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Winterfuetterung....mal wieder
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   Degupedia-Forum » Hasentiere (Lagomorpha) » Winterfuetterung....mal wieder Alle Zeiten sind GMT + 2 Stunden
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bobbylein
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Anmeldungsdatum: 18.06.2010
Beiträge: 121
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 23.10.2017 18:55    Titel: Winterfuetterung....mal wieder Antworten mit Zitat

Liebe Leute,

auch wenn ich vielleicht schon wieder ein Thema aufgreife, das schon öfter diskutiert wurde, bitte ich um Euren Rat.
Es geht um die Kaninchen-Winterfütterung. Im Sommer hole ich täglich Wiese und gebe gekaufte Kräuter hinzu. Selbst im Oktober war ich noch bis zur Dunkelheit auf der Wiese und habe noch ein paar Hände voll mitgebracht, natürlich lange nicht mehr so viel wie im Sommer da vieles nicht mehr wächst, aber immerhin ein bisschen Gras und Kräuter, Blätter natprlich auch. Nun kommt wieder die Zeit, dass ich unter der Woche nicht mehr auf die Wiese gehen kann. Ich komme nach 18 Uhr nach Hause und dann ist es schon dunkel und eigentlich habe ich jetzt auch mal wieder Zeit für mein anderes Hobby, Yoga, das im Sommer bzw. der Kaninchenwiesenzeit komplett ruht. Optionen wie "in der Mittagszeit zu sammeln" sind für mich nicht machbar, ich arbeite klassisch im Büro und muss zu den Regelarbeitszeiten auch da sein. Ich gehe auch nicht mit Stirnlampen in die Dunkelheit raus, denn da, wo ich sammle,gibt es kein bisschen Licht und das ist mir zu unheimlich und zu gefährlich.

Aber mit den dunklen Zeiten kommt auch wieder meine Ratlosigkeit bezgl. der Ernährung.
Dieses Jahr wollte ich mehr Nösenberger als sonst geben, damit sie grundversorgt sind. Aber was gebe ich an Grünem dazu?

Neben gekauften Kräutern würde ich noch nach
Kohlrabiblättern,
Möhrengrün,
Grün von Brokkoli und Blumenkohl ,
Fenchelgrün,
Selleriegrün und gekauftem Löwenzahn
schauen.

Aber was gibt es noch?
Was ist Eure Meinung zu Spinat und Mangold? Ich dachte, dass die zu viel Oxalsäure haben?

Oder kann ich das geben?
Was ist mit Salaten? Ich bin davon abgekommen, da ich verstanden hatte, dass zu wenig Nährstoffe drin sind.
Laut dem Buch von Andreas (ich habe auch sein zweites gekauft) soll man möglichst wenig Gemüse geben, also Möhren oder Wurzelgemüse wie Pastinake sondern eher das Grün dieser Pflanzen. Ich bin inzwischen schon ganz verunsichert, was ich überhaupt geben soll.

Und das Grün von konventionellem Gemüse wie Kohlrabi im Rewe....kann man das geben oder werden da zu viele Schadstoffe drauf sein ?

Bei Kohl habe ich leider zu oft schlechte Erfahrungen gemacht, meine Kaninchendame hatte immer nach wenigen Tagen des Anfütterns von Grünkohl Bauchweh und ich möchte das nicht wieder testen. Bei Lucy habe ich eh das Problem, dass sie ständig Bauchweh hat. Inzwischen habe ich die Samen von Fenchel, Kümmel, etc im Verdacht. Überfrisst sie sich vielleicht damit ständig? Oder stopfen diese Samen?

Ich hoffe, dass Ihr mir weiter helfen könnt.

Liebe Grüße
Barbara
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davX
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Anmeldungsdatum: 08.06.2004
Beiträge: 8408
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 23.10.2017 23:31    Titel: Re: Winterfuetterung....mal wieder Antworten mit Zitat

Huhu,

wenn man beobachtet, was Wildkaninchen fressen, dann sind auf die Winterzeit gerade Gehölze, insbesondere Nadelhölzer sehr wichtig. Und da hast du recht, eine Winterkost, die hauptsächlich aus Kohl, Mangold etc und vielleicht noch Wiese besteht, ist suboptimal, denn die Kaninchen müssen über den Winter auch eine hochwertige Nahrung haben, und da reicht Wiese alleine nicht, Gemüse ist sowieso einseitig und daher in grösseren Mengen in der Regel problematisch. Murx hatte mich kürzlich noch auf die Idee gebracht mit einem Gesundheisnapf, in diesen kommen Medizinalkräuter und Zugaben, die der Gesunderhaltung helfen. Das mag vielleicht noch eine weitere Überlegung sein. Allerdings ersetzt auch das nicht das Geholt.

Was Kümmel und Fenchel angeht, müssten diese eigentlich positiv auf die Verdauung wirken. Aber Tiere sind auch individuell, so dass es wohl auch bei ihnen Tiere gibt, die mit Pflanzen Probleme haben, womit die meisten Tiere zurechtkommen. Aus meiner Sicht wäre das die naheliegendere Erklärung, auch wenn damit die Ursache nicht geklärt wäre, aber das Resultat ist letztlich, dass man auf die Fütterung achtet, was vertragen wird und was nicht, und innerhalb des Möglichen das Optimum herauszuholen.
Wie gesagt, da möchte ich nochmals betonen, dass gerade auf den Winter zu die Gehälter entsprechend in der Ernährung berücksichtigt werden, denn diese werden oft stiefmütterlich behandelt oder gar gänzlich vergessen, da man sie nur als Beschäftigungsmaterial betrachtet oder sie als Zahnpflegeprodukt degradiert (Stichwort/Mythos Zähne abschleifen). Den Futterwert lässt man dabei völlig ausser Acht, gerade im Winter sind es nicht primär die Blätter, die interessant ist, sondern mehr noch die Rinde und das junge Holz... oder je nach dem auch Wurzeln (zumindest bei den Wildkaninchen).
_________________
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Es preciso conocer el nombre de las plantas para que podamos salutarlas y ellas nos saluden a nosotros. GOETHE

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Murx Pickwick
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Anmeldungsdatum: 23.07.2005
Beiträge: 4559
Wohnort: Runkel

BeitragVerfasst am: 24.10.2017 12:23    Titel: Re: Winterfuetterung....mal wieder Antworten mit Zitat

Bei mir brachte das konsequente Anbieten von Zweigen und Ästen diverser Bäume, einschließlich Nadelgehölz und Efeu, die ersten echten Verbesserungen - ich hatte das erst auf meine Zucht zurückgeführt, tatsächlich ist es jedoch tatsächlich das Gehölz, was viele gesundheitliche Probleme im Winter verhindert.
Nun wird allerdings das Gehölz nur wenig gefressen ... es kann aufgrund dessen, wie wenig es gefressen wird, weder zum Zahnabrieb, noch zur Ernährung groß beitragen. Erst im Frühjahr, wenn die Knospen der Laubbäume treiben, ändert sich das, da die Knospen sehr nährstoffreich sind und oft sogar sehr systematisch von den Kaninchen abgefressen werden.

