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Der Kampf gegen invasive Arten in Florida

 
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davX
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Anmeldungsdatum: 08.06.2004
Beiträge: 8322
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 21.05.2017 13:31    Titel: Der Kampf gegen invasive Arten in Florida Antworten mit Zitat

Huhu,

invasive Arten stellen für die Natur Floridas eine ernste Bedrohung dar. Es ist zwar längst nicht die einzige Gefahr, welche die Natur bedroht, aber insbesondere die in ihrer Heimat bedrohten Tigerpythons vermehren sich in Floridas Natur beinahe uneingeschränkt und setzen sich als gefrässige Räuber (Top-Prädatoren) durch.

An der ganzen Misere ist die Heimtierindustrie nicht unschuldig, gerade in Florida ist die Terraristikszene besonders aktiv und der Staat reagiert nur zögerlich...

Arte.tv: "360° Geo Reportage: Pythons, Invasion in Florida" Der Link zum Film:
http://www.arte.tv/de/videos/064565-004-A/360-geo-reportage

Inhaltsangabe zum Film:

"Nachdem als Haustiere gehaltene Tigerpythons im US-Bundesstaat Florida vor Jahren in die Everglades entwischten, haben sie sich dort explosionsartig vermehrt. Inzwischen dringen die bis zu fünf Meter langen Reptilien bis in die Randgebiete der Städte vor. Um ihre weitere Ausbreitung zu verhindern, tragen die Behörden zum zweiten Mal die sogenannte Python Challenge aus. Zu diesem Wettbewerb reisen Jäger aus dem ganzen Land an. Einer der Teilnehmer ist Nick Gadbois. Der in Florida ansässige Biologe gilt als einer der erfolgreichsten Schlangenjäger. „360° Geo Reportage“ hat ihn bei der Jagd begleitet. Nick Gadbois kann die Faszination vieler Amerikaner für Reptilien verstehen. Der Biologe hält selber Schildkröten in seinem Garten. Dem verantwortungslosen Umgang mit den Tieren steht er jedoch kritisch gegenüber. Seit Jahren landen immer wieder exotische Arten, die ihren Besitzern als Haustiere zu groß, zu gefährlich oder zu teuer geworden sind, in der freien Wildbahn Floridas, wo sie sich als Invasoren ihren Platz in der Nahrungskette erkämpfen. Eine der gefährlichsten dieser invasiven Spezies ist der aus Asien stammende Tigerpython, der für das Verschwinden einheimischer Tiere wie Kaninchen und Füchse verantwortlich gemacht wird. Auch einige Luchsarten, Opossums und Waschbären sind schon stark dezimiert. Während Wissenschaftler versuchen, die Lebensweise der Schlangen in Floridas Sümpfen zu erforschen, hat die Forst- und Naturschutzbehörde die Tiere zum Abschuss freigegeben. Doch selbst eine gezielte Jagd wie die offizielle Python Challenge kann nur wenig bewirken. Gerade einmal 68 Schlangen wurden während des letzten Wettbewerbs in den Everglades gefangen – bei einer geschätzten Gesamtpopulation von über 100.000 Pythons. Nick Gadbois wird trotzdem auch in diesem Jahr dabei sein. Für ihn, den erfahrenen Jäger, ist die Teilnahme Ehrensache. Viele andere lockt vor allem die Siegesprämie: Denn wer das größte Exemplar oder die meisten Tiere fängt, erhält mehrere Tausend Dollar Preisgeld."

Stichworte: Schlange, Florida, Tigerpython, Bedrohung, Neozoen
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Murx Pickwick
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Anmeldungsdatum: 23.07.2005
Beiträge: 4503
Wohnort: Runkel

BeitragVerfasst am: 21.05.2017 22:35    Titel: Re: Der Kampf gegen invasive Arten in Florida Antworten mit Zitat

Das Problem an der Pythongeschichte ist nur, daß vor lauter Jagdlust es irgendwie unmöglich ist, zu verläßlichen Daten der tatsächlichen Population der Tigerpython zu kommen.
Beispielsweise steht die Python unter starkem Druch von Alligatoren - je älter die Alligatorenpopulation ist und je mehr Alligatoren innerhalb eines Gebietes vorkommen, desto mehr Pythons werden gefressen. Gleichzeitig ist es jedoch auch so, daß große Python auf Alligatorjagd gehen - diese beiden Arten halten sich gegenseitig in Schach ... würde sicherlich auch klappen, wenn es nicht so viele Jagdchallenges gebe - gerade in Florida!

