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Suche Infos zur Meerschweinchenhaltung

 
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davX
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Anmeldungsdatum: 08.06.2004
Beiträge: 8522
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 02.04.2015 11:47    Titel: Suche Infos zur Meerschweinchenhaltung Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

der Titel ist vielleicht etwas irreführend, aber ich möchte Informationen zur Meerschweinchenhaltung zusammenstellen. Folgende Themen sind mir wichtig:

- Eure Erfahrungen, Tipps mit der Meerschweinchenhaltung
- Gibt es gute Quellen im Internet über Meerschweinchenhaltung?
- Welche Internetforen sind für Meerschweinchenhalter empfehlenswert?
- Was ist aus eurer Sicht wichtig in der Meerschweinchenhaltung?
- Welche Themen werden oft nicht erwähnt oder vergessen, zum Beispiel in Büchern, Leitfäden zur Meerschweinchenhaltung usw.?
- Welche Mythen und Falschinformationen sind aus eurer Sicht wichtig, dass sie richtiggestellt werden?
- Wie informiert ihr euch über Meerschweinchen? Habt ihr spezielle Quellen, die euch auf dem Laufenden halten, was sich in der Meerschweinchenhaltung so tut? Nutzt ihr Zeitschriften, Bücher, Online-Medien, Foren, ausländische Foren/Plattformen, Vereine, Stammtische, Kontakte zu anderen Halter usw.?

Denn Informationen mit Aktualitätsbezug:
- Welche Meerschweinchenthemen beschäftigen euch zur Zeit?
- Welche Themen beschäftigen andere Meerschweinchenhalter so?
- Welche Trend in der Meerschweinchenhaltung konntet ihr in den letzten Jahre beobachten und welche in den letzten Monaten?
- Welche Entwicklungen sind euch bei Internetshops, Zooläden etc. aufgefallen?
- Was hat sich im Bereich Tierheime, Meerschweinchennotstationen und -vermittlung getan? Gibt es wichtige Entwicklungen da in den letzten Jahren?
- Und im Vergleich zu eurer Haltung früher, gibt es bei euch wichtige Haltungsthemen, die sich geändert haben?
_________________
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Lilith-Louhi
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Anmeldungsdatum: 15.01.2014
Beiträge: 225

BeitragVerfasst am: 03.04.2015 09:03    Titel: Re: Suche Infos zur Meerschweinchenhaltung Antworten mit Zitat

Uih, da hast du dir ja was ganz schön komplexes ausgedacht Very Happy Freut mich!

Zitat:
Eure Erfahrungen, Tipps mit der Meerschweinchenhaltung


Wohnungshaltung
Als ich zum Meerschweinchen kam wie die Jungfer zum Kind brachte man mir ein altes unkastriertes Teddyböckchen in einem Käfigunterteil (100x50 aber ohne Gitteraufsatz) zur Urlaubsbetreuung.
Als die Besitzer aber wider Erwarten das Tier nicht nach Weihnachten wieder abholten versuchte ich schnell die Haltung zu verbessern.
Da er tatsächlich die Käfigwanne nie verlies bastelte ich aus Ziegelsteinen und Teichfolie ein Bodengehege. Außerdem besorgte ich ihm eine kastrierte Dame als Leihschweinchen...er war wirklich schon sehr alt und hatte auch gesundheitliche Baustellen.
Die beiden Tiere bewohnten nun das improvisierte Bodengehege (ca. 150 x60 cm) mit der Ziegelsteinumrandung und verließen es nie.
Für mich stand fest Meerschweinchen sind langweilig und brauchen auch nicht viel Platz.

Balkonhaltung
Der Bock verstarb und ich wollte keine langweiligen Meerschweinchen mehr. Doch wie es das Schicksal so will hatte die Dame von der ich das Leihtier hatte zwischenzeitlich auch die Haltung dieser langweiligen Tiere aufgegeben. Naja und ans Herz gewachsen war es mir ja auch...also wieder eins dazu, diesmal ein Weibchen (ehemaliges Zuchttier). Dieses Tier machte aber mein Haltungsmodell zu nichte denn dieses Tier sprang ständig über die Ziegel und trieb sich in der Wohnung rum...aufgrund der mangelnden Stubenreinrein fand ich das wirklich nicht lustig. Denn auf dem nächtlichen Weg ins Bad braucht man alles aber keine Köttel zwischen den Zehen oder Rutschpartien auf Pipipfützen.
Gitterkäfig kam nicht in Frage aber es gab an der winzigen Wohnung einen 16qm großen Balkon, ausgelegt mit feinstem Rasenteppich.
Es wurde ein kleiner Teil davon mit Gitterelementen abgesperrt die, zwei Käfigwannen aufgestellt, Brücken, Häuschen usw.
Zwei Tiere auf ca. 4 qm und jeden Tag Köttel und Futterreste fegen. Unter den Unterständen hatte ich kleine Pflanzschalen mit Torf gefüllt um den Urin aufzufangen (dennoch ging sehr viel in den Teppich).
Im Winter fehlte eine isolierte Schutzhütte sodass ich sie wieder nach drinnen umsiedelte, dort aber nun mit Fleecehaltung und Gitterabgrenzung des Geheges. Die Fläche wurde wieder kleiner (ca. 150 x 80 cm).
Ich empfand der Aufwand bei der Fleecehaltung als enorm weil ich auch nicht über großzügige Möglichkeiten zur Trocknung so vieler gewaschener Utensilien hatte. Ich war schon froh wenn ich meine eigenen Sachen trocken bekam, dazu widerstrebte mir die dauerhafte Verwendung einer Waschmaschine für Schweinewäsche und meiner eigenen.

Bodengehege in Kaltstallhaltung I
In der Zwischenzeit verstarb das Leihschwein und ich zog um, in der Übergangsphase lebten das Weibchen und der neue Kastrat nun in einem klassischen Kaninchen-Außenstall, die Trennwand zwischen zwei Buchten wurde herausgerissen sodass eine Fläche von 140 x 60 cm entstand.
Im Nebengelass des Hauses meines Freundes (alter Schweinestall) entstanden mehrere Bodengehege, auf den Wiesen hinter dem Haus Weidegehege (nicht gesichert). Die Gehegeanzahl und Aufteilung änderte sich je nach Besatz ständig. Sie waren jedoch min. 2qm groß und ich versuchte bestmöglich mich an die Empfehlung von 0,5qm pro Tier zu halten.
Eingestreut wurde mit Sägemehl und einer guten Strohschicht, eben das was man auf dem Land günstig bekommt.
Schnell wurden es Mehr-Schweinchen, zeitweise brachte ich jede Woche Tiere aus der Praxis mit deren Besitzer die Behandlungskosten nicht zahlen konnten oder wollten. Eines dieser Notschweinchen entfachte auch meine Leidenschaft für Coronet-Meerschweinchen.
Es folgte die Vermittlung fast aller Nottiere und die gezielte Suche nach weiteren Coronet-Meerschweinchen.

Bodengehege in Kaltstallhaltung II
Wir gaben Haus und Hof auf und zogen gemeinsam ins Haus meiner Großeltern. Dort existiert eine ehemalige Vogelvoliere von ca. 40qm (Innen + Außenbereich). Der Innenbereich wurde ausgebaut, der Gedanke die Zucht von Coronetmeerschweinchen zu beginnen war geboren. Es wurden Verpaarungsbuchten 200 x 50 cm an der Hinteren Wand angebaut und ein 10qm Bodengehege (teilbar) entstand.
Im Außenbereich existierte bereits ein Kaninchenstall. Drei Buchten übereinander mit den Maßen 180 x 65cm, diese dienen als Winterquartier für meine Jungs da diese noch kein Winterfestes Außengehege haben.
Außerdem existiert bereits ein Verbindungsschieber aus dem inneren Bodengehege zu einem ca. 10qm großen Außenbereich der noch mit Volierendraht versehen wird und dann als Dauerauslauf dienen soll.
Als Einstreu verwende ich mittlerweile Flachs, diesen beziehe ich als Palettenware und komme so weitaus günstiger als mit Handelsüblicher Kleintierstreu.