Ein weiterer Punkt ist der von David angesprochene "Gesundheitsnapf" mit diversen Sämereien und Pflanzenteilen mit hohem Gehalt an Wirkstoffen. Schwarzkümmel, Fenchel, Kümmel, Kreuzkümmel, Gewürznelken, Wacholderbeeren, getrocknete Blaubeeren etc können da rein.
Das Problem für Kaninchen ist hier jedoch, daß sie aus einem Napf nicht wirklich gut selektieren können - sie fressen offenbar aus dem Napf teilweise Körner mit, die sie eigentlich gar nicht vorhatten zu fressen. Einige Kaninchen kommen damit dennoch wunderbar klar, andere nicht ... hier muß ausprobiert werden, ich selbst hatte ein Brett zum Gesundheitsnapf umfunktioniert, wo ich kleine Häufchen dieser aromatischen Sämereien aufgehäuft hatte. Das funktionierte bei mir sehr gut, andere Halter wiederum berichteten, daß sie teilweise Probleme damit hatten, da die Kaninchen diese Sämereien nur vom Brett gefegt hatten und in der Einstreu verteilt hatten - was auch nicht so ganz Sinn an der Sache ist. Dafür klappte da teilweise das Aufstellen mehrerer Näpfe mit jeweils nur einer Saat drin.
Wie gesagt, das muß man einfach ausprobieren, was da am Besten für die eigene Haltung geht ...

Fenchel, Kümmel, Ajowan und Kreuzkümmel sind blähungstreibend, heißt also, wenn die Kaninchen Luft im Gedärm haben und sie fressen diese Sämereien oder aber viel Fenchelgemüse, dann wird durch die verstärkte Darmtätigkeit diese Luft schneller Richtung Anus befördert. Das heißt, erstmal verstärkt sich Gluckern und es kann zu Bauchweh führen, wenn Luft im Gedärm erstmal zusammengedrückt wird, bis es wieder weitergeschoben wird. Wer oft selbst Blähungen hat, kennt das. Dies ist dennoch ein gesunder Prozeß, denn Gase können sich im Darm auch ansammeln und dann, insbesondere im Zusammenhang mit Kohl, zu heftigen Blähungen führen, die nicht mehr gesund sind, da die Gase nicht wirklich aus dem Darm befördert werden und auch nicht schnell genug durch die Darmwände abgeleitet werden können.
Es gibt kein Zuviel von Fenchel, Kümmel und Co.
Schwarzkümmel sorgt auch für einen schnelleren Abtransport von Gasen im Darm, scheint jedoch etwas anders zu wirken ... man kann deutlich weniger Bauchschmerzen beobachten, wenn Schwarzkümmel mit im Angebot ist.

Mangold, rote Bete Blätter und Spinat sind gerade im Winter mit der viel zu wirkstoffarmen Zeit enorm wichtig, um dem Kaninchen genügend Oxalsäure zukommen zu lassen - wobei Spinat durchaus Blähungen fördern kann, muß man ausprobieren. Mangold und rote Bete Blätter sind für Kaninchen erfahrungsgemäß deutlich bekömmlicher.
Wenn zuwenig davon gefüttert wird, kann es zu vermehrten Darmproblemen führen ... ein Zuviel gibt es nicht, denn Kaninchen hungern lieber, wie zuviel Oxalsäure aufzunehmen und sie vertragen davon erstaunlich viel!

Ich selbst habe Kohlrabiblätter aus konventionellem Anbau inzwischen im Verdacht, daß sie Darmprobleme im Winter verstärken. Das kann allerdings nur von wenigen Haltern bestätigt werden - ob es sich hier um einen Beobachtungsfehler von mir und denjenigen, die das bestätigen, handelt oder ob es nur wenige Kaninchen betrifft, weiß ich nicht. Gibt ja bislang kaum zuverlässige Beobachtungen und Daten darüber.
Gesunde Kaninchen jedenfalls vertragen auch Kohlrabiblätter aus konventionellem Anbau.
Besonders gut verträglich haben sich an Kohlsorten vor allem Chinakohl, Bio-Kohlrabiblätter, Pak Choi, Schnittkohl, Brokkoli/Blumenkohl/Romanesco (hier insbesondere die Blätter), Markstammkohl, Komatuma und Stängelkohl erwiesen. Eigentlich gehört auch der Grünkohl zu den verträglichen Sorten, verstärkt aber nach meiner Beobachtung ganz extrem die Darmproblematik bei Megacolon (tritt vor allem bei reinerbigen Punktschecken auf). Ich möchte zum Thema Grünkohl auch nicht die Hände ins Feuer legen, daß der für alle Kaninchen besonders verträglich ist.
Grundsätzlich sollte gerade bei Kohl auf regionale Ware geachtet werden ... gibt weniger Darmprobleme. Ob es an den oft langen Transporten, an der Behandlung und Vorbereitung für diese Transporte oder aber am Anbau im Ausland liegt, weiß ich nicht.

