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 Betreff des Beitrags: Re: Zu "Was sind Giardien?" / Giardien-Mythen
BeitragVerfasst: 21.04.2011, 19:00 
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Pyramidenspitze
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Das gilt für Menschen, Kaninchen und Ratten, weil Heu für uns, für Kaninchen und für Ratten nahezu unverdaulich ist, wir und Ratten haben erst gar keine Gärkammer im Blinddarm, Kaninchen haben da zwar eine, aber mit einem sehr effektiven Sortiermechanismus, durch den kein Cellulosemolekül durchpaßt - aber Chinchillas haben einen Blinddarm, durch dessen Eingang Cellulosemoleküle passen - die Cellulose verbleibt also für einige Tage im Blinddarm und wird von Bakterien zu Glucose verarbeitet - bei zu wenig Wasser in der Nahrung spart das Chinchilla Wasser und dickt nun auch noch den Blinddarmbrei ein - das wiederum führt dazu, daß es zwar noch feucht genug für Giardien ist, jedoch einige Bakterien sich vorsichtshalber abkapseln - und damit bleibt den munteren Giardien das gute Futter a la Glucose ...

Heu besteht hauptsächlich aus den Grasstengeln kurz vor oder während der Blüte, hat also noch einen sehr geringen Ligningehalt (Lignin wird im Blinddarm zu für Giardien giftigen Phenolen abgebaut) und sehr geringen Alkaloidgehalt, da nur vergleichsweise wenig alkaloidreiche Blätter von Kräutern im Heu erhalten bleiben (Stichwort Bröckelverluste). Da ist nix mehr, was die Giardien daran hindern würde, sich bei guter Nahrungsgrundlage prächtig zu vermehren. Und wenn viele Giardien im Blinddarm sitzen, dann werden auch Viele von ihnen in den Dickdarm geschoben und können dort Unheil anrichten.

Getrocknete Kräuter, solange es nicht nur die Stengel sind (die berühmten Petersilienstengel sind gleichwertig mit Heu ... ), sind reich an Alkaloiden und verschiedenen anderen, in Gräsern nicht vorkommenden, Wirkstoffen - die meisten davon wirken wachstumshemmend auf Giardien oder immunstimmulierend, also sorgen dafür, daß die Körperabwehr besonders effektiv gegen Giardien vorgehen kann.

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 Betreff des Beitrags: Re: Zu "Was sind Giardien?" / Giardien-Mythen
BeitragVerfasst: 22.04.2011, 18:12 
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Fienchen kam hier (so wurde mir zumindest mitgeteilt) mit diagnostizierten Giardienbefall an.

Symptome: keine
Behandlung: keine
dann war klar: schwanger
"Hygiene-Maßnahmen": keine
nach Rücksprache mit meiner Tierärztin: prima "Maßnahmen" meinerseits :twisted: bloß nichts daran ändern

Ich hab - außer Mehlsaaten (wegen Bob) - alles hingestellt, was ich in die Finger bekommen habe. Fienchen hat gefuttert wie ein Weltmeister. In den letzten 1 - 2 Wochen vor der Geburt fast ausschließlich Goji-Beeren, Pinienkerne und frische Kräuter. Heu wurde damals schon kaum gefressen. Ich biete es zwar alle paar Monate wieder mal an, aber die paar Halme, die rausgezupft werden sind wohl eher als Höflichkeitsgeste mir gegenüber gemeint :lol:


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 Betreff des Beitrags: Re: Zu "Was sind Giardien?" / Giardien-Mythen
BeitragVerfasst: 22.04.2011, 20:11 
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Püh noch so eine verrückte :lol: Und du bist tasächlich nicht umgezogen? Keine neue Wohnung? Stadt? Land? - du Tierquäler! :D

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 Betreff des Beitrags: Re: Zu "Was sind Giardien?" / Giardien-Mythen
BeitragVerfasst: 23.04.2011, 14:47 
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Ich hab mich damals im Internet wegen Giardien umgelesen. Reaktion:
1. wir werden alle krank - so ein Mist :twisted:
2. Gott sei Dank kein Geld, um alle im Netz befohlen...äh ... empfohlenden Maßnahmen durchzuführen, daher schlicht alles bleiben lassen
3. Denkapparat benutzt und Fienchen gefüttert, was sie wollte

