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Giftigkeit von Eibe

 
   Degupedia-Forum » Tierernährung und Pflanzen » Giftigkeit von Eibe Alle Zeiten sind GMT + 2 Stunden
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davX
Team


Anmeldungsdatum: 08.06.2004
Beiträge: 8511
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 26.02.2012 01:51    Titel: Giftigkeit von Eibe Antworten mit Zitat

Es ist zwar schon wieder eine Weile her, als mich Andreas auf dieses interessante Thema aufmerksam machte. Eiben gelten ja gemeinhin als sehr giftig. Doch offenbar kommen Kaninchen recht gut zurecht damit.
Bereits anfangs des 20. Jahrhunderts gab es Studien zu diesem Thema, welche kritisch das damalige Wissen durchleuchteten und aufzeigen konnten, dass oftmals schon alte und/oder kranke Tiere (die sich entbehren liessen) für die Fütterungstests verwendet wurden und dadurch die Ergebnisse verfälscht wurden.

Dazu kommt, dass Murx vor einiger Zeit mal was zum Thema in unserer Wiki schrieb, nämlich die Volierenbepflanzung mit Eibe:
http://www.degupedia.de/wiki/index.php/Eibe_als_Volierenbepflanzung
Wahrscheinlich sind diese Ausführungen schon wieder veraltet und könnten da und dort ergänzt und verbessert werden, aber auch sie zeigen zumindest Ansätze zur differenzierten Beurteilung der Eibe.

Mich würde mal interessieren, insbesondere an unsere Kaninchenhalter gerichtet, ist das Thema Giftigkeit von Eibe bei euch ein Thema? Habt ihr vielleicht auch schon mal was dazu gelesen, was über die gemeinhin bekannten Warnungen bezüglich Giftigkeit hinausgeht?
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Vanessa87
Ökomöke


Anmeldungsdatum: 12.01.2008
Beiträge: 1482
Wohnort: D - Leverkusen

BeitragVerfasst am: 26.02.2012 18:26    Titel: Antworten mit Zitat

Ich weiß mittlerweile von einem Hund der definitiv "normal" im Kopf ist und sich die Beeren regelmäßig sammelt / pflückt und frisst - die Kerne unversehrt wieder auskackt...

Ich war wirklich geschockt und zugleich fasziniert aber die Besitzerin, einer der kompetentesten Hundehalter die ich kenne, vertraut ihrem Hund da vollkommen und anscheinend kann sie es auch! Denn der Hund hat nie ein einziges Anzeichen einer Vergiftung gezeigt und scheint die Beeren wohl auch nicht richtig zu kauen, sondern wohl eher zu lutschen, denn sonst müsste er ja durch Verletzung der Samenschale Vergiftungserscheinungen zeigen. Die Samen kommen wohl ganz normal am Stück unten wieder raus...
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Andreas
Kaninchen würden Wiese kaufen


Anmeldungsdatum: 27.02.2009
Beiträge: 1228

BeitragVerfasst am: 26.02.2012 22:04    Titel: Antworten mit Zitat

Die Probleme mit den ganzen „Gift“-Pflanzen sind einfach folgende:
1. Sie wirken auf jede Tierart speziell bzw. anders

2. Die Dosis, die ein Tier umbringt, wird meist im Labor ermittelt. Dazu werden Extrakte genutzt, weil man damit eben die genaue Dosis ermitteln kann, ab wann ein Tier auffällig reagiert oder stirbt

3. diese Extrakte werden in Versuchen oft direkt in die Blutbahn gespritzt, was mit dem Fressen von Pflanzen herzlich wenig zu tun hat

4. der Gehalt an Substanzen, die als bedenklich gelten, schwankt in Pflanzen ganz erheblich: je nach Standort, Wachstumsphase usw.

5. Der Gehalt an bedenklichen Stoffen ist oft auf Teile der Pflanze beschränkt, die z. B. Kaninchen gar nicht fressen

6. die Reaktion auf einen Giftstoff hängt von der Konstitution/Gesundheit eines Tieres ab, weiterhin von objektiven Gegebenheiten wie Art und Weise des zur Verfügung stehenden Futters wie auch der Menge.