Beispielsweise bezweifel ich, daß die Waschbären durch Pythons dezimiert werden können - klar, ab und an fällt ein Waschbär sicherlich auch einer Python zum Opfer, so wie ab und an ein Waschbär einem Alligator zum Opfer fällt - aber gewöhnlicherweise können Waschbären sehr gut ihren Beutegreifern ausweichen und aus dem Wege gehen.
Ganz anders ist die Situation, wenn sie mit Starklicht, Hundemeuten und Schnellfeuerwaffen mit großer Reichweite gejagt werden ... sie lassen sich dann nur allzuleicht auf den nächsten Baum hetzen, kommen dort nicht mehr runter, bis sie von der Jagdgesellschaft zur Strecke gebracht werden.
Es gibt keine Untersuchung darüber, wieviele Waschbären erlegt werden und es gibt keine verlässlichen Daten darüber, welche Auswirkungen eine solche Jagd auf Waschbären, Kaninchen und anderes Getier (und auch Pflanzen) in Florida haben ...

Es gibt dann noch etwas, was mich stutzig werden läßt - klar, eine Tierart, die nicht gejagt wird, wird irgendwann zahm ... aber die Python, die da ausgesetzt wurden, sollten theoretisch auch zahm sein, sie stammen größtteils von Nachzuchten ab. Dennoch sind sie offenbar deutlich schwerer ausfindig zu machen, wie die Python in ihren Heimatregionen - dort sind sie fast ausgestorben und werden immer noch gewildert, dennoch lassen sich Python dort recht gut für Photosafaris finden und ablichten ... in den Everglades, die deutlich aufgeräumter sind, wie die asiatischen Wälder, ist dies nicht möglich?
Die Abschußzahlen stehen in keinem Verhältnis zur geschätzten Populationsdichte ...
Sieht man sich mal an, wie effektiv Jagdgesellschaften in Florida agieren, beispielsweise am Scharzbären, ist es unwahrscheinlich, daß sie so schlechte Jagdergebnisse haben, wenn die Python tatsächlich derartig häufig ist ... 1994 wurden Schwarzbären für die Jagd freigegeben ... innerhalb von nur zwei Tagen wurden rund 300 Schwarzbären erlegt - sieben Tage lang sollte die Bejagung dauern, um dieses Ziel zu erreichen ... wenn man bedenkt, wie wenig Schwarzbären es in Florida 1994 gab ... schon merkwürdig, das Ganze.

Ich hab da einen gänzlich anderen Verdacht, man will sich die Jagd nicht verbieten lassen - und Python sind ja nun der absolute obercoole Shot - groß, gefährlich, Schlange und zudem noch nicht mal heimisch! Was will der floridianische Großwildjäger mehr?
Tja - und da ist jegliche Propaganda, rottet die Python aus, herzlich willkommen.
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davX
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Anmeldungsdatum: 08.06.2004
Beiträge: 8322
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 21.05.2017 22:59    Titel: Re: Der Kampf gegen invasive Arten in Florida Antworten mit Zitat

Naja, die ganze Pythonjagd ist doch pure Symptombekämpfung.
Wie der Film schon erwähnte (was ich jedoch verschwieg Twisted Evil), liegt das Hauptproblem bei der Industrie, insbesondere bei den Zuckerrohranbauern, welche die Sümpfe trocken legen. Die Python kommt noch obendrauf, ebenso dass man sich fragen kann, ob es sinnvoll ist aus der Pythonjagd einen coolen Event macht für die postmodernen Grosswildjägern, die sich damit - greenwashing - mit nobler Umweltschutz-Einstellung schmücken dürfen. Das ist wie saufen für den Regenwald...

Daten werden ja offenbar auch gesammelt und wie gesagt, solange da nur Symptome bekämpft werden, dürfte das mit dem Sammeln von verlässlichen Daten ja durchaus im Rahmen des Machbaren liegen, mehr noch, ich denke, ohne das dürfte eine erfolgreiche und langfristige Bekämpfung gar nicht gelingen, wobei solange noch Schlangen im Handel sind und wieder freigelassen werden könnten oder selbstständig abhauen, könnte die Gefahr sein, dass wieder Tiere verwildern. Wenn aber die Behörden schneller reagieren und wenn man dank verlässlichen Daten zur Biologie der Tiere sie effektiver bekämpfen könnte, liesse sich das Problem wohl auch senken.
Eine andere Sache, die mir durch den Kopf ging, wenn es lange genug dauert, wird die Schlange früher oder später wieder Feinde haben, seien es Parasiten, Viren oder vielleicht letztlich doch andere grosse Raubtiere. Insbesondere die Aligatoren sollten doch eigentlich zumindest mit kleineren Exemplaren fertig werden können

Zitat:

