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Kann Tierfernsehen guter Tierhaltung helfen?

 
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davX
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Anmeldungsdatum: 08.06.2004
Beiträge: 8552
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BeitragVerfasst am: 10.09.2015 10:36    Titel: Kann Tierfernsehen guter Tierhaltung helfen? Antworten mit Zitat

Huhu,

der Titel klingt vielleicht etwas sperrig (wer bessere Vorschläge hat, kann sie gerne anbringen). Aber mir geht es um folgende Frage:

Können Tiersendungen etwas Positives für die Tierhaltung sein? Und können sie helfen, dass wir Tiere besser verstehen?

Nüchtern betrachtet sollte man meinen, dass das Fernsehen ein gutes Medium wäre, um der Öffentlichkeit eine artgerechtere Haltung nahezubringen und Beiträge zur Aufklärung zu leisten. Aber wie schaut die Realität aus? Oft sind ja Tiersendungen in erster Linie keine Bildung, sondern Unterhaltung: mit Tieren einfache Quote.

Beispiele:
- "Hundeflüsterer" à la Rütter, sind zwar interessant und unterhaltsam, aber von der Qualität her, was man über Hunde lernen kann... ich weiss ja nicht. Sicher positiv: den Leuten wird gezeigt, dass Tierhaltung eben nicht so einfach geht, wie viele das denken und dass so ein Hund so ganz nebenbei noch funktioniert neben Job, Famile und umfangreicher Freizeit. Aber sonst?
- Zoosendungen... sicher interessant der Blick hinter die Kulisse und die eine oder andere Tiergeschichte ist sicher auch inspirierend. Im Allgemeinen habe ich aber ehrlich gesagt eher den Eindruck, dass da nicht allzu viel hängen bleibt und es halt in erster Linie schon leichte Unterhaltungskost ist.
- Sendungen à la "hundkatzemaus", ich gebe zu ich schaue sowas noch gerne, weil man zwischendurch auch wieder auf interessante Trends oder Themen aufmerksam wird. Im grossen und ganzen ist es aber auch eher leichte Unterhaltungskost. Was sicher positiv ist, dass engagierte Tierhalter auch eine Plattform bekommen um über die artgerechte Haltung von Hamster, Mäuse und Co. zu berichten. Diese Gelegenheiten sind aber nicht so stark gewichtet und hauptsächlich drehen sich die Themen um Hunde und Katzen und andere Grosssäuger, um Tierschutzthemen und Tierrettungen und Ähnliches.
- Tiere suchen ein Zuhause... es gibt da ja verschiedene ähnliche Formate. Sicher sinnvoll, dass sie auf Tiere, die vermttelt werden sollen aufmerksam machen. Auch gibt es meines Wissens Infobeiträge, die über die artgerechte Haltung verschiedener Tierarten berichten, wobei auch da diese Infobeiträge anteilsmässig klein sind und der Schwerpunkt Grossäuger Hundkatze behandelt...
- Tierdokus... ja die können echt informativ sein und sind ja auch eher im Infobereich und weniger in der Unterhaltung angesiedelt. Auch schön, dass hier regelmässig auch Wildtiere im Fokus der Tierfilmer stehen. Der Marktanteil solcher Dokus ist aber eher gering und wenns dann noch Kleinsäuger sein sollen, schrumpft der Anteil nochmals massiv. So gesehen sind sie also relativ irrelevant, auch wenn es in der Vergangenheit da durchaus interessante Produkte gab, man erinnere sich zum Beispiel an die Tierdoku über Chile und wilde Chinchllas, die bei Vox Tierzeit vor vielen Jahren lief.

Ich bin geneigt, diese obigen Beispiele insgesamt als indifferent zu beurteilen, je nach dem leicht positiv. Hingegen gibt es wiederum auch Negativbeispiele, gerade in Spielfilmen, wenn Tiere vorkommen, so werden sie oft noch gehalten, so wie es vor 20 Jahre oder mehr üblich war: kleine Käfige, je nach dem noch Einzelhaltung und die Tiere sind im Wesentlichen vorallem Deokoration. Dass man in einem Spielfilm sehen würde, wie jemand für seine Kaninchen, Meerschweine oder Chinchillas Grünfutter sammeln würde, wäre allerdings auch arg viel verlangt. Mir sind allerdings nicht mal Ansätze in diese Richtung bekannt, auch was die Haltung angeht, z.B. riesige begehbare Volieren, Aussenhaltungen wie Wiesenhaltung oder die Haltung in einem grossen Freigehege oder auch Innenhaltung in Zimmerfreilaufhaltung usw. das ist alles praktisch inexistent.