An Salaten sind insbesondere die Gartensalate eher zu meiden - sehen hübsch aus, haben aber kaum mehr Struktur und bestehen sonst nur noch aus gefärbten Wasser mit bissi instabiler Cellulosestruktur drumrum. Die Folge ist, daß diese Salate nicht nur sehr schnell gammeln, sondern auch zu ernsten Problemen bei darmkranken Kaninchen, Meerschweinchen und Menschen führen ... insbesondere im Winter, wo diese Salate auch noch im Gewächshaus rangezogen werden und auf die Art und Weise extralabberig sind. Zu den Gartensalaten gehören unter anderem Kopfsalat, Bindesalat, Römersalat und Eisbergsalat, wobei die wenigsten Probleme mit Eichblattsalat, Lollo Rosso, Lollo Bionda und Eisbergsalat zu beobachten sind. Kopfsalate im Winter scheinen in einigen Fällen tödlich im wahrsten Sinne des Wortes zu sein ...
Besser ist es hier auf die anderen Salate auszuweichen, insbesondere die als Wintersalate bekannten Sorten, wie beispielsweise Feldsalat und Postelein. Weiterhin scheinen die ganzen Wegwarten-Salate sehr gut bekömmlich zu sein, also Endivien, Chicoree, Radicchio, Zuckerhut, Löwenzahn, Portulak und Senfrauke (ist meist als Rucola im Handel).
Wenn du Glück hast, dann findest du unter Umständen auch Bioläden, die unter anderem auch seltener angebotene Salatpflanzen anbieten, wie beispielsweise Melden, Amaranthgemüse, Erdbeerspinat, Gartenampfer, Kapuzinerkresse, Gundermann und Mierenarten. Leider sind jedoch Läden mit solchem Angebot immer noch absolute Ausnahme ...

Ganz wichtig im Winter ist die Zufütterung von Zwiebelgewächsen - auch hier gibts kein Zuviel, hier gibts höchstens Verschwendung, da Kaninchen an viele Zwiebelgewächse nicht so rangehen ... was aber nach einiger Gewöhnung meist sehr gut geht, ist Lauch und teilweise auch Frühlingszwiebeln. Schnittlauch, das Grün der Speisezwiebel, Knoblauchgrün etc werden dagegen meist nur in sehr geringen Mengen gefressen.

Es lohnt sich übrigens, Anzeigen zu schalten, von wegen, man sucht Bambusschnitt ... viele Gartenbesitzer haben das Zeug im Garten und werden es nicht mehr los, sie sind froh, Bambus abzugeben, auch im Winter. Bambus ist eine der besten Winterfuttermittel auch für Kaninchen, die man haben kann!

Wenn du Platz für zwei große Blumenkübel in der Wohnung hast, kannst du auch Topinambur und Möhren im Winter ziehen - Möhrenkraut und die jungen Topinamburblätter sind ein sehr guter Zusatz zum Winterfutter. Weiterhin einen Versuch wert ist dann die Anzucht von Pastinake - allerdings will die oft nicht treiben, die scheint trotz Domestikation zu wissen, wann Winterzeit ist.

Ansonsten ist alles gut, was du so an Grünresten aus der Gemüsetheke herbekommst: Möhrenkraut, Rote Bete Blätter, Pastinakenblätter, Schwarzwurzeln samt Grün usw usf ...

Vorsichtig sein solltest du beim Wurzelgemüse ... gerade weil du Nösenberger fütterst, wird es sonst zuviel an Zucker und Stärke ...

Was du noch ausprobieren kannst, ist, einfach mal für vier Wochen im Winter Nösenberger wegzulassen und es dann noch mal mit Grünkohl zu probieren ... einige Kaninchen vertragen Flocken schlichtweg nicht und das Nösenberger besteht ja fast nur aus gequetschtem und geflocktem Zeugs. Wenn dann Grünkohl vertragen wird, ist das jedenfalls die gesündere Variante, zudem du ja im Sommer wieder ordentlich Wiese verfütterst.
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Marx ist die Theorie
Murx ist die Praxis!

Ich habe es endlich amtlich (Mitgliedsausweis der Piratenpartei):
"Der Besitzer dieses Dokumentes ist berechtigt, sich seines Verstandes zu bedienen, Informationen zu produzieren, replizieren und konsumieren, sich frei und ohne Kontrolle zu entfalten in Privatsphäre und Öffentlichkeit.

Behinderung dieser Rechte wird geahndet durch die Piratenpartei Deutschland"
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bobbylein
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Anmeldungsdatum: 18.06.2010
Beiträge: 121
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 26.10.2017 19:55    Titel: Antworten mit Zitat

ielen lieben Dank für Eure Antworten, David und Murx!! Das ist sehr sehr hilfreich für mich!

Ich werde den Speiseplan erweitern, habe aber noch ein paar Rückfragen, wie immer. Ich nummeriere das mal durch:

1) Mit Gehölzen meint Ihr einfach Bäume und Äste und Zweige, oder? Müssen das im Winter die Nadelbäume sein, oder können das auch Äste von Laubbäumen sein. Bisher habe ich noch nie Äste von Nadelbäumen mitgebracht, bis auf Eibe kann man da nicht viel schief machen, oder? Murx, Du hast geschrieben, dass das Gehölz zwar nicht sehr nahrhaft ist, aber trotzdem hast Du damit Verbesserungen erfahren, richtig? Das heißt, die Inhaltsstoffe sind wichtig, auch wenn es nicht zum Decken des Nährstoffbedarfs ausreicht? Bislang habe ich immer den Standard wie Haselnuss, Apfel, Birne, Weide und Birke mitgebracht. Ahorn und Eiche blieb immer liegen.

2) Muss ich auch Mangold und Co. vorsichtig anfüttern, wie es immer heißt? Ich habe mich jetzt nicht getraut, gleich drei neue Sachen auf einma anzubieten. Chicoree und Radicchio hatte ich schon immer wieder mal angeboten, mal wird es gemocht, mal total ignoriert. Ich werde jetzt einige Sachen dazunehmen, eins nach dem anderen. Klar,von diesen Sachen wie Eisberg Salat bin ich schon lange abgekommen.

3.) Bei dem Gesundheitsnapf musste ich schmunzeln. Ich glaube, ich weiß, was ich da falsch gemacht habe, solch einen Napf hast Du mir nämlich schon mal im Frühjahr empfohlen und den habe ich aufgestellt, aber da ich "Ajowan" nicht kannte, dachte ich, dass Du "Marojan" meintest und hatte Marojan getrocknet dazugegeben. Nachdem Du wieder "Ajowan" geschrieben hast Wink , habe ich mal gegoogelt und mich über Ajowan schlau gemacht, das muss ich mir irgendwo online bestellen. Den Marojan habe ich jetzt erstmal entfernt. Ich hatte mich auch schon gefragt, ob die Kaninchen so gut in dem Mix selektieren können....Dein Tipp mit den verschiedenen Näpfen war daher Gold wert, bin irgendwie nicht selbst darauf gekommen..... das habe ich sofort umgesetzt und jetzt kann ich sehen, was die Lucy futtert und was sie liegen lässt. Das Ergebnis ist: Anis und Schwarzkümmel sind der Renner. Kümmel und Fenchel, Wachholderbeeren und Kreuzkümmel werden ignoriert! Den Anis und den Schwarzkümmel fegt sie weg. Jetzt meine Bedenken: ist Schwarzkümmel denn nicht auch ölhaltig? Muss ich da Angst haben, dass sie davon zunimmt?