Beispielsweise bezweifel ich, daß die Waschbären durch Pythons dezimiert werden können - klar, ab und an fällt ein Waschbär sicherlich auch einer Python zum Opfer, so wie ab und an ein Waschbär einem Alligator zum Opfer fällt - aber gewöhnlicherweise können Waschbären sehr gut ihren Beutegreifern ausweichen und aus dem Wege gehen.
Ganz anders ist die Situation, wenn sie mit Starklicht, Hundemeuten und Schnellfeuerwaffen mit großer Reichweite gejagt werden ... sie lassen sich dann nur allzuleicht auf den nächsten Baum hetzen, kommen dort nicht mehr runter, bis sie von der Jagdgesellschaft zur Strecke gebracht werden.
Es gibt keine Untersuchung darüber, wieviele Waschbären erlegt werden und es gibt keine verlässlichen Daten darüber, welche Auswirkungen eine solche Jagd auf Waschbären, Kaninchen und anderes Getier (und auch Pflanzen) in Florida haben ...

Hmm, die Frage, die ich mir stelle, wie reagieren die Tiere unter Jagddruck. In Australien scheint der Kampf gegen Wildkaninchen eine hoffnungslose Sache zu sein. In Chile sah es ähnlich aus und tatsächlich scheint sich dort das Problem jetzt von der Natur zu lösen: die chilenischen Beutegreifer haben sich über die Jahre langsam an das neue Futterangebot angepasst und Fuchs und Greifvogel frisst jetzt auch Kaninchen.

Zitat:

Die Abschußzahlen stehen in keinem Verhältnis zur geschätzten Populationsdichte ...
Sieht man sich mal an, wie effektiv Jagdgesellschaften in Florida agieren, beispielsweise am Scharzbären, ist es unwahrscheinlich, daß sie so schlechte Jagdergebnisse haben, wenn die Python tatsächlich derartig häufig ist ... 1994 wurden Schwarzbären für die Jagd freigegeben ... innerhalb von nur zwei Tagen wurden rund 300 Schwarzbären erlegt - sieben Tage lang sollte die Bejagung dauern, um dieses Ziel zu erreichen ... wenn man bedenkt, wie wenig Schwarzbären es in Florida 1994 gab ... schon merkwürdig, das Ganze.

Ja, die Fangzahlen machten mich auch stutzig. Bei den Populationen hätte ich auch eher mit deutlich grösseren Fangmengen gerechnet. Die Schlangen aufzustöbern düfte aber vermutlich schwieriger sein als das Aufstöbern von Bären, denn ein Bär versteckt sich nicht einfach so mal unter einem Stein. Der Python hat es da schon deutlich leichter... dennoch erscheinen die Fangzahlen lächerlich gering, gemessen am Problem, das sie darstellen sollen.
Zitat:

Dennoch sind sie offenbar deutlich schwerer ausfindig zu machen, wie die Python in ihren Heimatregionen - dort sind sie fast ausgestorben und werden immer noch gewildert, dennoch lassen sich Python dort recht gut für Photosafaris finden und ablichten ... in den Everglades, die deutlich aufgeräumter sind, wie die asiatischen Wälder, ist dies nicht möglich?

Das wurde doch im Film erwähnt, es gibt offenbar Rückzugsgebiete, von denen aus die Schlangen die darum herum liegenden Gebiete neu besiedeln können. Solange man eben nicht weiss, wie die Schlangen leben, dezimiert man vielleicht einen Teil der Population, aber man erwischt sie nicht alle. In Südostasien haben wir eine ganz andere Situation, da gibt es eine grosse Bevölkerung, die nicht so verstädtert und domestiziert ist, die nicht bloss als Freizeitjux einmal alle Jubeljahre auf grosse Schlangenjagd geht, sondern die sucht täglich die Wälder ab, nach Gratisessen, da gibt es illegale Tätigkeiten im Wald, da gibt es Jäger, die für Potenzmittel und andere Zwecke die einheimischen Tiere bejagen usw. pp. dann die Plantagen, die angelegt werden, Brände werden gelegt, mit schweren Maschinen werden die Lebensräume umgewälzt.
In den Everglades haben die Schlangen dagegen ein relativ ruhiges und beschauliches Leben. Viel Sümpfe hat es dennoch, da gibt es stabile Zuckerrohrplantagen, viel Getier, auch Eingeschlepptes und die Menschen halten sich eher fernab von den Everglades und den Plantagen auf, ausser die Plantagenarbeiter und bei den Sümpfen sind es wohl gewisse Wege, die häufig von Touristen befahren werden, gute Teile dagegen dürften mehr oder weniger geschützt sein, dank Nationalpark...
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