7. die Aufnahme „giftiger“ Pflanzen in großen Mengen ist unter normalen Umständen unwahrscheinlich, weil Tiere wie Kaninchen über Sinne verfügen, die ihnen vermitteln, solche Pflanzen zu meiden bzw. nicht in größeren Mengen zu fressen. Ein chronischer Schnupfer wird wohl tatsächlich Schwierigkeiten haben, über den Geruch zu selektieren, ihm bleibt nur noch der Geschmack. Aber auch der ist wesentlich besser ausgebildet als beim Menschen. Wenn alle Schleimhäute hinüber sind, wird wohl aber auch das ein Problem sein.

8. Kaninchen wechseln nur ungern freiwillig das Futter, vor allem, wenn sie das neue noch nicht kennen. In ihrer natürlichen Umgebung wechselt ja auch nicht täglich die Nahrung durch gänzlich neue und unbekannte Pflanzen, die plötzlich vom Himmel fallen.

9. Jungtiere bekommen schon durch die Muttermilch und den Kot des Muttertieres ein Spektrum von Geschmacksstoffen vermittelt, die es ihnen erleichtern, nach dem Verlassen des Nestes die „richtigen“ Pflanzen zu fressen.

10. Gewöhnung kann die Verträglichkeit steigern

Eine allgemein gültige Definition für Gifte bzw. Giftpflanzen gibt es nicht, was auch verständlich ist. Die Aussage von Paracelsus ist heute vielen bekannt, ich habe noch eine ähnliche gefunden, die das Problem „Gift“ richtig gut beschreibt. Sie stammt aus einem Gerichtsverfahren von 1884:

„Eine Substanz, welche lediglich durch ihre q u a l i t a t i v e Beschaffenheit, unter allen Umständen, geeignet wäre, die Gesundheit zu zerstören, existiert nicht. […] Je nach Verschiedenheit der in Frage kommenden Bedingungen kann derselbe Stoff bald als gesundheitszerstörend, bald als nur gesundheitsschädlich, bald als durchaus unschädlich, bald endlich als Heilmittel erscheinen.“
Quelle: Thatbestand des § 229 St.G.B.'s. Begriff des "Giftes" und "anderer Stoffe, welche die Gesundheit zu zerstören geeignet sind". I. Strafsenat. Urt. v. 14. Januar 1884 g. M. Rep. 2934/83. In: Entscheidungen des Reichgerichts. 10. Band. Verlag von Veit & Comp.

Zum Thema Eibe gibt es eine gute, weil recht ausführliche Veröffentlichung, die man über die Fernleihe als Kopie bekommen kann:
- Ehrenberg, P. & von Romberg, G. (1913): Die Giftigkeit der Eibe. Die landwirtsch. Versuchsstat. 339-388.

Im Netz ist außerdem folgende zu finden:
- Jatrides, D. (1921): Beiträge zur Kenntnis der Bestandteile von Taxus Baccata L. (Eibe) insbesondere über das Taxin. Promotion. Zürich: Eidgen. Techn. Hochschule.
http://e-collection.library.ethz.ch/view/eth:21510

Es gibt noch viele andere Artikel, die jeweils einzelne Vergiftungsfälle durch Eibe behandeln, vorrangig bei Menschen. Neuere Zeitungsmeldungen über den Tod von Pferden oder Ziegen offenbaren das Problem Nr. 6 (siehe oben).

Wir selbst haben heute noch eine Eibe auf dem Grundstück stehen, die gelegentlich von unseren Tieren befressen wird. Eine Eibe ist eingegangen, weil sie noch relativ klein war und zu stark angefressen wurde.

freundliche Grüße,
Andreas
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Noraja
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Anmeldungsdatum: 25.04.2010
Beiträge: 665
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BeitragVerfasst am: 26.02.2012 23:06    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

es soll ja durchaus Kaninchen geben, die an Eibe gestorben sind. Im Winter vor einem Jahr gab es gleich mehrere Fälle möglicher Eibenvergiftungen im Kaninchenschutzforum (die Eibenzweige waren da versehentlich in ein Beschäftigungsmaterial eingebaut)..

