Kunststoffe

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Kunststoffe, umgangssprachlich auch als Plastik oder Plast bezeichnet, sind synthetisch oder halbsynthethisch hergestellte Feststoffe aus organischen Molekülen natürlicher oder synthetischer Herkunft.

Inhaltsverzeichnis

Beschaffenheit

Kunststoffe bestehen aus verzweigten oder unverzweigten organischen Molekülketten (Polymere), die aus einfachen, reaktionsfähigen Molekülen (Monomere) zusammengesetzt werden.

Eingeteilt nach ihrem physikalischen Verhalten werden folgende Kategorien unterschieden:

  • Duroplaste
  • Thermoplaste
  • Thermoelaste
  • Elastomere

Zusätze

Um die Materialeigenschaften von Kunststoffen zu beeinflussen werden Zusätze verwendet wie Weichmacher, Flammschutzmittel oder auch Füll- und Faserverstärkungsstoffe.

Kunststoffe in der Tierhaltung

In der Tierhaltung ist der Einsatz von Kunststoff stark umstritten. Kunststoffe gelten als gefährlich, da angenommen wird, dass sie gesundheitliche Schäden verursacht werden können. Viele der Befürchtungen scheinen jedoch überbewertet und es gibt zur Zeit keine objektiven Hinweise, welche diese rechtfertigen. Zudem scheint das Material des Kunststoffs beziehungsweise dessen Beschaffenheit von grosser Bedeutung zu sein. Zu den einzigen Kunststoffe, bei welchem konkrete Probleme sich bislang nachweisen liessen, zählen Kunststoffe, welche Weichmacher enthalten. Diese können im Darm aushärten und dadurch zu inneren Verletzungen führen.

Von der gesundheitlichen Gefährdung abgesehen gilt bei Kunststoffen jedoch zu bedenken, dass gerade die weicheren Thermoplaste, welche gerne für Bodenwannen bei Kleintierkäfigen genutzt werden, von nagefreudigen Nagern gerne und schnell zernagt werden können und dadurch ihnen die Möglichkeit geben, aus ihrem Käfig auszubrechen. Ein Nageschutz für Kunststoffe ist daher nur schon aus Gründen der Langlebigkeit und der Ausbruchsicherheit im Käfigbau ratsam.

Ein weiterer Nachteil von vielen Kunststoffen besteht darin, dass sie kaum verrotten und dadurch eine fachgerechte Entsorgung der Einstreu samt Spänen angenagter Kunststoffobjekten kaum möglich ist. Die Verwendung von Biokunststoffen wie sie heute schon als Verpackung einer Reihe von Lebensmitteln verwendet werden (z. B. in Form von Cellophan/Cellulose oder auf Basis von Maisstärke) wäre daher eine denkbare Alternative. In Bezug auf die Umweltanreicherung (Environmental Enrichment) ist bei Kunststoffen allgemein zu bedenken, dass sie homogener in der Beschaffenheit sind und dadurch tendenziell weniger vielfältig für die Stimmulierung der Sinnesorgane wirken als Naturmaterialien. Dem gegenüber steht die einfacher zu gewährleistende Hygiene der Kunststoffe so dass bei der Wahl der Materialien es darauf ankommt, welche Kriterien als wichtig gewichtet werden, was je nach Situation sehr unterschiedlich sein kann. Während naturnahe extensive Haltungsformen von naturnahen Einrichtungen profitieren, kann es bei einer intensiven Tierhaltung, wie sie im gewerblichen Bereich oft anzutreffen ist, sinnvoll sein einfach zu reinigende Objekte vorzuziehen.

Kunststoffe in der Permakultur

Es gibt keine einheitliche Sichtweise zu Kunststoffen in der Permakultur. Einerseits gilt Kunststoff als kein besonders natürlicher Baustoff, der auch beim Recycling problematisch sein kann, andererseits ist Kunststoff weit verbreitet, sein Nutzen übertrifft in manchen Anwendungen die Nachteile, welche er mitbringt und es ist auch aus einem ökologischen Standpunkt her betrachtet sinnvoll, wenn man Kunststoff wiederverwendet. Dazu kommt, dass Kunststoffe auch beispielsweise in Karton oder Verpackungsbeschichtungen vorkommt. Viele Permakulturexperten pflegen diesbezüglich eine pragmatische Haltung, es gibt aber auch Leute, wie zum Beispiel Paul Wheaton, welche den Einsatz von Karton, Farbanstriche und anderen Stoffen, welche möglicherweise schädliche Stoffe enthalten, ganz ablehnen.

Siehe auch

Literatur

  • Neumüller, O-A. (2003): Duden. Das Wörterbuch chemicher Fachausdrücke. Dudenverlag, Mannheim.
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