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 Betreff des Beitrags: Einfluß der Kindheit auf späteres Sozialverhalten
BeitragVerfasst: 07.11.2011, 11:29 
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Flora ist ja hier geboren und aufgewachsen. Im Mom st sie 7 Monate alt. Sie ist ein sehr gut sozialisiertes Chinchillas, welches sich mit bisher jedem Chin völlig problemlos verstanden hat. Sie ist stets freundlich und nimmt das neue Chins sofort in ihre Familie auf, kuschelt etc. Ansonsten ist sie vom Wesen her aber vollkommen das Gegenteil: wild, frech, hyperaktiv, aber auch absolut selbstbewusst und schlau!

Flora ist in einer intakten 4er Gruppe aufgewachsen: Mama, sie, "Tante" Lavazza und "Ziehpapa" Bruce. Emma und Bruce waren zahme Chins Lavazza eher weniger. Alle drei erwachsene Tiere haben sich sehr gut um Flora gekümmert.

Denkt hr, dass sie das positive Sozialverhalten Floras aus ihren positiven Erfahrungen in der Kindheit entwickelt hat bzw inwiefern spielt beim Sozialcharakter das soziale Umfeld, in dem es aufgewachsen ist, eine Rolle für spätere Interaktion mit Artgenossen? Und wieviel macht das Genetische aus?

Viele Züchter machen ja Kindergartengruppen auf - wie sinnvoll ist sowas? Brauchen Kinder nicht auf Erwachse als Orientierung? was wäre das Optimum zum Großwerden? Ist es nicht problematisch, dass bei den meisten Züchtern die Kids nur bei der Mutter und den - wenn vorhanden - Geschwistern großwerden und nicht in einer Gruppe wie es in der Natur der Fall ist?

Ich hab hier ein Weibchen vom Züchter sitzen, die alles andere als unproblematisch ist. Von der Vorbesitzerin weiss ich, dass sie Mutter sehr ähnlich war - Zufall?

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 Betreff des Beitrags: Re: Einfluß der Kindheit auf späteres Sozialverhalten
BeitragVerfasst: 07.11.2011, 13:49 
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Wir haben ja beispielsweise Amy von einer Züchterin, wo die Jungtiere in der Regel auch mit 3 Erwachsenen aufwachsen. Mamma, "Tante" (meist Schwester der Mama) und Papa. Sie halten die meisten Zuchtgruppen so. Amy war soweit auch gut sozialisiert, jedoch hatte sie trotzdme ihre Zickphase in der Pupertät was schlussendlich zum Bruch der Gruppe führte.
Ginger wuchs 6 Monate lang bei der Mama auf, war eher sehr scheuh und zurückhalten. Aber trotzdem sehr sozial.
Es ist schwer zusagen, wie viel Einfluss die Kindheit und wieviel Einfluss halt einfach die individuellen Charaktere und Konstellationen haben.

Aber ich denke nicht, dass es einen so starken Einfluss wie z.B. bei Hunde hat, wo man sehr darauf achten muss dass Hundi genug Erfahrung mit Artegenossen sammelt da er sonst später unveträglich wird mit anderen Hundne, oder schlichtweg kein Interessse mehr hat...

Ich denke wichtig ist, dass die Chins halt mindestens in einer Gruppe aufwachsen und nicht alleine sitzen nach z.b. den obligaten 10 Woche...


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 Betreff des Beitrags: Re: Einfluß der Kindheit auf späteres Sozialverhalten
BeitragVerfasst: 07.11.2011, 13:56 
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Beiträge: 6114
OK danke für deine Meinung, auch wenn ich denke, dass eben nur Mutti oder Geschwister nicht ausreichen um richtig sozialisiert zu werden, es sei denn die genetische Sozial-Komponente ist stark ausgeprägt.

Übrigens verlinke ich mal quer, hab das interessante Thema in zwei anderen Foren aufgemacht:
http://www.tierpla.net/allgemein/einflu ... 12822.html
http://chinchillaschutz.forumieren.com/ ... lverhalten

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 Betreff des Beitrags: Re: Einfluß der Kindheit auf späteres Sozialverhalten
BeitragVerfasst: 07.11.2011, 14:05 
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Beiträge: 434
Interssante Links. Vor allem dass es anscheinend noch einen grossen Unterschied macht ob Männchen oder Weibchen.
Ich hab hier eigentlich nur Tiere, die alle in grösseren Gruppen (3+) "augewachsen" sind. Soweit ich weiss haben aber alle Tiere Mutter und Vater gehabt, durften also mit denen aufwachsen.
Wobei Dolly und die beiden Notchins später auch in grösseren Gleischgeschlechtlichen Gruppen lebten (Kindergarten bei Dolly, Notfallgrossgruppe bei den anderen zwei Mädels).

Unser Pinto wurde aber von seinen Vorbesitzern als Ziehvater eines Kleinen "missbraucht", da Mamma gestorben ist... Ich muss sagen, er was das verträglichste und friedlichste Chin von allen. Ich weiss aber leider nicht wie er aufgewachsen ist.... Aufjedenfall hatte er immer mal wieder andere Gspändli in seiner Gruppe.


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 Betreff des Beitrags: Re: Einfluß der Kindheit auf späteres Sozialverhalten
BeitragVerfasst: 07.11.2011, 20:55 
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Das Thema wird in Rennmauskreisen schon lange bearbeitet, gerade da viele sogenannte Züchter dies gerne aus den Augen lassen und sich dann über diverse Probleme beklagen, die gerne den "Genen" in die Schuhe geschoben werden. Erfahrene Halter aus dem Bereich der Exotenliebhaber dagegen waren sich der Bedeutung dieses Themas bewusst und hatten offenbar deshalb deutlich weniger Probleme auch mit den sogenannten WFNZ (Wildfangnachzuchten, blödes Wort, ich weiss), die sonst als schwierig galten.