Ich hab auch eine mir näher bekannte Internetbekanntschaft, deren Kaninchen bald nach Eibengenuss verstarb. Aber das Tier war halt auch schwer krank. Und trotz Obduktion lässt es sich natürlich nicht abschliessend klären, ob das Kaninchen nun wirklich am Eibenfressen starb oder an seiner Krankheit oder an die Kombination von beidem so tödlich war.

Ich persönlich tippe auf letzteres, weil es dem Kaninchen wirklich ziemlich bald nach dem Eibefressen wesentlich schlechter ging.


@ Andreas, es gibt ziemlich viele Giftpflanzenversuche, die nicht in die Blutbahn gespritzt, sondern oral eingegeben werden. Ich bin mir da ziemlich sicher, da ich Aussagen die mit In-die-Blutbahn-spritzen ermittelt wurden, auch alles andere als aussagekräftig finde und ich die aussortiere. Die p.o.-Werte sind auch alles andere als realitätsnah, aber doch einges brauchbarer.


Liebe Grüsse
Lina
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Miriam
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Anmeldungsdatum: 06.09.2010
Beiträge: 370
Wohnort: Offenbach

BeitragVerfasst am: 27.02.2012 00:40    Titel: Antworten mit Zitat

Noraja hat Folgendes geschrieben:
Hallo,

es soll ja durchaus Kaninchen geben, die an Eibe gestorben sind. Im Winter vor einem Jahr gab es gleich mehrere Fälle möglicher Eibenvergiftungen im Kaninchenschutzforum (die Eibenzweige waren da versehentlich in ein Beschäftigungsmaterial eingebaut)..


Ich habe diese Fälle mitbekommen. Weißt Du dazu Näheres? Mein Eindruck damals war, dass die Kaninchen zu dieser Zeit nur diese "Leckereien" in relativ großen Massen vorgesetzt bekamen, ohne auf andere Futtermittel ausweichen zu können, ich meine, dass sie auch nicht al gefüttert wurden, evtl. hatten sie einfach Kohldampf und haben gefuttert was da war?
Aber vielleicht irre ich mich auch. Komisch fand ich es allerdings schon, dass sich die Kaninchen darauf gestürzt haben.

Ich habe zwar keine Eibe im Garten, aber meine Kaninchen beknabbern sehr gerne die Blattspitzen und Äste/Stämme der Thujas, Buchsbäume und Kirschlorbeer, ohne dass sie Probleme bekommen. Sie futtern keine Massen davon, nur -wie gesagt- hin und wieder ein bisschen hier und da, ansonsten fressen sie natürlich lieber die Wiese. Meine Tiere haben jedoch den ganzen Tag über auch sonst eine ausreichende Auswahl an verschiedenen Futtersorten.
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Miriam
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Noraja
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Anmeldungsdatum: 25.04.2010
Beiträge: 665
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 27.02.2012 12:21    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ich hab hier mal das Bild eines solchen "Tannenbaums" wiedergefunden.
http://www.bilder-speicher.de/10120222664130.gratis-foto-hosting-page.html

Da ist schon recht viel Eibe dran.

Was genau die Kaninchen sonst an Futter im Gehege hatten, weiss ich natürlich nicht. Aber es war wirklich so, dass bei einigen der betroffenen Halter gar nichts passierte und bei anderen eben Tiere starben.

Wo ich aber sicher bin, ist, dass es Winter war, da vermissen die Kaninchen das frische Grün. Meine Kaninchen und nehmen im Winter Sachen an, die sie im Sommer niemals fressen würden, wie z.B. Bambus.


