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Nierensteine durch Wiesen- bzw. Kräuterfütterung?
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bluegrass
Fellnase


Anmeldungsdatum: 01.11.2014
Beiträge: 11

BeitragVerfasst am: 01.11.2014 13:35    Titel: Nierensteine durch Wiesen- bzw. Kräuterfütterung? Antworten mit Zitat

hallo,

ich dachte eigentlich, wenn ich meine Kaninchen mit Wiese füttere, bin ich auf der sicheren Seite und das ist die optimale Fütterung für sie.

Jetzt hat sich herausgestellt, dass mein Weibchen Nierensteine hat. Die Tierärztin hat gemeint, solche Steine brauchen ungefähr ein Jahr, um sich zu entwickeln, und das ist genau der Zeitraum, seitdem ich hauptsächlich mit Wiese füttere (bis auf letzten Winter, als es halt nichts frisches mehr draussen gab).

Muss noch dazu sagen, sie ist seit fast 2 Jahren bei mir, davor war sie in schlechter Haltung und hat wahrscheinlich auch nicht das richtige Futter erhalten. Sie war anscheinend sehr übergewichtig, leider ist sie bei mir noch immer ein wenig zu dick. Ich habe anfangs mangels besseren Wissens Heu und Gemüse gefüttert, vor einem Jahr auf Wiesenfütterung umgestellt.

Jedenfalls frage ich mich, ob die Wiesenfütterung aufgrund des zeitlichen Zusammenhangs für die Nierensteine verantwortlich sein kann?

In diesem Thread http://www.degupedia.de/forum/viewtopic.php?t=3142 steht, dass es vielleicht besser ist, nur Gräser zu füttern und Gemüse, da dieses nährstoffarmer ist als das ganze Blattzeug. Wäre das eine gute Diät für die Zukunft? Bzw. zumindest für einige Zeit?

Abgesehen davon muss ich schauen, dass sie ein wenig schlanker wird und mehr Bewegung macht.

Danke für Infos!
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Murx Pickwick
Quoten-Kobold


Anmeldungsdatum: 23.07.2005
Beiträge: 4615
Wohnort: Runkel

BeitragVerfasst am: 01.11.2014 16:12    Titel: Re: Nierensteine durch Wiesen- bzw. Kräuterfütterung? Antworten mit Zitat

Wenn Nierensteine ein Jahr lang brauchen, um sich zu entwickeln, heißt daß nicht, daß sie mit Umstellung auf eine andere Haltung und Ernährung *plopp* sofort anfangen zu entstehen ... sondern es heißt, daß sie mind. ein Jahr gebraucht haben, um diese Größe zu entwickeln, die Ursache muß jedoch deutlich länger wie ein Jahr zurückliegen und länger angehalten haben! Wenn du also vor einem Jahr auf Wiesenfütterung umgestellt hast, ist sie raus aus den Verdächtigen ... daß die Wiesenfütterung keine Wunder bewirken kann und etwas, was schon begonnen hat, nicht 100% sich zurückbilden lassen kann, sollte auch klar sein. Es ist gerade bei Nierensteinen sogar so, wenn die Ursache für die Entstehung abgestellt wurde, wachsen sie dennoch weiter - wenn auch immer langsamer. Irgendwann wird das Wachstum aufhören, aber sie bilden sich nur seltenst zurück.
Heißt also - es ist durchaus möglich, daß die Dinger schon vor zwei oder drei Jahren existierten, nur halt niemanden groß aufgefallen sind. Kann auch sein, daß sie zu Wiesenfütterungszeiten ihre jetzige Größe erst entwickeln konnten, aber dennoch stetig immer langsamer wuchsen. Du kannst dir nur in einem sicher sein, die Ursache für die Dinger liegt deutlich länger zurück, wie nur ein Jahr und muß länger angehalten haben!

Nierensteine bilden sich von selbst nicht mehr zurück - aber wenn sie klein genug sind, können sie herausgespühlt werden. Heißt also, so gut wie nix Getrocknetes, möglichst alles mit vollem Wassergehalt. Da es unter den Wildkräutern deutlich mehr ausschwemmende und harntreibende Kräuter gibt, wie von der Gemüsetheke, ist Wiese, Wegrand und Wald zu bevorzugen und eben kein Gemüse!
Es gibt einige Kräuter, die ausschwemmend wirken, wie beispielsweise Brennesseln, Schachtelhalme, Birkenzweige samt Knospen und Blätter ... die können in geringen Mengen auch getrocknet angeboten werden, wenn sie frisch nicht gefressen werden oder aber schlichtweg nun im Winter nicht mehr frisch verfügbar sind.

Sind die Nierensteine zu groß, müssen sie irgendwie zertrümmert werden, damit sie durch den Harnleiter rausgespühlt werden können.

