Degupedia:Portal Chile/Albert 1901 Daten zur Chinchilla

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  • Federico Albert (1901): Datos sobre la chinchilla (Chinchilla laniger Molina). Revista Chilena de Historia Natural, 201-211. (PDF (http://rchn.biologiachile.cl/pdfs/1901/9/Albert_1901.9.pdf))

Inhalt

Kurzinfo

Federico Albert trägt in seinem Artikel Informationen zur Langschwanz-Chinchilla (Chinchilla lanigera) zusammen, welche damals durch starke Bejagung wegen ihres Pelzes kurz vor dem Aussterben stand. Seine Informationen bildeten unter anderem die Grundlage für ein Gesetz zum Schutz der Chinchillas, das einige Jahre später in Chile und den angrenzenden Ländern verabschiedet wurde.

Übersetzung: Dieser Nager gehört zur Familie der Chinchillaverwandten, welche in Südamerika lebt. Ihre Form ist mehr oder weniger zwischen jener der Mäuse und Kaninchen. Das Oberfell ist silbergrau und das Bauchfell ist weisslich. [Der Nager] kommt vom Rio Choapa bis zur nördlichen Limite der Republik vor und dem Süden von Peru und Bolivien. Er lebt in einer Art Gruppe (Bande, Stamm), aber jede Familie besitzt eine eigene Höhle, in welcher nicht mehr als ein Männchen und ein Weibchen leben können. Normalerweise wandern die Tiere nicht aus dem Tal heraus, in dem sie leben und herkommen und so existieren viele Varietäten, die sich unterscheiden lassen nach dem Tal, in dem die Tiere aufgewachsen sind. Die Tiere aus dem Departement von Ovalle unterscheiden sich von jenen aus Elqui, Higuera (https://en.wikipedia.org/wiki/La_Higuera,_Chile) (Elqui-Tal), Tocopilla (https://en.wikipedia.org/wiki/Tocopilla) (Region Antofagasta) und Tacna (https://en.wikipedia.org/wiki/Tacna) (Süd-Peru, Grenze zu Chile) ebenso in der Grösse wie auch in der Farbe. Die Tiere aus dem Norden sind normalerweise gross (35 bis 37 cm von der Schnauze bis zur Schwanzwurzel), sehr grosse Ohren (5 bis 5,5 cm) und das Fell lang und wenig dicht. Diejenigen vom Süden sind kleiner (28 bis 32 cm), haben kleinere Ohren (4,5 bis 5 cm) und das Fell ist dichter und kürzer.

(... Infos zur Farbe und zum Fell ...)

[S. 202]

In den vergangenen Jahren, (1857) wurden die Felle für 5-6 Pesos verkauft und allmählich stieg der Preis von Jahr zu Jahr, in dem Masse wie sie seltener wurden. Aktuell zahlt man in Chile 10-60 Pesos für das Dutzend und im Ausland 150 bis 300 Franken. Es ist natürlich dass diese Preise viele zum Nachdenken brachte, ob man diese Tiere in Gefangenschaft züchten könnte. Es gab viele Versuche, und die meisten scheiterten. Es wurden jedoch gute Resultate in den Provinzen Coquimbo und Santiago erzielt. Ich hatte Gelegenheit diese Tiere zu studieren in vielen Bereichen und ich komme zu folgenden Erkenntnissen.

[Bild von Langschwanz-Chinchilla: "Fig. 14. Chinchilla laniger - Mol."]

Zur Anklimatisierung in Gefangenschaft in der Provinz Colchagua (https://es.wikipedia.org/wiki/Provincia_de_Colchagua) (Anmerkung: die Provinz liegt südlich von Santiago und ist für den Anbau von Wein bekannt) spielt die Herkunft keine Rolle, weil ich gesehen habe, dass die Chinchillas, welche mir gütigerweise geschenkt wurden von Señor Gouverneur von Tocopilla don Eduardo Orrego Ovalle, ebenso wie jene, die ich von Señor don Ricardo Varela, aus La Serena bekam und jene, die ich durch die Arbeit von Señor Gouverneur von Coquimbo don Amador Valdés Carrera bekam, dass sich diese Tiere perfekt in den Provinzen Santiago und Colchagua anklimatisierten. Um die Tiere in guten Bedingungen zu pflegen ist es wichtig, dass die Tiere keinen hitzigen Boden, keinen Bodenfrost durch die Nacht haben und vor allem, dass sie keinen Nebel, Regen oder andere Feuchtigkeit bekommen. Die Luftzirkulation und das Saubermachen sind ebenfalls von erster Priorität. In der Freiheit leben sie ungefähr 2000 m über dem Mer, aber sie ziehen sich zurück in die geschützten Höhlen, welche sie vom Boden, von Regen und Kälte schützen.

[S. 203]

(... Infos zum Käfig(=jaula) ...)

Die Ernährung der Chinchillas ist sehr einfach, weil sie jede Art von Grünzeug (Wiese, Gemüse, Viehfutter) fressen. Es gibt jedoch Dinge, die nicht fehlen dürfen, da sie ihnen übermässig gut schmecken, zum Beispiel Stroh, Heu/getrocknete Wiese (pasto seco), Luzern und getrocknetes Brot, aber auch Karotten, Kopfsalat und jede Art von frischen Gräser und Kräuter. Alle anderen Nahrungsmittel wie Kohl (repollo), Mangold (acelga), Kürbis (zapallo), Kartoffelschale (cáscara de papas), Früchte und Wurzeln welche keinen scharfen Geschmack haben, Weidenblätter, Weinblätter und Talkerde/Bittererde (?) etc. haben sie sehr gerne für ein bis drei Tage und schauen es dann nicht mehr an. Ich habe sie nie Wasser trinken sehen, aber einige akzeptieren Milch, welche sie siehr gerne mögen. Ich gebe ihnen immer die Hälfte der Nahrung trocken und die andere Hälfte grün.

(...)

[S. 204]

Zur Brunstzeit ist es nicht möglich mehr als ein Männchen und ein Weibchen im selben Käfig zu halten, auch wenn sie zuvor in viele Monate in Harmonie zusammenlebten, fangen sie in dieser Zeit an sich zu bekämpfen, bis einer der beiden stirbt. Sie greifen auch andere Tiere oder Menschen an, versuchen aber zuerst zu fliehen, aber wenn sie nicht entkommen können, wehren sie sich mit kräftigen Bissen und Tritten. Ich beobachtete einmal Señor don Cárlos Errázuriz M., dass eine seiner Chinchillas sich mit den Beinen wehrte und einen Strahl einer Moschus-Flüssigkeit versprühte, was ich jedoch kein weiteres Mal beobachten konnte

In den Monaten Oktober bis Dezember wirft das Weibchen das erste Mal und im Februar und April das zweite Mal. Sie können ein bis drei oder vier Junge bekommen, normalerweise haben sie aber nicht mehr als eines oder zwei.

(...)

[S. 205]

(... Pelzhandel ...)

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