Ach ja und da gibt es noch ein Bereich, die unterste Schublade von allen: die Hartz IV Realdokusoaps, bei denen man dann in die Stuben von armen Messis bekommt und ab und zu auch bizarre Tierhaltungen bestaunen kann, die von den Bedürfnissen der gehaltenen Arten wohl kaum was gehört haben dürften. Der Protest in den sozialen Medien und in den Foren ist oft nach Ausstrahlung solcher Formate gross, wobei sicherlich viele die Sentung nicht gesehen haben oder sich ggf. nur deswegen antun (Timeshift-TV/Video-on-Demand lässt grüssen). Für die Sender ist sowas insofern eine gute Sache, auch wenn die Tierhaltung schlecht ist, wenn darüber geredet wird und viele sich ein Bild davon machen wollen und sich das trotzdem ansehen, so steigt die Reichweite der Sendung und die Werbeeinahmen.

Mich würde natürlich interessieren, wie ihr die Sache seht mit den Tiersendungen, was gefällt euch, was stört euch?
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Noraja
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Anmeldungsdatum: 25.04.2010
Beiträge: 665
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 10.09.2015 13:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo

ich gehöre zu den Menschen, die keinen Fernseher besitzen und fern sehen für eine Zeitverschwendung halten. Das allermeiste, was so läuft, kenne ich daher gar nicht.


Aber ein nicht so kleiner Teils meines Wissen über Löwen, Zebras, Krokodile, Affen, Meerestiere und Co. stammt aus den Tierfilmen, die ich im Kindes- und frühen Jugendalter gesehen habe.
Soweit ich mich errinnern kann, waren die Tierfilme echt gut gemacht und ermöglichten Einblicke ins Zusammenleben und Verhalten wildlebender Tierarten, die man sonst als Normalmensch niemals haben könnte.
Es ist sicher 15 Jahre her, aber hängen blieb doch einiges. Ich konnte meinem Mann, der letzte Woche darüber erstaunt war, dass eine Grosskatzenauffangstation zwei männliche Löwen zusammen hält, jedenfalls erklären, dass das nicht unüblich ist, dass zwei jüngere Löwenmännchen zu zweit durch die Gegend ziehen.Und auch wie es dann weitergehen kann und ein Einzellöwenmännchen sich unter Umständen doch mal einen Platz in einem Rudel erkämpfen kann, wenn es ihm gelingt, das ansässige Männchen eines Rudels zu besiegen und zur Flucht zu bewegen.

Ohne Fernsehen wüsste ich solches und weiteres nicht und wäre vielleicht auch nicht so fasziniert von Tieren, wie ich es nun bin Very Happy .


Sendungen über Wellensittiche in Australien haben mir auch klar geholfen, eine genauere Vorstellung dafür zu entwickeln, wie die Tiere in Wildbahn leben (das Bild, das sich beim Lesen von schriftlichen Texten im Kopf einstellt, ist meistens viel verzerrter als Videoaufnahmen) und damit dann auch ermöglicht, Schlüsse für die Haltung zu ziehen.
Wenn man z.B. mal gesehen hat, wie viele Wellensititiche in Australien zusammen einen Schwarm bilden, wie weit die da auf Suche nach Futter ziehen und wie sofort gebrütet wird, sobald das Futterangebot mal stimmt, weiss man, dass an Aussagen wie dass 1 Partnertier reicht, ein Käfig ab einer Mindestbreite von 80 cm und einer Tiefe von 45 cm "gut" ist und die Ernährung stets reichlich sein soll, nicht viel dran sein kann. Egal in wie vielen Wellibüchern das so steht.