4.) Wenn ich ab und zu am Wochenende noch Reste auf einer Wiese mitnehme, kann ich das bedenkenlos noch dazugeben? Wenn es nicht mehr täglich Wiese gibt, frage ich mich, ob sie das vertragen. Aber die Wiese ist jetzt ja nicht mehr so gehaltvoll wie im Sommer und mehr als vielleicht 5 Hände voll wird das eh nicht. So viel gibt es nicht mehr bei mir....

5.) Wurzelgemüse gebe ich gar nichts zur Zeit, außer ein bisschen Fenchel einmal am Tag.

6.) Nösenberger...soll ich es geben oder nicht? Ist doch schon sinnvoll, oder? Ich würde da auch nicht jeden Tag einen Napf voll hinstellen.

LG und einen schönen Abend
Barbara
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Murx Pickwick
Quoten-Kobold


Anmeldungsdatum: 23.07.2005
Beiträge: 4559
Wohnort: Runkel

BeitragVerfasst am: 27.10.2017 09:52    Titel: Re: Winterfuetterung....mal wieder Antworten mit Zitat

zu 1) Mit Gehölzen sind alle für Kaninchen verträglichen Äste und Zweige gemeint. Das sind fast alle Laubbäume und Laubsträucher (insbesondere Himbeere, Brombeere und Heidelbeere). An Nadelbaum gibts wirklich nur Eibe, die als giftig gilt und nicht gefüttert wird. Nicht gefressen werden Pfaffenhütchen und Essigbaum, die kannst du auch ruhig lassen, wo sie sind. Pfaffenhütchen erkennst du gut an den dünneren Zweigen, die eine typische grün-braun-Längsstreifung aufweisen. Den Essigbaum erkennst du im Winter an seinen Fruchtständen, die sind recht groß, wollig, von der Form her wie eine Kerzenflamme und sitzen an den Zweigenden.
Die wichtigen Inhaltsstoffe im Gehölz sind Lignine, Gerbstoffe, bei Nadelgehölz ist es zusätzlich ein recht hoher Anteil an ätherischen Ölen und Harzen. Es kommen weitere, artspezifische Wirkstoffe hinzu, wie beispielsweise Salicin bei der Weide.
- Lignin wird im Darm zu Phenolen abgebaut - das Geniale an den Phenolen ist, daß die meisten Darmorganismen sich nicht gegen die Aufnahme von Phenolen wehren können, je schneller sie fressen, desto mehr nehmen sie davon auf. Nun sind Phenole giftig für die meisten Mikroorganismen - das heißt, die Phenole wirken geziehlt gegen die schnellwachsenden Mikroorganismen, wie Hefen, Escherichia coli etc.
- Gerbstoffe kleiden die Darmwand aus (ist die gleiche Wirkung, wie bei uns der schwarze Tee, da wirken auch hauptsächlich Gerbstoffe). Weiterhin wirken sie entzündungshemmend, wirken gegen Bakterien und sie sorgen für eine weniger starke Darmperistaltik. Gerbsäure ist also der Gegenspieler zu Thymol und anderen in ätherischen Ölen vorkommenden Wirkstoffen, welche die Darmperistaltik anregen. Kaninchen können also mithilfe von Gerbsäure und Würzkräutern die Stärke ihrer Darmperistaltik einstellen. (In Majoran ist beispielsweise Thymol enthalten, aber auch im Basilikum, den man den ganzen Winter über frisch kaufen kann, im Scharzkümmel wiederum befinden sich andere Wirkstoffe mit ähnlicher Wirkung.)
- Salicin ist ein natürliches Antibiotikum, wirkt aber auch recht gut gegen Kopfschmerzen. Im Körper wird Salicin zu Salicylsäure und weiteren Abbauprodukten umgewandelt. Salicylsäure ist ein Phenol. Die bakterizide Wirkung geht also insbesondere gegen schnellwachsende Mikroorganismen.
- Flavonoide verstärken die Wirkung der Phenole und des Salicins. Sie besitzen jedoch auch, je nachdem, um was für ein Flavonoid es sich handelt, sehr eigene Wirkungen. Bislang sind die Wirkungen nur von wenigen Flavonoiden überhaupt entschlüsselt ... dennoch sind sie eine der wichtigsten Wirkstoffklassen, wenn es um die Heilung geht.
- Saponine wirken recht giftig auf die Mikroben im Darm und werden vom Kaninchenkörper kaum aufgenommen. Mit Saponinen kann ein Kaninchen eine Fehlbesiedlung im Darm korrigieren. Kaninchen fressen dabei sehr geziehlt saponinhaltige Pflanzen (wie Efeu beispielsweise) und kommen so zu einer besseren Darmbesiedlung.

Der Vorteil der Nadelbäume ist, daß sie noch Blätter haben ... und damit im Winter lieber angeknabbert werden, wie blattlose Laubbäume, da können die Kaninchen nur noch die Rinde wirklich brauchen.