Tipps:
1. Meerschweinchen brauchen meiner Erfahrung nach viel mehr Platz als normal empfohlen wird. Ich ärger mich tgl. über die begrenzten Maße meiner Buchten. Tiere sie kurzzeitig darin untergebracht sind bewegen sich (mit Ausnahme testosteronstrotzender Böcke) äußerst wenig und auch eine ad libitum Fütterung gestaltet sich mangels Platz schwierig. Die, nach oben korrigierten, Platzangaben auf diebrain von min. 2qm für 2-4 Tiere treffen schon eher meine Vorstellungen von einer dauerhaften Unterbringung.
Unter dieser Vorstellung vom der Mindestunterbringung gestaltet es sich außerdem sehr schwierig für Abgabetiere geeignete Plätze zu finden.

2. Verschiedene Untergründe sind gold wert!
Sehnen, Bänder und Muskeln müssen benutzt werden sonst verkümmern sie. So auch beim Meerschweinchen, Tiere die sich ihr Leben lang durch weiche Streuberge wühlen bekommen im Alter Probleme mit deformierten Krallen und arthrotischen Veränderungen. Der Untergrund darf weder zu hart noch zu weich sein...Strohpellets eignen sich nicht da sie die Füsse unnatürlich belasten.
Einstreu aus Hobelspänen bildet einen weichen, beweglichen Untergrund der bei Sprints nachgibt. Es ist am besten mehrere Untergründe anzubieten und darauf zu achten das sie Tiere frei laufen können und sich nicht durchs Streu wühlen müssen wie es bei Stroh und Strohhäkseln der Fall ist. Kuschelecken mit diesen sind sicher angebracht aber die Tiere brauchen eine harte, freie Lauffläche.
Ich verwende mattenbildenes Flachsstreu, es bildet einen trittfesten Untergrund und ist obendrauf immer trocken. Außerdem gibt es einen einstreulosen Bereich mit Flickenteppichen der sehr ausgiebig für Sprints und Popcornen genutzt wird.
Im späteren Dauerauslauf werden verschiedene Naturböde hinzu kommen.

3. Keine Etagenbauten ohne entsprechende Grundfläche!
Erst kürzlich gab es in einem Forum das stark von Züchtern genutzt wird eine Diskussion über den Sinn und Unsinn von Etagenbauten und ob man die Etagen zur Grundfläche hinzuzählt oder nicht.
Ich habe nichts gegen eine zusätzliche Etage wenn die eigentliche Grundfläche dem Besatz angemessen ist. Aber 4x 50 x 50 cm übereinander sind nunmal keine 2qm Grundfläche auch wenn manche anderer Ansicht sind. Meerschweinchen sind keine Klettertiere.
Eine zweite Etage wird von meinen Tieren im Bodengehege nicht genutzt.

Zitat:
Gibt es gute Quellen im Internet über Meerschweinchenhaltung?

Ich muss gestehen das ich mich in Punkto Haltung recht selten im Netz umsehe, sicher stolpert man hier und da über tolle Gehege die zum nachbauen inspirieren aber gezielt Haltungsseiten habe ich noch nicht gesucht. Da ist mir nur cavy-forest im Hinterkopf geblieben und natürlich einige Beispielbilder von diebrain.

Zitat:
Welche Internetforen sind für Meerschweinchenhalter empfehlenswert?

In Sachen Haltung ist es tatsächlich schwierig gute Foren zu benennen. Im http://www.meerschweinforum.de werden mittlerweile Leute ausgebremst die sich für die 2qm-Empfeglung von diebrain stark machen. Es wären überzogene Forderungen die immer weiter ausufern. Ähnliche Diskussionen zu Etagenbauten.
Beim Querlesen in kleineren Foren bin ich öfter auf Mindestmaße von 120 x 60 für zwei Tiere gestoßen. Habe mich damit aber länger nicht beschäftigt.
Wer nichts gegen alternative und auch esotherische Ansätze hat ist super in http://das-meerschweinchen-forum.de aufgehoben. Dort werden artgerechte Haltung, Fütterung und auch kritisches Hinterfragen groß geschrieben kombiniert mit Blicken etwas weiter über den konventionellen Tellerrand was Tierkommunikation und alternative Heilmethoden angeht.
Ansonsten bewege ich mich gern und viel im www.tierpla.net da es dort einen recht großen und sehr engagierten Meerschweinchenkreis gibt.

Zitat:
Was ist aus eurer Sicht wichtig in der Meerschweinchenhaltung?

Die schnelle Entwicklung von Aufbewahrung zu artgerechter Haltung. Leider ziehen weder Züchter noch der Handel hier mit und so bleibt der Großteil der gehaltenen Meerschweinchen in einem aufbewahrten Zustand.

Zitat:
Welche Themen werden oft nicht erwähnt oder vergessen, zum Beispiel in Büchern, Leitfäden zur Meerschweinchenhaltung usw.?

Die Frage sollte eher heissen was nicht vergessen wird. Ich habe in noch keinem einzigen Werk gelesen wie wichtig die Bodenbeschaffenheit ist. Erst seit ich einen festen Untergrund gewählt habe weis ich wieviel sich Meerschweinchen wirklich bewegen wenn sie wirklich frei laufen können.

Zitat:
Welche Mythen und Falschinformationen sind aus eurer Sicht wichtig, dass sie richtiggestellt werden?

Die 0,5qm Regel!
1qm für zwei Tiere reicht vorn und hinten nicht aus. Ich vertrete die Überzeugung das jedes Meerschweinchen eine Rennstrecke von mindestens (absolutes Minimum) 2m haben muss. Das würde dann Maße von 200 x 50 cm bedeuten. Solche Gehege habe ich und es wird mit zwei Unterständen schon sehr sehr eng.


Zitat:
Wie informiert ihr euch über Meerschweinchen? Habt ihr spezielle Quellen, die euch auf dem Laufenden halten, was sich in der Meerschweinchenhaltung so tut? Nutzt ihr Zeitschriften, Bücher, Online-Medien, Foren, ausländische Foren/Plattformen, Vereine, Stammtische, Kontakte zu anderen Halter usw.?

Die meisten „Neuheiten“ begegnen mir in den Foren. Gezielt hole ich keine Infos ein sondern versuche meine Haltung ständig den Bedürfnissen meiner Tiere und auch mir anzupassen. Dafür setze ich hauptsächlich eigene Ideen um.


Zitat:
Welche Meerschweinchenthemen beschäftigen euch zur Zeit?

Mich beschäftig momentan besonders die Aufklärung von Interessenten und auch das oft ziemlich respektlose Miteinander. Ich habe ja nur sehr wenige Abgabetiere und achte recht streng darauf in welche Umstände ich sie vermittle.
Die Mentalität der meisten Interessenten ist leider eher mit dem Kauf eines toten Stück Fleischs vergleichbar. Sie reagieren heftig und teils beleidigend auf Nachfragen zu Haltung oder Fütterung.
Zeigen null Verständnis dafür dass man seine Tiere nicht unbedingt „los werden“ will sondern man sich für seine Jungtiere interessiert.

