkettige, unverzweigte Kohlenwasserstoffe), also eher unbedenklich. Früher wurden oft aromatische Weichmacher eingesetzt, die als kanzerogen gelten. In der Vergangenheit waren auch bestimmte Füllstoffe kritisch, weil diese Substanzen enthalten (können), die nicht unbedingt gesundheitsfördernd sind.

freundliche Grüße,
Andreas

Edit: Weichmacher werden in Produkten eingesetzt, die bestimmte Verformungen zulassen sollen wie z. B. "Verbiegen". In der Regel sind solche Anforderungen bei Unterkünften von Nagern nicht gegeben, eher im Gegenteil. Daraus resultiert auch ein geringer Einsatz solcher Additive. Außerdem sind die teuer, weil aus Erdöl hergestellt.

Holz wird zwar in der Regel als der bessere Werkstoff angesehen, aber hier ist es fast unmöglich herauszubekommen, wie und womit er eventuell behandelt wurde.

Eine Schadstoffbelastung für Heimtiere dürfte eher von menschlichen Einrichtungsgegenständen wie Schränken und Teppichen bzw. PVC-Bodenbelägen ausgehen.
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fred
Gast





BeitragVerfasst am: 25.09.2011 22:27    Titel: Antworten mit Zitat

atropa belladonna hat Folgendes geschrieben:

Da (nicht nur dort) plastikfreie Käfigeinrichtung schon seit mindestens 7-8 Jahren propagiert wird und sich die allermeisten Leute daran halten (tendenziell eher als an gescheite Käfigmaße) dürfte diese Deine Erwartungshaltung ein wenig schwierig werden, fred.


Dem würde ich so nicht zustimmen. Da manche Deguhalter Plastik in Käfigen haben bis sie zum DeguForum stossen und aufgefordert werden, es wegzuwerfen, würde ich wenigstens den einen oder anderen Fall erwarten. Das gilt natürlich noch mehr für Degu World Forum wo es solche Warnungen bisher nicht gegeben hat.

Zitat:
Grundsätzlich bin ich ja dafür, Mythen und Dogmen zu entmystifizieren. Aber beim Plastik sehe ich das offengestanden nicht so eng *g*


Hier geht es darum, ob ein Mythos / Dogma erst eingeführt werden soll. Dies wäre der Fall wenn an der Gefährlichkeit von Pastik nichts dran wäre, man aber den Degu World Forum Mitgliedern jetzt sagen würde, daß sie ihre Plastik Laufräder etc nun schnellstens loswerden müßten.

Ich sollte vielleicht noch erwähnen, daß der Laufteller meiner beiden Mädels aus Holz ist Very Happy
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Wieselchen
Freak


Anmeldungsdatum: 24.09.2008
Beiträge: 254

BeitragVerfasst am: 25.09.2011 23:50    Titel: Antworten mit Zitat

Ich erinnere mich an einen Fall von dem im Deguforum berichtet wurde. Der Degu hatte glaube ich von einer Plastiktischdecke genascht und hat dies nur sehr knapp überlebt. Ich weiss allerdings nicht mehr, wem der Degu gehörte und welche Symptome er genau gezeigt hat. Es war allerdings eine immer noch aktive Nutzerin. vielleicht erinnert sich noch jemand daran?

Ich hatte früher einen Hamster, der häufiger an der Plastikfolie geknabbert hat, die ich als Streuschutz angebracht habe. Außerdem hat er die Beschichtung vom Metall der Käfigstreben immer angeknabbert. Ich weiss allerdings nicht, inwiefern er das Zeugs auch gefressen hat. Ebenso waren Ebenen und Treppen aus Plastik (wurden aber nicht angeknabbert). Passiert ist nie was. Ich würde davon nun aber nicht unbedingt ableiten, dass Plasik ungefährlich ist.
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Knusper
Süchtig


Anmeldungsdatum: 11.09.2010
Beiträge: 79

BeitragVerfasst am: 26.09.2011 00:10    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Und der Prozentsatz der Personen, die nagefreudige Heimtiere in Plastikhäusern halten, wird vermutlich nicht auf die Idee kommen, dass dies ggfs. der Grund für Erkrankungen oder Tod ihrer Tiere ist.
Aber umgekehrt genauso. Gibt's plötzliche, ungeklärte Todesfälle in "naturnahen" Gehegen (aus Spanplatten Wink ) heisst es - tja, kann mal vorkommen, Obduktion also überflüssig.
War das Tier irgendwann mal mit Plastik in Berührung, ist aber natürlich sonnenklar, dass das der Grund ist - auch hier ist eine Obduktion also völlig überflüssig.