Zitat:
- "Hundeflüsterer" à la Rütter, sind zwar interessant und unterhaltsam, aber von der Qualität her, was man über Hunde lernen kann... ich weiss ja nicht.

Den Rütter kenne ich gar nicht. Aber ich stolperte mal vor einiger Zeit über Maja Nowak. Und hab dann interessiert online mehere Sendungen geschaut.
Ich habe kein vertieftes Wissen über Hunde. Meiner Einschätzung nach ist die Sendung zwar zu stark zusammengeschnitten, so dass der Eindruck einer "Wunderheilung" entsteht und natürlich wurden halt sehenswerte Fallbeispiele gewählt und nicht die viel häufigeren kleineren Problemen. 1:1 was übernehmen wird man als Hundehalter daher eher selten was können.

Aber was lernen und mitnehmen kann man aus der Sendung durchaus. Sehr grosses Thema in den Sendungen ist, dass es verschiedenen Charaktertypen von Hunden gibt und es hilfreich ist, wenn man das erkennt und die Bedürfnisse des Hundes im Umgang mit ihm entsprechend berücksichtigt (ob es jetzt wirklich genau 7 Verhaltenstypen sind, wie es so vereinfacht dargestellt wird sind und die Übertragung ins Hunderudel hinkommen, ist für mich nicht nachprüfbar - das Typenmodell an sich halte ich jedoch für hilfreich für den Hundehalter).
Und man sieht halt auch viel wie körpersprachliche Kommunikation mit dem Hund funktioniert wird und dass Hunde damit mehr anfangen können als mit Worten. Bei guten Gesten verstehen einige Hunde erstaunlich schnell, was man von ihnen will. Ich denke, einen Gewissen Nutzen für Hund und Halter bringt die Sendung schon. Es gibt sicher bessere Wege um sich über Hunde zu informieren, aber unter den bequemen ist die Sendung durchaus ein Weg, der neue Erkenntnisse anregen kann.

Mein Fazit: als Unterhaltung beim Tätikeit wie Bügeln oder Lackabschleifen durchaus sehenswert, man sollte aber über die Erkärstimme hinwegsehen, die Frau Nowak vermag mich zu überzeugen, die Einbettung und Aufmachung der Fälle ist mir persönlich zu aufgebauscht.
http://www.zdf.de/die-hundefluesterin/archiv-hundefluesterin-31610838.html



Zitat:
Ach ja und da gibt es noch ein Bereich, die unterste Schublade von allen: die Hartz IV Realdokusoaps, bei denen man dann in die Stuben von armen Messis bekommt und ab und zu auch bizarre Tierhaltungen bestaunen kann, die von den Bedürfnissen der gehaltenen Arten wohl kaum was gehört haben dürften.

Das sind doch die gestellten Sendungen, in denen kaum etwas stimmt, oder? Ich kenne den Typ Sendungen gar nicht, mein Interesse erfundene Realdokus zu schauen ist nämlich gar nicht vorhanden, ich halte das für sowas von irrelevant und wundere mich immer wieder, wie es sein kann, dass solche Sendungen Erfolg haben. Ich würd sowas ja nicht mal schauen wollen, wenn es denn echte Fälle wären.

Ich glaube allerdings nicht, dass die gezeigte Tierhaltung authentisch ist, sondern vermute, dass auch da nachgeholfen wird. Das die Drehbuchschreiber Tiere mit reinziehen und die beim Drehen absichtlich schlecht gehalten werden, bloss um beim Publikum Emotionen zu schüren, finde ich allerdings absolut verurteilenswert. Das geht gar nicht. Zumal solche Sendungen ja auch von Menschen angesehen werden, die nicht wissen, dass man ein Tier nicht so halten sollte.


Liebe Grüsse
Lina
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davX
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Anmeldungsdatum: 08.06.2004
Beiträge: 8552
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BeitragVerfasst am: 12.09.2015 02:23    Titel: Re: Kann Tierfernsehen guter Tierhaltung helfen? Antworten mit Zitat

Einen Fernseher habe ich ja auch keinen. Aber dank Internet und Zatoo bzw. Teleboy und wie die Apps alle heissen, kann man trotzdem auf dem Computer fernsehen, wenn man denn will. Ich bevorzuge jedoch Video on Demand, Filmarchive, Youtube, bzw. auch DVDs etc., dass ich bewusst mich für etwas entscheiden kann.