Zitat:
Welche Themen beschäftigen andere Meerschweinchenhalter so?

Ich führe mit anderen Meerschweinchenhaltern fast ausschließlich Gespräche über Erkrankungen. Wobei mir auffällt das die Krankheitsbilder die Halter mit artgerechter Fütterung und Unterbringung zum Thema haben sehr viel komplexer sind als das was ich bis dato in herkömmlichen Foren erlebt habe.



Zitat:
Welche Trend in der Meerschweinchenhaltung konntet ihr in den letzten Jahre beobachten und welche in den letzten Monaten?

In den letzten Jahren entfernte sich ein großer Teil der Halter von der Käfighaltung und Foren bildeten ihre eigenen Informationen und Hierarchien aus.
Der neuste Trend ist wohl die Fleecehaltung die als alternative Haltungsform sehr viel Anklang findet.


Zitat:
Was hat sich im Bereich Tierheime, Meerschweinchennotstationen und -vermittlung getan? Gibt es wichtige Entwicklungen da in den letzten Jahren?

Bei den Notstationen meiner Umgebung ist mir in den letzten Jahren leider viel Rückschritt und Inkonsequenz aufgefallen.
Ich kenne eine Dame die den ansässigen Fre****pf mit Jungtieren beliefert, sie bezieht sehr gern besonders schöne Tiere von einer großen Notstation. Die Verantwortlichen wissen Bescheid, scheinen aber befreundet zu sein.
Außerdem wurde das Mindestmaß zu Vermittlung von ehemals 2qm, auf 2m Rennstrecke bis zu nun 1,40m Länge immer weiter herabgesetzt um die Tiere besser loszuwerden.

Man beobachtet häufiger Notstationen die mit wahnsinnigen Idealen anfangen und dann schnell abebben weil sie es doch nicht bewältigen können.
Die Tierheime meiner Umgebung sind eher als inkompetent zu verbuchen. Nager erfahren weder eine ordentliche tierärztliche Betreuung noch werden sie kastriert. Es werden keine Quarantänezeiten eingehalten, keine Platzkontrollen gemacht und nicht auf die Gruppenstruktur geachtet.
Im großen Ganzen verschwindend geringes Wissen über Meerschweinchen.
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davX
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Anmeldungsdatum: 08.06.2004
Beiträge: 8522
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BeitragVerfasst am: 06.04.2015 20:51    Titel: Re: Suche Infos zur Meerschweinchenhaltung Antworten mit Zitat

Danke Very Happy Deine Antwort wurde ja nicht weniger ausführlich... was mich natürlich freut. *g*

Zu meiner Haltung:

Vorgeschichte
Zu den Meerschweinchen kam ich über meine Eltern. Vor vermutlich mehr als 20 Jahren kam das erste Tier ins Haus durch Bekannte, die es meinen Eltern anboten. Damals war natürlich Einzelhaltung ganz normal und ebenso normal, dass man sich im Zoohandel einen handelsüblicher 60 x120 cm Gitterkäfig mit Kunststoffwanne besorgte. Das Meerschwein war noch ganz jung, als es zu uns kam und äusserst flink, man konnte es fast nicht fangen, wenn es mal in der Wohnung abhaute. Als es dann schon älter war, sollte ein junges Böckchen dazu kommen, das von einer Bekannten vermittelt wurde, die Vorbesitzerin war Untermieterin und wollte das Tier nicht mehr. So kam das alte Weibchen zu einem stürmischen, jungen Männchen, das damals vielleicht etwa 1-2 Jahre alt war. Ein ruhiges Leben im Alter war das nicht und vielleicht auch mit ein Grund, dass das Weibchen nicht so alt wurde. Damals kam die Erkenntnis auf, dass man Meerschweinchen nicht einzeln halten soll, ob wir uns da schon dessen bewusst waren, ich weiss es nicht. Die Meerschweinchen waren auch zu keiner Zeit mir, noch hatte ich Verantwortung. Das Männchen lebte dann eine Weile alleine, dann wollten meine Schwestern eigene Meerschweinchen. Als die Nachbarn Jungtiere hatten, gab es zwei Männchen: Dominik und Weity hiessen sie. Es waren immer noch Meerschweinchen in Wohnungshaltung, aber es war die Zeit, als die Meerschweinchen auch raus durften: sie bekamen eine Sommerresidenz im Garten, die sie tagsüber bewohnen durften und ich erinnere mich, dass unsere Nachbarn nebenan bauten und die Strasse wurde dazu aufgerissen und es gab riesige Erdwälle von der Erde und dem Schutt, der abgetragen wurde beim Bau. Wir Kinder hatten damals die tolle Idee, Wege in diese Hügel zu formen, entlang diesen die Meerschweinchen unter Aufsicht laufen durften. Der alte Bock bremste dabei die beiden Jungspunte immer wieder aus, da er ständig stehen blieb und den Weg blockierte.

Die Zuchtphase
Da die Nachbarn Meerschweinchen züchteten wollten meine Schwestern auch züchten. Es fing mit ersten Würfen an, klein und wurde dann grösser. Zu besten Zeiten hatten wir etwa 4-5 Gruppen. Mittlerweile lebten die Meerschweinchen dann draussen, anders wäre es wahrscheinlich nicht machbar gewesen. Der grösste Teil des Gartens wurde nun von zahlreichen Meerschweinchengehege bevölkert und es gab immer was umzubauen, anzubauen, zu erneuern oder ersetzen. Die Zuchtphase dauerte aber nicht sehr lange, denn schon bald zeichnete sich ab, dass die Zucht zeitintensiv ist und die Frage wohin mit dem Nachwuchs auch Verantwortung bedeutet. Damit war der Ausstieg aus der Zucht besiegelt.
Es folgte der steinige Ausstieg. Die Anzahl Gruppen wuchs, es gab ettliche Inkompatibilitäten unter den Schweinchen und trotz Wunsch zur Reduktion mussten wegen Todesfällen älterer Tiere immer auch wieder Jungtiere zum Ausgleichen der Gruppen dazukommen, vorallem war auch der Böckchenüberschuss ein latentes Problem. Es war aber zugleich eine interessante, bewegte Zeit und sicherlich auch lehrreich.
Bis zu diesem Zeitpunkt interessierte mich die Meerschweinchenhaltung eher am Rande. Ich hatte meine Degus, damals noch in Innenhaltung.

Grossgehege nach Umzug
2008 zogen wir um, die vielen Gruppen konnten auf 1-2 Gruppen reduziert werden, die ein neues Gehege bekamen, das 10 qm Grundfläche hatte. 1-2 Gruppen daher, da es zeitweise Probleme gab unter gewissen Tieren und wir sie nicht durchgehend in einer Gruppe hielten. Nach einiger Zeit pendelte sich die Gruppengrösse etwa bei 4-6 Tieren ein. Zu jener Zeit hatte ich meine Degus ebenfalls in Aussenhaltung und kümmerte mich vermehrt auch um die Meerschweinchen, vorallem um die Fütterung zwischendurch.
Später zog ich um, die Meerschweinchen blieben bei meinen Eltern, die Gruppe hatte etwa noch 3 Tiere und wurde vorwiegend von meinen Eltern betreut. Vor etwa 2 Jahren holten wir dann die Meerschweinchen zu uns, ursprünglich nur, um auf sie aufzupassen, während die Eltern in den Ferien waren. Wir behielten sie dann in Innenhaltung und da leben sie seither. Anfangs hatten sie ein Notkäfig mit improvisiertem Freilauf, mittlerweile ein relativ geräumiges Meerschweinchenmöbel mit fast 4 m Lauflänge, 70 cm Tiefe und 2 Ebenen. Leider ist es schwierig mit der Aussenhaltung ohne Garten. Ich wäre zwar schon mit Terassenhaltung zufrieden, aber auch das ist momentan leider nur ein Wunsch.
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Anmeldungsdatum: 08.06.2004
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Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 06.04.2015 21:10    Titel: Re: Suche Infos zur Meerschweinchenhaltung Antworten mit Zitat

Zitat:

1. Meerschweinchen brauchen meiner Erfahrung nach viel mehr Platz als normal empfohlen wird. Ich ärger mich tgl. über die begrenzten Maße meiner Buchten. Tiere sie kurzzeitig darin untergebracht sind bewegen sich (mit Ausnahme testosteronstrotzender Böcke) äußerst wenig und auch eine ad libitum Fütterung gestaltet sich mangels Platz schwierig. Die, nach oben korrigierten, Platzangaben auf diebrain von min. 2qm für 2-4 Tiere treffen schon eher meine Vorstellungen von einer dauerhaften Unterbringung.

