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Unterschied Gras und Kräuter

 
   Degupedia-Forum » Tierernährung und Pflanzen » Unterschied Gras und Kräuter Alle Zeiten sind GMT + 2 Stunden
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Maravilla
Süchtig


Anmeldungsdatum: 01.08.2011
Beiträge: 90

BeitragVerfasst am: 23.05.2016 10:24    Titel: Unterschied Gras und Kräuter Antworten mit Zitat

Hallo,

die Frage mag doof oder banal klingen, aber worin unterscheiden sich tatsächlich Gräser von Kräutern im Sinne der Kleintierernährung?
Hintergrund meiner Frage: In (gewissen) Meerschweinchenkreisen heißt es immer wieder, Grünfutter für diese Tiere müsse zu 80-90% aus Gräsern und zu 10-20% aus Kräutern bestehen. Wieso eigentlich? Liegt es an den Inhaltsstoffen? An der Art, wie diese zermahlen werden? Oder ist es eigentlich doch total irrelevant und resultiert eigentlich nur daher, dass im natürlichen Lebensraum der Wildmeerschweinchen mehr Gräser als Kräuter vorhanden sind? Oder ...?

Bei Degus und Kaninchen diskutiert doch niemand (zumindest niemand, den ich kenne) darüber, ob es mehr Gräser oder mehr Blätter sein sollten. Und Blattwerk von Bäumen wird ganz selbstverständlich verfüttert.

viele Grüße
Marlén
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Murx Pickwick
Quoten-Kobold


Anmeldungsdatum: 23.07.2005
Beiträge: 4559
Wohnort: Runkel

BeitragVerfasst am: 23.05.2016 20:41    Titel: Re: Unterschied Gras und Kräuter Antworten mit Zitat

Gräser enthalten deutlich mehr Silikate, wie die meisten Kräuter (gibt natürlich Ausnahmen wie beispielsweise die Schachtelhalme, die noch mehr Silikate enthalten, wie Gräser).
Junge Gräser enthalten viel Oxalsäure. Viele Wirkstoffgruppen, die für etliche Kräutergruppen typisch sind, fehlen bei den Gräsern.
Gräser sind deutlich schwerer verdaulich wie die meisten Kräuter (auch da gibts unter den Kräutern einige Kandidaten, die an Schwerverdaulichkeit Gräser locker toppen - aber für die meisten Krautarten stimmts schon ... )

Je mehr Gräser gefuttert werden, desto stärker müssen die Verdauungsorgane daran angepaßt sein ... einfach, weil frische Gräser die Zähne deutlich schneller abschmirgeln, wie die meisten Kräuter. Dafür brauchen Grasfresser in der Regel nicht die gesamte Enzymausstattung, wie standorttreue Pflanzenfresser, welche auch die giftigsten der Pflanzen futtern ... (wobei zumindest Hausmeerschweinchen in dem Punkt dennoch äußerst pflanzengiftresistent sind - teilweise ist das ein Domestikationsmerkmal, teilweise könnte es auch daran liegen, daß schon die Wildformen deutlich Giftigeres fressen müssen, wie beispielsweise Pferde, die stark wandern)

Beim Hausmeerschweinchen ist es einfach die Beobachtung, wenn man akribisch Gräser und Kräuter der Wiese voneinander trennt und auf jeweils einen Extrahaufen legt, dann werden fünfmal so viel Gräser gefressen, wie Kräuter.
Hält man Kaninchen und Hausmeerschweinchen zusammen und gibt ihnen so viel Wiese, wie sie wollen, wird einträchtig geteilt: die Meerschweinchen fressen die Gräser, die Kaninchen die Kräuter. Ein paar Kräuter, wie beispielsweise Löwenzahn, da streitet man sich dann dennoch drum.