Zitat:

Ohne Fernsehen wüsste ich solches und weiteres nicht und wäre vielleicht auch nicht so fasziniert von Tieren, wie ich es nun bin Very Happy .

Okay das ist ein Argument Very Happy.
Ich hab in meiner Kindheit nicht viel ferngesehen und meine Faszination für Tiere kam nicht vom Fernsehen, sondern von Büchern, dass wir selbst Tiere hatten (welche die Eltern anfänglich anschafften... und natürlich fing das alles mit einem Meerschweinchen an, tja... *g*). Und ich war schon in sehr jungen Jahren offenbar fasziniert von Tierausstellungen. Da war mal eine bei uns in der Gegend und ich habe da offenbar mit einem Block bewaffnet mir die verschiedenen Schlangen- und Reptilienarten da reinnotiert und am Schluss habe ich mir daraus ein Textdokument am Computer zusammengeschustert. Das muss offenbar noch ziemlich am Anfang meiner ersten Gehversuche mit Computer gewesen sein.

Zitat:

Sendungen über Wellensittiche in Australien haben mir auch klar geholfen, eine genauere Vorstellung dafür zu entwickeln, wie die Tiere in Wildbahn leben (das Bild, das sich beim Lesen von schriftlichen Texten im Kopf einstellt, ist meistens viel verzerrter als Videoaufnahmen) und damit dann auch ermöglicht, Schlüsse für die Haltung zu ziehen.
Wenn man z.B. mal gesehen hat, wie viele Wellensititiche in Australien zusammen einen Schwarm bilden, wie weit die da auf Suche nach Futter ziehen und wie sofort gebrütet wird, sobald das Futterangebot mal stimmt, weiss man, dass an Aussagen wie dass 1 Partnertier reicht, ein Käfig ab einer Mindestbreite von 80 cm und einer Tiefe von 45 cm "gut" ist und die Ernährung stets reichlich sein soll, nicht viel dran sein kann. Egal in wie vielen Wellibüchern das so steht.

Ja das würde für das sprechen, was ich schrieb über Dokfilme über Wildtiere. Da bringen Videos klar einen Mehrwert, wobei sie in erster Linie das Geschriebene ergänzen. Das heisst aber nicht, dass Tierratgeber eine gute Quelle für Informationen wären, einerseits weil die Autoren oft selbst nur ungenaue Sekundärliteratur bemühen und selbst sich das Ganze nicht so richtig vorstellen können und andererseits sind die Infos oft auch eher oberflächlich zusammenrecherchiert. Wenn man ernsthafte Vergleiche anstellen will, dann ist die Alternative zum Dokfilm eine Kombination aus Primärstudien (falls es denn zur besagten Tierart welche gibt, die brauchbar sind) und dann allerhand genaue Quellen, die was aussagen über die Geografie, die Pflanzenwelt etc. des Lebensraums der Tiere. Auch hier sind die Primärstudien wieder wichtig, vorallem die Nennung von Studienorten, an denen die Wildtiere beobachtet wurden. Man schaut sich dann auf einer Karte bzw. auf einer Online-Karte die genauen Orte an und versucht dazu zur Region in der Literatur Informationen zu finden zu Themen wie Klima, Niederschläge, Geografie, lokale Pflanzenwelt usw. Natürlich wäre dann der Besuch dieser Orte ein weiterer sinnvoller Schritt, der nochmals eine Reihe zusätzlicher Informationen bieten dürfte und dieses Vorgehen ist zum Beispiel bei Aquarianern oder Terrarianern alles andere als unüblich... nur halt bei Kleinsäugerhaltern komischerweise alles andere als selbstverständlich, nicht mal dass man dem ansatzweise nahe kommen will, eben zum Beispiel durch Literatur, Google Maps und was man heutzutage alles für moderne und praktische Hilfsmittel hat, die man eigentlich nutzen könnte.
Wenns sogar eine europäische Art ist wie ein Wildkaninchen ist es noch einfacher. Auch wenn ihr Lebensraum ursprünglich in Spanien und Südfrankreich war, so hat man in vielen Teilen Deutschlands gute Chancen diese Tiere in der Wildnis zu beobachten. Auch das wäre ja etwas das man in Betracht ziehen möchte, wenn man zum Beispiel exotische Arten wie Degus oder Chinchillas hält und sich jetzt vielleicht nicht gleich die Gelegenheit bietet, dass man in absehbarer Zeit mal nach Chile reist, so kann man doch auch zum Beispiel an Wildkaninchen interessante Beobachtungen machen und das eigene Auge schärfen. Im Vergleich zum Fernsehen ist das nochmals eine ganz andere Qualität von Erleben, auch wenn ein guter Dokumentarfilm sicher auch helfen kann, Tipps zu geben, was das Beobachten von Tieren angeht, das Interpretieren von Tierverhalten usw., nicht zuletzt auch deshalb, weil oft erfahrene Tierfilmer hier ein guter Teil ihres Wissens weitergeben und in die Filme einfliessen lassen.