Das ist ein guter Punkt. Ich selbst sehe weniger als 2 qm für eine kleine Meerschweinchengruppe auch als kritisch. Wir haben total etwa 4-5 qm Fläche, die Grundfläche selbst ist schätzungsweise 3 qm und das für 2 Tiere. Ich habe jedoch nicht das Gefühl, dass es zuviel Platz wäre. Gestaltet man ihnen das Leben darin attraktiv, d.h. mit einer ansprechenden und fordernden (aber nicht überfordernden) Strukturierung und einer entsprechenden Fütterung (Dachfütterung u.ä.), dann gewöhnen sie sich daran, dass sie das Gehege auch nutzen. Logisch bei alten Tieren, die ihre Mobilität langsam verlieren, muss man entsprechende Anpassungen vornehmen, sie brauchen vermehrt Rampen und können weniger gut hüpfen, aber das ist nicht abhängig vom Alter, dass ab einer magischen Zahl von 4 oder 5 jahren oder so sie plötzlich keine Stufen mehr hüpfen könnten, sondern bei gutem Fitnesstraining können auch richtig alte Tiere noch recht beweglich sein, man muss da einfach beobachten, denn im Umkehrschluss können auch relativ junge Tiere schon Probleme mit den Gelenken etc. bekommen. Bei alten Tieren, die eingeschränkt in der Bewegung sind, kann man natürlich argumentieren, dass sie nicht mehr so viel Platz brauchen, das ist meines Erachtens legitim und pragmatisch. Es ist aber kein Freibrief die Qualität der Strukturierung und Beschäftigung ebenso runterzuschrauben, im Gegenteil, die ist bei alten Tieren genauso wichtig, denn die Tiere sollen sich wohl fühlen können und sie sollen sich nicht nur langweilen oder gar vernachlässigt fühlen.
Ich denke, das ist ein wichtiges Themengebiet. Allerdings frage ich mich bei folgendem Dilemma:

Zitat:

Unter dieser Vorstellung vom der Mindestunterbringung gestaltet es sich außerdem sehr schwierig für Abgabetiere geeignete Plätze zu finden.

Was müsste sich ändern? Wo hakt es genau in der Meerschweinchenhaltung, dass es so schwierig ist, dass die Leute ihren Tieren genügend Platz eingestehen? Wer bremst? So wie ich das verstehen wäre doch gerade Diebrain wieder einmal ein Vorreiter, mit guten Mindestmasse, die anregen sich Gedanken zu machen, diesen Tieren anständig Platz zu bieten.

Zitat:

2. Verschiedene Untergründe sind gold wert!
Sehnen, Bänder und Muskeln müssen benutzt werden sonst verkümmern sie. So auch beim Meerschweinchen, Tiere die sich ihr Leben lang durch weiche Streuberge wühlen bekommen im Alter Probleme mit deformierten Krallen und arthrotischen Veränderungen. Der Untergrund darf weder zu hart noch zu weich sein...Strohpellets eignen sich nicht da sie die Füsse unnatürlich belasten.
Einstreu aus Hobelspänen bildet einen weichen, beweglichen Untergrund der bei Sprints nachgibt. Es ist am besten mehrere Untergründe anzubieten und darauf zu achten das sie Tiere frei laufen können und sich nicht durchs Streu wühlen müssen wie es bei Stroh und Strohhäkseln der Fall ist. Kuschelecken mit diesen sind sicher angebracht aber die Tiere brauchen eine harte, freie Lauffläche.
Ich verwende mattenbildenes Flachsstreu, es bildet einen trittfesten Untergrund und ist obendrauf immer trocken. Außerdem gibt es einen einstreulosen Bereich mit Flickenteppichen der sehr ausgiebig für Sprints und Popcornen genutzt wird.
Im späteren Dauerauslauf werden verschiedene Naturböde hinzu kommen.

Das mit den verschiedenen Untergründen konnten wir auch beobachten. Gerade gewöhnliche Streu ist nicht unbedingt so gut geeignet. Wir haben in der Innenhaltung zur Zeit auch mehrere Untergründe. In der gewöhnlichen Streu bzw. auch Hanfstreu, die wir teils mit Stroh und Heu mischen, teils auch mit Rindenmulch ("Waldstreu") sind schnellere Sprints nicht gut möglich. Die Tiere sind eher langsamer unterwegs, die Fläche wird durch die zahlreiche Struktur und durch Futterangebote auch eher erforschend und mit Tätigkeiten genutzt (Futtersuche, bromseln, Interaktion, "klettern" auf ein Dach eines Verstecks, liegen usw.). Die oberen Etagen haben keine Streu, nur Frotté-Tücher, teils sogar gar nichts, nur der blanke PVC, welche die Etagen schützt. Hier sind sie dann deutlich flinker unterwegs. Zwischendurch sind flache Steine eingestreut. Sie sollten der Krallenpflege helfen, wobei ich den Eindruck habe, dass das in Innenhaltung weniger gut klappt. In der Aussenhaltung hatten sie Erde als Untergrund und das war meines Erachtens eine tolle Sache, auch weil da in den weniger bewohnten Ecken sogar etwas Pflanzen wuchsen neben den Sträuchern, die kurzerhand beim Bau ins Gehege integriert wurden.
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Anmeldungsdatum: 15.01.2014
Beiträge: 225

BeitragVerfasst am: 07.04.2015 13:50    Titel: Antworten mit Zitat

Ich muss meinen Beitrag zu den Mindestmaßen von diebrain nach oben korrigieren. Binnen der letzten zwei Wochen wurde die Empfehlung weiter angepasst und lautet nun 3qm für 2-5 Tiere.

http://diebrain.de/I-gehege.html

Diese Empfehlung bezieht sich auf das "Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung von Säugetieren" vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft: http://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Tier/Tierschutz/GutachtenLeitlinien/HaltungSaeugetiere.pdf;jsessionid=AA9CAA2C8D673273108549B264B0923F.2_cid367?__blob=publicationFile

Ich finde es gut das diebrain nun so hoch greift befürchte aber das dies dazu führen könnte das Züchter und auch Foren sich von diesen Infoseiten distanzieren. Ich kann mir nur schlecht vorstellen das jemand der selbst noch wnizige Buchten hat seinen Interessenten eine solche Haltung nahe legen will weil er sich damit ja selbst in ein schlechtes Licht stellt.
Das könnte also insgesamt eher zu einem Rückschritt führen da die Aufklärungsarbeit ja noch nichtmal flächendeckend eine Rennstrecke von 2m durchsetzen konntegeschweigedenn 2qm.
Habe auch schon mitbekommen das Stimmen laut werden gegen diese "überzogenen" Mindestmaße.