zu 2) Wenn du supervorsichtig bist, gibst du vom Mangold erst die Blätter (kann ruhig viel sein) und erst nach ein paar Tagen die zuckersüßen Stengel. Die äußeren Blätter enthalten mehr Wirkstoffe, werden aber auch weniger gern gefressen, wie die eiweißreicheren inneren Blätter ... mehr ist da eigentlich nicht zu beachten. Bei Spinat sollte allerdings erstmal ausprobiert werden, ob das Kaninchen den Spinat verträgt, da gibts häufiger mal Probleme mit, wie Matsche oder Blähungen.
Die Kaninchen kennen die wilden Verwandten der Wintersalate und Wegwartensalate schon längst durch die Wiesenfütterung, warum sollte man da vorsichtig anfüttern? - gibt keinen Grund dazu.
Wenn du in der Stadt sammeln kannst, dann schau mal nach Wegwarten - in den meisten Gegenden Deutschlands blühen die noch, sind also noch leicht zu erkennen. Wegwarten sind die deutlich gesündere Alternative zu Chicoree und Radicchio. Gefressen werden vor allem die Rosettenblätter, aber bei Darmerkrankungen auch die Stengel und die Blüten.
Wenn du auch die Wurzeln mitverfüttern willst, dann ernte von einem Wegwartenbestand nur die stärksten Pflanzen mit Wurzel ... so bekommen die jungen Pflanzen mehr Platz zum Nachwachsen und wachsen selbst deutlich besser nach. Für die Kaninchen haben alte Wurzeln den Vorteil, daß sie mehr Pflanzenfasern und mehr Wirkstoffe, aber weniger Stärke aufweisen, das ist gut für den Darm. Wirklich als Futter eignen sich die Wegwartenwurzeln nicht, da sie zu nährstoffarm sind, sie werden also nur vergleichsweise wenig gefuttert, wenn man mal mit Möhre und Co vergleicht.

zu 3) Um ein Kaninchen mit Schwarzkümmelöl zu mästen, bräuchtest du so viel, so viel Geld hast du nicht ... selbst ne gute Handvoll täglich macht ein Kaninchen nicht dick, führt aber recht bald dazu, daß das Kaninchen den Schwarzkümmel liegenläßt und freiwillig nur noch wenig von frißt. Du kannst dich da also voll und ganz auf deine Kaninchen verlassen.
Davon mal abgesehen ist es normal, wenn Kaninchen im Winter ein wenig zulegen ... der Winter stellt für sie eine Mangelzeit da, für die sie einmal ein wenig vorsorgen und zum anderen ihren Stoffwechsel runterstellen, so daß sie weniger fressen müssen.

zu 4) Je mehr Wiese du noch mitnehmen und anbieten kannst, desto besser. Die Kaninchen werden dir da schon liegenlassen, was nicht mehr ist ... nur, wenn die Wiese nach Gülle stinkt oder du solche weißen oder blauen Kügelchen auf der Wiese rumliegen siehst, dann läßt du sie besser, wo sie ist. Allerdings darf eigentlich den Winter über nicht gedüngt werden ...

zu 5) Fenchel ist halt das Grün besonders wertvoll ... aber ne Fenchelknolle am Tag pro 2kg Kanin sollte deutlich mehr gute Effekte zeigen, wie Schaden.

zu 6) Nösenberger ist sinnvoll zur Nährstoffversorgung ... du kannst Nösenberger mit Leinsaat, Sesam, Buchweizen und Amaranth ersetzen, außer Vitamin D ist da alles drin, was auch im Nösenberger drin ist und wird von chronisch darmkranken Kaninchen oft deutlich besser vertragen. Wenn das besser vertragen wird, kannst du nach und nach auch Sorghum, Hafer im Spelz und ähnliches zumixen und schauen, ob das vertragen wird.
Wenn deine Kaninchen kein ungefiltertes Sonnenlicht abbekommen, fehlt ihnen das Vitamin D ... du kannst allerdings versuchen, durch Fensteröffnen genügend Sonnenlicht zu den Kaninchen zu bekommen. Am Effektivsten ist da die Sonne in den Mittags- und Nachmittagsstunden.
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DaLo
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Anmeldungsdatum: 05.04.2006
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BeitragVerfasst am: 27.10.2017 18:34    Titel: Antworten mit Zitat

Vielen Dank auch von mir für die sehr ausführlichen Erklärungen. Auch wenn ich denke, ich habe schon viel optimiert, so sind abermals eine Reihe weiterer Tipps dabei.

Eine Frage möchte ich auch noch anhängen. Meine Kaninchen fressen sehr gerne frischen Ingwer und ich gebe ihnen alle paar Tage ein großes Stück (Bioingwer mit Schale). Gibt es da ein Limit? Solll ich durchaus mehr / weniger füttern?

Viele Grüße
Dagmar
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Murx Pickwick
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Anmeldungsdatum: 23.07.2005
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BeitragVerfasst am: 27.10.2017 20:45    Titel: Re: Winterfuetterung....mal wieder Antworten mit Zitat

Also wenn du hungern mußt, um noch mehr Bio-Ingwer für deine Kaninchen zu besorgen, dann ists zuviel ... eine andere Grenze nach oben gibts nicht, Kaninchen vertragen durch ihren ewig gefüllten Magen extrem viel Ingwer.

Interessehalber, haben deine Kaninchen irgendwie Spondylose, Rheuma, Osteoporose oder ähnliches?
Bislang kenne ich nur Kaninchen, die den Ingwer bei degenerativen Skeletterkrankungen als Schmerzmittel und Entzündungshemmer futtern (was jetzt nix heißen muß, denn Ingwer hat sehr viele sehr unterschiedliche Wirkungen, die sicherlich alle auch von Kaninchen genutzt werden können.)
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DaLo
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Anmeldungsdatum: 05.04.2006
Beiträge: 205

BeitragVerfasst am: 27.10.2017 20:58    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

Zitat:
Interessehalber, haben deine Kaninchen irgendwie Spondylose, Rheuma, Osteoporose oder ähnliches?
Das ist eine extrem interessante Frage und jetzt wird mir wohl etwas klar. Bis vor einigen Monaten wurde Ingwer mehr oder weniger gefressen. Mal so mal so....
Ich habe seit einem guten halben Jahr ein Mädchen, das inzwischen nachgewiesen früher wohl mal einen Anbruch / Bruch des 6. Lendenwirbels gehabt haben muss. Ich hatte auf Grund ihres auffälligen Hoppelverhaltens auf Arthrose getippt und sie deshalb durchchecken lassen. Mein Verdacht bestätigte sich nicht, aber das Röntgenbild brachte die Veränderung am Wirbel zum Vorschein.
An sich scheint sie jedoch keine oder kaum Schmerzen zu haben, da bestimmte Bewegungen, die die TÄ durchführte, zu keinen Reaktionen führte.
Jetzt sollte ich mal beobachten, ob primär sie es ist, die den Ingwer frisst.

Gruß Dagmar
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Murx Pickwick
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Anmeldungsdatum: 23.07.2005
Beiträge: 4559
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BeitragVerfasst am: 28.10.2017 01:45    Titel: Re: Winterfuetterung....mal wieder Antworten mit Zitat

Berichte dann mal, wenn du es genauer beobachtet hast Very Happy
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bobbylein
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Anmeldungsdatum: 18.06.2010
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Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 01.11.2017 15:08    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

danke Murx für diesen vielen ausführlichen Informationen. Again what learnt ,-).