Momentan gehts auf den Winter zu ... da sind auch die wildlebenden Kaninchen recht moppelig. Da würd ich mir jetzt nicht zu viel Gedanken machen. Dazu kommt, daß man am Gewicht nicht wirklich feststellen kann, ob ein Kaninchen zu dick ist oder nicht, sondern einzig nur durch Betasten - schwammig sollte sich ein Kaninchen nicht anfühlen, ist es rundlich, aber fest, dann hast du kein zu dickes Kaninchen, sondern nur ein sehr muskulöses Kaninchen. Hast du zudem auch noch links und rechts von der Wirbelsäule feste Stränge und die Wirbelsäule ist gar nicht mehr spürbar, hast du nen Bodybuilderkaninchen!
Zu dicke Kaninchen, deren Wirbelsäule nicht mehr spürbar ist, sind über der Wirbelsäule rund, da gibts keine Rinne. Und sie fühlen sich am Rücken, dort wo die Wirbelsäule sein sollte, weich an. Da ist nix hartes, festes unter der Haut und dem Fell.
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Ich habe es endlich amtlich (Mitgliedsausweis der Piratenpartei):
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Behinderung dieser Rechte wird geahndet durch die Piratenpartei Deutschland"
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Schlappohr
Freak


Anmeldungsdatum: 15.02.2013
Beiträge: 360

BeitragVerfasst am: 01.11.2014 19:04    Titel: Antworten mit Zitat

Wie kam es zu der Diagnose Nierensteine? War das ein zufälliger Befund oder geht es deinem Kaninchen schlecht (Schmerzen, Futterverweigerung etc.)?

Mein Weibchen hatte jetzt schon über ein Jahr Blasenschlamm. Ich füttere auch Wiese und konnte mir nie erklären, wieso sie Blasenschlamm hat. Seit ca. 2 Monaten hat sie jetzt plötzlich keinen Blasenschlamm mehr und ich habe mich gefragt, was ich anders gemacht habe. Mir ist aufgefallen, dass die einzige Veränderung war, dass ich oxalsäurehaltige Pflanzen wie z.B. Ampfer mit auf den Speiseplan genommen habe (War eher eine Notlösung, weil ich zu wenig Kräuter auf den Wiesen gefunden habe). Früher habe ich diese Pflanzen immer aus dem Futter heraussortiert, weil man bei Blasenschlamm diese Pflanzen nicht füttern soll. http://www.kaninchen-info.de/ernaehrung/wildkrautersz.php
Ich weiß jetzt nicht, ob es falsch ist, dass man bei Blasenschlamm keine Oxalsäure füttern soll, oder ob ich einfach nur ein komisches Kaninchen habe. Letztendlich möchte ich mit diesem Beispiel darauf hinweisen, das Wiesenfütterung nicht nur gut ist, sondern auch Krankheiten hervorrufen kann, wenn die Zusammensetzung nicht stimmt.
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bluegrass
Fellnase


Anmeldungsdatum: 01.11.2014
Beiträge: 11

BeitragVerfasst am: 02.11.2014 00:09    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für eure Antworten!

Zitat:

Wie kam es zu der Diagnose Nierensteine? War das ein zufälliger Befund oder geht es deinem Kaninchen schlecht (Schmerzen, Futterverweigerung etc.)?

Sie hat letzten Sonntag nicht gefressen und schien Schmerzen zu haben. Es wurde dann festgestellt, dass der Harn blutig ist, und beim Röntgen fand man Nierensteine und einen Stein, der im Harnleiter feststeckt. Sie erhielt jetzt 5 Tage Infusionen und Schmerzmittel, der Stein hat sich bewegt ist aber noch nicht ganz draussen.

Zitat:
Dazu kommt, daß man am Gewicht nicht wirklich feststellen kann, ob ein Kaninchen zu dick ist oder nicht, sondern einzig nur durch Betasten - schwammig sollte sich ein Kaninchen nicht anfühlen, ist es rundlich, aber fest, dann hast du kein zu dickes Kaninchen, sondern nur ein sehr muskulöses Kaninchen.

Aufgrund des Röntgen meinte die Tierärztin, dass sie für eine OP derzeit zu viel Fett im Bauchraum hat. Sie hat schon auch eine große Wamme. Die Wirbelsäule fühlt man zwar auch, aber ich fand auch immer schon dass sie einen dicken Bauch hat.

Zitat:
Mir ist aufgefallen, dass die einzige Veränderung war, dass ich oxalsäurehaltige Pflanzen wie z.B. Ampfer mit auf den Speiseplan genommen habe.

Ja, Ampfer hatte ich auch immer wieder dabei. Ich würde sagen, ca. einmal pro Woche ein paar Blätter. Ob das schon zu viel war, weiß ich nicht, aber in Zukunft wirds gar keinen mehr geben. Danke für den Hinweis! Ansonsten hab ich glaub ich wenig oxalhältige Pflanzen dabei ausser Klee, darüber weiß ich noch zu wenig, aber auf den können wir auch verzichten.

Meine Kaninchen leben in Wohnungshaltung. Ich bin zwar auch überzeugt von der Wiesenfütterung, aber vielleicht muss man für ein Kaninchen das viel weniger leisten muss als ein Wildkaninchen den Nährstoffgehalt doch ein wenig reduzieren bzw. adaptieren. Also werd ich in Zukunft auch noch besser auf die Zusammensetzung schauen.