Zitat:
Was müsste sich ändern? Wo hakt es genau in der Meerschweinchenhaltung, dass es so schwierig ist, dass die Leute ihren Tieren genügend Platz eingestehen? Wer bremst? So wie ich das verstehen wäre doch gerade Diebrain wieder einmal ein Vorreiter, mit guten Mindestmasse, die anregen sich Gedanken zu machen, diesen Tieren anständig Platz zu bieten.

Ich denke es ist ein schleichender Prozess in die richtige Richtung im Gange aber eben auch nur im Internet. Im Fachhandel ist davon, zumindest hier in der Region, wenig zu spüren.
Was bremst sind in meiner Region definitiv die veralteten Ansichten zur Meerschweinchenhaltung als pflegeleicht, platzsparend und tolles Kuschtier für Kinder das nicht beisst.
Ich habe auf meiner HP um Weihnachten öffentlich Stellung beziehen müssen um die schier nicht enden wollenden Anfragen als Weihnachtsgeschenke für 6-8jährige Kinder zu stoppen.
Die meisten Anfragen bekomme ich für ein Tier! Es muss klein, niedlich, zahm, bunt und weiblich sein.
Über Meerschweinchen weis man bescheid...man hat schon immer eins gegen Ratten zwischen den Schlachtkaninchen sitzen oder immer Käfig im Kinderzimmer.
Ich konnte bisher in keinem Fall tatsächlich aufklären die meisten pöbeln umgehend los "dann kaufen sie wo anders wenn ich nichts loswerden will".
Ich denke diese Denkweisen sind hier im Osten noch besonders gefestigt, ich merke das ja schon im Gespräch mit meinen Eltern, Kollegen oder neulich beim Frisör.
Das Kind bekam erst ein Meerschweinchen, zwei sind zu teuer und brauchen zuviel Platz. Vlt. gibt es später noch eins wenn das Kind sich gut kümmert aber zum "testen" besser erstmal eins.
Und die Krönung war die Frage ob sie es mir bringen können wenn das Kind nicht mehr will.
Meine Mutter hat auch gerade einen Bock geschossen, sie hatte sich mit einer Dame unterhalten sie ein Weibchen übrig hatte, Kinder aus dem Haus un kein Interesse mehr.
Da hat meine Mutter organisiert das sie mir das Schwein bringen sollen, auf eines mehr oder weniger käme es schließlich nicht an. Nach den Kosten für Parasitenbehandlung, Grützbeutel-OP, Ovarialzystenbehandlung und Aufbau eines völlig ausgemärgelten Tieres hat niemand mehr gefragt.

Zwischendrin gibt es aber auch wieder Traumplätze wo man sein Tier gern hingibt und bei meinen wenigen Abgabetieren kann ich gern wählerisch sein.
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BeitragVerfasst am: 07.04.2015 19:53    Titel: Re: Suche Infos zur Meerschweinchenhaltung Antworten mit Zitat

Kurz:
ich hatte schon vor Jahren mal über Mindestmasse bei Meerschweinchen sinniert, damals hatten wir noch Aussenhaltung:
Platzbedarf und Einrichtung des Meerschweinchengeheges
Ich denke, man könnte auch an jenem Thread dort wieder anknüpfen...
Interessant finde ich aber auch, dass mir damals schon beim Thema Platz und Gehege Christine Wilde (Diebrain) als positives Beispiel auffiel:
davX hat Folgendes geschrieben:

Bei Innenhaltung wäre sowas auch denkbar, gibt es doch Ansätze, bei denen Teile des Zimmers als Gehege abgesperrt und umfunktioniert werden (soweit ich mich richtig erinnere hat Christine Wilde sehr schöne Ansätze mal in der Rodentia präsentiert).


Zitat:

Ich denke es ist ein schleichender Prozess in die richtige Richtung im Gange aber eben auch nur im Internet. Im Fachhandel ist davon, zumindest hier in der Region, wenig zu spüren.

Gut, der Fachhandel ist sowieso äusserst träge.
Wenn etwas wirken kann, dann über die Medien. In der Schweiz habe ich das Gefühl half uns damals die neue Tierschutzverordnung und dass dort stand, dass man Meerschweinchen nicht einzeln halten dürfe und dann auch eine ziemlich offensiv geführte Infokampagne zum Tiere richtig halten vom Bundesamt für Veterinärwesen (ich glaube heute heisst das wieder anders... aber ist in Deutschland auch nocht gross anders, wenn ich ans BMELV denke, das heute BMEL heisst). Die Zeitungen griffen das Thema auf, anfänglich auch eher belustigend, aber es war gut für einen Aufhänger und führte auch zu einer gewissen öffentlichen Diskussion, die eben nicht nur im Internet stattfand (dort wurde die Sache glaubs eher mit Genugtuung wahrgenommen so nach dem Motto, endlich tut sich was).

Zum Thema Standort, ist das primär eine Ost-Westfrage, dass im Osten aufgrund immer noch vorhandenen Mentalitätsunterschiede beim Thema Tiere die ganzen Tierschutz und artgerechte Haltung Themen weniger wichtig beachtet werden oder ist es mehr ein Stadt-Land-Thema, dass in den eher ländlichen Themen, dass so quasi der "Bauer" sagt, so ein Unsinn, wir haben jetzt Meerschweine seit Jahrzehnten immer einzeln gehalten und das hat ihnen nicht geschadet..., dieser neumodische Kram, die haben gar keine Ahnung. Wenn ich an ländliche Gegenden in Bayern, Hessen oder Badenwürttemberg oder auch die Schweiz denke, da gibt es auch Vorbehalte was eine artgerechte Tierhaltung angeht, denn die ältere Generation sieht das nicht ein. Das Umdenken kommt langsam und mit der jungen Bevölkerung, ausgehend von den Städten verbreitet sie sich auch langsam in den ländlicheren Regionen. Aber man darf sich davon nicht täuschen lassen, die Bauern sagen dir von wegen Tradition und wir machten das schon seit Jahrzehnten, aber man sieht dann doch auch die Einflüsse von Industrie und Co. zum Beispiel bei der Kaninchenhaltung, idyllische Fütterung mit Grünzeug und keine Pellets, so wie man das früher gemacht hätte/hatte als es noch keine Tierfutterindustrie gab (also vor 1850)? Pustekuchen! Da hatte dann mal die Mühle des Vertrauens in der Nähe dieses neumodische Zeug, Pressfutter, Kaninchenblöcke oder wie es dann genannt wurde, meist eben nicht Pellets. Anfänglich war der Bauer schon skeptisch, ja und an manchen Höfen blieb man wohl bei der günstigeren Gras-, Gemüse und Brotfütterung, aber der Fortschritt hielt oft auch Einzug, zuerst bei der Fütterung der Kühe und Schweine, der Aufzucht von Ziegen, Schafen usw. und irgendwann waren dann halt auch Hühner, Gänse, Kaninchen und Co. an der Reihe.

Was die Suche nach geeigneten Halter angeht für die eigenen Abgabetiere, wenn man die Möglichkeit hat, wählerisch zu sein, dann ist das gut. Was ich mir auch überlegt habe, da ich ja letzten Monat selbst in der Region Braunschweig, Harz, Magdeburg, Braunschweig war, die Distanzen sind ja eigentlich nicht soo weit vom Osten in den Westen, wenn man jetzt nicht sehr abgelegen wohnt. Wenn man sich da als Züchter einen guten Namen macht, wäre es durchaus auch möglich, dass man halt ein weiteres geografisches Gebiet abdeckt. Das ändert natürlich an der Öffentlichkeitsarbeit noch nicht viel und an der Tatsache, dass viele Leute immer noch an deutlich veralteten Vorstellungen hängen bleiben und ihren Tieren so eine bessere Haltung verwehren.