Der Fehler in der Rennmauszucht, es wurde früh getrennt, Gruppen auseinandergerissen, den Jungtieren fehlten natürliche Familienstrukturen bestehend aus älteren Geschwistern (sozial infertile Helfer-Tiere, meist Weibchen) und dem Gründerpaar (Männchen mit Weibchen, das als einziges reproduktiv aktiv ist, wobei junge Männchen teilweise eindringen und die Chance wahr nehmen bei günstiger Gelegneheit das Gründerweibchen zu decken).

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 Betreff des Beitrags: Re: Einfluß der Kindheit auf späteres Sozialverhalten
BeitragVerfasst: 07.11.2011, 20:58 
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Moderator und Technik
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Das Thema hatte ich unter dem Titel "problematische Wildmongolen" damals im Rodent-Info Forum aufgegriffen:
http://www.rodent-info.net/forum/viewto ... =24&t=3968
Wobei die Diskussion ursprünglich im Degupedia-Forum entstanden ist... Murx gab mir damals den entscheidenden Denk-Input mit ihrer liebevollen Wortkreation "Hutschachtelmongolen":
http://www.degupedia.de/forum/viewtopic ... 3218#13218

Interessant an der ganzen Geschichte ist übrigens auch noch, dass sich kurz darauf jemand meldete, der zu jenem Zeitpunkt noch Wildmongolen züchtete, obwohl das Thema seine grosse Blüte einige Jahre zuvor hatte und man in den grossen Rennmausforen kaum mehr darüber sprach. Die ganze Diskussion zog sich dann noch über weitere Threads hin und es entstand ein interessanter Austausch von Informationen, Meinungen und Erfahrungen.

edit:
Die ganze Geschichte geht noch einige Jährchen weiter zurück und zwar schon im 2007, also zu CI-Zeiten, da hatte ich mal eine Diskussion um artgerechte Exotenhaltung vom Zaun gebrochen, wo dann schnell die natürlichen Gruppenstrukturen ins Spiel kamen inklusive Vermehrung und Aufwachsen in der Familienstruktur. Leider kann man den Text nur schlecht lesen, da die Sonderzeichen verstümmelt wurden:
http://www.rodent-info.net/forum/viewto ... =35&t=3261

edit2:
Von dem Forschungsteam um Norbert Sachser, welches an der Uni Münster mit Meerschweinchen forscht gibt es ziemlich umfangreiche Erkenntnisse zur Bedeutung der Sozialstruktur und wie das Gruppengefüge letztlich das Verhalten im adulten Alter beeinflussen kann. Die Hausmeerschweinchen können im Gegensatz zu den Wildmeerschweinchen relativ komplexe Gruppenstrukturen aufbauen und können so auch bei relativ hohen Tierdichten relativ stressarm zusammenleben, was bei den Wildmeerschweinchen nicht klappen würde. Die leben typischerweise 1 Männchen mit ein paar Weibchen zusammen in einer Kleingruppe.

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 Betreff des Beitrags: Re: Einfluß der Kindheit auf späteres Sozialverhalten
BeitragVerfasst: 07.11.2011, 23:33 
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hallo,

ich hätte dazu auch mal was anderes,

unzwar hatte ich ja damals mia in einem zooladen gekauft mit 12 wochen, und da ich es nich anders wusste, wuchs sie fast 1 jahr alleine auf,eider :( ....daher denke ich auch ist sie so extrem auf mich bezogen,
ich hab aber gemerkt, das ihr alleinsein sich nicht wirklich aufs spätere leben ausgewirkt hat,
denn sie ist sehr sozial, sie nimmt jedes chin mit freundlichen armen auf, sie ist nie aggressiv oder sonst was, außer man kommt ihr die ganze zeit blöd....

demnach ist sie sehr sozial, obwohl sie eigentlich nicht in einem sozialen verband aufwuchs....

inwiefern da genetik im spiel is kann ich nich sagen, ich kenne die elterntiere nich..


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 Betreff des Beitrags: Re: Einfluß der Kindheit auf späteres Sozialverhalten
BeitragVerfasst: 08.11.2011, 00:29 
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Sie lebte zuvor aber vllt. in einer Gruppe und im Zoohandel leben die Chins normal auch nicht alleine. Und dann natürlich die genetische Komponente.

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 Betreff des Beitrags: Re: Einfluß der Kindheit auf späteres Sozialverhalten
BeitragVerfasst: 08.11.2011, 08:41 
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Team Helfer
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ja klar,
ihre ersten 12 lebenswochen lebte sie zusammen mit ihrer schwester, oder davor, keine ahnung, aber ich hätte auch eher gesagt, das besonders das erste jahr auch prägend ist, udn da war sie nunmal alleine..


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 Betreff des Beitrags: Re: Einfluß der Kindheit auf späteres Sozialverhalten
BeitragVerfasst: 08.11.2011, 09:30 
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Team Helfer
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oder was meinst du denn genau mit kindheit,
also welche zeitspanne meinst du hat einfluß auf das spätere sozialverhalten?


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 Betreff des Beitrags: Re: Einfluß der Kindheit auf späteres Sozialverhalten
BeitragVerfasst: 08.11.2011, 12:48 
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ehemalige Moderatorin
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Von der Geburt an bis nach der Pubertät, wobei beim Menschen das Säuglings- und Kleinkindalter am wichtigsten sind und bei Chins wahrscheinlich auch.

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