Hier aber mal ein Fall eines der betroffenen Kaninchens, das pathologisch untersucht wurde (leider kam der Verdacht Eibenvergiftung erst später auf, so dass das nicht genauer untersucht wurde und daher alles nicht so aussagekräftig ist):
Zitat:
Sein erster Befund - es gibt keinen:
Er hat mir den aufgeschnittenen Magen mit Inhalt gezeigt. Es war was drin aber nicht zu viel und auch nichts, was den Magenausgang hätte verstopfen können. Keine Haare, nur Brei und kleine Stückchen von dem Apfelring. Von der Größe aber völlig unbedenklich.
Im Bauchraum keine Blutung, Leber o.k., ohne sichtbare Vergiftungserscheinungen, im Enddarm nur etwas weicher Kot, nichts dramatisches.
Das einzige was ihm aufgefallen sei, war dass die linke Herzklappe ein klein wenig vergrößert war.
Am Montag untersucht er noch das Lungen und Bronchiengewebe und die Organe auf Bakterien und Parasiten. (Er hat mit das Gefäß mit Felix eingelegten Organen gezeigt )
Da Felix aber Schmerzen hatte, die scheinbar auf Novalgin nicht ansprachen, könnte es eine Thrombose gewesen sein. Er meinte, dass Kaninchen nicht so was wie einen Herzinfarkt bekommen würden. Und Thrombosen würden Schmerzen machen. Aber reine Vermutung.



Zitat:
Das Ergebnis der Pathologie ist angekommen.
Natürlich versteht ein Normalsterblicher so etwas nicht. Darum hab ich heute morgen mit meinem TA, der das Ergebnis vorliegen hatte und mit dem Pathologen telefoniert.
Die Tatsache, dass Felix an einem Eibenzweig zumindest geknabbert hat, steht fest, ich habe das auch noch fotografiert.
Die Befunde an Herz, Leber und an den Nieren, so mein TA, sind durch die Folgen einer Vergiftung zu erklären.
Der Mageninhalt wurde nur gesichtet, nicht toxikologisch untersucht. Der Pathologe sagte, allein die Tatsache, dass er an Eibe gefressen/geknabbert habe, genüge, da eine minimale Dosis bei Kaninchen zum Tod führen könne. (Ich glaube, er hat sich auch erst jetzt mit der letalen Dosis von Eibe bei Kaninchen beschäftigt und das können bereits 0,7g/kg Kaninchen sein.) Der Pathologe hat den Zweig, den ich ihm mitgebracht hatte, von einem Gärtnermeister eindeutig als Eibe identifiziert bekommen. Jetzt noch weiter nach Eibengift in den Organen zu suchen, halten beide TÄ für nicht notwendig. (Das möge jetzt hart klingen, es sei eben nur ein Kaninchen und kein Hund für 7000€ )
Allerdings wurden bei Felix im Herzgewebe einige wenige ... gefunden, die darauf hindeuten, dass er schon mal vor längerer Zeit eine Herzentzündung gehabt haben muss. Es war minimal, aber mit dieser kleinen Vorschädigung habe dann ein kleiner Biss in/an Eibe ausgereicht, um ihn an akutem Herz-Kreislaufversagen, mit einer Schädigung an Leber und Nieren sterben zu lassen.


http://www.kaninchenschutzforum.de/showthread.php?t=55639&page=3&highlight=felix+schli

Liebe Grüsse
Lina
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Miriam
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Anmeldungsdatum: 06.09.2010
Beiträge: 370
Wohnort: Offenbach

BeitragVerfasst am: 27.02.2012 16:33    Titel: Antworten mit Zitat

Noraja hat Folgendes geschrieben:

Zitat:
darauf hindeuten, dass er schon mal vor längerer Zeit eine Herzentzündung gehabt haben muss. Es war minimal, aber mit dieser kleinen Vorschädigung habe dann ein kleiner Biss in/an Eibe ausgereicht, um ihn an akutem Herz-Kreislaufversagen, mit einer Schädigung an Leber und Nieren sterben zu lassen.


http://www.kaninchenschutzforum.de/showthread.php?t=55639&page=3&highlight=felix+schli