Prinzipiell - wenn unsortiert Wiese, Wegrand und Gehölz gefüttert wird, werden die Meerschweinchen genau das futtern, was sie brauchen - ist genauso wie bei Kanin und Degu, nur bleiben halt bei Meerschweinchen in der Regel deutlich mehr Kräuter über, wie bei Kanin und Degu. Im Gegensatz zu Kanin und Degu können Meerschweinchen ca. ihr Eigengewicht am Tag futtern, Kaninchen kommen da nur auf ein Drittel ihres Gewichtes ... eine Anpassung an die schwerverdauliche Graskost, die braucht nämlich im Blnddarm länger, bis sie aufgeschlossen ist. Kanin und Degu bevorzugen da doch eher leichter verdauliche Blattspitzen von Gräsern und Kräutern.
Gehölz ist für alle drei Arten Beifutter - du wirst weder Kanin, noch Degu, noch Meerschwein hauptsächlich Blätter futtern sehen, das ist anteilmäßig eher weniger, was davon gefuttert wird. Dürfte vom Anteil her für alle drei Arten etwa gleich sein, die individuellen Unterschiede, wieviel Blattwerk gefuttert wird, dürften weitaus mehr schwanken wie die Anteile zwischen den Arten.

Gibt noch ein Argument für Meerschweinchen als Grasfresser ... schon die Wildformen fressen deutlich mehr Gräser, wie Kräuter, insbesondere die nächsten Verwandten der Hausmeerschweinchen, die Apareas und die Tschudis. Bei den weniger nah verwandten Arten gibts auch Arten, die weniger stark auf Gräser fixiert sind. Während der Domestikation machten es sich die Andenbewohner einfach - sie gingen jeden Tag raus und schnitten die Gräser, die sich am leichtesten schneiden lassen, das war das Hauptfutter für die Meerschweinchen. Dazu kamen eben Gemüseabfälle - alles, was Mensch nun gar nicht mehr verwerten konnte.
Was mir noch nicht klar ist, inwieweit auch Laub verfüttert wurde - es erscheint mir logisch, daß da durchaus Laub von Bäumen, die zur Landnutzung umgehackt wurden, durchaus bei den Meerschweinchen auf dem Boden landete.
Allerdings kann man auch reine Grasfresser, wie es Pferde sind, im Winter mit einem Teil Laubheu durchfüttern - mal ganz abgesehen davon fressen selbst Pferde als ausgesprochene Steppengrasfresser auch als wildlebende Pferde durchaus Laub, der Anteil ist relativ gering, der ist bei Schafen deutlich höher und bei Ziegen macht Laubwerk die Hauptkost aus.

Bei Kaninchen sind die Diskussionen, wieviel Kraut und wieviel Gras, schon seit Jahren gelaufen ... Kaninchen wurden lange Zeit für Grasfresser gehalten, ich war eine der ersten, die darauf aufmerksam machten, daß Kaninchen, wenn sie die Wahl haben, Kräuter fressen ... (allerdings stammten meine Beobachtungen von Kaninchen, die mit Meerschweinchen zusammengehalten wurden - ich beobachtete die Ressourcenteilung der beiden Arten, ohne es zu wissen. Erst Andreas brachte mich drauf, daß Kaninchen, wenn sie nicht in Konkurrenz zu Meerschweinchen stehen oder gar in grasreichen Gegenden leben, durchaus mehr Gräser verspeisen wie Kräuter. Sie sind sehr opportunistische Pflanzenfresser, sie nutzen, was da ist. Meerschweinchen sind da weit weniger opportunistisch, die versuchen, auf kräuterreicher und grasarmer Wiese immer noch mehr Gräser wie Kräuter zu futtern.)
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Marx ist die Theorie
Murx ist die Praxis!

Ich habe es endlich amtlich (Mitgliedsausweis der Piratenpartei):
"Der Besitzer dieses Dokumentes ist berechtigt, sich seines Verstandes zu bedienen, Informationen zu produzieren, replizieren und konsumieren, sich frei und ohne Kontrolle zu entfalten in Privatsphäre und Öffentlichkeit.