Was die Meerschweinchenforen angeht, die Sache mit den Mindestgrössen ist ein altes Problem. Die Schwierigkeit ist halt die, wenn man nach und nach die Mindestgrössen ein bisschen erhöht, dann ist das kontraproduktiv. Ich hab das gesehen beim Deguforum, wie man es auch machen kann. Dort gibt es eigentlich seit ziemlich am Anfang recht einheitliche Mindestgrössen, an denen wird festgehalten. Anfänglich gab es noch Übergangsempfehlungen, die als geduldet kommuniziert wurden und später als zu klein angesehen wurden, aber man wusste von Anfang an, dass man Tiere in solchen Käfigen nicht optimal hält. Man hält es nun seit vielen Jahren so, dass es die Mindestmasse gibt, zudem aber versucht man die Leute zu ermuntern, deutlich grössere Käfige zu bauen. Mindestmasse sind halt wirklich Mindestmasse, die Grösse, welche eine Unterkunft ohne grossen Luxus an Platz bietet, das Minimum für eine dauerhafte Haltung.
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BeitragVerfasst am: 08.04.2015 17:47    Titel: Re: Suche Infos zur Meerschweinchenhaltung Antworten mit Zitat

Bei den Degus darfst du nicht vergessen, wir haben ein ziemlich einheitliches Klientel - da ists noch einfach, sich auf eine Mindestgröße zu einigen.

Bei den Meerschweinchen haben wir sehr unterschiedliche Interessengruppen, die alle ihre eigenen Vorstellungen von Mindestmaßen haben - angefangen von Züchtern, die den Meerschweinchen übertrieben gesagt am liebsten nur soviel Platz zugestehen wollen, daß das Decken und das Ferkeln gerade noch so eben hinhaut, bis hin zu Idealisten, die am liebsten nur noch riesige Wohnzimmer für die Meerschweinchenhaltung sehen würden. Ich glaub, der erfolgversprechendste Weg geht hier über Ernährung, denn wenn ich meine Meerschweinchen wiesen- und bambusfüttere, ist der Stoffwechsel extrem, die Meerschweinchen schwimmen binnen von Stunden in einem 1qm Käfig ... will man nicht drei- bis viermal am Tag die Käfige säubern, muß man den Meerschweinchen größere Domizile zugestehen.

Gerade bei den Kaninchen waren es übrigens nicht die Landwirte, die zunehmend Milchprodukte, Bäckereinebenerzeugnisse etc verfütterten, sondern es waren die Rassekaninchenzüchter!
Ebenso hielten viele Landwirte so lange, wie irgend möglich, an den echten Stallhasen fest - Kaninchen, die sich frei im Rinderstall oder Ziegenstall bewegten und sich ihr Futter selbst suchten. War einfacher und billiger in der Haltung, wie Buchtenhaltung, auch wenn die Vermehrung ziemlich unkontrolliert ablief und man eben nicht die rassigen Belgischen Riesen herausbekam. Nur irgendwann wurde diese Art der Haltung schlichtweg verboten - die Alternative waren zu dieser Zeit Buchten, eine andere Haltung von Kaninchen kannte man nicht mehr ... anders die Rassekaninchenzüchter, welche schon in den 20er Jahren des 19.Jhr ihre Kaninchen einzeln in Buchten hielten und eben mit so ziemlich allem fütterten, was ihrem Zuchtziel förderlich erschien ... dort ist die tatsächlich treibende Kraft zu Buchtenhaltung und Pelletfütterung zu finden. Eine unkontrollierte Stallvermehrung hätte die Rassebildung bei Kaninchen unterbunden.
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BeitragVerfasst am: 09.04.2015 08:13    Titel: Re: Suche Infos zur Meerschweinchenhaltung Antworten mit Zitat

Zitat:

Gerade bei den Kaninchen waren es übrigens nicht die Landwirte, die zunehmend Milchprodukte, Bäckereinebenerzeugnisse etc verfütterten, sondern es waren die Rassekaninchenzüchter!

Nope, ich sprach nicht von zunehmend. Ich hab mich mit Leuten aus der Landwirtschaft unterhalten, da gehörte Brot und Milch bei ihren Erwähnungen dazu. Quantitativ kann ich es natürlich nicht beziffern, aber es wurde ganz natürlich neben anderem Futter wie Gras und Gemüse erwähnt.
Was die Rassekaninchenzüchter angeht, die sind wiederum eine eigene Spezies, wobei sich teils die Landwirtschaft und die RKZ vermischen, oftmals aber wohl auch nicht und es kommt da sicher auch stark auf die Region an: auf dem Land ist die Kombination rein statistisch gesehen viel wahrscheinlicher als in der Stadt. Auch sollte man bedenken, dass gerade auf dem Land die Vereine wohl eher wenig stark verankert waren, wobei sicher auch das je nach Region und Wohlstand der Gesellschaft sich änderte.

Zitat:

Ebenso hielten viele Landwirte so lange, wie irgend möglich, an den echten Stallhasen fest - Kaninchen, die sich frei im Rinderstall oder Ziegenstall bewegten und sich ihr Futter selbst suchten.

Es gab solche und jene... und oft machte die Veränderung vor den Landwirten nicht halt. Man merkte, dass es bequemer ist keine Kaninchen mehr zu halten und es vielleicht auch günstiger kommt das Fleisch allenfalls zu kaufen, bzw. Schweine und Kühe erträglicher sind und dann gabs halt erstmal keine Kaninchen mehr. Dann kamen die Kinder und wollten "eigene" Tiere, ok dann gibts halt Kaninchen... das hatte man früher schon. Bei der Fütterung schon etwas eingerostet, hört man sich doch etwas um und da stehen dann die Chancen nicht schlecht, dass man über Nachbarschaft, die Futtermühle des Vertrauens usw. halt schnell auch "neue" Fütterungsformen in die Haltung einfliessen und sich mit herkömmlichem Wissen vermischen.
Dass ein Bergbauer da konservativer sein dürfte, das kann ich mir gut vorstellen und wäre auch sinnvoll. Sie leben tendenziell auch noch stärker am Rande der Zivilisation und sind somit weniger den Trends der urbanen Gesellschaft ausgesetzt...

Zitat:

Bei den Degus darfst du nicht vergessen, wir haben ein ziemlich einheitliches Klientel - da ists noch einfach, sich auf eine Mindestgröße zu einigen.

Absolut, das machte es sicher einfacher, wobei die einheitlichere Klientel rührt auch daher, dass es von Anfang an nicht so viele gute Möglichkeiten gab, sich zu informieren. Im deutschsprachigen Raum führte zum Beispiel lange Zeit kaum ein Weg am Deguforum und dem Deguboard vorbei. Das gabs natürlich so bei den Meerschweinchen nie.

Zitat:

Bei den Meerschweinchen haben wir sehr unterschiedliche Interessengruppen, die alle ihre eigenen Vorstellungen von Mindestmaßen haben - angefangen von Züchtern, die den Meerschweinchen übertrieben gesagt am liebsten nur soviel Platz zugestehen wollen, daß das Decken und das Ferkeln gerade noch so eben hinhaut, bis hin zu Idealisten, die am liebsten nur noch riesige Wohnzimmer für die Meerschweinchenhaltung sehen würden.