Zitat:

Da es unter den Wildkräutern deutlich mehr ausschwemmende und harntreibende Kräuter gibt, wie von der Gemüsetheke, ist Wiese, Wegrand und Wald zu bevorzugen und eben kein Gemüse!

Ich möchte ihr sehr gerne harntreibende und nierenunterstützende Kräuter geben, habe aber derzeit noch Bedenken weil sie nicht trinkt. Wenn dann die Nieren angeregt werden, trocknet das nicht zu sehr aus?
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Murx Pickwick
Quoten-Kobold


Anmeldungsdatum: 23.07.2005
Beiträge: 4615
Wohnort: Runkel

BeitragVerfasst am: 02.11.2014 10:33    Titel: Antworten mit Zitat

Nierensteine entstehen bei Kaninchen recht selten, das ist meist nicht mal fütterungsbedingt, sondern da spielen einfach weitere Faktoren mit, die noch unbekannt sind.

Wenn du oxalsäurehaltige Pflanzen wegläßt, gerade bei Kaninchen, erhöhst du damit die Wahrscheinlichkeit für Blasensteine! Daß oxalsäurehaltige Pflanzen Blasensteine fördern würden, ist längst überholt ... ich hab da gerade, was Blasenschlamm und Blasensteine angeht, regelrechte "Wunderheilungen" erlebt, nur, weil ich die Leute dazu animiert hatte, Mangold, Ampfer, Melden und viele andere oxalsäurehaltigen Pflanzen zu füttern.

Kaninchen regulieren über die Aufnahme von Oxalsäure die Calciumaufnahme ... wenn man ihnen, wie du nun vorhast, oxalsäurehaltige Pflanzen vorenthält, riskiert man erst durch diese Einschränkung Blasenschlamm und Blasensteine!
Les nochmal genau, was Schlappohr da beschreibt - sie fütterte Ampfer - und schon ging der Blasenschlamm zurück! Das heißt doch nicht, keinen Ampfer mehr füttern, das heißt doch, möglichst viel Ampfer füttern, oder nicht? Wink

Wiesenfütterung heißt auch nicht, daß ein paar ausgesuchte Pflänzchen von der Wiese angeboten werden, sondern daß die Wiese mit all ihren Pflanzen gesenst oder gerupft wird und dieses Pflanzengemisch, samt der als giftig verschrieenen Pflanzen, den Kaninchen verfüttert wird. Damit die Kaninchen sich genau das, was sie brauchen, da raussuchen können, sollte auch stets mehr den Kaninchen verfüttert werden, wie sie tatsächlich fressen können! Was überbleibt, kann auf den Kompost ...
Wer seinen Kaninchen, ohne auf die Pflanzen zu achten, die da im Pflückgut sind, die Wiese und den Wegrand vorsetzt, hat einfach nicht das Problem, daß die Kaninchen unterernährt oder eine falsche Futterzusammensetzung haben ... Kaninchen sind Pflanzenexperten! Die wissen, welche Pflanzen sie wirklich brauchen!
Dazu gehört allerdings auch Gehölz ... also Tanne, Fichte, Kiefer, Birke, Weide, Brombeeren, Himbeeren usw usf ... was halt so an Gehölz verfügbar ist. Kaninchen vertragen sogar ohne Probleme Robinie! Die gehört zu ihren normalen Futterpflanzen!

Kaninchen nehmen das Wasser, was sie brauchen über das Futter auf, nicht so sehr über das Trinken ... je frischer du etwas verfütterst, desto mehr Wasser nehmen die Kaninchen auf. Wenn da dann ein paar getrocknete Brennesseln bei sind, oder sie mal am Heu knabbern, ist das nicht schlimm, weil sie dennoch sehr viel Wasser aufnehmen.
Immerhin bestehen Wiesenpflanzen aus 70 - 80% Wasser!
Wenn also ein Kaninchen 300g Wiese frißt, dann futtert es alleine über die Wiese 240ml Wasser ... also fast ein Viertel Liter Wasser!

Wenn du Angst vor getrockneten Pflanzen hast, dann laß lieber das Wiesenheu weg (das verfütterst du ja in Form von Wiese) und verfütter stattdessen getrocknete Brennesseln, getrockneten Schachtelhalm und andere harntreibende Kräuter.

Nun kommt zudem der Winter, in vielen Gegenden sind die Eicheln schon reif - ist ein billiges und für unsere Breitengrade sehr natürliches Kraftfutter, was zusätzlich Mineralstoffe, Gerbsäuren etc liefert. Dann kannst du über den Winter, wo du zuwenig Wiese finden wirst, eine Körnermischung anbieten.
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bluegrass
Fellnase


Anmeldungsdatum: 01.11.2014
Beiträge: 11

BeitragVerfasst am: 02.11.2014 12:41    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Murx,

danke für den Hinweis, ich habe das von Schlappohr tatsächlich beim Lesen völlig falsch interpretiert.

Ich denke das spiegelt das ganze Ausmaß meiner derzeitigen Verwirrung wider ... habe ja grade erst angefangen, mich mit dem Thema zu beschäftigen und wurde mit gefühlten 50 verschiedenen Meinungen konfrontiert ...

