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 Betreff des Beitrags: Brehms Tierleben
BeitragVerfasst: 19.08.2009, 09:10 
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Pyramidenspitze
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Registriert: 08.05.2007, 16:20
Beiträge: 5780
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Ich hab noch mal in Brehms Tierleben von 1900 geschmökert und bin da auf für mich Erstaunliches gestoßen:

Zitat:
In früheren Zeiten soll die Chinchilla bis zum Meere herab auf allen Bergen ebenso häufig vorgekommen sein wie auf der Höhe, gegenwärtig findet man sie bloß hier und da und immer nur vereinzelt in dem tieferen Gebirge. Die unablässige Verfolgung, welcher sie ihres Felles wegen ausgesetzt ist, hat sie in die Höhe getrieben.

Brehms Tierleben über das Kurzschwanzchinchilla (Chinchilla brevicaudata)
Hervorhebung durch Fettschrift durch meinereiner

Wenn die jedoch tatsächlich bis zur Küste vorkamen, müßten sie doch auch nach meinen kaum vorhandenen Geografiekenntnissen in der Atacama, vor allem den felsigen Regionen, vorgekommen sein, oder?
Das würde jedoch heißen, wir haben es nicht mal beim Kurzschwanzchinchilla mit einer Hochgebirgsart zu tun, sondern vielmehr mit einer Wüsten- und Geröllhaldenart, die bis in große Höhen der Anden vordrang!

Also nix mit Chinchilla als reine Hochandenbewohner, die sind nur bis dahin zurückgedrängt worden durch diese unseelige Pelzjagd und zwar beide Arten!

Hat mal jemand ne Zeitmaschine?
Im Brehms Tierleben ist das so klasse beschrieben mit den 1000enden von Chinchilla, die den einsamen Wanderer umlagern und selbst in der kargsten Region erfreuen, ich will das auch erleben ... *seufz*

_________________
Marx ist die Theorie
Murx ist die Praxis!

zum Thema Chinforen: Da muasch drieberschdeiga end derfsch di ned drum bucka


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 Betreff des Beitrags: Re: Brehms Tierleben
BeitragVerfasst: 19.08.2009, 11:45 
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Schlangenbeschwörer
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Registriert: 15.02.2008, 18:36
Beiträge: 610
Wohnort: Genthin
Ich komme mit ;) Sagst Bescheid ja?

Übrigens interessantes Argument. Vieleicht sollte man dahingehend noch weiter nach Angaben suchen.

_________________
LG Dana


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 Betreff des Beitrags: Re: Brehms Tierleben
BeitragVerfasst: 20.08.2009, 20:38 
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ehemaliger Moderator
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Registriert: 01.05.2007, 22:24
Beiträge: 2807
Zitat:
Das würde jedoch heißen, wir haben es nicht mal beim Kurzschwanzchinchilla mit einer Hochgebirgsart zu tun, sondern vielmehr mit einer Wüsten- und Geröllhaldenart, die bis in große Höhen der Anden vordrang!


Nee, das ist mir noch zu murxistisch unausgearbeitet. ;)

Stehen denn dazu nicht auch die Ergebnisse und Schlußfolgerungen aus http://www.dbbe.fcen.uba.ar/materias/fa ... la2008.pdf in Widerspruch??? ...Energy metabolism and thermoregulation in Chinchilla brevicaudata: ... A comparison with a closer species indicated that BMR in C. brevicaudata reached up to 75% of that reported for Chinchilla lanigera [...] The fact that some species may possess a lower than expected BMR is favorable for the maintenance of energy and water balance, especially for those species inhabiting arid environments with extreme climatic conditions as found in the highlands of Northern Chile where C. brevicaudata dwells.

Zum mutmaßlichen Brevi-Verbreitungsgebiet: http://www.edgeofexistence.org/mammals/ ... stribution


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 Betreff des Beitrags: Re: Brehms Tierleben
BeitragVerfasst: 20.08.2009, 21:40 
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Moderator und Technik
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Registriert: 02.05.2007, 20:50
Beiträge: 7985
Wohnort: Zürich / Schweiz
Nur weil Brehm das schreibt, muss das noch lange nicht so sein. Gerade die Chinchillas, Hasenmäuse und ggf. auch Chinchillaratten wurden, so scheint es mir, in verganenen Zeiten gerne verwechselt und ich wäre da vorsichtig, was über sie geschrieben wird.

Dazu kommt, dass die Anpassung an Höhenlagen durchaus einen Sinn hat und auch bei uns Alpentiere nicht unbedingt im Flachland vorkommen und Flachlandtiere nicht unbedingt in den Alpen. Es gibt gewisse Grenzen, denen die Tiere treu zu sein scheinen. Sicher gibt es da auch Spezies die toleranter sind, aber die Höhe ist genauso eine Grenze wie z.B. die Temperaturzonen Grenze sein können oder die verschiedenen Lebensräume: Wald, Steppe, Wüste, Sümpfe... Und gerade bei nahe verwandten Arten haben wir den Fall, dass sie sich aus dem Weg gehen, indem sie sich spezialisieren, entweder im Lebensraum oder in der Ernährung, dass sie einander nicht konkurrieren. Mit anderen Worten, dass eine Chichillaspezie Küste und Tiefland-Matorral bewohnt, während eine andere das Hochgebirge und die Puna bevölkert, ist durchaus sinnvoll. Dazu kommt, dass nahmhafte Literatur auch klar diese Lebensräume für die Arten angibt, das sind Leute, die die Chinchillaliteratur und die Vergangenheit jender Tiere wahrscheinlich besser kennen als wir. Ich meine die chilenischen Wissenschaftler um Jimenez, Cortes, Marquet und wie sie alle heissen.

Insofern kann ich mich der Meinung von Blasius anschliessen, wenn auch mich andere Argumente entscheidend sind. Die Theorie der Flucht in die Berge halte ich für sehr unwahrscheinlich.

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