Gut, die "Züchter" gibt es bei den Deguhaltern auch. Die Motive dürften vermutlich nicht so grossartig verschieden sein, zumal auch bei den Meerschweinchen viele lieber die Finger vom Züchten lassen würden. Was die seriösen Züchter angeht, da sieht man zumindest bei den Degus mittlerweile zaghafte Anfänge, die in die richtige Richtung gehen scheinen - aber viele sehen es halt nach wie vor bloss als "Experimentierkasten" und Betätigungsfeld um möglichst spektakuläre Farbmorphen zu bekommen. Die Themen, welche eine seriöse Zucht ausmachen, wie Wildformzuchtlinie, aussortieren von ungeeigneten Tieren, auch wenn sie noch so toll aussehen, ein Zuchtmanagement, das seinen Namen verdient usw. ist ja den meisten fremd.
Bei den Meerschweinchen geht das mit der Wildform ja eher schlecht und es gibt da auch Rassen, die es schon seit langer Zeit gibt. Da heisst die Devise, dass man sich auf ein paar wenige Mutationen/Farbschläge/"Rassen" fokussiert, was letztlich eine ähnliche Wirkung hat.

Zitat:

Ich glaub, der erfolgversprechendste Weg geht hier über Ernährung, denn wenn ich meine Meerschweinchen wiesen- und bambusfüttere, ist der Stoffwechsel extrem, die Meerschweinchen schwimmen binnen von Stunden in einem 1qm Käfig ... will man nicht drei- bis viermal am Tag die Käfige säubern, muß man den Meerschweinchen größere Domizile zugestehen.

Hast du gute Erfahrungen mit Bambus gemacht? Und nutztest du den schon bei den Meerschweinchen?
Ich bin ehrlich auch mit dem Gedanken am Spielen Bambus anzuschaffen für den Balkon, weil er recht ergiebig wäre und auch im Winter noch was... aber der Platz lässt mich vorsichtig sein bei Pflanzen, die erstmal viel Platz wegnehmen und bei denen ich nicht weiss, wie wertvoll sie als Menschen- oder Tierfutter sind. Daher würde mic die Sache schon interessieren.
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BeitragVerfasst am: 09.04.2015 11:50    Titel: Re: Suche Infos zur Meerschweinchenhaltung Antworten mit Zitat

Wenn du dir die Altmeister der Rassekaninchenzucht ansiehst, beispielsweise Friedrich Joppich, dann sind das Leute, die vom Lande kommen - wo sollten Städter denn auch den Platz hernehmen für Rassekaninchenzucht?
Rassekaninchenzucht für die Städter kam erst später ...

Der Druck auf die Landwirte, immer industrieller zu wirtschaften, beinhaltete auch, irgendwann es den Rassekaninchenzüchtern nachzumachen und die Kaninchen in Buchten einzusperren - was dann allerdings ein Riesenfutter- und Mistproblem ergab, denn so ein Kuhstall, da fährt man schnell mal mit den Maschinen durch ... aber Buchten, da muß jede einzelne Bucht händisch gemistet und mit Futter bestückt werden - kurzum, mit dem Verbot der freilaufenden Kaninchen im Viehstall hatten kaninchenhaltende Landwirte ein Problem! Sie mußten die Haltungssysteme der Rassekaninchenzüchter übernehmen ... der Zeitraum, in welchem Rassekaninchenzüchter auf Buchtenhaltung und Brot/Molkereiprodukte in der Kaninchenmast setzten, lag ca. bei ausgehendem 18.Jhr/Anfang des 19.Jhr. Die Zeit, wo die Landwirte Buchtenhaltung und Brotzufütterung übernahmen, lag nach den 20er Jahren nach dem Verbot, Kaninchen in Ställen freilaufend zu halten.
Das Ganze war eine pragmatische Entscheidung, warum sollten nichtrassekaninchenzüchtende Landwirte neue Haltungssysteme entwickeln, wenn die rassekaninchenzüchtenden Landwirte, Gärtner, Pelzer etc schon längst ein funktionierendes Haltungssystem hatten?
Es ist vollkommen unmöglich, bei dem Wahnsinns-Arbeitseinsatz in einer hochindustriellen Landwirtschaft in der damaligen Zeit, wo es eben noch nicht den Traktoreneinsatz wie heutzutage gab, für Kaninchen jeden Tag ein paar Kilo Wiese und Wegrand zu schnippeln ... die Wiese wurde eh gebraucht zum Heuen und das Heu wiederum wurde gebraucht für die rapide steigende Viehpopulation in den Ställen der Höfe.
Dazu kam, daß durch den wachsenden Viehbestand zusätzlich ja auch noch ein Mistproblem in den viel wichtigeren Viehställen einsetzte ... also noch mehr Arbeitseinsatz, den es noch nicht mal im 17.Jhr gab!

Wen du heute noch interviewen kannst, das sind die Kinder und Enkel derjenigen, die aus der Rassekaninchenzucht eine effektivere Kaninchenhaltung lernten ... ich mein, wir reden hier von Leuten, die schon vor 90 Jahren zwischen 20 und 60 waren. Die müßten nun mind. 110 Jahre alt sein und noch leben, das du sie interviewen kannst.
Schon die Kinder hatten die freilebenden Stallpopulation von Kaninchen komplett vergessen, das war nicht mehr zeitgemäß ... die Stallhasen"plage" taucht nur noch in alten Landwirtschaftsbüchern auf. Und mit dem Einsatz der Kaninchen in Buchten ging automatisch auch das Zufüttern von Brot, Molkereiprodukten etc einher, es ging zeitmäßig auch gar nicht anders. Spätestens dann in den 60er Jahren hatten wir genau aus diesem Grund den Siegeszug der Pellets auch bei den Mastkaninchenhaltern auf dem Lande.
Unterbrochen wurde diese Entwicklung einzig durch den zweiten Weltkrieg ... da wurde zwangsweise wieder gesammelt, man konnte ja nix mehr kaufen. Nur deshalb gibt es überhaupt noch Menschen, die wissen, wie man Wegrand und Wiese für die Kanickel sammelt ... ansonsten wäre es eine nahtlose Entwicklung hin zu PHW a la Chinchilla geworden ...

Auch die ersten Kaninchenzuchtvereine gründeten sich auf dem Land, nicht in der Stadt ... klar - die Rassekaninchenzüchter lebten ja mehr oder weniger auf dem Land, in der Stadt gabs nur wenige Züchter.

Zitat:
Hast du gute Erfahrungen mit Bambus gemacht? Und nutztest du den schon bei den Meerschweinchen?
Ich bin ehrlich auch mit dem Gedanken am Spielen Bambus anzuschaffen für den Balkon, weil er recht ergiebig wäre und auch im Winter noch was... aber der Platz lässt mich vorsichtig sein bei Pflanzen, die erstmal viel Platz wegnehmen und bei denen ich nicht weiss, wie wertvoll sie als Menschen- oder Tierfutter sind. Daher würde mic die Sache schon interessieren.

Ja, ich hab sehr gute Erfahrungen mit Bambus und Meerschweinchen gemacht - und nicht nur ich ...
Hier mal ein Thread aus den Anfängen, wo noch kaum jemand Bambus an die Meerschweinchen verfüttert hatte ... das Ganze hatte sich dann vom Tierplaneten in relativ kurzer Zeit über verschiedene Foren verbreitet und von überallher kommen nur positive Berichte.
Damals hatten wir noch überlegt, ob es große Unterschiede geben könnte mit den verschiedenen Bambusarten ... inzwischen ist es so, daß bislang keine im Handel befindliche Art zu Problemen führte und alle Bambusarten mehr oder weniger gut angenommen werden von den Meerschweinchen. Sie stellen sich auch als deutlich gesünder heraus, wie Gemüse (was eigentlich klar ist, denn Meerschweinchen sind Grasfresser, keine Gemüsefresser ... )
Tierplanet: Bambus
Ansonsten nutze ich Bambus nicht mehr bei Meerschweinchen, weil ich schon seit Jahren keine Meerschweinchen mehr habe.