Zu Tiersendungen wie hundkatzemaus (früher gabs noch wildes Wohnzimmer), die kann man auch online sehen, bei Vox Now, zumindest die jeweils neuste Sendung 7 Tage kostenlos:
http://www.nowtv.ch/vox/hundkatzemaus/list/aktuell

Die Hundeflüsterin muss ich mir bei Gelegenheit mal ansehen, kannte ich bisher noch nicht. Wenn es nicht gerade um Satire geht, bin ich bei Sendungen der deutschen Öffentlichrechtlichen nicht so im Bilde. Mit "Die Anstalt" haben ARD, ZDF und Co. es geschafft ein Nachrichtenformat zu erschaffen, das oft besser informiert über aktuelle Krisen, Hintergründe und Zusammenhänge, als Tagesschau und ernsthafte "Infosendungen". Der gute Humor und die bissigen Kommentare sind ein Schmankerl obendrein. Zahnloser und teilweise eher schon etwas mühsam, aber teilweise auch recht gut gemacht ist die "Heute Show". Auch die verschiedenen Zoo-Doku-Sendungen kann man teilweise recht ausführlich in deren Mediathek nachschauen... ich hatte vor Jahren darüber glaubs mal ein paar Threads hier im Forum erstellt. Da hatte ich mal eine Phase und schaute mir mehrere Tage solche Sendungen durch.
Beim Schweizer Fernsehen sind ferner die Podcasts, zum Beispiel von Netz Natur noch interessant, wobei gerade bei Netz Natur ein guter Teil der gezeigten Filme nicht als Podcasts erscheinen wegen fehlender Rechte, diese Filme auch im Internet verfügbar zu machen.
Was ich früher öfters noch schaute, als wir DVB-T bzw. digitales Antennenfernsehen hatten, das war Arte... da laufen teilweise wirklich noch recht viele Dokus und wenn man einen Videorecorder hat, den man programmieren kann, kommt man auch an die eine oder andere filmische Perle ran, die zu so unmöglichen Zeiten ausgestrahlt wird, die man als normal berufstätige Person sich sonst nicht ansehen könnte. Davon hatte ich mir damals einiges auf DVDs gebrannt, über Nacktmulle in Afrika oder über den Wald in Deutschland, über Charles Darwin und noch einiges mehr.

Zitat:

Das sind doch die gestellten Sendungen, in denen kaum etwas stimmt, oder? Ich kenne den Typ Sendungen gar nicht, mein Interesse erfundene Realdokus zu schauen ist nämlich gar nicht vorhanden, ich halte das für sowas von irrelevant und wundere mich immer wieder, wie es sein kann, dass solche Sendungen Erfolg haben. Ich würd sowas ja nicht mal schauen wollen, wenn es denn echte Fälle wären.