Liebe Grüsse
Lina


Danke Dir für den Link.
Ich denke, dass es wirklich daran gelegen hat, dass der Körper wegen der sowieso schon bestehenden Herz bzw. vielleicht sogar allgemeinen organischen Problematik, geschwächt war.
Das macht die Sache natürlich nicht besser. Sad Mich wundert da aber erst Recht, warum das Kaninchen überhaupt davon "gekostet" hat. Eigentlich geht man ja davon aus, dass Kaninchen wissen, was sie vertragen. Confused
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Liebe Grüße
Miriam
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Noraja
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Anmeldungsdatum: 25.04.2010
Beiträge: 665
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 27.02.2012 17:37    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ich hab hier schon mehrfach die Feststellung gemacht, dass Neuzugänge einfach mal davon ausgingen, dass man alles fressen kann was ihnen der Mensch als Futter in den Stall legt. Sie kannten das auch nicht anders. Teilweise wurde hier in den ersten Tagen ziemlich alles, was nach Pflanze aussah, gefressen.
Meine Neuen mussten erst einmal lernen, ihren eigenen Geschmackssinn und Kopf zu gebrauchen. Gelernt hat es dann aber noch jedes Kaninchen.

Sprich, die meisten Kaninchen können erkennen, was ihnen gut tut, aber sie müssen erst lernen, es auch zu tun.



ich hab hier auch noch einen zweiten Fall gefunden, der möglicherweise an Eibe verstarb. Aber auch er war zu dem Zeitpunkt ziemlich krank.

Zitat:
Wie einige wissen, hat er etwas von der Eibe gefressen und mit Schläfrigkeit reagiert.
Er wurde zum TA gebracht, es gab aber von seiten des Arztes kein Handlungsbedarf. Und Poldi war von jeher eben auch etwas taumelig und gemütlich, weswegen ich mir eben auch kaum Gedanken machte, daß er eben etwas mehr schläft als sonst.
etwa 2 Wochen nach der Aufnahme der Eibe ist er gestorben, es sah aus, als sei er im Schlaf gestorben, er sah unendlich friedlich aus.
Der TA, bei dem Poldi in Behandlung war, äußerte, daß er es als sehr wahrscheinlich sieht, daß die Eibe einen Leberschaden verursacht hat und die Schläfrigkeit eben "nur" Symptom war. Aufgrund der Zeit wäre aber die Ursache (=die Eibe) nicht mehr nachweisbar und eine Obduktion so gesehen unnötig (zumal er zu dem Zeitpunkt auch schon eingeäschert worden war Cry )

http://www.kaninchentreff.de/yabbse/index.php?topic=88780.0

Liebe Grüsse
Lina
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Kaktus
Kaninchen würden Wiese kaufen


Anmeldungsdatum: 14.12.2008
Beiträge: 188
Wohnort: Ba-Wü

BeitragVerfasst am: 28.02.2012 07:54    Titel: Antworten mit Zitat

Vanessa87 hat Folgendes geschrieben:
Ich weiß mittlerweile von einem Hund der definitiv "normal" im Kopf ist und sich die Beeren regelmäßig sammelt / pflückt und frisst - die Kerne unversehrt wieder auskackt...

Ich war wirklich geschockt und zugleich fasziniert aber die Besitzerin, einer der kompetentesten Hundehalter die ich kenne, vertraut ihrem Hund da vollkommen und anscheinend kann sie es auch! Denn der Hund hat nie ein einziges Anzeichen einer Vergiftung gezeigt und scheint die Beeren wohl auch nicht richtig zu kauen, sondern wohl eher zu lutschen, denn sonst müsste er ja durch Verletzung der Samenschale Vergiftungserscheinungen zeigen. Die Samen kommen wohl ganz normal am Stück unten wieder raus...

Eibenfrüchte gelten aber auch nicht als giftig, auch nicht für uns Menschen, sondern nur der Rest v.a. die Nadeln...

Zitat:
Ich habe zwar keine Eibe im Garten, aber meine Kaninchen beknabbern sehr gerne die Blattspitzen und Äste/Stämme der Thujas, Buchsbäume und Kirschlorbeer, ohne dass sie Probleme bekommen. Sie futtern keine Massen davon, nur -wie gesagt- hin und wieder ein bisschen hier und da, ansonsten fressen sie natürlich lieber die Wiese. Meine Tiere haben jedoch den ganzen Tag über auch sonst eine ausreichende Auswahl an verschiedenen Futtersorten.