Wenn ich jetzt vermehrt oxalhaltige Pflanzen füttere, was meinst du wie lange es dauern könnte bis ich sehe, ob das tatsächlich wirkt? Ich werde ja ohnehin immer wieder zu Kontrollen gehen müssen. Und die Nierensteine, die noch drin sind, sollten eigentlich auch raus, aber eine OP geht derzeit aus o.g. Gründen nicht. Wenn sie bleiben, wird die eine Niere voraussichtlich irgendwann nicht mehr funktionieren, die andere scheint aber soweit gesund zu sein (ein kleiner Stein ist auch drin), jedenfalls sind ihre Nierenwerte derzeit in Ordnung.

Wegen dem Trinken bin ich jetzt auch beruhigt. Ich befeuchte das Frischfutter ohnehin immer schon zusätzlich und wasche es jetzt sogar kurz durch, dann sollte sie mehr als genug Wasser aufnehmen.

Nochmal zur Oxalsäure: Das Partnertier erhält schon seit einigen Monaten Angocin, ca. 15 Tabletten (abgespült) täglich, weil er chronischen Schnupfen hat. Hab jetzt gelesen, dass Kapuzinerkresse (Hauptbestandteil von Angocin) auch viel Oxalsäure enthält. Nach einer kurzen Schrecksekunde habe ich beschlossen, es ihm weiterhin zu verabreichen wie bisher. Er scheint es gut zu vertragen, manchmal ist sein Urin ein wenig milchig. Aber es hilft ihm einfach wirklich gut gegen den Schnupfen.
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Schlappohr
Freak


Anmeldungsdatum: 15.02.2013
Beiträge: 360

BeitragVerfasst am: 02.11.2014 13:50    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Wenn ich jetzt vermehrt oxalhaltige Pflanzen füttere, was meinst du wie lange es dauern könnte bis ich sehe, ob das tatsächlich wirkt?

Bei meinem Weibchen ist es mir wie gesagt nach zwei Monaten aufgefallen. Ich vermute aber, dass sie schon länger keinen Blasenschlamm mehr hat. Sicher hängt es auch von den Mengen ab die man füttert. Anfangs habe ich immer nur eine Hand voll Ampfer unter das Futter gemischt und als ich dann gemerkt habe, dass er gerne gefressen wird, habe ich immer mehr mitgenommen. Mittlerweile ist er ein Hauptbestandteil des Futters neben Vogelmire, Bärenklau, Wiesenkerbel, Weide und Apfelbaumblättern geworden. Ich komme beim Ampfer auf ca. 1kg pro Woche. Ich habe ein Zwergkaninchen und das Weibchen mit dem Blasenschlamm ist ein Riese (6kg).

Zitat:
Daß oxalsäurehaltige Pflanzen Blasensteine fördern würden, ist längst überholt ... ich hab da gerade, was Blasenschlamm und Blasensteine angeht, regelrechte "Wunderheilungen" erlebt, nur, weil ich die Leute dazu animiert hatte, Mangold, Ampfer, Melden und viele andere oxalsäurehaltigen Pflanzen zu füttern.

Das ist echt interessant. Überall im Internet ließt man, dass man keine Oxalsäure füttern darf. Als ich angefangen habe Ampfer zu füttern und das Weibchen den so gerne gefressen hat, habe ich mich schon sehr gewundert, denn sie weiß was für sie gut ist. Ich konnte mir nicht erklären, wieso sie Ampfer fressen sollte, wenn der doch schädlich sein sollte.

Zum Thema Schnupfen:
Ich habe sehr gute Erfahrungen mit Ingwer gemacht. Seid dem mein Weibchen (auch chronischer Schnupfer) regelmäßig Ingwer bekommt ist sie komplett symptomlos. Ich habe die Ingwergabe auch schon an anderen Schnupfern aus einer Auffangstation getestet und die Resultate waren unglaublich. Man ist ja mit diesen ganzen "Wundermitteln" die bei Schnupfen helfen sollen etwas vorsichtig, aber Ingwer hilft wirklich zuverlässig.
Nicht alle Kaninchen mögen die Inwerknolle pur fressen. Die nehmen den Ingwer, wenn man ihr fein raspelt und dann mit Haferkleie vermischt. Bei akuten Fällen (Atemnot, schlechter Allgemeinzustand) habe ich 3-4 mal Täglich ein 1cm dickes Stück Ingwer zubereitet. Nach spätestens 2-3 Tagen ging es den Kaninchen so weit gut, dass sie nur noch selten Niesen mussten und die Nase nur noch leicht verschleimt war. Bei jüngeren Kaninchen war dann der Schnupfen meist nach einer Woche ganz weg. Bei älteren Kaninchen (über 10 Jahre) ließ sich der Schnupfen nur auf gelegendliches Niesen reduzieren.