Hab für den Artikel ja auch nach wenigstens einem dokumentierten Fall gesucht, in dem eine Maus durch Plastik Schaden genommen hat.
Hab tatsächlich was gefunden: Maus krümmt sich und setzt keinen Kot mehr ab. Kriegt beim Tierarzt was Abführendes. Nutzt nix, Maus stirbt qualvoll (wird aber nicht obduziert - denn siehe oben, sowas passiert bei Farbmäusen eben manchmal).
Einige Wochen später entdeckt die Halterin eine Nagespur an einer Taste der Fernbedienung - ganz klarer Fall, das war die Todesursache. Die Halterin verbreitet diese unverrückbare Tatsache in sämtlichen Mäuseforen... wird heute noch bei Bedarf als "Beweis" vorgekramt.
Tja, dann zeigt aber auch die Mitbewohnerin der verstorbenen Maus genau dieselben Symptome und stirbt ebenfalls qualvoll. Da die nie mit Plastik in Berührung gekommen sein kann, ist der Fall klar: Sie ist aus Kummer über den Tod der an Plastik gestorbenen Maus verendet, Obduktion deshalb überflüssig...
Fazit: Solche angeblichen tragischen Erfahrungsberichte sind wohl häufig/meistens/immer(?) einfach Wunschdenken von Anti-Plastik-Fanatikern, denen die Argumente ausgehn.

Aber Hauptsache man wird angeherrscht, doch dieses minderwertige, gefährliche Trixie-Laufrad (aus PP) wegzuschmeissen, man soll stattdessen gefälligst ein Wodent-Wheel kaufen. Denn das ist ja was gaaaanz anderes. Das ist nämlich nicht aus Plastik, sondern aus ganz hochwertigem "Spezialkunststoff" (nämlich PE - die Billigversion von PP Wink ).

Wie gesagt - guckt mal Richtung Ratten: 95% der Rattenkäfige sind mit diversem Plastikzeug zugestellt. Da müsst man doch längst bemerkt haben, wie schädlich das ist - wenn dem so wär. Aber nichtmal dort, und die Community ist riesig, hab ich irgendeinen Hinweis darauf gefunden. Im Gegenteil, Plastik wird ausdrücklich empfohlen. Wieso zerreist deren Darm nicht, wieso ersticken die nicht vor Schimmel und ertrinken im "Schwitzwasser"? Konnt mir noch kein Farbmaushalter erklären.

Bei den "Mäuseprofis", nämlich in Labors, ist Environment Enrichment hauptsächlich aus Plastik. Es werden unter anderem auch Nylonknochen (gibt's für Hunde) als Nagematerial empfohlen, und zwar insbesondere für Tiere auf Nulldiät - denn da dürften sie ruhig Kleinteile fressen, hätt keinen Einfluss auf die Untersuchungsergebnisse.

Hab selbst seit meiner Kindheit, also über 20 Jahren, durchgehend Plastikeinrichtung bei den Mäusen, auch für sehr starke Nager (Vielzitzen Wink ). Jungtiere die grad anfangen feste Nahrung zu probieren, verschlucken bei mir schonmal Plastik, findet sich nämlich manchmal im Kot. Nie irgendwelche darauf zurückzuführenden Gesundheitsprobleme, Todesfälle oder sonstwas gehabt.

Deshalb fällt es mir schwer, Warnungen von Haltern ernstzunehmen, die nie Plastik bei ihren Tieren hatten, aber von irgendwen gehört haben, der irgendwen kennt, dessen Tier gaaanz sicher an einem Krümel Plastik, Fernbedienungstastatur oder sonstwas gestorben ist.
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Th. Lessing
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atropa belladonna
Freak


Anmeldungsdatum: 02.12.2008
Beiträge: 1251

BeitragVerfasst am: 26.09.2011 09:08    Titel: Antworten mit Zitat

@ fred: meine Kenntnisse entspringen, wie gesagt, dem deutschen Deguforum, das ich mittlerweile seit ca. 10 Jahren kennen dürfte. Ich kenne also seine Entwicklung, und einen Großteil dieser Zeit war ich dort auch sehr aktiv. Von daher weiß ich, wie dort mit dem Thema Plastik umgegangen wird, und das nicht erst seit gestern. Da ich dort aber nun länger nicht mehr aktiv bin, kann es natürlich sein, dass die Anzal der Neu-User mit Plastik-Gedöns im Käfig frappierend zugenommen hat.

Fakt ist jedoch, dass hier in Deutschland schon seit vielen Jahren von Plastikzeug in Nagerkäfigen abgeraten wird, auch Tierschutz-Vereinigungen haben diese Empfehlung übernommen. Hierzulande kann man eben schon von Dogma oder von mir aus gerne auch von einem Myth sprechen.