Man kann von der Giftigkeit her Thuja, Buchs und Kirschlorbeer nicht mit der Eibe vergleichen, die sind auch "offiziell" d.h. laut einiger Giftpflanzenlisten/-dateien in kleiner Menge verträglich.


Ich bin von der Eibe bisher nicht übezeugt und würde sie meinen Tieren nicht anbieten, obwohl sie gut selektieren können. Ich warte mal auf weitere positive Berichte, diese werden aber nicht von mir kommen, da hab ich doch zu viel Angst Very Happy
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Zuletzt bearbeitet von Kaktus am 28.02.2012 13:52, insgesamt einmal bearbeitet
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atropa belladonna
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Anmeldungsdatum: 02.12.2008
Beiträge: 1245
Wohnort: rural backwater

BeitragVerfasst am: 28.02.2012 09:22    Titel: Antworten mit Zitat

Kaktus hat Folgendes geschrieben:
Vanessa87 hat Folgendes geschrieben:
Ich weiß mittlerweile von einem Hund der definitiv "normal" im Kopf ist und sich die Beeren regelmäßig sammelt / pflückt und frisst - die Kerne unversehrt wieder auskackt...

Ich war wirklich geschockt und zugleich fasziniert aber die Besitzerin, einer der kompetentesten Hundehalter die ich kenne, vertraut ihrem Hund da vollkommen und anscheinend kann sie es auch! Denn der Hund hat nie ein einziges Anzeichen einer Vergiftung gezeigt und scheint die Beeren wohl auch nicht richtig zu kauen, sondern wohl eher zu lutschen, denn sonst müsste er ja durch Verletzung der Samenschale Vergiftungserscheinungen zeigen. Die Samen kommen wohl ganz normal am Stück unten wieder raus...


Eibenfrüchte gelten aber auch nicht giftig, auch nicht für uns Menschen, sondern nur der Rest v.a. die Nadeln...


Umgekehrt. Das einzig ungiftige (oder wem es lieber ist: Unproblematische) an den Eiben ist das rote Fruchtfleisch. Und wenn du da nen Hund hast, der die Früchte frißt, würde mir das auch die Schweißperlen auf die Stirn treiben, eben weil du nicht weißt, wie sie in seinem Magen landen (speziell die Samen: zerkaut/unzerkaut).

Aus dieser Perspektive finde ich die Beobachtung mit dem Hund wirklich erstaunlich!
_________________
"Manche führen,
manche folgen
"

(Rammstein)
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Andreas
Kaninchen würden Wiese kaufen


Anmeldungsdatum: 27.02.2009
Beiträge: 1228

BeitragVerfasst am: 28.02.2012 10:23    Titel: Antworten mit Zitat

Noraja hat Folgendes geschrieben:
es soll ja durchaus Kaninchen geben, die an Eibe gestorben sind

Früher, als die Steinobstäste noch giftig waren, soll es zahlreiche, verbürgte Todesfälle unter Kaninchen (und anderen Kleintieren) gegeben haben, die solche fraßen. Die Anzahl der Todesfälle nahm erst dann ab, als die Obstbaumäste aufhörten, giftig zu sein. Wink

Sicher wird es Todesfälle durch Vergiftungen geben, aber dann ist nicht das Tier mit seinen angeblich verkümmerten Sinnen schuld, sondern der Halter, der es offenbar falsch ernährte. Wenn ich mir die Futtertagespläne mit den jeweiligen Mengenempfehlungen ansehe, wundern mich diese auch nicht unbedingt. Wenn sich ein Kaninchen auf Eibenzweige stürzt, liegt so richtig was im Argen (beim Halter).

Noraja hat Folgendes geschrieben:
Andreas, es gibt ziemlich viele Giftpflanzenversuche, die nicht in die Blutbahn gespritzt, sondern oral eingegeben werden.