Um nochmal auf das Thema Kräuter zu kommen. Ich zähle mal auf, was mein Weibchen gerne mag (bzw. was sie denkt, was für sie gut ist). Dazu solltest du noch wissen, dass mein Weibchen neben symptomlosen chronischem Schnupfen und ehemals Blasenschlamm auch noch einen Herzklappenfehler hat. Sie bevorzugt vermutlich also Kräuter, die sich positiv auf das Herz, auf die Blase und auf den Schnupfen auswirken. Vielleicht bekommst du dadurch ein paar Anregungen, was dein Kaninchen brauchen könnte.
Also sie frisst gerne:
Sauerampfer,
Wiesenbärenklau,
Himbeerblätter,
Weißdornfrüchte,
Ysop,
Kapuzinerkresse,
Garten-Kerbel und Wiesenkerbel,
Gurke,
Maggikraut,
Ulme,
Weide,
Baldrian
Pimpernelle
Ackerschachtelhalm
Klettenlabkraut und Echteslabkraut
Estragon
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Schlappohr
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Anmeldungsdatum: 15.02.2013
Beiträge: 360

BeitragVerfasst am: 02.11.2014 14:27    Titel: Antworten mit Zitat

Murx Pickwick hat Folgendes geschrieben:

Nun kommt zudem der Winter, in vielen Gegenden sind die Eicheln schon reif - ist ein billiges und für unsere Breitengrade sehr natürliches Kraftfutter, was zusätzlich Mineralstoffe, Gerbsäuren etc liefert. Dann kannst du über den Winter, wo du zuwenig Wiese finden wirst, eine Körnermischung anbieten.

Bei einem übergewichtigen Kaninchen würde ich keine Körnermischung oder Eicheln empfehlen.

@bluegrass
Was und wieviel fütterst du momentan? Wie sieht die Wiesenzusammensetzung aus?
Eigendlich ist es ungewöhnlich, dass sich das Gewicht mit Wiesenfütterung nicht einpendelt. Ich füttere den Jahreszeiten entsprechend (also jetzt im Herbst auch mit vielen Früchten und Samen) und da geht das Gewicht immer rauf und zum Sommer hin nehmen sie immer ab, sodass sie im Sommer schön schlank sind und im Winter etwas moppelig.
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Murx Pickwick
Quoten-Kobold


Anmeldungsdatum: 23.07.2005
Beiträge: 4615
Wohnort: Runkel

BeitragVerfasst am: 02.11.2014 15:25    Titel: Re: Nierensteine durch Wiesen- bzw. Kräuterfütterung? Antworten mit Zitat

Ich muß leider gestehen, noch vor ein paar Jahren hatte ich genauso verbreitet, böse Oxalsäure, weglassen ...
Es stimmt allerdings nicht mal im Ansatz mit meinen Beobachtungen überein - wenn Oxalsäure tatsächlich Blasensteine fördern würde, hätte ich alle naselang Blasensteinkaninchen haben müssen, denn die haben alle sehr viel oxalsäurehaltigen Kräuter gefressen - tatsächlich trat selbst Blasenschlamm nur äußerst selten auf. Dafür lassen sich Blasensteine sehr oft bei Kaninchen beobachten, die nur rationiert ein paar Kräuter und Gräser von der Wiese bekommen - und so gut wie keinen Ampfer, keinen Mangold und Co. Stellt man diese auf oxalsäurehaltige Kost um, verschwinden die Blasensteine meist.

Fett im Bauchraum hat nicht zwingend etwas mit Adipositas zu tun ... selbst Eiweißmangel, aber auch Mineralstoffmangel kann zu einem gestörten Fettstoffwechsel führen und damit eben auch zur Ablagerung von Fett im Bauchraum.
Solange also die Ursache der Fettansammlung und die Ursache der Nierensteine nicht bekannt ist, ist es fatal, dem Kaninchen in einer Zeit, wo es eh eher zuwenig Nährstoffe durch die zwangsweise Gemüse-Heu-Diät bekommt, genau die Futterkomponenten vorzuenthalten, welche die fehlenden Nährstoffe liefern. Bei reiner Wiesenfütterung im Sommer dagegen, zumindest wenn artenreiche Wiese, artenreicher Wegrand und unterschiedliches Gehölz gefüttert wird, ist so ein Zusatzfutter nicht nötig (und wird freiwillig oft auch gar nicht angerührt.)
Ich selbst vermute hinter der Fettansammlung im Bauchraum und den Nierensteinen die gleiche Ursache ... hab aber bislang noch keine Idee.
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davX
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Anmeldungsdatum: 08.06.2004
Beiträge: 8528
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 02.11.2014 19:38    Titel: Antworten mit Zitat

Schlappohr hat Folgendes geschrieben:

Mein Weibchen hatte jetzt schon über ein Jahr Blasenschlamm. Ich füttere auch Wiese und konnte mir nie erklären, wieso sie Blasenschlamm hat. Seit ca. 2 Monaten hat sie jetzt plötzlich keinen Blasenschlamm mehr und ich habe mich gefragt, was ich anders gemacht habe. Mir ist aufgefallen, dass die einzige Veränderung war, dass ich oxalsäurehaltige Pflanzen wie z.B. Ampfer mit auf den Speiseplan genommen habe (War eher eine Notlösung, weil ich zu wenig Kräuter auf den Wiesen gefunden habe). Früher habe ich diese Pflanzen immer aus dem Futter heraussortiert, weil man bei Blasenschlamm diese Pflanzen nicht füttern soll. http://www.kaninchen-info.de/ernaehrung/wildkrautersz.php
Ich weiß jetzt nicht, ob es falsch ist, dass man bei Blasenschlamm keine Oxalsäure füttern soll, oder ob ich einfach nur ein komisches Kaninchen habe. Letztendlich möchte ich mit diesem Beispiel darauf hinweisen, das Wiesenfütterung nicht nur gut ist, sondern auch Krankheiten hervorrufen kann, wenn die Zusammensetzung nicht stimmt.