Wenn du nach Bambus Meerschweinchen googelst, solltest du eine Vielzahl an Treffern landen ...
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BeitragVerfasst am: 13.04.2015 03:25    Titel: Re: Suche Infos zur Meerschweinchenhaltung Antworten mit Zitat

Ich hab das irgendwie etwas übersehen. Wegen dem Bambus, hab da auch selbst noch was gefunden:

Zitat:

ein großer Garten gibt doch was her: sie frisst Bambus- und Rosenblätter, was auch gleich ihren Appetit auf anderes Fri Fu angeregt hat

Kann also nur jedem Meerschweinbesitzer raten, sich im Garten Bambus anzupflanzen, geht bestimmt auch im Kübel auf dem Balkon

Quelle: http://www.meerschweinforum.de/bitte-hilfe-schwein-frisst-nur-paprikakerne-t305643.html


Der Thread ist ein bissle eigen...

Zitat:

...wg. Bambus habe ich extra mal bei einer Giftzentrale in der Schweiz angefragt mit der Fragestellung, ob Meerschweinchen Bambus fressen dürfen ( wir haben nämlich welchen in Nähe des Freilaufs draußen). Die Antwort war, dass mancher giftig sei, anderer nicht. Also keine pauschale Empfehlung als Futterquelle.
Nur so als Hinweis.

Quelle: Ebenda

Made my day...

Es kommt aber noch besser:
Zitat:

Auszug aus der Datenbank der Vetpharm Schweiz =ein toxikologisches Institut der CH

Bambusa arundinacea
Arzneipflanzen
Giftpflanzen


Deutsch Gewöhnlicher Bambus
Franzoesisch Bambou
Italienisch Bambu
Englisch Golden Bamboo; Buddha's Belly Bamboo

Familie / Taxonomie

● Poaceae (Süssgräser)

Pflanzentyp / Habitat

● Zimmerpflanze & Gartenzierpflanze

Toxikologie / Giftigkeit

● Giftpflanze: giftig +

Verbreitung
Zimmerpflanze, Gartenzierpflanze; Südost-Asien, Madagaskar, Afrika, in vielen tropischen und subtropischen Gebieten der Welt: Süd-Afrika, Nord-Australien, Mittel- und Süd-Amerika, Südsee- und Karibik-Inseln.


Beschreibung
(...)

Giftige Pflanzenteile
Ganze Pflanze."


Man kann Glück haben oder auch nicht.


Quelle: http://www.meerschweinforum.de/bitte-hilfe-schwein-frisst-nur-paprikakerne-t305643-p2.html

Alle irrelevanten Daten sind angegeben, aber das wichtigste fehlt:

Ja ich weiss, es ist ein kleines bisschen Kompliziert, denn man müsste das "giftig" anklicken, da würde man dann folgende Informationen bekommen:

"Hauptwirkstoffe
Bambussprossen: Cyanogene Glycoside; Blätter: unbekannt."

Ich fasse kurz zusammen, die allseits bekannten cyanogenen Glykoside (ja man müsste jetzt wissen, was das ist), die so giftig nun eben auch wieder nicht sind und sie befinden sich primär in den Sprossen (ganz jungen Trieben). Ausserdem heisst es da, dass über den Giftgehalt in den Blättern nichts bekannt sei. Wer sich ein bisschen mit den cyanogenen Glykosiden auskennt, dem dürfte vertraut sein, dass diese insbesondere in jungen Pflanzenteilen und bei den Rosengewächsen auch gerne in den Samen eingelagert werden. Ältere Blätter sind wahrscheinlich da weniger davon betroffen, gilt wohl doch der Schutz in erster Linie der neu wachsenden Triebsprossen. Und selbst wenn die Blätter giftig wären, cyanogene Glykoside schmecken bitter, man kennt es von den Bittermandeln. Tiere wie auch Menschen fressen da nicht einfach aus Jux sowas in grösseren (und damit in schädlichen) Mengen. Aber klar, man kann Fütterungstests an Tieren machen, indem man sie aushungert, bis sie aus Not sowas fressen oder noch einfacher, man verabreicht es ihnen zwangsweise, zum Beispiel in die Venen, die Bauchhöhle, unter die Haut usw. sowas ist beliebt, bei den berüchtigten LD50-Tests.

Gehen wir dann einen Schritt weiter und klicken noch auf die Veterinärtoxikologie, dann erfahren wir weitere wertvolle Infos:

Vergiftungen gibt es bei Pferden und Kälber. Erstere sollen Bambusblätter gefressen haben, die ihnen nicht so bekömmlich waren. Sie entwickelten zwar einige ernsthafte Symptome, darüber temporäre Blindheit, überlebten die Sache aber offenbar.
Bei den Kälbern wurde ihnen ein wässriges Bambussprossenextrakt verabreicht (wieso? welche Konzentration?). Das überlebten sie dann nicht so wirklich... sehr natürlich klingt die Beschreibung letztlich nicht, daher ist der Nutzen dieser Beobachtung m.e. doch eher zweifelhaft.

Man könnte aber auch bei der Bambusart ansetzen, wie die nachfolgenden Kommentare es taten:

Zitat:

Zoos bauen Fargesia Arten an jedem freien Fleck an weil die schon lange wissen was das für ein tolles Futter der ist um vorallem im Winter ihre Pflanzenfresser (einschließlich die Futtertiere wie Meerschweinchen) mit Frischkost zu versorgen.
Der Dresdner Zoo hat erst kürzlich riesige Flächen damit bepflanzt um ihn dann zu ernten. Und das nicht nur für die kleinen Pandas Wink

Quelle: http://www.meerschweinforum.de/bitte-hilfe-schwein-frisst-nur-paprikakerne-t305643-p3.html


und

Zitat:

Ich hatte folgende Info mal gelesen:

Die in Gartenbetrieben angebotenen Bambuspflanzen sind alles Fargesia-Sorten, die allesamt ungiftig sind.

Seitdem habe ich beim Kauf darauf geachtet und dies bestätigt gefunden. Der Chef der hiesigen Gärtnerei hatte mir das auch so erklärt.

Quelle: Ebenda


und

Zitat:

Bei Bambus hat man normalerweise 2 Arten im Garten, Fargesia und Phyllostachys, beide eignen sich als Futterpflanze.

Quelle: Ebenda


Und das Fazit daraus? Nun das ist jetzt eben nicht, das ist alles so unsicher und es könnte doch gefährlich sein, wir haben doch viele sichere Alternativen... man kann sich die Sache sehr einfach machen, man kann aber auch die Situation realistisch und pragmatisch einschätzen und zum Schluss kommen, dass es beim Kauf nicht so schwer ist, die Bambusart zu überprüfen und beim Füttern es nicht schaden kann, wenn die Tiere erstens Auswahl haben und genug an ungiftigen Pflanzen und zweitens, dass ma beobachtet, ob sie ihr Futter fressen. Wenn was öfters liegen bleibt, könnte es vielleicht giftig oder unbekömmlich sein und wird von den Tieren unter normalen Umständen nicht in grösseren Mengen benötigt.

edit:
Ich glaube ich werde vergesslich. Thema Bambus, anno 2010 sehr ausführlich hier (jaa, in unserem Forum) abgehandelt:
http://www.degupedia.de/forum/viewtopic.php?t=1881
Was will man da eigentlich noch mehr? Wink
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