Noraja, gehen wir doch mal ganz sachlich an die Sache heran: Giftstoffe in Pflanzen dienen u. a. der Abwehr von Fressfeinden. Aus diesem Grund verfügen sie auch über einen Geschmack oder Geruch, der potentielle Fresser abschrecken soll. Kannst Du Dir vorstellen, das man ein Kaninchen völlig normal ernährt, ihm dann Eibenzweige vorlegt und darauf wartet, dass es so viel davon frisst, bis es tot umfällt? Mit wie vielen Kaninchen muss man dieses Procedere durchführen, dass man endlich ein Tier findet, dessen sämtliche Geschmacks- und Geruchsnerven völlig funktionslos sind und das so blöd ist, etwas zu fressen, was ihm z. B. sämtliche Poren zusammenzieht, weil oft auch eine ziemlich schnelle, physische Reaktion stattfindet? Wie kriege ich ein Tier zu einem solchen Quatsch? Richtig: entweder durch vorhergehendes Hungern oder man verabreicht es gewaltsam per os (durch Zwangsgabe ins Maul). Damit kann ich eine Menge ermitteln, die tödlich wirkt. Im Falle des vorhergehenden Hungerns kann ich die aber gleich wieder vergessen, weil die Aufnahme des Giftes in diesem Fall durch den Organismus eine ganz andere ist. Im zweiten Fall habe ich zwar eine Menge, aber genauso gut kann ich prüfen, ab welcher Menge ein Klo-Reiniger tödlich ist, den ich p. o. verbreiche. Außerdem scheint mir, dass der Zeitraum nie in Betracht gezogen wird, über den eine Menge verabreicht wird. Angaben dazu finden sich jedenfalls nur selten und wenn, dann in älteren Veröffentlichungen. Schließlich fehlt oft die Angabe, ob ein Gift verabreicht und dann auf die entsprechende Pflanzenmenge umgerechnet wurde. Wenn ich mir die aktuellen Zahlen auf Clinitox zu Eibe ansehe, glaube ich denen mittlerweile gar nix mehr. Wir gehen sicher konform, wenn ich feststelle, dass es einen Riesenunterschied macht, ob ich einem Tier die Dosis in einem Schuss verabreiche oder es in Ruhe diese fressen lasse.

Noraja hat Folgendes geschrieben:
Die p.o.-Werte sind auch alles andere als realitätsnah, aber doch einges brauchbarer.

Die oft angegebene, letale Dosis für Eibennadeln p. o. von 20g/kg KM für Kaninchen stammt aus dem Jahr 1894, obwohl Ehrenberg und von Romberg (1913) diese Mengen in eigenen Versuchen nicht nachvollziehen konnten. Trotzdem werden heute oft immer noch die 20g angegeben.

Ehrenberg und von Romberg haben versucht, zwei Kaninchen mit Eibennadeln umzubringen. Der Geschmack der Nadeln wurde sogar kaschiert, indem man sie mit Erdnussmehl und Kartoffelsirup zu einem Kuchen presste:
"Da vorausgesehen wurde, dass sie die blossen Eibennadeln nur widerwillig aufnehmen würden, und mit Hunger möglichst wenig Zwang ausgeübt werden sollte, so war der Kuchen bestimmt, später die Eibennadeln zu verdecken".

Im Laufe des Versuches wurde versucht, die Menge der Eibennadeln zu erhöhen, aber die Tiere verweigerten das Futter, obwohl es kaschiert war:
"Sie haben demnach in 13 Tagen zusammen 126,8g Eibennadeln gefressen, im Durchschnitt pro Stück und Tag 5g. Die nach CORNEVIN (1894) angesetzte Todesgabe von 20g haben sie, die nur etwa 1 1/2 kg fürs Stück wogen, jedenfalls beim besten Wohlsein ums Doppelte überschritten. Das CORNEVIN etwa die tägliche Verabfolgung von 20g fürs Kilogramm Lebendgewicht Kaninchen zum Todeserfolg als erforderlich angesehen hätte, scheint uns nicht wahrscheinlich, da wir uns nicht vorstellen können, wie man eine derartige Menge Eibennadeln auf einmal den widerstrebenden Tieren beibringen sollte."