Also in solchen Fällen sollte man tun, was immer wichtig ist, wenn man Informationen von Quellen verifiziert:
1) Wer ist der Urheber? -> in diesem Falle (unter anderem) Lina, ist auch hier im Forum, im Zweifelsfalle kannst du sie direkt anfragen
2) Was für Quellen wurden für die Aussage angegeben? -> in diesem Falle sehe ich nichts, falls es welche gäbe, müsste man ihnen nachgehen, falls nicht eben nachfragen. Wenn es offensichtlich ist, dass nichts dahinter steckt (z.B. weil die Seite abgeschrieben ist oder sehr oberflächlich daher kommt), kann man sich die Arbeit natürich auch sparen. In dem Falle hier würde ich mal nachfragen.
3) Wie alt ist die Information? könnte sich seit da wieder einiges geändert haben? -> kann ich in diesem Falle nicht beurteilen, ich könnte mir aber vorstellen, dass sie nicht so neu ist und eventuell heute anders beurteilt würde.

Schlussfolgerung: Quellen nicht einfach blind glauben. Und wenn man die Urheber kennt (wie in diesem Falle), dann wäre es am einfachsten, einfach kurz nachfragen. Im besten Falle lernen beide Seiten davon. Auch bei meinen Seiten stimmt übrigens auch längst nicht alles und so manches was ich früher schrieb, könnte ich heute umschreiben, da sich meine Kenntnisse geändert und erweitert haben. Und manchmal finde ich es nur schon hilfreich, dass ich eine Rückmeldung bekomme...
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BeitragVerfasst am: 02.11.2014 20:33    Titel: Re: Nierensteine durch Wiesen- bzw. Kräuterfütterung? Antworten mit Zitat

Zitat:

Das ist echt interessant. Überall im Internet ließt man, dass man keine Oxalsäure füttern darf.

Die gängige Vorstellung ist hier ja, dass die Oxalsäure das Calcium bindet, es dann unverdaulich wird und diese Verbindungen sich in den Harnwege ablagern könnten. Zumindest die Vorstellung von denjenigen, die ein bisschen weiter überlegen und sich mit dem Thema beschäftigen. Der grosse Rest schreibt dann einfach von denen ab und fragt man sie nach dem Grund, dann wird im besten Falle gesagt, dass das eben so ein Experte gesagt habe und der wisse wohl was er schreibe oder im weniger guten Falle, überall stehe das, ergo müsse es korrekt sein.
So geschehen zum Beispiel auch beim Stopfdarm (der noch abstruser beim deutlich weniger verbreiteten Stopfmagen, den es allerdings bei der artwidrigen Gänsemast durchaus gibt, aber mit dem, was die Leute mit dem Begriff meinen, herzlich wenig zu tun hat). Es geht da sogar so weit, dass sogar anerkannte Tierärzte den Begriff recht gedankenlos brauchen...
Das Problem bei solchen Themen ist, dass aus mangeldem Hintergrundwissen Annahmen trifft, die falsch sind. Durch Beobachtung lässt sich feststellen, dass sie nicht stimmen. Doch während beim Stopfdarm die Hintergründe einfach zu erkennen sind, scheint die Sache bei den Steinen komplizierter zu sein. Was wir bisher wissen, dass die Theorie mit der Oxalsäure und den Steinen nicht mit den beobachteten Erfahrungen übereinstimmt. Das ist immerhin ein Anfang...
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Anmeldungsdatum: 01.11.2014
Beiträge: 11

BeitragVerfasst am: 02.11.2014 23:44    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für eure sehr informativen Antworten!

Zitat:

Ich selbst vermute hinter der Fettansammlung im Bauchraum und den Nierensteinen die gleiche Ursache ... hab aber bislang noch keine Idee.

Ich habe auch das Gefühl, dass das zusammenhängt. Und ein wesentlicher Faktor ist da sicher die Bewegung. Meine Kaninchen bewohnen ein Zimmer mit Zugang zu Balkon, dieser wurde heuer aber kaum noch benutzt weil das Partnertier blind ist und nicht mehr rausgeht. Somit verlor Devi (mit den Nierensteinen) anscheinend auch die Lust daran und ist nur mehr faul herumgelegen. Ich hab ihr eine Sandkiste hingestellt, da hat sie schon drin gebuddelt, aber sie läuft sicher zu wenig.
Das ist aber etwas, das ich gut beeinflussen kann und definitiv ändern werde!