Gestern habe ich wieder Äste mitgebracht, auch das erste Mal Nadelbaum, der wie erwartet, liegen blieb. Ich werde trotzdem weiter etwas holen, wenn ich zur Wiese gehen.

Meine letzten Beobachtungen sind, dass Mangold weiterhin verschmäht wird, Feldsalat ganz gerne gemampft wird, Chicorée wird ebenfalls ignoriert. Jetzt versuche ich es mit den weiteren Vorschlägen wie Rote Beet Blätter.

Das Nösenberger habe ich ersetzt durch Sesam, Amaranth und Buchweizen, aber hier frage ich mich auch, ob die Zutaten wie bei den Gewürzen wieder einzeln anbieten sollte, damit die Ninchen wählen können. Buchweizen jedenfalls blieb schon mal liegen.....ein eindeutiges Zeichen.... Very Happy

Ja, das Vitamin D könnte bei mir ein Problem sein. Meine Kaninchen wohnen auf dem Balkon, der ein Westbalkon ist. Im Frühjahr und Herbst bekommen sie Sonne ab, und dann ist es da auch nicht zu heiß. Im Sommer aber muss ich sie tagsüber in die Wohnung nehmen, denn dann brutzelt der Balkon auf gnadenlose 35 bis sogar fast 38 Grad auf trotz Sonnenschirmen. Ich kann mir vorstellen, dass sie damit nicht genug Vitamin D bekommen. Sie legen sich auch immer gerne in die Sonne im Herbst und im Frühjahr, wenn welche da ist. Aber jetzt ab November steht die Sonne eh zu flach als dass sie noch auf den Balkon kommt.
Ich gebe zwar das Hubertus-Heu, das Andreas empfiehlt auf seiner Webseite....aber dieses Heu wird lange nicht so gemocht wie das Schwarzwaldheu, das ich auch noch gebe, aber von dem ich nicht weiß, ob es darin Vitamin D gibt. Hm, was könnte ich noch tun zur Vitamin D Versorgung?
Mal eine Frage dazu: Vitamin D bilden wir Menschen doch auch nur unter hoher UV-Strahlung, oder? Im Winter, wenn die Sonne sehr niedrig steht, bilden wir eh kein Vitamin D, selbst wenn wir die Sonne in das Gesicht halten, oder? Ich frage mich daher, ob es eh was bringen würde für die Kaninchen, wenn sie im Winter in der Sonne liegen könnten.

Und dann habe ich noch eine doofe Frage, passt vielleicht eher zu den Pflanzen, aber jetzt stelle ich sie mal hier:
Es gibt einen kleinen Wiesenabschnitt bei mir, auf dem in den letzten 3 Jahren unglaublich viel Bärenklau gewachsen ist. Ich habe dort immer zum Schluss einiges mitgenommen, das war so meine sichere Quelle. Dieses Jahr im Frühjahr fing es auch wieder an, viele Bärenklau-Pflanzen zu geben und dann wurde die Wiese irgendwann gemäht und seither wächst kein Bärenklau mehr nach Confused ! Statt dessen wächst sehr viel Hahnenfuss oder so etwas. Das verstehe ich nicht, was ist denn da passiert???
Zusätzlich löst es bei mir die Angst aus, dass auf der Wiese, auf der ich im Moment sammle, auch nichts mehr wachsen wird im nächsten Jahr, das wäre fatal, denn ich habe nicht viele Ausweichmöglichkeiten. Hängt das tatsächlich mit meinem Pflanzen-Sammeln zusammen, wenn Pflanzen nicht mehr nachwachsen oder hat das andere Gründe, die ich gar nicht beeinflussen kann?

Heute ist bei uns Feiertag und es ist richtig November-Grau.....perfekt zum Schlafen, Internet erkundigen...und auf die Wiese gehen!

LG; Barbara

P.s.: Ach ja, Ingwer habe ich ebenfalls gleich hingelegt, da meine beiden auch Spondylose haben. Toller Tipp, blieb aber trotzdem erstmal liegen.
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DaLo
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Anmeldungsdatum: 05.04.2006
Beiträge: 205

BeitragVerfasst am: 01.11.2017 15:45    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

manchmal frage ich mich wirklich, ob ich meine Kaninchen tendenziell verhungern lasse, denn bei mir wird eigentlich alles gefressen. Mangold, Chicorée genauso wie jedes Stängelchen Luzerne aus dem Nösenberger, das ich seit diesem Herbst mal zufütter, da meine Große (mit dem angebrochenen Wirbel) zu dünn ist. In einem anderen Beitrag habe ich gelesen, dass die Luzerne von den meisten liegen gelassen wird.

Im übrigen finden meine auch frischen Knoblauch toll.
Ist schon abgefahren, wenn einem ein nach Knoblauch riechendes Kaninchen entgegen gehoppelt kommt Laughing

LG Dagmar
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Murx Pickwick
Quoten-Kobold


Anmeldungsdatum: 23.07.2005
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BeitragVerfasst am: 02.11.2017 12:37    Titel: Re: Winterfuetterung....mal wieder Antworten mit Zitat

Es gibt einfach nen kleinen, aber feinen Unterschied zwischen Riesenkaninchen und den üblichen 2k-Kaninchen. Die kleinen Kaninchen kauen einfach viel besser und sind dadurch deutlich bessere Futterverwerter, die Riesen müssen fressen, was sie kriegen, um satt zu werden.
Es gibt dann noch eine Sache, die zumindest tendenziell größenabhängig ist, je kleiner das Kaninchen, desto weniger Rotklee pro Kilo Lebendgewicht wird gefressen. Es gibt hier zwar Zwerge, die Rotklee gerne mögen, aber die sind deutlich seltener, wie bei Riesenkaninchen, Großwidder oder auch nur die 3 - 4kg-Größen, die ich hatte, die fressen alle gerne Rotklee und so ein Großwidder oder ein Riesenkaninchen können davon ganz schön viel verspachteln ... selbst, wenn man es auf das Kilo Lebendgewicht umrechnet.