Ich kenne diesen Typ Sendung auch nur vom hören sagen. In verschiedenen Foren hatte man sich halt mehrfach über solche Sendungen aufgeregt. Vielleicht hätte ich doch auch mal damals etwas genauer mich damit befassen sollen und mir so eine Sendung einmal antun sollen um mir selbst ein Bild davon zu machen. Wie dem auch sei, was ich schon gesehen habe, nicht ganz freiwillig, was auf dem Nachmittagsprogramm so alles läuft... ist auch schon wieder einige Jahre her, damals waren Richtershows (die gestellt sein sollen) und irgendwelche Flachflieger-Talkshows, bei denen sich die Gäste gegenseitig beleidigen und sich über die Probleme der anderen aufgeilen... auch das soll gestellt sein.
Bei den Dokusoaps könnte ich mir vorstellen, dass die mehr oder weniger echt sind, was die Umgebung angeht, vielleicht wird noch etwas nachgeholfen, wenn die Umgebung zu wenig "authentisch" ist und dann werden einige Körbe schmutzige Wäsche, leere, gammelige Joghurtbecher oder was weiss ich, leere Pizzaschachteln etc. angekarrt und damit die Zimmer angemessen "dekoriert". Ich denke aber, wenn man wirklich schräge Typen findet, die man für genug Geld für die Sendung gewinnen kann und die dann die Kulisse schon bieten, dann ist die Realität wahrscheinlich oft besser als wenn man das auch alles noch stellen müsste. Die Dialoge wiederum dürten wahrscheinlich in vielen oder den meisten Fällen gestellt sein. Auch denkbar, die Akteure haben freie Hand mal was zu tun und wenn es der Regie zu wenig "authentisch" ist, wird dann etwas nachgeholfen mit emotionalen und dramatischen Szenen, die sich Drehbuchschreiberlinge zuvor ausgedacht haben oder je nach dem ist die Regie gut genug im Improvisieren und kann fortwährend praxistaugliche Tipps geben, wie man Konflikte und Dialoge noch etwas aufpeppen kann, damit sie dramatischer... ääh "echter" rüberkommen (und eben nicht zu langweilig bzw. zu normal wirken).

Zitat:

Ich glaube allerdings nicht, dass die gezeigte Tierhaltung authentisch ist, sondern vermute, dass auch da nachgeholfen wird. Das die Drehbuchschreiber Tiere mit reinziehen und die beim Drehen absichtlich schlecht gehalten werden, bloss um beim Publikum Emotionen zu schüren, finde ich allerdings absolut verurteilenswert. Das geht gar nicht. Zumal solche Sendungen ja auch von Menschen angesehen werden, die nicht wissen, dass man ein Tier nicht so halten sollte.

Von dem was ich so gehört habe, klang das mit der Tierhaltung eher nebensächlich und in der Regel wars auch 0815, der winzige, bunte Plastikkäfig, kreativlos im Zoohandel aufgeschwatzt, natürlich 2-3 Stufen zu klein (das Zoofachpersonal hat schliesslich "kompetent" *hust* beraten) und dann ein Tier drin und der ganze Käfig verdreckt... ich glaube da muss man wahrscheinlich gar nicht gross nachhelfen, sowas findet man entweder schon passend oder aber die Filmcrew würde sich verdammt viel Mühe machen, wennauch hier im negativen Sinne. Aber es geht hier ja in erster Linie um Emotionen und dass die Zuschauer das Gefühl bekommen, da draussen gibt es noch Leute, denen geht es noch dreckiger als mir.
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BeitragVerfasst am: 14.09.2015 20:50    Titel: Re: Kann Tierfernsehen guter Tierhaltung helfen? Antworten mit Zitat

Apropos Zoosendungen, hatte ich mal hier das Thema aufgegriffen. Ich habs kürzlich wieder entdeckt:
Unkrautnutzung im Zoo Leipzig
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Sternenbande
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Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 08.12.2015 13:55    Titel: Re: Kann Tierfernsehen guter Tierhaltung helfen? Antworten mit Zitat

Ich finde einige Sendungen wie HundKatzeMaus, Tieresucheneinzuhause oder Martin Rütter schon sehr hilfreich. Einige Beiträge über Ernährung oder Medizin finde ich schon sehr hilfreiche. Auch werden oft Sachen zum selber Bauen gezeigt, was ich gerne mal nachbastle.
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