Zitat:

Was und wieviel fütterst du momentan? Wie sieht die Wiesenzusammensetzung aus?
Eigendlich ist es ungewöhnlich, dass sich das Gewicht mit Wiesenfütterung nicht einpendelt.

Wenn möglich, gebe ich nur das was ich draussen sammle. Komme aber nur alle 2 Tage raus, daher strecke ich das Frischfutter manchmal mit etwas Kohl, Karotten etc. falls es doch nicht reicht. Ein Großteil ist aber auf jeden Fall Wiese. Heu wird inzwischen ignoriert.

Auf den Wiesen wo ich sammle wächst Schafgarbe, Löwenzahn, Klee, Braunelle, wilde Möhre, Pastinake, Spitzwegerich, Labkraut, diverse Gräser, Wicken, usw. halt die typischen Wiesenkräuter, je nach Jahreszeit. Das ist mal die Basis bzw. mindestens die Hälfte. Dann such ich noch viel Taubnesseln, Storchschnabel, Disteln, eben auch (bisher wenig) Ampfer, und ich hab fast immer Lindenzweige dabei. Manchmal Birke, jetzt gibts viel Vogelmiere, Hopfen, Gänsefingerkraut, Bärenklau, Melden, ach ja und immer wieder Aprikosenzweige. Goldrute, Esche, Salbei, Malve ... Brennesseln ...
Eigentlich nehm ich eh fast alles mit, was das Gelände so hergibt und was sie mögen.

In letzter zeit habe ich auch eine Mischung aus Leinsamen und Sonnenblumenkernen gegeben, zweimal tgl. ca. 1 Teelöffel, da beide einen sehr starken Fellwechsel hatten. Hab das jetzt mal wieder weggelassen. Ich glaube, dass sie dadurch doch noch etwas zugelegt hat.


Zitat:

Zum Thema Schnupfen:
Ich habe sehr gute Erfahrungen mit Ingwer gemacht.

Eliot der Schnupfer erhält bereits Ingwer, auch mit Haferflocken, allerdings hat es bei uns nicht so eine starke Wirkung gezeigt, deswegen hab ich dann noch mit dem Angocin angefangen. Ev. müsste ich noch ein wenig mehr geben, er hats dann aber oft übrig gelassen.

Ich finde den Ansatz mit der oxalsäurehaltigen Fütterung schon sehr interessant. Ich muss aber für mich noch wirklich 100% davon überzeugt sein und auch einen Weg finden, das nach einer gewissen Zeit mal zu kontrollieren, ob wir damit Erfolg haben.

@Murx:
Du scheint da schon viele Erfahrungen gemacht zu haben, schreibst aber hauptsächlich über Blasensteine. Können damit denn auch ev. Nierensteine sogar aufgelöst werden oder ist das schon mal passiert?


@Schlappohr: danke für die Futterliste, einiges davon wächst hier auch. Das Labkraut hab ich hier en masse, leider finden sie es nicht sehr aufregend und es bleibt oft übrig (dabei hab ich es selber auch schon probiert, ich finde es schmeckt wirklich lecker Smile Ich habe nämlich gelesen, dass Tee aus Labkraut bei Menschen Nierensteine auflösen soll!
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Murx Pickwick
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Anmeldungsdatum: 23.07.2005
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Wohnort: Runkel

BeitragVerfasst am: 03.11.2014 10:18    Titel: Antworten mit Zitat

Nierensteine sind bei Kaninchen selten - und wenn sie auftauchen, weiß niemand, wieso, weshalb, warum ... es ist wie bei allen seltenen Erkrankungen, es gibt viele Möglichkeiten, die als Ursache in Frage kommen, aber nur selten kommt man auf die richtige Idee bei genau diesem einen speziellen Fall, den man vor sich hat.

Nierensteine haben noch einen Nachteil gegenüber Blasensteinen - es ist schwierig, da mal kurz ne Probe von zu bekommen und zu untersuchen, aus was die Dinger denn heute mal so zusammengesetzt sind. Die Zusammensetzung gibt manchmal Hinweise darauf, wo man nach der Ursache suchen muß.

Und, als wenn das noch nicht alles ist ... Nierensteine wachsen - aber sie werden nie kleiner. Man kann also nur dafür sorgen, daß die Dinger entweder zertrümmert werden oder von alleine den Weg über den Harnleiter nach draußen finden.

Ich hatte früher gedacht, Nierensteine seien hauptsächlich fütterungsbedingt ... allerdings spricht dagegen, daß auch pelletgefütterte Buchtenkaninchen bei den Rassekaninchenzüchtern nur selten Nierensteine bekommen - und genau die sollten besonders häufig Nierensteine bekommen laut Theorie. Eine weitere Gruppe wären die ganzen Kuntibuntikaninchen - aber auch hier, Nierensteine kommen viel, viel zu selten bei denen vor, als daß man es auf die Fütterung zurückführen kann. Durch ungeeignete Fütterung entstehen vermehrt Blasensteine, keine Nierensteine ...