Behinderung dieser Rechte wird geahndet durch die Piratenpartei Deutschland"
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Maravilla
Süchtig


Anmeldungsdatum: 01.08.2011
Beiträge: 90

BeitragVerfasst am: 24.05.2016 19:57    Titel: Antworten mit Zitat

Super, vielen Dank für die ausführliche Antwort! Jetzt ist mir einiges klarer.
Mit Gras brauche ich meinen Degus nicht wirklich zu kommen, erst recht nicht mit härteren, älteren Halmen. Begeisterung sieht da anders aus.

Wenn das aber stimmt, dass Meerschweinchen nur zu einem kleineren Prozentsatz Kräuter fressen, dann frage ich mich, wieso dort immer wieder Panik geschoben wird, wenn doch eine "potentiell giftige" Pflanze reinrutscht (über giftig oder ungiftig brauchen wir nicht zu diskutieren...). Bei 10-20 % Kräuteranteil und davon vllt. 5-6 Arten, bleibt doch bei einigermaßen gleichmäßiger Verteilung kaum Raum für relevante Mengen weniger unproblematischer Kräuter.
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Murx Pickwick
Quoten-Kobold


Anmeldungsdatum: 23.07.2005
Beiträge: 4559
Wohnort: Runkel

BeitragVerfasst am: 24.05.2016 22:58    Titel: Re: Unterschied Gras und Kräuter Antworten mit Zitat

Tja ...
Man vertraut der Vernunft seiner Schweine nicht - und schiebt dann lieber Panik ... alles muß genau so rationiert werden, wie Mensch es für richtig hält, ansonsten ist das Leichtsinn und das Schwein stirbt.
So einfach ist die Sache ...

Nur die Meerschweinchen funktionieren so einfach nicht ... Meerschweinchen, die unsortierte Wiese, Wegrand und Gehölz in Massen statt in Maßen bekommen, sind gesund, die Schweinchen, denen alles vorsortiert wird, nicht unbedingt.
DAS ist halt die Natur ...

Wenn die Leutz wenigstens ihre Schweinzerls beim Fressen beobachten würden, dann würden sie da ganz von allein drauf kommen.
Dann könnten sie allerdings auch beobachten, daß es Zeiten gibt, wo das mit der Daumenregel 80% Gräser, 20% Kräuter nicht mehr hinkommt ... beispielsweise im Herbst, wenn die Qualität von Wiese extrem nachläßt, da gibts sogar einige Meerschweinchen, die da freiwillig ganz auf Wiese verzichten und sich netterweise ganz von selbst auf blättriges Gemüse umstellen.
Bei mir gabs eine Zeit im Herbst, wo meine Meerschweinchenherren sogar für wenige Tage zu Fruchtfressern mutierten - das war die Zeit, wo die ersten Pfirsiche vom Baum fielen, damit hatten die sich die Bäuche vollgeschlagen, bis kein Gras mehr reinpaßte. Nur wenige Tage später war der Spuk vorbei und kein Meerschwein mehr hat die Pfirsiche auch nur mit dem Bobbes angeschaut.
Frag mich bitte nicht, wieso, weshalb warum - meine Meersäue hatten Pfirsiche schon aus Prinzip nicht gemocht und so gefressen, wie man es gemeinhin von Meerschweinchen erwartet: hauptsächlich Gras.
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davX
Team


Anmeldungsdatum: 08.06.2004
Beiträge: 8408
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 27.05.2016 22:17    Titel: Re: Unterschied Gras und Kräuter Antworten mit Zitat

Hallo Marlén,

Zitat:

Hintergrund meiner Frage: In (gewissen) Meerschweinchenkreisen heißt es immer wieder, Grünfutter für diese Tiere müsse zu 80-90% aus Gräsern und zu 10-20% aus Kräutern bestehen. Wieso eigentlich? Liegt es an den Inhaltsstoffen? An der Art, wie diese zermahlen werden? Oder ist es eigentlich doch total irrelevant und resultiert eigentlich nur daher, dass im natürlichen Lebensraum der Wildmeerschweinchen mehr Gräser als Kräuter vorhanden sind? Oder ...?