Dass sich der Markt nicht dran hält, stimmt andererseits. Auch heute noch ein Großteil des Heimtierzubehörs aus Plastik. Der Grund hierfür dürfte der selbe sein wie jener dafür, dass es auch immer noch Industriefutter gibt.

Natürlich finde ich es gut, wenn Dinge hinterfragt werden. Nur im Fall von Plastik sehe ich das eben etwas anders. Im Grunde genommen sind wir uns ja tendenziell einig, dass Plastik nicht grundsätzlich die erste Wahl sein sollte. Wer jetzt hingeht, und die ganzen Materialien aufdröselt (PP, PVC usw. usf.), hat zwar einerseits für sich die Freude und den Erfolg, eine Differenzierung geschaffen zu haben (und vermutlich sogar recht, das spreche ich nichtmal ab) - nur mal ganz ehrlich: für den vielzitierten Otto Normalverbraucher ist diese Differenzierung der Stoffe nicht wirklich hilfreich, sondern wird noch zur weiteren Verwirrung beitragen. Die Produkte sind oft nicht deklariert, woher soll man nun wissen, ob ein Häuschen aus einem "guten" oder "schlechten" Kunststoff hergestellt wurde?

Daher könnte man, so denke ich, die hier gewonnenen und zusammengetragenen Argumente bestenfalls als Feuerlöscher einsetzen, wenn mal wieder ein "Anti-Plastik-Fanatiker" eine fantastische Geschichte als Totschlagargument einsetzt. Oder um für sich selbst ein wenig Differenzierung ins Denken zu bringen. Aber das der breiten Masse der Tierhalter zu vermitteln, kann schwierig werden. Und wie gesagt, ich weiß auch nicht, ob es wirklich hilfreich wäre.

Nicht alles theoretische, seis noch so richtig, bewährt sich auch in der Praxis.
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DaLo
Lästermaul


Anmeldungsdatum: 05.04.2006
Beiträge: 212

BeitragVerfasst am: 26.09.2011 14:11    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ich würde die Sache auch von einer etwas anderen Seite aufdröseln.
Welchen Vorteil hat man durch Plastikeinrichtung, wozu braucht man sie unbedingt, wo es eben doch einige Nachteile gibt.
Problematik bei Plastik dürfte sein, dass keiner je weiß, was genau in so einem Plastikteil (es sei denn, es ist für Lebensmittel geeignet) drin ist. Zum Teil wird Altplastik recycelt, es werden diverse Farbstoffe und ggf. Weichmacher zugesetzt etc. Würdet Ihr Euer Kleinkind eine Plastiktüte zerkauen oder ein Plastikrohr zerbeißen lassen? Auch wenn ich nachteilige Auswirkungen nicht belegen kann, ich würde es nicht tun.

Plastik kann und wird von Degus ohne jedwedes Problem zerstört und ist nun mal kein natürliches Material, wie Holz (kein kunststoffbeschichtetes oder Pressspanplatten o.ä.), Wurzeln, Kork o.ä.
Die Ausführungen von Knusper finde ich schön differenziert. Ergebnis ist wohl, dass jemand schreibt, er hat zwei Plastikhäuser als Einrichtung, was die Frage nach sich zieht, welches Plastik (in welcher Zusammensetzung) genau das ist, woraufhin Schulterzucken entsteht und schon wird keine klare Aussage mehr möglich sein, ob die Häuschen geeignet sind.
Von daher finde ich die Aussage, grundsätzlich kein Plastik zu verwenden durchaus gerechtfertigt. Man muss es ja nicht gleich mit reihenweise tot umfallenden Degus begründen, sondern eher damit, dass es je nach Zusammensetzung ein kritisches Material sein kann, aber eine sichere Einteilung in gut und böse eher nicht möglich ist.

Gruß, Dagmar
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Luder
Freak


Anmeldungsdatum: 29.06.2009
Beiträge: 365

BeitragVerfasst am: 26.09.2011 14:44    Titel: Re: Plastik im Nagerheim Antworten mit Zitat

Naja, ich weiß nicht ob du Kinder hast, aber die stecken ganz oft irgendwelche Dinge in den Mund die aus Plastik sind. Und wenn es nur die Umverpackungen sind von irgendetwas. Soviele Augen kann eine Mutter gar nicht haben um das alles zu verhindern Wink

Meine Mäuse haben nichts aus Plastik, allerdings ist der Uringeruch im Holz nicht zu unterschätzen von daher kann ich zumindest nachvollziehen wenn einige dann auf Plastik ausweichen
_________________
Das Problem vieler Hunde ist die konsequente Inkonsequenz ihrer Halter.
Oliver Jobes, (*1966)
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