Es bleibt also bei den Allgemeinplätzen: viel Wasser, viele ausschwemmende und harntreibende Kräuter, möglichst wenig Trockenkost, möglichst kein Industriefutter ... und da eine solche Kost relativ schnell dazu führt, daß mehr Mineralstoffe ausgespühlt werden, wie sie nachgeliefert werden, ein Ergänzungsfutter, welche genau diese Mineralstoffe liefert.
Hast du Salz im Angebot?
Du kannst entweder ein Schälchen Salz hinstellen (kein Jodsalz, es sollte reines Natriumchlorid sein, ohne Zusätze und Rieselhilfen) oder dir einen Steinsalzblock besorgen. Auch Viehsalz ist geeignet, kannst da aber leider nicht 100% sicher sein, daß da nicht doch noch Anderes zugemixt ist.
Wir haben zu dem Thema hier schon einen Thread:
Ninchen braucht Himalayaleckstein oder gerne auch nat. Alter
Normalerweise brauchen Kaninchen kein Salz extra, es gibt dennoch immer wieder Konstellationen, wo auch Kaninchen an Salz gehen. Wenn das Salz nicht gebraucht wird, bleibts unbeachtet, wenn aber Salz gebraucht wird, können sich die Kaninchen dran bedienen ...

An möglichen Ursachen hätten wir von genetischen Defekten oder Tumoren über Stoffwechselkrankheiten bis hin zu Infekten alles Mögliche im Angebot.
_________________
Marx ist die Theorie
Murx ist die Praxis!

Ich habe es endlich amtlich (Mitgliedsausweis der Piratenpartei):
"Der Besitzer dieses Dokumentes ist berechtigt, sich seines Verstandes zu bedienen, Informationen zu produzieren, replizieren und konsumieren, sich frei und ohne Kontrolle zu entfalten in Privatsphäre und Öffentlichkeit.

Behinderung dieser Rechte wird geahndet durch die Piratenpartei Deutschland"
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Miriam
Freak


Anmeldungsdatum: 06.09.2010
Beiträge: 370
Wohnort: Offenbach

BeitragVerfasst am: 03.11.2014 12:32    Titel: Antworten mit Zitat

bluegrass hat Folgendes geschrieben:
Danke für eure sehr informativen Antworten!

Zitat:

Ich selbst vermute hinter der Fettansammlung im Bauchraum und den Nierensteinen die gleiche Ursache ... hab aber bislang noch keine Idee.

Ich habe auch das Gefühl, dass das zusammenhängt. Und ein wesentlicher Faktor ist da sicher die Bewegung. Meine Kaninchen bewohnen ein Zimmer mit Zugang zu Balkon, dieser wurde heuer aber kaum noch benutzt weil das Partnertier blind ist und nicht mehr rausgeht. Somit verlor Devi (mit den Nierensteinen) anscheinend auch die Lust daran und ist nur mehr faul herumgelegen. Ich hab ihr eine Sandkiste hingestellt, da hat sie schon drin gebuddelt, aber sie läuft sicher zu wenig.
Das ist aber etwas, das ich gut beeinflussen kann und definitiv ändern werde!


Ich denke eher, dass sie durch die Nierensteine ziemliche Schmerzen haben wird und sie sich deshalb nicht gerne bewegt. Nierensteine können schon sehr unangenehm sein. Tiere wissen oft selbst, wieviel Bewegung sie vertragen. Du kannst natürlich versuchen, das Angebot interessanter zu gestalten und hoffen, dass sie es annimmt, aber zwingen würde ich sie nicht.
_________________
Liebe Grüße
Miriam
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bluegrass
Fellnase


Anmeldungsdatum: 01.11.2014
Beiträge: 11

BeitragVerfasst am: 04.11.2014 09:37    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:

Es bleibt also bei den Allgemeinplätzen: viel Wasser, viele ausschwemmende und harntreibende Kräuter, möglichst wenig Trockenkost, möglichst kein Industriefutter ... und da eine solche Kost relativ schnell dazu führt, daß mehr Mineralstoffe ausgespühlt werden, wie sie nachgeliefert werden, ein Ergänzungsfutter, welche genau diese Mineralstoffe liefert.


Im Prinzip werde ich es so machen. Die Ursachenforschung habe ich jetzt auch abgeschlossen, die genaue Ursache werde ich nicht finden.

Ich werde vorläufig alle energiehaltigen Futtermittel weglassen und nur noch Wiese bzw. Blätter reichen, zumindest solange es noch geht. Da sie nicht zusätzlich trinkt, wird das mit dem Durchspülen auch nur beschränkt funktionieren. Brennessel frisst sie ein wenig. Das mit dem Salz kann ich ja noch versuchen.

Ich konzentriere mich jetzt darauf, dass sie ein wenig abspeckt. Sie hat bereits mehr Platz erhalten und erkundet alles neugierig. Werde noch weitere Anreize zur Bewegung schaffen.

Sonst sehe ich keine Möglichkeiten, wir müssen halt einfach damit leben. Es soll ihr einfach gut gehn, den Rest entscheidet eh sie.
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