Solche Äusserungen sind in den allermeisten Fällen reine Willkür, haben zwar oft einen gewissen wahren Teil, aber man könnte daraus auch Äusserungen machen, die inhaltlich genau das Gegenteil besagen würden. Auch Meerschweinchen haben eine gewisse Flexibilität, die sich sicherlich auch in Freilandernährungsstudien wiederfinden würde, wenn es denn solche geben würde (da haben wir leider im Vergleich zu den Degus kaum Material, auf das man zurückgreifen kann). Erschwerend kommt dazu, dass wir bei den Meerschweinchen verschiedene Arten haben und die Domestikation bei den Hausmeerschweinchen zudem auch noch ihre Spuren hinterlassen hat.
Bei Zahlen sollte man immer skeptisch sein, wenn keine schlüssigen Quellenangaben (sei es nun Literatur oder auch Eigenbeobachtungen etc.) genannt werden können.

Zitat:

Bei Degus und Kaninchen diskutiert doch niemand (zumindest niemand, den ich kenne) darüber, ob es mehr Gräser oder mehr Blätter sein sollten. Und Blattwerk von Bäumen wird ganz selbstverständlich verfüttert.

Bei Kaninchen ist ja auch eher das Gemüse ein grosses Thema und bei den Degus... naja, da haben wohl unsere Ansichten auch ein bisschen abgefärbt ^^

Zitat:

Mit Gras brauche ich meinen Degus nicht wirklich zu kommen, erst recht nicht mit härteren, älteren Halmen. Begeisterung sieht da anders aus.

Naja bei den Wilddegus machen Gräser doch einen ordentlichen Anteil aus (Trespen/Bromus kann saisonal sogar mehr als die Hälfte der Ernährung der Degus ausmachen, vgl. Meserve et al. 1983). Was halt für uns als Halter schwierig ist, dass wir ihnen tendenziell eher zu altes, zu grosses Gras geben, da das Sammeln des jungen und zarten Grases sehr viel zeitaufwändiger und mühsamer ist.
Meine Degus frassen Gras recht gerne, ich achtete aber auch darauf, dass ich ihnen eher junges, kleines und zartes Gras gab. Das grosse, alte Gras, das kniehohe Gras kurz vor dem Mähen, das war natürlich auch nicht wirklich beliebt.

@Murx
Murx hat Folgendes geschrieben:

Gehölz ist für alle drei Arten Beifutter - du wirst weder Kanin, noch Degu, noch Meerschwein hauptsächlich Blätter futtern sehen, das ist anteilmäßig eher weniger, was davon gefuttert wird. Dürfte vom Anteil her für alle drei Arten etwa gleich sein, die individuellen Unterschiede, wieviel Blattwerk gefuttert wird, dürften weitaus mehr schwanken wie die Anteile zwischen den Arten.

Was verstehst du unter Gehölz? Zumindest was Strauch- und Baumblätter angeht, so stimmt das nicht, denn je nach Habitat können sich Degus mehrheitlich von Strauchblättern ernähren (vgl. Meserve 1981).

PS: ich füttere gerade meine Meerschweine, während ich das hier schreibe. Gras haben sie, aber fressen sie es? Nö, wird nicht mit dem Arsch angeschaut. Aber der Schachtelhalm, den ich ihnen gerade frisch gegeben habe, der wird gerade freudig gemampft. Und wenn sie genug davon haben und den nicht mehr mögen, dann warten weitere Kräuter auf den nahezu unersättlichen Meerschweinehunger... Very Happy
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Es preciso conocer el nombre de las plantas para que podamos salutarlas y ellas nos saluden a nosotros. GOETHE