Ich hatte nur ein Knoblauchkaninchen, Malte puhlte sich sogar die Zehen aus den Knofi-Zwiebeln akribisch raus. Die anderen Kaninchen mochten bestenfalls noch das Knoblauchgrün, aber ganz bestimmt nicht die Zehen ...
Naja, Knoblauch ist gesund, auch für Kaninchen - und zu Vorstellungsgesprächen müssen Kaninchen auch nur selten, da machts nix aus, wenn sie ne Knofifahne haben Very Happy

Nur die UV-B-Strahlung ist geeignet für die Vitamin D-Synthese. Beim Kaninchen reicht die Wintersonne durchaus aus, auch indirektes Licht - aber es darf halt nicht durch Fensterglas gefiltert sein, denn Glas filtert gerade UV-B ziemlich restlos raus. Der Mensch ist ein Allesfresser und damit im Winter auf eine zusätzliche Versorgung mit Vitamin D über die Nahrung angewiesen. Natürlicherweise essen nordische Völker im Winter recht viel Fleisch, es wurde bis in die 60er Jahre hinein auch in Deutschland fast nur im Herbst geschlachtet, weil man erstens das Vieh dann nicht über den Winter hungern mußte und man zweitens den Winter über ne adäquate Fleischversorgung (und damit auch Vitamin D-Versorgung) hatte.
Beim Kaninchen reicht die Wintersonne aus, wenn es den ganzen Tag auf der Weide draußen rumhüpft ... die meisten Kaninchen sind aber winters nicht mehr auf der Weide, und damit kann selbst bei Balkonhaltung das Thema Vitamin D-Versorgung zum Problem werden, Kaninchen sind nunmal Pflanzenfresser und ergänzen natürlicherweise ihr Vitamin D nicht mit der Nahrung.
Das Problem ist allerdings inzwischen zunehmend auch bei anderen Tierhaltern bekannt, Meerschweinchenhalter beispielsweise experimentieren mit UV-B-Lampen, wie sie für Terrarientiere benutzt werden. Das scheint genauso gut zu funktionieren, wie das Zufüttern von Vitamin D angereichertem Futter (Nösenberger beispielsweise), nur daß man halt die Nachteile von Flocken im Futter nicht noch zusätzlich hat.
Auch denkbar wäre die Gabe von Vitamin D-Präparaten, wie es sie auch für Menschen gibt - die Dosierung müßte dann mit dem TA besprochen werden.

Wiesenbärenklau ist ein typischer "Fettanzeiger", der stickstoffreiche Böden anzeigt. Meist finden sich auf Wiesen, wo viel Wiesenbärenklau wächst, auch viel Löwenzahn.
Wird nun eine Wiese ausgehagert, also wird dafür gesorgt, daß der Stickstoffgehalt sinkt (dazu wird die Wiese nicht mehr gedüngt und durch häufigen Schnitt der Wiese für gesorgt, daß die Nährstoffe im Boden aufgebraucht werden. Der Wiesenschnitt wird dazu von der Wiese entfernt), nimmt der Wiesenbärenklau ab. Ist die Wiese feucht oder verdichtet, nimmt der Hahnenfuß zu, je nachdem, ob feuchte Wiese oder verdichteter Wiesenboden eben jeweils die passende Hahnenfußart.
Auch wenn der Boden mit schweren Maschinen verdichtet wird, fühlt sich der Bärenklau nicht mehr wohl und verschwindet irgendwann, er braucht lockeren Boden. Der kriechende Hahnenfuß wächst auch auf verdichtetem Boden, der ist da nicht sonderlich anspruchsvoll.
Wird gegen Dikotyledonen gespritzt, damit nur noch das Gras wächst, wird im ersten Jahr nach der Behandlung sowohl der Löwenzahn, als auch der Wiesenbärenklau weniger. Während sich der Löwenzahn im zweiten Jahr schon anpaßt an dieses Gift, verschwindet der Wiesenbärenklau meist gänzlich. Die beiden häufigsten Hahnenfußarten Acker-Hahnenfuß und kriechender Hahnenfuß dagegen sind sehr resistent gegen Spritzmittel und nutzen die Abwesenheit von Wiesenbärenklau und Löwenzahn, um sich ihrerseits schon im ersten Jahr stark zu vermehren. Der kriechende Hahnenfuß bevorzugt eher die nasseren Wiesen, der Acker-Hahnenfuß mag lieber trockene Wiesen.

Durch noch so intensives Betrampeln und Bepflücken läßt sich der Wiesenbärenklau dagegen nicht vertreiben ... er wird dann zwar über die Zeit immer mickriger und krepeliger und blüht nicht mehr, wenn man zu oft pflückt, aber er kommt dennoch tapfer immer wieder. Also durch Wiese Pflücken/Sensen hast du ihn nicht vertrieben ... da muß was anderes mit der Wiese passiert sein.
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Marx ist die Theorie
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Ich habe es endlich amtlich (Mitgliedsausweis der Piratenpartei):
"Der Besitzer dieses Dokumentes ist berechtigt, sich seines Verstandes zu bedienen, Informationen zu produzieren, replizieren und konsumieren, sich frei und ohne Kontrolle zu entfalten in Privatsphäre und Öffentlichkeit.

Behinderung dieser Rechte wird geahndet durch die Piratenpartei Deutschland"
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bobbylein
Lästermaul


Anmeldungsdatum: 18.06.2010
Beiträge: 121
Wohnort: München

BeitragVerfasst am: 02.11.2017 20:23    Titel: Antworten mit Zitat

Das mit der Wiese und dem Bärenklau ist sehr interressant. Auf der Wiese, die ich jetzt noch ab und zu beehre, wächst noch kleiner Baby-Bärenklau, ganz kleine Pflänzchen. Die nehme ich mit so gut es geht. Ich kann nur hoffen, dass das nächstes Jahr so bleibt. Warum bei dieser anderen Wiese der Bärenklau ausfällt.....bleibt komisch, denn dieser kleine Abschnitt wurde sicherlich nicht gespritzt und nicht stärker gemäht als andere Wiesen.