Nur Bob mußte, als er Durchfall mit Fibrinüberzug hatte, daran glauben und wurde flugs zum Arzt transportiert. Es gab BBB und keine Untersuchung auf Giardien.
Stellte sich heraus: 2 Tage später kam Jelo auf die Welt und Bob verwandelte sich in die Super-Mami. Er war schon knapp 2 Wochen vorher ziemlich durchgeknallt, hat stark abgenommen, keine Leckerli mehr genommen und sobald Fienchen einen Mucks gemacht hat, kam er zügig angelaufen.
Die Tierärztin hat Tränen gelacht, als ich ihr gesagt habe, dass das Kind da ist und Bob "geheilt". Nun heißt Bob bei ihr nicht Dotscherl, sondern Super-Papi :lol:


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 Betreff des Beitrags: Re: Zu "Was sind Giardien?" / Giardien-Mythen
BeitragVerfasst: 23.04.2011, 15:25 
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Pyramidenspitze
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:lol:

Und ich dachte, die Übertragung der Gefühle, Sorgen etc pp bei Schwangerschaft auf den Mann gäbs nur beim Menschen ... :D

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 Betreff des Beitrags: Re: Zu "Was sind Giardien?" / Giardien-Mythen
BeitragVerfasst: 24.04.2011, 15:05 
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Fienchen hat gesäugt (hätte Bob übernommen, wenn es möglich gewesen wäre) und sich ab und zu voll Verzweiflung auf das Kind gelegt (damit mal geschlafen werden kann). Ansonsten war Bob die Mami. Hat sich auch bis heute nicht wirklich viel dran geändert... :lol:


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 Betreff des Beitrags: Re: Zu "Was sind Giardien?"
BeitragVerfasst: 02.05.2011, 23:22 
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Kaktus hat geschrieben:
- karge rohfaserreiche Kost ist bei Giardien anzuraten (bei uns leider nicht machbar, da Emma ja säugt!)

Hierzu drei Quellen:

Zitat:
Während der Therapie sollten keine Milchprodukte und kein kohlenhydratreiches Futter verabreicht werden

Quelle: Josef Boch,Thomas Schnieder, Rudolf Supperer: „Veterinärmedizinische Parasitologie“

Zitat:
Giardien ernähren sich von Kohlenhydraten im Darm, sie zerstören die Darmschleimhäute und lösen dadurch schleimige Durchfälle aus.

Quelle: http://www.tierarzt-homoeopathie.de/ind ... 4ef657d540

Zitat:
Sie [die Giardien] sind auf gelöste Nahrung angewiesen, vorzugsweise auf gelöste Kohlenhydrate, die sie über sogenannte Pinozytose „einschlürfen“.“

Quelle: http://www.vizslanews.de/Formulare/DHM_0309_06_15.pdf

Da einige Chins wohl bei Giardien abnehmen und die Leute sich deshalb nicht trauen auf Kohlenhydrate zu verzichten: Ölsamen sind z.B. gut zum Gewichthalten und enthalten kaum Kohlenhydrate deshalb gebe ich bei Giardien diese als Kraftfutter und nichts Getreidehaltiges, kein (getr.) Obst, kein (getr.) Gemüse (bis auf karges Blattgemüse wie Möhrengrün o. Chicoree) mehr. Ansonsten ist viel Rau- und Grünfutter wichtig, da karg und faserig und kein Nährboden für Parasiten. Ein Probiotikum unterstützt die Darmflora ins Gleichgewicht zu bringen, Kohlenhydrate hindern es daran, wenn man bedenkt, dass nicht nur Giardien Zucker lieben, sondern auch zig andere Magen-Darm-Erreger wie Hefen oder E. Coli-Bakterien. Generell stören Kohlenhydrate das Gleichgewicht der Darmflora und haben in größeren Mengen in Chinchillamägen nichts zu suchen...