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Murx Pickwick
Quoten-Kobold


Anmeldungsdatum: 23.07.2005
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BeitragVerfasst am: 28.05.2016 11:32    Titel: Re: Unterschied Gras und Kräuter Antworten mit Zitat

Schachtelhalm hat ja auch vieles, was für Gräser typisch ist ... und scheint für die standorttreuen Weidenager ein sehr gutes Raufutter und Ausgleichsfutter zu sein.
Ich beobachte auch bei meinen Chins, daß sie Gräser, insbesondere die Borstgräser und Binsen, eher liegenlassen (Knaulgras wird bisweilen gern gefressen, auch frischer Bambus) und dafür viel Schachtelhalm fressen.
Laß ich den Schachtelhalm weg, gehen sie mir nach ein bis zwei Wochen viel an Gräser - und da werden dann auch gnadenlos Binsen und Borstgräser verspachtelt, da kennen die Chins gar nix!
Schachtelhalm kann also von Nagern als der bessere Grasersatz angenommen werden.

Bei den Meerschweinchen kannst du auch beobachten, daß sie bei Gräsern sehr wählerisch sind, was die Arten angeht. Die nährstoffreichen Gräser, wie Knaulgras, Bambus, Zuckerrohr, Maisblätter, diverse jung geernteten Kulturgetreide, Quecken etc werden gern genommen - aber biete ihnen mal gammliges Herbstgras oder strohige Wiese ... nun, Gemüse, Kräuter etc sind plötzlich sowas von interessant - aber sowas von!

In Konkurrenz mit Kaninchen weichen die Kaninchen nach meiner Beobachtung auf die Kräuter- und Giftflora aus, die Meerschweinchen auf "minderwertigere" Gräser, wie Borstgras, Ruchgras etc. Somit wurde für mich der Unterschied zwischen "Grasfresser" Meerschweinchen und "Kräuterfresser" Kaninchen immer deutlicher. Das können inzwischen auch andere Halter ähnlich bestätigen, wenn sie Kanin und Meerschwein auf der Weide halten, also die Tendenz ist überdeutlich. Gemüse wird meist von beiden Arten in gleichen Anteilen gefressen.
Wenn Meerschweinchen einmal Bauchweh wegen Weidelgras bekamen, meiden sie dieses nach meiner Beobachtung, Kaninchen dagegen fressen weiterhin Weidelgras ... trotz Bauchweh.

Was Degus angeht ... das sind generalistische Opportunisten ... die fressen, wo sie leicht drankommen, was nahrhaft ist und was da ist.
Ich wette mit dir, es lassen sich inzwischen auch Studien von Degupopulationen finden, die einen erstaunlich hohen Anteil an Bugs fressen ... einfach weil sie es können und es auch tun, wenn die Qualität der anderen Nahrungsressourcen nicht mehr stimmt.
In Gefangenschaft dagegen ist es doch oft so, daß es nahrhaftere, besser verdauliche Nahrungskomponenten gibt, wie ausgerechnet Blätter - dementsprechend fällt der Degu als Blätterfresser in der Tierhaltung gar nicht so auf - wobei es hier wieder spannend wird, wenn der Degu in Konkurrenz mit Meerschweinchen und Kaninchen kommt, inwieweit er hier dann wieder zum Blätterfresser mutiert.
Würde zumindest passen - Meerschweinchen als Grasfresser, Kaninchen als Kräuterfresser, Degu als Blätterfresser und wenn das Chinchilla noch dazukommt, hätten wir den prädestinierten Stachelgedönsvernichter. Vier Arten, die sich einträchtig den gleichen Weidegrund teilen können, prima miteinander auskommen durch ihre konkurrenzbedingte Spezialisierung und eine erstaunliche Individuendichte erreichen können, ohne die Flora in Grund und Boden zu fressen.

Ich brauch unbedingt wieder eine Weide!
Ich würd das nur allzugern ausprobieren und schauen, ob das wirklich so ist ...
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