Das Thema mit der Vitamin D Versorgung nehme ich mit. Da spreche ich mal die TÄ an.
Und noch eine Frage: brauchen miene Tiere überhaupt Gemüse? Also die Karotte an sich oder ein Stück Pastinake? Nachdem ich die Bücher von Andreas gelesen habe, gebe ich eigentlich nur noch den Fenchel und das war es. Aber bin ich hier zu streng? Durch die ganzen Erklärungen in den Büchern habe ich das Gefühl, dass ich mit einer Karotte (=viel Zucker) eigentlich mehr falsch als gut mache. Wichtiger wäre eben immer das Grün. Aber ich bin total verunsichert.....gebe ich eine Karotte, denke ich: ob das nicht zu viel Zucker ist? Gebe ich nichts, denke ich: Die armen Kaninchen, haben bestimmt total Hunger.

Wobei ich schon den Eindruck habe, dass Karotte regelmäßig zu eher flüssigerem Blinddarmkot führt...

VG und einen schönen Abend,
Barbara
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Murx Pickwick
Quoten-Kobold


Anmeldungsdatum: 23.07.2005
Beiträge: 4559
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BeitragVerfasst am: 03.11.2017 01:54    Titel: Re: Winterfuetterung....mal wieder Antworten mit Zitat

Wieviel Wurzelgemüse im Winter gefüttert werden kann, ohne daß es den Kaninchen anfängt, schlechter zu gehen, ist Beobachtungssache und Haltungssache.
Ich selbst konnte den Wurzelgemüseanteil relativ hoch halten - es war erstens immer genug Blättriges da, so daß die Kaninchen nicht gezwungen waren, sich am Wurzelgemüse satt zu fressen und zweitens waren die Kaninchen darmstabil, sie vertrugen es einfach, selbst, wenn dann mal sehr viel Wurzelgemüse gefuttert wurde.

Noch ein Punkt zum Thema Wurzelgemüse ... Wurzelgemüse enthält viel Stärke und viel Wasser. Mehlsaaten (Dinkel, wie im Mösenberger beispielsweise, oder Amaranth, oder Buchweizen) enthalten deutlich mehr Stärke wie Wurzelgemüse, aber gleichzeitig deutlich weniger Wasser. Stärke wird von der Spucke auf dem Weg in den Magen zu Saccharose (also Zucker!) und Amylopektin zerlegt. ca. 50% der Stärke kommen also im Dünndarm als Zucker an, egal, ob die Stärke aus der Möhre kommt oder aus einer Mehlsaat. Das Amylopektin wird im Blinddarm von den Bakterien gefressen, die wiederum als Blinddarmkot zur Eiweiß- und Vitaminversorgung vom Kaninchen gefressen werden.

Die Grundregel ist also zu dem Thema, Blättriges muß genug da sein, damit sich die Kaninchen daran sattfressen können - dann funktioniert es auch meist mit beliebig viel Wurzelgemüse. Wenn es jedoch mit dem Wurzelgemüse Matsche gibt, dann muß Wurzelgemüse rationiert werden, ebenso muß es rationiert werden, wenn die Kaninchen weniger vital sind oder Blähungen bekommen.
Wurzelgemüse ist nicht unbedingt notwendig, geht ganz prima auch gänzlich ohne Wurzelgemüse, aber es bietet Abwechslung in der einseitigen Winterkost.
Wer allerdings blättriges Gemüse oder gar im Sommer Wiese versucht mit Wurzelgemüse zu ersetzen, füttert mit der Zeit seine Kaninchen krank.
Kurzum - dir bleibt nix anderes über, wie zu schauen, wieviel Wurzelgemüse deine Kaninchen vertragen und wieviel du davon zusätzlich zum blättrigen Gemüse verfüttern willst.
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Schlappohr
Freak


Anmeldungsdatum: 15.02.2013
Beiträge: 360

BeitragVerfasst am: 09.11.2017 21:06    Titel: Re: Winterfuetterung....mal wieder Antworten mit Zitat

bobbylein hat Folgendes geschrieben:

Aber was gibt es noch?
Was ist Eure Meinung zu Spinat und Mangold? Ich dachte, dass die zu viel Oxalsäure haben?

Zu Mangold kann ich nichts sagen, da meine Kaninchen sich weigern den zu fressen, aber Spinat füttere ich im Winter regelmäßig und durchaus in größeren Mengen. Meine Kaninchen fressen gerne Spinat. Früher war ich auch skeptisch wegen der Oxalsäure, aber es scheint ihnen keine Probleme zu bereiten.


Zitat:
Was ist mit Salaten? Ich bin davon abgekommen, da ich verstanden hatte, dass zu wenig Nährstoffe drin sind.

Feldsalat und Portulak fressen meine Kaninchen, andere Salate versuche ich immer wieder, aber die werden nicht angerührt.


Mein Problem bei der Fütterung ist generell, dass meine Kaninchen so wählerisch sind. Im Frühjahr, Sommer und Herbst sammel ich Grünzug von der Wiese (bzw. nur Kräuter, da kein Gras gefressen wird) und es gibt Kräuter aus dem Garten. Das Problem dabei ist, dass dieses Kräuterfutter wohl sehr nahhaft ist und meine Kaninchen deshalb etwas moppelig sind Augenrollen

Überall lese ich, dass es schwierig ist Kaninchen mit ausreichend Nährstoffen zu versorgen und dass das besonders bei Riesenkaninchen nahezu unmöglich ist, wenn man nur Grünzeug füttert. Mein eines Kaninchen ist aber ein Riese (5kg) und sie ist super wählerisch und echt moppelig und sie bekommt nur Grünzeug (und Heu, aber das wird nicht gefressen). An Bewegung mangelt es meinen Kaninchen auch nicht (sie leben draußen in einer Voliere mit tagsüber Freilauf im Garten).
Ich verstehe deswegen nicht ganz, woher die Ansicht des mangelernährten Kaninchen kommt Question Mit all meinen Kaninchen (insgesammt 4) habe ich die Erfahrung gemaht, dass wenn man Wiese füttert und diese unbegrenzt zur verfügung stellt, dass sie sehr wählerisch werden, sich nur das Beste herausfischen und dann Dick werden und das unabhängig vom Alter oder der Rasse Augenrollen

Im Winter füttere ich alles, was ich so bekommen kann und lasse dann die Kaninchen entscheiden, was sie fressen wollen. In den letzten Jahren hat es sich so eingespielt, dass es 4mal Grünzeug pro Tag gibt (Möhrengrün, Salate, Spinat, Brombeerblätter, Küchenkräuter, Grünkohl, Palmkohl) einmal am Tag eine Knolle (z.B. Topinambur) und einmal am Tag selbstgetrocknetes Laub, dass ich unter das Hau mische.
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