In einem zweiten Versuch fraß ein Tier über 15 Tage hinweg insgesamt 149,2 (also tägl. 10g), ein anderes 65,8g (ca. 4,4g tägl.). Auch hier war von einer deutlichen Abneigung gegen die Eibennadeln die Rede, aber keinen gesundheitlichen Schäden.

In einer Zusammenfassung schreiben sie u. a.:
"Unser einheimisches Wild dürfte gegen die in der Regel nicht übermässig grossen Mengen, die es aufnehmen wird, unempfindlich sein. Ausnahmefälle in harten Wintern werden wohl zum grösseren Teil auf die besonderen Nebenumstände zurückzuführen sein. Ähnliches gilt auch für das zahme Hauskaninchen."
Quelle: Ehrenberg, P. & von Romberg, G. (1913): Die Giftigkeit der Eibe. Die landwirtsch. Versuchsstat. 339-388.

Wenn man sich diese Zahlen ansieht kann man sicher nachvollziehen, warum ich mittlerweile von der genannten Datenbank im Internet abrate. Offenbar hacken da Studenten in der Faschingszeit die Zahlen ein Wink (min. letale Dosis Kaninchen: 0.7 g Nadeln/kg Körpergewicht oder 1.75 g Nadeln/Tier p.o.). Da für die einzelnen Werte keine Quellen angegeben werden, ist es auch nicht möglich, sie nachzuvollziehen.

Die "besonderen Nebenumstände", also harte Winter, gibt es ja in vielen Haltungen ganzjährig. Demzufolge muss man sich auch nicht über Unfälle wundern. Trotzdem ist immer Vorsicht bei den Darstellungen geboten. Da wird nach meiner Ansicht oft gelogen, dass sich die Balken biegen. Bei Vergiftungen ist für die meisten schließlich das dämliche Tier schuld und nicht der bemühte Halter.

Zu den Vergiftungsfällen in den Foren:
Das erste Tier ("Schli") hatte offenbar bereits eine Vorschädigung (Herz), außerdem wurde eine Thrombose vermutet. Was für eine Eibenvergiftung fehlt, ist die typische und sichtbare Hyperämie an den Organen, die auf jeden Fall hätte auffallen müssen. Ist es aber nicht, zumindest den Beschreibungen nach, ebensowenig wie die Mydriasis (Pupillenerweiterung). Die Symptome einer Vergiftung sind schon recht heftig, aber ich lese nichts darüber (z. B. Koliken, starke Durchfälle). Das passt nicht, die vermutete Thrombose aber schon eher. Wer schon einmal ein Tier erlebt hat, welches sich vergiftet hat oder vergiftet wurde, weiß wahrscheinlich, wovon ich rede. Leider.

Merkwürdig finde ich die Aussage des Tierarztes über das Tannin, denn davon habe ich im Zusammenhang mit Kaninchen noch nie etwas gehört. Die Dosis, aus der er seine Vermutung ableitet, stammt aus Clinitox und ist für mich äußerst fragwürdig (siehe Versuchsbeschreibung oben und Beobachtungen an eigenen Tieren). Gerade dann, wenn man ein Indiz hat, sollte es wesentlich einfacher sein, die korrekte Todesursache zu bestimmen, vor allem, wenn man die Organe in der Pathalogie begutachten kann.

Den zweiten Fall im KT (dort bin ich gesperrt, kann also keine weiteren Informationen nachlesen) stufe ich ebenso als Fehldiagnose ein. Ein Kaninchen, dass zwei Wochen nach der eigentlichen Aufnahme von Eibe mit Symptomen von Schläfrigkeit wegen dieser Eibe gestorben sein soll? Sorry ...

freundliche Grüße,
Andreas

Edit: meine Abneigung gegen Clinitox kommt nicht von ungefähr, da ich dort schon früher merkwürdige Angaben gefunden habe. Einmal hatte ich die Betreiber angeschrieben und es wurde wohl auch korrigiert.
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