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 Betreff des Beitrags: Re: Zu "Was sind Giardien?" / Giardien-Mythen
BeitragVerfasst: 02.05.2011, 23:43 
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Pyramidenspitze
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Karg heißt
Zitat:
[1] bezüglich Bezahlung, Nahrung, Zeit, und so weiter knapp, gering bemessen
[2] bezüglich Anerkennung, Begeisterung, Zuspruch; Bericht, Nachrichten; Lichtquelle, und so weiter knapp, gering bemessen
[3] Landwirtschaft: ertragsarm
[4] mit dem, was man zu geben bereit ist, zurückhaltend
[5] veraltend: penibel darauf achtend, so viel wie möglich für sich zu behalten

Quelle: http://de.wiktionary.org/wiki/karg
Viel Rau- und Grünfutter, da karg (= knapp bemessen), ist ein widerspruch in sich - entweder gibst du karg Rau- und Grünfutter, oder viel Rau- und Grünfutter.
Beides wäre etwa so wie "Dunkel wars, der Mond schien helle ... "
Wir brauchen eine derartig karge Mehlsaatengabe, daß keine Mehlsaat mehr beim Chinchilla ankommt und eine möglichst reiche Rau- und Grünfuttergabe, die schon wieder ad lib ist ... ;)

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 Betreff des Beitrags: Re: Zu "Was sind Giardien?" / Giardien-Mythen
BeitragVerfasst: 02.05.2011, 23:57 
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Ich habs: http://synonyme.woxikon.de/synonyme/karg.php :lol:
Bei so vielen Synonymen kann sich jeder was aussuchen :D u.a. heisst "karg" "tot" oder "trostlos" d.h. Pellets = tote Kost, trostlose Kost - passt doch ;)

Ne karg = mager, energiearm - fertisch :-p

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 Betreff des Beitrags: Re: Zu "Was sind Giardien?" / Giardien-Mythen
BeitragVerfasst: 03.05.2011, 00:08 
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Pyramidenspitze
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energiearm ist auch falsch ... es gibt kaum ein natürliches Energiekonzentrat, was noch konzentrierter ist, wie Ölsaaten, und die sind erlaubt ...
Sags doch einfach, zucker- und stärkearm ... das versteht (hoffentlich) jeder.

Und mit den Synonymen solltest du auch vorsichtig sein, denn das Synonym für hell ist auch klug ... siehe auch ein helles Köpfchen, ein kluges Köpfchen.
Dennoch ist ein heller Tag kein kluger Tag ...

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 Betreff des Beitrags: Re: Zu "Was sind Giardien?" / Giardien-Mythen
BeitragVerfasst: 08.05.2011, 00:17 
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Ich will kein Spielverderber sein, aber auch Ölsaaten können im zweistelligen Bereich Kohlenhydrate enthalten. Der Name sagt im Prinzip nur aus, dass mehr Fett als Kohlenhydrate in den Samen drin ist oder mit anderen Worten, ausser dass weniger als 50% Kohlenhydrate drin sein muss, sagt es also nichts über den Kohlenhydratanteil selber aus.

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 Betreff des Beitrags: Re: Zu "Was sind Giardien?" / Giardien-Mythen
BeitragVerfasst: 21.07.2012, 18:50 
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Mehrere Tierärzte, darunter auch Dr. Juliana Bartl aus München (Autorin des GU Ratgeber Chinchillas) empfehlen offenbar Giardien nicht zu behandeln, wenn keine Symptome vorhanden sind:

Zitat:
Als unsere Chins Giardien hatten haben wir in unserer Verzweiflung die Chinchilla-"Expertin" Dr. Juliana Bartl angeschrieben, [...]

Sie hat uns dazu geraten Giardien nur zu behandeln wenn sich Symptome zeigen, also Gewichtsverlust, Durchfall etc. (Die gleichen Aussagen haben wir auch von unserem örtlichen TA und von der Tierklinik in Seligenstadt erhalten.)
Sie ist der Auffassung, dass Giardien sehr wohl "normal" sind, nur dass halt der Befall unterschiedlich stark oder schwach ist. Ganz weg bekommt man die Viecher laut ihrer Aussage nicht.

Quelle: http://www.chinchillaforum.net/viewtopi ... 95#p122395

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